Rückenwind

 

 

BENNIE                

Es gibt Vermittlungen, die im Rückblick beinahe etwas Schicksalhaftes beinhalten, gerade so als habe eine höhere Macht ihre Hand im Spiel gehabt. Die Vermittlung von Bennie fällt in diese Kategorie.

Bennie verlor sein Zuhause, weil seine Familie auseinandergegangen war. Sein aus der Familie übrig gebliebener Mensch hatte keine andere Möglichkeit, als ihn 5 Tage in der Woche 11 Stunden lang allein zu lassen, oder aber ein neues Zuhause für ihn zu suchen. Da für diesen Menschen das Wohl des Hundes über allem stand, war es schnell beschlossene Sache: Bennie sollte ein neues Zuhause bekommen.

Wir nahmen Bennie in Pflege und lernten ihn in der ersten Woche als einen freundlichen, sanftmütigen Hund kennen, der sich allerdings erst wieder an die Unruhe in einer Familie mit Kindern und anderen Whippets und allem, was damit verbunden ist, gewöhnen musste. Überraschenderweise gelang ihm das sehr gut. Wir schrieben also auf unserer Website, dass wir im Moment nicht sicher waren, welches Zuhause am besten für Bennie wäre: vielleicht eine aktive Familie mit schon anwesenden Whippets oder vielleicht ein älterer Jemand oder ein älteres Ehepaar, das aufgrund seines Alters keinen jungen Hund mehr aufnehmen wollte? Wir hielten die Möglichkeiten offen.

Kaum stand Bennie auf der Website, erhielten wir eine Mail von jemandem, der bereits einen Whippet von uns besaß. Leider hatten sie genau an diesem Tag ihren geliebten Floris, 14 Jahre und 6 Monate alt, einschläfern lassen müssen.  Sie hatten an diesem Tage auf die Website geschaut, um nach der E-Mailadresse des damaligen Vermittlers zu suchen, um ihm die traurige Nachricht von Floris zu überbringen. Und wen sahen sie? Bennie.

Sie waren bereits zu dem Entschluss gekommen, dass es in Anbetracht ihres Alters vernünftig wäre, keinen neuen Hund aufzunehmen.

Sie lasen Bennies Geschichte und alle Vernunft wurde über Bord geworfen. Dem zwölfjährigen Bennie konnten sie sehr wohl noch ein paar schöne Jahre verschaffen. Und so wurde eine Mail verschickt mit der einerseits traurigen Mitteilung über Floris und andererseits mit der vorsichtigen Frage, ob Bennie vielleicht für sie in Frage käme.

Und wir, wir konnten unseren Augen kaum glauben. Wenn zwei Menschen genau die richtigen wären für Bennie, dann diese beiden. Da also hatte das Schicksal seine Hand im Spiel.

Der Rest ging schnell. Die Pflegefamilie musste nach knapp einer Woche wieder Abschied von Bennie nehmen. Gemeinsam brachten wir ihn in sein neues Zuhause, wo wir mit einem Strauß Rosen begrüßt wurden. Beim Abschied machten wir ein ähnliches Foto wie damals an einem dunklen Abend im Januar 2011, als Floris bei ihnen einzog. Sie sehen sie oben nebeneinander.

Bennie, oder eigentlich Jesse, Anneke und Wim: Wir wünschen Euch noch viele schöne, gesellige und glückliche Stunden miteinander!

 

KINTO                

Kinto kam zusammen mit seinem Bruder Tiko, der sich inzwischen gut an seinen neuen Namen Tommie gewöhnt hat, zu Voordewindhond. Die beiden Herren brauchten nicht zusammen zu bleiben und wurden so auf unterschiedliche Pflegeplätze verteilt. Manch einer hat sich darüber gewundert und gemeint, dass Hunde, die ihr ganzes bisheriges Leben zusammen verbracht haben, doch beieinander bleiben müssen. Es ist jedoch schwierig, die „Qualität“ einer Freundschaft zwischen Hunden einzuschätzen. Wir haben es mehr als einmal erlebt, dass beim Todes eines Hundes, der sein Leben zusammen mit einem anderen Hund verbracht hat, dieser übrig gebliebene Hund gar nicht um seinen Rudelgenossen trauerte, sondern tatsächlich mehr zu seinem „eigenen Charakter“ fand. Auch den umgekehrten Fall gibt es. Da denken Hundebesitzer, ihre Hunde würden sich allerhöchstens akzeptieren, aber nicht sehr aneinander hängen. Wenn diese Hunde dann auseinander geholt werden, zeigt sich, wieviel sie einander doch bedeuteten. Sollten wir feststellen, dass die Trauer bei zwei separat untergebrachten Hunden sehr groß ist, lösen wir das Problem natürlich und lassen sie wieder zusammen leben.

Bei Kinto und Tiko war von Trauer allerdings überhaupt keine Rede. Beide Brüder kamen prima allein zurecht. Kinto machte nach seiner Pflegestelle noch einen kurzen Stopp bei einer Familie, die sich dann aber als ungeeignet erwies. Sie sehen, manchmal klappt eine Vermittlung nicht.

Sehr schnell aber meldete sich ein Ehepaar bei uns, die gerne einen Hund aufnehmen wollte. Dann gab es einen Grund, nach draußen zu gehen und einen etwas gesunderen Lebensstil zu führen. Wir organisierten ein Treffen und Kinto stieg ohne Zögern in das neue Auto, das ihn in sein neues Leben fahren sollte.

Wir versuchen immer, mit den neuen Besitzern Kontakt zu halten, vor allen Dingen in den ersten Wochen nach der Vermittlung. Manchmal können wir telefonisch Tipps geben und aufkommende Probleme recht schnell einer Lösung zuführen. So halfen wir aus der Ferne den neuen Besitzern, Kinto dazu zu bewegen, nicht das Haus umzugestalten, wenn er einmal für eine Stunde allein bleiben musste. Unsere Ratschläge fielen auf fruchtbaren Boden und inzwischen bleibt Kinto ruhig allein zu Haus. Das ist natürlich für alle Beteiligten ein schönes Ergebnis, aber was uns als Vermittler besonders freute war eine Nachricht von den Besitzern, in der sie schrieben, dass sie Kinto nach nur zwei Tagen auch nicht hätten allein lassen dürfen und das Problem selbst verursacht hätten und sicher Kinto keine Schuld träfe. Das zeigt recht deutlich, dass Kinto bei Menschen gelandet ist, die sich gut in ihren neuen Hund hineinversetzen können.

Kinto, Han und José: wir wünschen Euch noch viele Spaziergänge, viele Ferienaufenthalte und vor allem viel Glück miteinander. Vielleicht sehen wir uns auf einem unserer Spaziergänge in Kootwijk. Und wer weiß: vielleicht laufen sich dann auch Kinto und Tommie mal über den Weg.

 

DENNIS             

Dennis kam aufgrund einer schweren Erkrankung seiner Besitzerin zu uns. An seinem zeitweiligen Wohnsitz hatte er sich ziemlich daneben benommen: er hatte doch tatsächlich einen Vogel aus der Luft gefangen. Das hatte sowohl für den Vogel als auch für Dennis desaströse Folgen.

Wir nahmen Dennis also in Pflege. Nach anfänglichen kleineren Schwierigkeiten hatte er sich dort gut eingelebt und auch keinen weiteren Vögeln oder sonstigem Getier Schaden zugefügt. Eigentlich war nicht viel „verkehrt“ an Dennis und so dauerte es auch nicht lange, bis sich eine Familie meldete, die bereits Erfahrung mit Whippets – auch solchen mit ausgeprägtem Jagdinstinkt – aufzuweisen hatte.

Wir trafen uns in den Sanddünen von Kootwijk. Da Dennis schon ein paarmal dort spazieren gegangen war, war es für ihn bekanntes Terrain. Er lief fröhlich ohne Leine, kam auf Zuruf zurück und betrug sich vorbildlich. Nach einem relativ kurzen Spaziergang war der Entschluss gefallen: Dennis wird mitgenommen.

Inzwischen hat er sich gut eingelebt. Seine Menschen lieben ihn heiß und innig und würden ihn für alles Geld der Welt nicht wieder hergeben. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass Dennis (der eigentlich Felix heißt) seine alte Jagdgewohnheit wieder aufgenommen hat: er ist außerordentlich schlau und wenn er – selbst im Dunkeln – eine Katze, einen Igel oder ein Kaninchen sieht, dann gibt er sich – wie seine Besitzer es ausdrücken – seinen nächtlichen Ausschweifungen hin. Glücklicherweise sind seine Menschen gewarnt und so kann er nicht viel Erfolg verzeichnen.

Felix: Tue Dein Bestes und lasse vor allem all die anderen Tiere unversehrt Deine Wege kreuzen! Wir wissen nämlich, dass Du das sehr wohl kannst.

 

 

GUIDO            

(Hund)

GUIDO             

(kleiner Freund)

Guido war aus einem bestimmten Grund nicht auf unserer Website zu finden: als er bei uns mit einem Foto angemeldet wurde, wussten wir sofort, für wen dieser Whippet bestimmt war! Absolut kein Zweifel.

Auch wenn wir keine Zweifel hatten, musste natürlich die in Frage kommende Person genauso denken. Und auch der Ehemann musste es so empfinden. Und da lag die Schwierigkeit.

Die in Frage kommende Person – die Dame also – wollte nach dem Verlust ihres letzten Whippets vor ein paar Jahren sehr gerne wieder einen Hund an ihrer Seite. Aber ihr Ehemann – also der Herr – sah vor allen Dinge Vorteile in einem Leben ohne Hund. Und ehrlich gesagt, hat er da nicht ganz Unrecht. Man muss keine Rücksicht auf die Bedürfnisse eines Hundes nehmen, man kann tun und lassen, was man gerade möchte. Denken Sie sich noch eine hochbetagte Mutter/Schwiegermutter dazu und ein paar eigene kleinere Gesundheitsprobleme: dann fällt die Entscheidung für ein Leben ohne Hund nicht schwer. Zudem schien der Herr zu glauben, dass es einen so tollen Hund wie den letzten sowieso nicht geben könnte.

Und doch: der Wunsch nach einem Hund lässt sich lange durch rationale Überlegungen verdrängen. Aber irgendwann spricht das Herz so laut, dass man es nicht mehr überhören kann.

Wir werden hier nicht erzählen, was wir genau getan haben, aber das Resultat war das gewünschte: Erst sah der Herr auf dem Foto von Guido, dass er etwas von dem so sehr geliebten und verstorbenen Whippet an sich hatte. Das erste vorsichtige Kennen lernen bei dem Besitzer von Guido zu Hause verlief prima: Guido betrug sich vorbildlich, nicht aufdringlich, nicht schüchtern.

Und so wurde Guido kurz danach abgeholt.

Wunder gibt es immer wieder: inzwischen kann man sich keine engere Bindung als die zwischen Guido und dem Herrn vorstellen. Zusammen Fußball schauen, Kaffee trinken auf einer Terrasse, Zeitung lesen, immer alles zu zweit!

Und die Dame? Die besitzt wieder einen Whippet!! Zusammen spazieren gehen, gemeinsam auf dem Sofa liegen, zusammen im Garten arbeiten. Herzenswunsch erfüllt.

Das alles lässt sich am besten zusammenfassen mit den Worten des Herrn:

Meine Liebe, Guido ist Dein Hund, aber er ist mein kleiner Freund“.

Dame, Herr und Guido: noch sehr viel Freude miteinander. Es war uns ein Vergnügen, Euch alle drei zusammen zu führen!

 

BEAU                    

Es gibt unter den Hunden wahre Pechvögel, die ein paar Mal in ihrem Leben den Besitzer wechseln müssen, weil sich in deren Leben Veränderungen ereignen, die eine Hundehaltung unmöglich machen.

Beau ist so ein Hund. Er begann sein Leben als echter Rennwhippet, wurde aber nach vier Jahren an ein freundliches, älteres Ehepaar abgegeben, das ein paar Jahre gut für ihn sorgte. Als das Ehepaar nach ungefähr vier Jahren gesundheitliche Probleme bekam und nicht mehr selbständig wohnen konnte, suchten wir für Beau ein neues Zuhause. Dieses fanden wir und dort lebte sich Beau – nach einem kurzen Aufenthalt bei einer unserer Pflegefamilien – recht schnell ein. Alles sah eigentlich recht gut aus für Beau: aller guten Dinge sind drei. Und dann geschah auch in dieser Familie etwas Gravierendes und Unerwartetes, so dass wir erneut für den nunmehr 10jährigen Beau ein Zuhause suchen mussten. Glücklicherweise konnten wir ihn bei seiner ersten Pflegestelle unterbringen. Und glauben Sie es oder nicht: er erkannte alle wieder und es schien, als sei er nie weg gewesen.

Glücklicherweise gibt es noch genug Windhundliebhaber, die ein Herz für ältere Hunde haben. Auch hier hier meldete sich freundliches Ehepaar, an das wir bereits einen älteren Whippet, Isa, vermittelt hatten. Den Rest erahnen Sie bereits: wir verabredeten uns zu einem Waldspaziergang, Hunde und Menschen lernten einander kennen und dann war es so weit. Das Ehepaar reiste mit einem Hund mehr nach Hause.

Die Eingewöhnung läuft gut, wenn es auch ein paar kleine Stolpersteine gibt. Aber etwas anderes ist auch nicht zu erwarten bei einem Hund, der nun zum sechsten Mal umziehen musste. Wieder neue Menschen, wieder neue Hunde, wieder neue Regeln. Das fällt natürlich manchmal schwer und macht auch müde.

Wir wollen an dieser Stelle deutlich sagen, dass es Beau bei allen seinen bisherigen Besitzern gut ergangen war. Es ist eine wundervolle Eigenschaft von Hunden, dass sie sich in fast allen Fällen wieder an neue Lebensumstände anpassen können und die neuen Menschen ebenso ins Herz schließen können wie alle ihre vorherigen Besitzer.

Lieber Beau: aller guten Dinge sind vier!!

 

CASEY              

Casey stand aus bestimmten Gründen nicht auf unserer Website. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir für ihn kein neues Zuhause finden können, im Gegenteil. Wir hatten ein ziemlich klares Bild, was die Problematik von Casey betraf und wie ein optimales neues Zuhause aussehen müsste. Casey war bei seinem vorherigen Besitzer nämlich in einen heftigen Streit mit einem Rudelgenossen geraten. Dieser Streit war nicht nur heftig, sondern dauerte auch an, so dass sich der Besitzer schweren Herzens und auch voller Zweifel auf die Suche nach einem neuen Zuhause machte. Durch einen Bekannten wurde er auf uns aufmerksam und beauftragte uns mit der Vermittlung.

Es schien uns am besten, für Casey eine ruhigen Haushalt mit nur wenigen oder gar keinen Hunden zu suchen. Dort könnte sich seine inzwischen entwickelte Streitlust legen, weil es einfachen keinen Anlass zum Streiten gäbe. Und dann müssten die Menschen auch Hundeverstand besitzen, so dass sie nicht sofort beim ersten Anlass „das Handtuch schmeißen“ würden.

Und genau so jemand meldete sich bei uns: eine Person im Haushalt, viel Hundeerfahrung, viel Zeit, sportlich, gute Gegend für ausgedehnte Spaziergänge. Besser ging es nicht!

So wurde Casey selbst durch seinen Besitzer bei der neuen Adresse abgeliefert. Und was sind Hunde doch für schlaue Wesen! Casey wurde aus dem Auto geholt durch seinen alten Besitzer, betrat das neue Haus, schaute sich erst die Küche an (man sah ihn förmlich denken: Oh, prima, eine Küche ohne Tür, das sehe ich mir später mal genauer an...) und kletterte dann aufs Sofa, um sich an seinen neuen Besitzer zu kuscheln.

Tja, so große spontane Anhänglichkeit an einen neuen Besitzer ließ den alten Besitzer doch etwas emotional werden, aber andererseits ließ Casey ihn dadurch deutlich wissen: „Es ist gut hier, mache Dir mal keine Sorgen um mich“.

Inzwischen sind ein paar Wochen vergangen. Wir haben dem neuen Besitzer noch ein wenig mit Rat und Tat zur Seite gestanden, wie er am besten mit dem – vor allem an der Leine – noch immer streitlustigen Casey umgehen sollte. Mittlerweile macht Casey sich gut.

Also, Casey und Jeanette: viel Glück miteinander und vielleicht sehen wir Euch ja mal an einem Samstag in Kootwijk?

 

DJIBA               

Djiba landete bei Voordewindhond, weil seine Besitzerin ernsthaft erkrankt war und nicht mehr für ihn sorgen konnte. Wir nahmen ihn in Pflege und begannen mit der Suche nach einem neuen Zuhause. Bereits nach ungefähr zwei Wochen meldete sich ein älteres, sehr Whippet-erfahrenes Ehepaar, die bereits einen Whippet von uns besaßen. Ein zweiter Whippet wäre doch eine tolle Gesellschaft für Brodie, der sich sichtlich freute, wenn ihre Tochter mit ihren eigenen Windhunden zu Besuch kam.

Menschen und Hunde lernten sich also kennen. Djiba zeigte sich von seiner besten Seite. Er fand Brodie prima, Brodie seinerseits fand Djiba auch prima, also ging er mit in sein neues Zuhause.

Dort schien alles vorbildlich zu verlaufen. „Schien“ ist hierbei das richtige Wort, denn Djiba hatte etwas an seinem Auge, was seine Besitzer mit Sorge erfüllte.

Viele Tierarztbesuche später ergab sich folgende Situation: Djiba hat tatsächlich eine Augenerkrankung und auch sein Herz ist nicht mehr ganz gesund. Es ist natürlich so, dass ein zehn Jahre alter Hund durchaus einige „Verschleißerscheinungen“ aufweisen kann, aber diese waren doch heftiger als gedacht. Und da wir Djiba nicht lange in Pflege hatten, war uns auch nichts aufgefallen.

Wir haben also einen Teil der Tierarztkosten übernommen. Für den Fall, dass Sie sich jemals gefragt haben, wofür wir die Vermittlungsgebühr verwenden: für solche Fälle. Wir lassen Hunde tierärztlich versorgen. Meistens geht es um Chippen oder Impfen, aber es kommt auch vor, dass etwas anderes mit einem Hund nicht stimmt. Dann bezahlen wir mit Hilfe der eingenommenen Vermittlungsgebühren Tierarztkosten für Hunde, die krank sind.

Djiba und Brodie geht es zusammen sehr gut. Seine Menschen beschreiben ihn als „außergewöhnlich lieb“. Was wollen wir mehr?

Viel Glück, Djiba, mit Deinen Menschen und Deinem Hundebruder. Bleibe noch recht lange bei ihnen!

 

BINYAMIN  

Binyamin ist ein seltener Vermittlungsfall für Voordewindhond. Wir haben zwar schon Slouhis vermittelt, aber mehrheitlich handelt es sich doch eher um Whippets, Grippets, Afghanen und Salukis. Binyamin wurde an uns abgegeben, weil er als wahrhafter junger Sloughi natürlich „Hummeln im Hintern hatte“. In seine Familie passte in diesem Moment kein solch` großer, voller Unternehmungsgeist steckender Hund. Die übrigen Hunde, die alle viel kleiner waren als er, versteckten sich erschrocken hinter dem Sofa, wenn sie ihn ankommen sahen. Dazu kamen noch Gesundheitsprobleme von einem der Besitzer und so gab es genug Gründe, den Sloughi, den sie vor einem Jahr voller Stolz gekauft hatten, in ein neues, besser für ihn geeignetes Zuhause abzugeben.

Dieses neue Zuhause war schnell gefunden in Form einer Familie, die bereits einen Sloughi besaß. Der war zwar schon etwas älter, aber fit, gesund und gut erzogen. Das ist in so einem Fall günstig, da Hunde natürlich voneinander lernen.

Schließlich trafen wir uns alle auf dem (kochend heißen) Kootwijkerzand zum Kennen lernen. Solche Termine sind manchmal unangenehm, weil sowohl die abgebenden als auch die an dem Hund interessierten Menschen sich auf die eine oder andere Weise vom jeweils anderen „beurteilt“ fühlen. Dann ist es Aufgabe des Vermittlers, die aufkommenden Spannungen zu „entschärfen“. Glücklicherweise war das hier nicht der Fall. Die Hunde fanden einander ganz nett, ein bisschen beschnüffeln und das war es. Die Menschen kamen gut miteinander zurecht. Es wurde viel über beide Hunde erzählt und so stand dem Umzug von Binyamin nichts mehr im Weg.

Die Eingewöhnungsphase verlief ebenso unproblematisch und schon ein paar Tage später kam die gute Nachricht: Binyamin darf bleiben! Die beiden Sloughis waren tatsächlich Freunde geworden und der ältere Sloughi war auch etwas aktiver geworden durch seinen viel jüngeren Hausgenossen.

Frodo, Shirkan und Personal: viel Glück miteinander! Vielleicht treffen wir uns noch einmal bei einem Spaziergang auf dem Kootwijkerzand.

 

RAZA
                 

Als wir Raza bei Voordewindhond in Pflege nahmen, vermuteten wir bereits, dass er nicht lange auf ein neues Zuhause würde warten müssen: so ein hübscher, freundlicher und unkomplizierter Greyhound-Rüde sollte doch einfach zu vermitteln sein. Und so war es auch.

Bei Voordewindhond gibt es einen kleinen Bestand von Menschen, die einen neuen Hausgenossen suchen und auf die eine oder andere Weise bei uns gelandet sind. So gab es ein Paar aus den westlichen Niederlanden, die einen großen Windhund als Zweithund neben ihrem Galgo-Rüden suchten. Wir schlugen ihnen Raza vor und nachdem sie auf unserer Website seine Geschichte gelesen hatten und auch einige Fotos von ihm gesehen hatten, wollten sie ihn gerne kennen lernen.

Dieser Termin verlief sehr gut: zwischen dem Paar und Raza war es Liebe auf den ersten Blick und auch die beiden Windhund-Herren verstanden sich sofort. Weit vor Ende des Spaziergangs war die Entscheidung gefallen: das würde die neue Familie von Raza werden. Leider musste der Umzug noch zwei Wochen warten, da ein lange festgelegter Urlaub vor der Tür stand. Glücklicherweise gibt es WhatsApp und so gab es einen umfangreichen „digitalen Verkehr“ zwischen der Pflegefamilie und den zukünftigen Besitzern.

Und schließlich war es so weit: an einem frühen Samstag morgen wurde ein Termin vereinbart in einem herrlichen Hundeauslaufgebiet in Drenthe, wo Raza seine neue Familie außerordentlich enthusiastisch begrüsste. Nach einem herrlichen Waldspaziergang, auf dem Raza und sein neuer Bruder vor allen Dingen viel Spaß an einer Modderpfütze hatten, konnte Raza endlich mit in sein neues Zuhause. Dass er sich dort schon vollkommen zu Hause fühlt und sein Leben in vollen Zügen genießt, können Sie auf den Fotos sehen.

Lieber Raza, liebe neue Familie: ihr passt wunderbar zusammen, genießt das Leben miteinander!

 

 

GIGI               

Einer der Vorteile, ein großes und aktives Netzwerk zu besitzen, ist, dass wir einige Hunde vermitteln können, ohne dass wir sie auf unsere Website stellen müssen. Wir wissen in den meisten Fällen, wo kürzlich ein Hund verstorben ist oder wer mit dem Gedanken spielt, sich einen zweiten Hund anzuschaffen.

Gigi ist eine Afghanendame, deren vormalige Besitzerin durch einen Unfall nicht mehr gut laufen konnte und der dadurch das Spazierengehen mit zwei Afghanen zu einer großen Belastung geworden war. So musste sie sich schweren Herzens von Gigi trennen. Gleichzeitig erhielten wir die traurige Nachricht, dass Daisy, eine vor Jahren von uns vermittelte Afghanen-Hündin, verstorben war. Da sowohl die Besitzern von Daisy als auch der dazugehörige Saluki-Rüde sehr traurig waren, schien uns die Vermittlung von Gigi eine gute Lösung für beide Probleme zu sein.

Wir verabredeten uns also zu einem Spaziergang, um festzustellen, ob Aladdin (ein nicht ganz einfacher Saluki-Herr) und Gigi gut zusammen passten. Aladdin war nicht eben übermäßig enthusiastisch und wurde sogar ein wenig verdrießlich, als Gigi mit Lichtgeschwindigkeit eine Handvoll SEINER Hundekekse verschlang, aber er machte auch keine Anstalten, seinem Mißmut auf andere Art Ausdruck zu verleihen. Und Gigi tat, als ob sie das alles nichts anginge. Mochte auch der Saluki-Herr nicht gerade Überfließen vor Liebe, so sah das bei seinem Frauchen ganz anders aus. Es gab keinen Zweifel. Gigi ging mit nach Hause nach Süddeutschland. Und Aladdin, der würde sich schon an sie gewöhnen. Und das war natürlich auch so!

Viel Glück, Gigi!

 

 

PINOCCHIO            

Pinocchio kam auf eine etwas seltsame Art zu uns. Wir hatten ihn in einer Anzeige im Internet entdeckt und hatten dem Besitzer unsere Hilfe angeboten. Die wurde zurückgewiesen und weil nach unserer Ansicht jeder Besitzer selbst entscheiden kann, wie er seinen Hund vermitteln möchte, beließen wir es auch dabei. Wir stellten aber fest, dass er recht schnell für jemanden reserviert worden war. Nur kurze Zeit später erhielten wir einen Anruf. Die Anruferin erzählte uns, dass sie einen Afghanen aus nicht so guten Verhältnissen aufgenommen hätte, sie diesen Hund aber ungeachtet ihrer nicht geringen Windhunderfahrung nicht behalten könne. Er heulte inständig, sobald sie nur das Grundstück verließ. Dieser Hund wollte partout dort sein, wo auch sein neues Frauchen war. Das ging natürlich nicht immer. Und ihre Nachbarn waren nicht gerade erbaut von dem Lärm, den dieser Afghane mühelos über längere Zeit produzieren konnte.

Und so kam Pinocchio doch noch zu Voordewindhond. Wir nahmen ihn in Pflege und auf diesem Pflegeplatz geschah etwas sehr Besonderes. Der dort bereits lebende Ex-Voordewindhond-Afghane Otto schloss Pinocchio sofort in sein Herz. Meistens bereiten wir die neuen Besitzer darauf vor, dass der alte und der neue Hund nicht sofort ein Herz und eine Seele sind. Und Fälle von „Liebe auf den ersten Blick“ sind äußerst selten. Aber hier hatten wir so einen Fall. Otto und Pinocchio waren sofort die besten Kumpel: zusammen jeden 5. Fahrradfahrer am Zaun begleiten, zusammen ein paar sorgfältig ausgesuchte Hunde verbellen, zusammen die Gartenarbeiten des Frauchens beaufsichtigen und nach einem Tag voller Energie fressender Aktivitäten umeinander gewickelt in einem Korb schlafen gehen. Und Sie ziehen bereits die richtigen Schlüsse: aus dem Pflegeplatz wurde das endgültige Zuhause. Es wäre doch allzu grausam, diese beiden Hunde wieder zu trennen.

Pinocchio, der inzwischen zu seiner eigenen Zufriedenheit Ferdinand gerufen wird, fand es in seinem neuen Zuhause so toll, dass er nicht mehr ins Auto zu kriegen war. Um das lief er – zur größten Verwunderung seiner Greyhound-Schwester, die vom Autofahren nicht genug bekommen kann – in einem großen Bogen herum. Schließlich musste Otto kommen, um ihm zu zeigen, dass man durchaus ruhig ins Auto einsteigen kann. Und selbst wenn man im Auto mit fährt, kehrt dieses wieder nach Hause zurück.

Wir wünschen Ferdinand noch viele tolle Jahre in seinem neuen Zuhause zusammen mit seinen neuen Familienmitgliedern!

 

 

OTTO                

Otto stand nicht auf unserer Website, weil wir für ihn direkt nach seiner Anmeldung einen passenden neuen Eigentümer gefunden hatten. Otto ist sieben Jahre alt. Er wurde von seinem Züchter zurückgenommen, konnte dort aber auf lange Sicht auch nicht bleiben, so dass der Züchter uns bat, ein neues Zuhause für ihn zu finden.

Über Otto gibt es überhaupt nichts Negatives zu sagen. Er ist lieb, schlau, freundlich gegenüber Mensch und Tier, aufgeweckt und sehr gehorsam. Er frisst gut, ist leinenführig und kann auch gut von der Leine gelassen werden. Kurzum, ein idealer Begleiter.

Innerhalb kürzester Zeit hatte er beschlossen, dass das Schlafen im Bett doch noch ein bisschen komfortabler ist als auf dem Sofa. Abends geht er zusammen mit seinem Menschen ins Bett und geht der Einfachheit halber einfach davon aus, dass er auch ein Mensch ist, d. h. er liegt lang ausgestreckt eng an seinen Menschen gekuschelt und legt dann vor Wohlbehagen seufzend seinen Kopf auf dessen Schulter. Herrlich! Wenn es ihm dann zu warm wird – und das wird es ihm selbstverständlich -, rückt er ein kleines Stückchen weg und schläft ruhig die ganze Nacht durch.

Leider kam Otto mit einer schweren Ohrentzündung an, die zwar behandelt worden war, allerdings nicht erfolgreich. Inzwischen wurde die Ursache der Entzündung herausgefunden – eine Kombination aus bakterieller und schimmelpilzbedingter Infektion – und es wird alles daran gesetzt, ihn von seinen Ohrenschmerzen zu befreien.

Er ist bezeichnend für seinen besonderen Charakter, dass er trotz der vom Tierarzt beschriebenen starken Schmerzen ein fröhlicher und geselliger Hund geblieben ist. Selbst wenn seine Ohren gesalbt werden und er schreit, als ob er ermordet werden würde (das Salben der Ohren ist auch außerordentlich schmerzhaft), ist er nach seiner Behandlung dem Tierarzt, der ihm das alles antut, gegenüber der freundlichste Hund überhaupt.

Otto, wir hoffen wirklich, dass Deine Ohren wieder gesund werden! An Dir, Deinem Menschen und dem Tierarzt wird es jedenfalls nicht scheitern.

 

GINO                       

Gino ist ein junger Grippet, der bei seinen vorherigen Besitzern den ebenfalls dort lebenden und viel älteren Hund nicht in Ruhe lassen konnte. Verständlich, denn junge Hunde wollen nun einmal spielen und begreifen in den meisten Fällen nicht, dass nicht alle anderen Hunde davon gleichermaßen begeistert sind.

Gino kam auf eine Pflegestelle, auf der er sich gut machte. Ihm gefiel es dort auch ganz prächtig. Als wir mit ihm auf der Pflegestelle ankamen, rannte er sofort wie der Teufel durch den Garten, obschon die dort lebenden, etwas älteren Hundedamen das mit abschätzigen Blicken quittierten. Aber dann, die enorm langen Beine und das nasse Gras... Es dauerte nicht lang, bis Gino ordentlich „aus der Kurve flog“ und etwas bedröppelt seine knallgrün gefärbte Pfote zeigte.

Gino musste noch ein paar Dinge lernen, aber das geschah dank der hundeerfahrenen Pflegemutter recht schnell. Aber ein Unglück kann schnell passiert sein. Eines Tages gingen Gino, sein Stiefrudel und noch ein Hundegast im Wald spazieren. Als die Hunde ganz normal herumtollten, blieb auf einmal einer von Ginos Zähnen im Hundegast hängen. Die Folge war ein Tierarztbesuch inklusive einer hohen Rechnung. Glücklicherweise waren sich alle Betroffenen einig darin, dass Gino keine Schuld traf und es sich eigentlich um ein dummes Zusammentreffen von verschiedenen Umständen handelte.

Inzwischen war das geschulte Auge der Pflegemutter auf Gino gefallen. Nach einigem Hin und Her war die Übergabe an die Pflegemutter Fakt. Gino wohnt jetzt zusammen mit zwei anderen Windhunden, die ihn nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten nun in ihre Pfoten geschlossen haben.

Gino, es geht Dir gut! Komm` mal mit spazieren auf dem Zand von Kootwijk. Da kannst Du wirklich einmal richtig Gas geben.

 

HARRY         

Für Harry hatten wir vor einer Reihe von Jahren bereits ein neues Zuhause gesucht. Und seine Welt war für lange Zeit auch vollkommen in Ordnung, aber leider erkrankte sein Besitzer schwer. In solchen Fällen „nimmt Voordewindhond natürlich den Hund zurück“. Glücklicherweise geschieht das nicht oft, aber wenn doch, dann tun wir selbstverständlich unser Bestes, um für diese Hunde ein neues Zuhause zu finden.

Unsere vertrauensvollste Pflegefamilie nahm ihn für eine Weile zu sich. Dort lernte er dann schnell, sein manchmal etwas unartiges Verhalten abzulegen, und entwickelte sich zu einem prima Mitbewohner. Und gerade als wir dachten, nun sei es an der Zeit, dass er in ein neues Zuhause einzieht, kam an einem Sonnabendmorgen – unangemeldet – ein alter Bekannter des Vereins mit auf den Spaziergang in Kootwijk. Die Familie hatte bereits zwei Hunde von uns, Kenzie und Donna, hatte Harry auf der Website entdeckt und den Vater vorgeschickt, um sich Harry einmal in Aktion anzusehen.

Während des Spaziergangs – bei wahrlich schlechtem Wetter, wie Sie sehen können – beobachteten wir, wie sich eine Art „dritte Liebe auf den ersten Blick“ entwickelte. Die Familie musste sich natürlich noch miteinander beraten, aber der Vater war während des Spaziergangs bereits zu dem Schluss gekommen, dass Harry eine willkommene Verstärkung für sein Windhund-Team sein würde. Und so war es auch. Harry geht es fantastisch bei seinen neuen zwei- und vierfüßigen Rudelmitgliedern!

 

MELLE          

Melle hatte bereits einmal seinen Besitzer gewechselt. Das Leben des zweiten Besitzers entwickelte sich aber dergestalt, dass Melle nicht mehr die Aufmerksamkeit und Betreuung erhielt, die er brauchte. Daher wurde er bei uns angemeldet. Wir hatten auch schnell eine Windhund erfahrene Familie für ihn gefunden, aber leider stimmte die Chemie zwischen ihnen nicht.

Einer unserer Vermittler nahm Melle selbst in Pflege und übte mit ihm ohne allzuviel Druck das Alleinbleiben. Davon hielt Melle nämlich überhaupt nichts. Das Rudel aus Hund und Mensch durfte nicht getrennt sein. Nach ungefähr sechs Wochen hatte sich die Situation etwas gebessert und zu diesem Zeitpunkt meldete sich bei uns ein netter Herr, der Melle auf der Website gesehen und sich sofort in ihn „verguckt“ hatte.

Wir bereiteten ihn darauf vor, dass Melle wieder seine alte Verlassensangst entwickeln könnte. Daran hatten wir gut getan, denn Melle – der inzwischen wieder Bartje heißt – verfiel wieder in sein altes Verhaltensmuster: schreien und kreischen. Der neue Besitzer sah das alles relativ gelassen und nahm Bartje einfach überall mit hin. Das Lustige daran ist, dass für Bartje alles gut ist, solange er nur seinen Besitzer im Blick hat. Dann wartet er still und leise, bis der Unterricht zu Ende ist.

Inzwischen geht es mit Bartje immer besser, aber ganz in Ordnung ist es noch nicht. Man muss einfach immer weiter üben.

Bartje war vor einiger Zeit mit auf dem Spaziergang in Kootwijk zusammen mit einem netten, unerschrockenen Pudel namens Colin, der in seiner direkten Umgebung lebt und vor nichts und niemandem Angst hat. Auf dem Foto laufen sie zusammen zu viert auf dem Zand von Kootwijk.

Wir wünschen Bartje und seinem Menschen noch viele glückliche Jahre zusammen. Und immer schön das Alleinsein üben, Bartje. Du kannst das, davon sind wir überzeugt!

 

RAJA             

Raja war ein so genanntes Sorgenkind. Er hatte eine etwas seltsame Geschichte, von der uns nicht genug bekannt war, um sein Verhalten richtig einschätzen zu können. Unser erster Versuch, ihn unterzubringen, misslang. Raja benahm sich bei seinen zeitweiligen neuen Menschen dermaßen schrecklich, dass wir für ihn ein neues Zuhause suchen mussten, nachdem er auch noch einem Familienmitglied, das auf Besuch war, ordentlich zugesetzt hatte.

Raja selbst war inzwischen so unglaublich aufgebracht, dass wir ihn zunächst in unsere Hundepension nach Belgien verfrachteten, wo er sich etwas „abkühlen konnte“. Und das geschah tatsächlich sehr schnell. Mehr noch, er entwickelte freundschaftliche Gefühle gegenüber seinem Pflegevater, der nach einiger Zeit sprichwörtlich alles mit ihm anstellen konnte. Es kamen auch freiwillige Spaziergänger, die sonnabends lange Wanderungen mit ihm unternahmen. Auch sie beschrieben Raja als unglaublich lieb.

Es gab eigentlich nur eine sehr kurze Gebrauchsanleitung für diesen Hund: erst einmal in Ruhe lassen. Er wird selbst entscheiden, wann er Kontakt aufnehmen möchte. An sich war das keine ganz so schwierige Anleitung, aber es dauerte doch noch längere Zeit, bis sich jemand meldete, von dem wir dachten, ja, der hat es verstanden. Und so wurde alles gut.

Raja ist inzwischen umgezogen nach Luxemburg, wo er sein Frauchen mit einer ziemlich herrschsüchtigen Afghanendame teilt, die allerdings direkt beim ersten Kontakt sehr angetan war von Raja. Sie sah durch ihre Vorderpfoten, Schwanz nach oben: Komm, spiele mit mir!

Das neue Frauchen von Raja hatte zunächst noch mit gesundheitlichen Problemen von Raja zu kämpfen, aber auch die sind inzwischen komplett behoben. Auf dem Foto sehen Sie Raja rennen auf dem Kootwijkerzand. Ja, einige Hundebesitzer fahren enorme Strecken, um ihren Vierpfötern einen tollen Freilauf zu verschaffen.

Wir wünschen Randy, Galinah und Raja noch eine lange und glückliche Zeit miteinander!

 

TIMUR  

Timur ist ein sehr junger Afghane, der ein neues Zuhause suchte. Für diese Hunde finden wir eigentlich recht schnell einen Platz. Und so auch in diesem Fall. Es ging um Menschen, die gerade leider einen jungen Afghanen aufgrund eines Herzfehlers verloren hatten. Der übrig gebliebene Afghane trauerte sehr und so schien es eine gute Idee zu sein, ihm einen neuen Freund zu suchen.

Für uns Vermittler ist es immer schön, wenn sich Menschen mit Afghanenerfahrung bei ihnen melden. Natürlich hat jeder Afghanenbesitzer einmal mit dem ersten begonnen, aber dennoch... Und ein fast neun Monate alter Afghane befindet sich am Beginn der Pubertät, die zu so einigen Blessuren bei seinem Personal führen kann, und auch das Fell beginnt sich zu verändern.

Timur befand sich einige hundert Kilometer entfernt von seinen potentiellen neuen Besitzern, so dass die ursprünglichen Eigentümer anboten, einen Teil der Fahrstrecke zu übernehmen. Beide Autofahrten verliefen problemlos und als wir am Treffpunkt ankamen, lief Timur mit seinem Noch-Frauchen bereits auf dem Parkplatz spazieren. Timur war am vorherigen Tag, gewaschen, gefönt und gebürstet worden und sah wie „aus dem Ei gepellt“ aus. Nett und gesellig und neugierig war er auch. Er fand jede Aufmerksamkeit toll. Wir tranken draußen (nach drinnen durften die Hunde nicht) Kaffee und gaben die letzten Anweisungen Timur betreffend.

Er sprang ohne zu zögern in das Auto der Vermittler und alles schien auf eine unproblematische Autofahrt zurück nach Holland hinzudeuten. Aber das kam anders. Wir fuhren auf die Autobahn und nach ungefähr einem Kilometer hörten wir ein seltsames, plätscherndes Geräusch von hinten. Und tatsächlich, Timur, der ja gerade von draußen kam, stand breitbeinig da und pinkelte. Auf eine Jacke. Ausgiebig. Auf der Autobahn konnten wir so schnell natürlich nicht anhalten. Und außerdem hatte er ja nun seine Blase augenscheinlich vollkommen geleert.

Timur hatte allerdings noch einen Trick auf Lager. Nach 5 Minuten stand er wieder auf, schlenderte ein wenig umher, grub mit seinen enormen Vorderpfoten in der Jacke, ordnete sie neu und setzte dann ungeniert einen mächtigen Haufen darauf. Melle, der Grippet, der bei dem Chauffeur in Pflege war und wegen seiner Verlassensangst mitgekommen war, war nicht sonderlich begeistert. Er saß mit gerümpfter Nase eng an die Autotür gedrückt und hielt so weit wie möglich Abstand von Timur. Timur inspizierte sein Produkt und legte sich danach hochzufrieden nieder. Und wir mussten noch 350 km fahren, bis wir die potentiellen neuen Eigentümer zur Übergabe treffen würden...

Glücklicherweise gibt es in Deutschland jede Menge Tankstellen. An der ersten haben wir dann doch angehalten. Nach dem Kauf von drei Rollen Toilettenpapier und dem missglückten Versuch, Timurs prächtiges und wohlriechendes Fell ein wenig zu säubern, setzten wir unsere Reise mit zeitweise geöffneten Fenstern fort.

Das war dann aber auch der einzige Minuspunkt an diesem Tag. Die neuen Eigentümer waren pünktlich am Treffpunkt. Wir hatten sie bereits über das Missgeschick informiert, was sie aber nicht sonderlich störte. Kein Problem, sie würden ihn zu Hause einfach in die Badewanne stecken.

Der noch trauernde Afghane reagierte prima auf Timur, seine Menschen waren überglücklich und Timur fand das alles ausgezeichnet. Und nein, pinkeln musste er nicht mehr...

Timur hat sich inzwischen eingelebt, und zwar sehr schnell. Das Foto oben zeigt ihn am Tag nach seiner Ankunft! Tun Dein Bestes, kleiner Mann!

 

 

JAPI  

Japi? Wer ist das? Dieser Hund hat tatsächlich nicht auf unserer Seite gestanden (ebenso wie der folgende Afghane Shakira). Japi ist ein junger Afghane, gerade mal ein Jahr alt, der bereits einmal sein Zuhause verloren hatte und bei einer Tiervermittlungsstelle abgegeben worden war. Diese hatte zunächst selbst probiert, ihn zu vermitteln, was sich aber als schwierig gestaltete. So nahmen sie Kontakt zu uns auf mit der Bitte, bei der Vermittlung zu helfen.

Nun wollte es der Zufall, dass eines unserer Mitglieder der ersten Stunde nach langem tierärztlichen Bemühen einen ihrer zwei Afghanen hatte einschläfern lassen müssen. Und weil das ein so langer und schwieriger Prozess war, war an einen neuen Afghanen überhaupt nicht zu denken. Ja, sie wohl nicht, aber wir schon...

Wir legten ihr Japi doch ans Herz. Und wie erwartet, schlug ihr Afghanen-Herz ein Stückchen schneller. „Aber erst fahren wir in die Ferien und dann, na ja, dann sehen wir mal weiter. Aber schickt vor allen Dingen schon mal ein Foto. Sofort.“

Sie ahnen den weiteren Verlauf. Die Ferien waren zu Ende und innerhalb kürzester Zeit war ein Übergabeort und -zeitpunkt verabredet. Abends beim nach Hause Kommen stellte sich heraus, dass Japi keine Treppen laufen konnte. Das war ein Problem, denn das Wohnzimmer befand sich im ersten Stock. Diejenigen unter ihnen, die diese Erfahrung bereits gemacht haben, wissen, dass es nicht lange dauert, bis der entsprechende Afghane einsieht, dass es unter seiner Würde ist, wenn er eine Treppe hinauf getragen wird. Innerhalb von zwei Tagen konnte Japi die Treppe bewältigen. Zunächst auf eine etwas seltsame Weise: mit drei Sprüngen hinauf und mit zweien wieder herunter. Aber er konnte nach oben kommen und dort passiert alles, also muss man dort auch hin.

Inzwischen hat sich Japi eingelebt. Er versteht sich prima mit dem übrig gebliebenen alten Afghanen, ebenso mit dem kleinen Terrier. Er läuft jeden Tag ohne Leine am Strand und hat inzwischen auch begriffen, dass er nicht mit jedem x-beliebigen Strandspaziergänger mitgehen muss. Und als echter Afghane schläft er natürlich auch im Bett, in aller Breite.

Japi, wir hoffen, Dich noch oft in den Kootwijker oder den Noordholländer Dünen zu sehen.

 

 

SHAKIRA                   

In der letzten Zeit sind viele (Wind)Hunde über das Internet oder Facebook vermittelt worden. Im Internet geht es fast immer ums Geld – Voordewindhond kauft keine Hunde; und wenn jemand seinen Hund zur Vermittlung abgibt, erhält er dafür auch kein Geld -. Und auch bei Facebook spielt Geld bei der Vermittlung oft eine Rolle.

Nun sind wir die Letzten, die meinen, eine Vermittlung kann nur auf eine bestimmte Art und Weise geschehen, und zwar auf unsere. Wir haben es aber regelmäßig mit Windhunden zu tun, die bereits eine Vermittlung über das Internet oder Facebook hinter sich haben. Das ist natürlich schade, denn vielleicht wäre die Vermittlung ohne diesen Zwischenschritt gelungen.

Shakira ist so ein Hund. Sie fand über das Internet ein neues Zuhause. Und damit war eigentlich auch alles in Ordnung. Das alleinige Problem war Shakira selbst. Die mochte die Frau des Hauses sehr, aber der Mann, der jeden Abend nach Hause kam... den brauchte niemand. Und das ließ Shakira den Mann auch deutlich spüren.

Nach relativ kurzer Zeit, in der sich keine Verbesserung der Situation eingestellt hatte, beschlossen die Menschen, dass das kein hinnehmbarer Zustand war, nicht für Shakira und auch nicht für den Mann. Und so kam Shakira zu uns.

Bei uns wartet ein großer blonder Afghane, Raja, schon lange auf ein neues Zuhause. Raja braucht Menschen, die ihm viel Raum lassen. Eines Tages rief ein sehr netter Mann für Raja an. An diesem Menschen gab es nichts auszusetzen, aber für Raja schien er nicht der Richtige zu sein. Es fällt uns nicht leicht, jemandem mitzuteilen, dass gerade der Hund, den er sich ausgesucht hat, nicht der geeignete Hund für ihn ist. Aber das mussten wir auch in diesem Fall tun, was nicht leicht war. „Aber warum denn nicht? Ich möchte ihm so gerne ein neues Zuhause geben“. Aber wenn wir einen Hund lange in Pflege haben, dann wissen wir natürlich gut, welcher Mensch zu so einem Hund passt. Und dann hat es auch keinen Sinn, etwas auszuprobieren, was wahrscheinlich doch nicht gut geht.

Schließlich versprachen wir ihm, dass wir ihm einen Afghanen vermitteln würden, nur eben nicht Raja. Kaum einen Tag später erschien Shakira auf der Bildfläche, ein eigentlich fröhlicher Hund, der eine etwas seltsame Abneigung gegen den Mann ihrer früheren Besitzerin entwickelt hatte, aber ansonsten sich sehr normal verhielt und keine extra „Afghanenbehandlung“ benötigte, bezogen auf den durchschnittlichen Afghanen.

Der Rest ist Geschichte. Wir trafen uns, Shakira stieg aus dem Auto, schüttelte sich kurz und zeigte, dass es Liebe auf den ersten Blick tatsächlich gibt. Sie ließ sich von ihrem neuen Menschen ausgiebig streicheln, schaute schmachtend auf den Teller mit Apfelkuchen und Schlagsahne und legte sich nahe neben seinen Stuhl.

Alles sehr deutliche Zeichen. Shakira wohnt schon eine Weile in ihrem neuen Zuhause, hat keine seltsamen Abneigungen mehr entwickelt und führt ein herrliches Afghanenleben, wobei sie ihren Menschen schon sehr gut um ihre haarigen Pfoten gewickelt hat. Shakira, tue weiterhin Dein Bestes! Und Du kannst ruhig mal mit der Richtung einverstanden sein, die Dein Mensch einschlagen möchte, oder?

 

DOESJKA     

Alle Hunde, die ihr Zuhause verlieren, haben natürlich Pech gehabt, aber manche Hunde sind sprichwörtlich vom Pech verfolgt. Doesjka war der größte Pechvogel aller Zeiten. Er wurde Ende 2012 (und das ist kein Tippfehler) zu uns gebracht und erst im September 2015 hatten wir für ihn endlich einen neuen Besitzer gefunden.

Wir haben absolut keine Ahnung, woran das gelegen haben könnte. In den Jahren, die Doesjka erst in einer Pension, dann bei einer Pflegefamilie, dann wieder in einer Pension und letztendlich wieder in einer Pflegefamilie geduldig auf seine neuen eigenen Menschen wartete, vermittelten wir problemlos alle möglichen schwierigen Hunde. Aber für Doesjka meldete sich kein einziger Interessent. Obwohl, das ist nicht ganz zutreffend: einmal gab es Interessenten in Form von zwei Schwestern, die zusammen mit ihrem Vater kamen, um Doesjka kennen zu lernen. Leider fanden die Mädchen, dass Doesjka nicht freudig genug auf sie zugelaufen kam. Tja...

Aber eines schönen Tages im September wendete sich das Blatt. Es meldete sich genau der richtige Mensch mit viel Whippet-Erfahrung, der eigene Whippet war kürzlich gestorben, und der Mensch war die meiste Zeit zu Hause. Viel besser konnte es eigentlich nicht sein. Wir führten einige Gespräche und verabredeten uns zum gegenseitigen Kennenlernen.

Akke, die potentielle neue Besitzern, sah Doesjka und der Vermittler konnte an ihrer Reaktion feststellen, dass sie sich Doesjka ganz anders vorgestellt hatte. Doesjka stand auch noch genau neben einem klein ausgefallenen Whippet und im Vergleich dazu schien er riesig zu sein. Aber im Gegensatz zu den einzigen vorherigen Interessenten (den beiden Schwestern) ließ Akke sich nicht abschrecken und ging erst einmal ein kleines Stückchen mit Doesjka spazieren. Das kam bei Doesjka natürlich gut an und wie so viele hatte auch dieser Hund schnell ein Gespür dafür entwickelt, dass dieser Mensch vielleicht sein neuer eigener Mensch sein würde.

Und so kam es. Akke erzählte später, dass sie tatsächlich von Doesjkas Größe überrascht worden war, aber dass sie sich auch davon nicht abschrecken lassen wollte. Und seien wir mal ehrlich, macht es denn wirklich etwas aus, ob ein Hund 55 cm groß ist oder 65? Schnell beachtet man die Größe gar nicht mehr. Und so war es auch bei Doesjka und Akke. Doesjka macht sich prima in seinem neuen Zuhause – er hat sich sogar schon an seinen neuen Namen Koen gewöhnt – und genießt die ganze Aufmerksamkeit, die er von den Erwachsenen, aber auch von Kindern bekommt. Um es mit den Worten von Akke auszudrücken: Koen ist ein wahrer Schatz.

Koen, wir hoffen, dass Du noch viele glückliche Jahre vor Dir hast. Aber vielleicht könntest Du in Zukunft Dein Kissen nicht mehr so gründlich in Fetzen reißen...

 

 

LILA       

Lila war einer der drei Greyhound-Welpen, die Anfang Juni 2015 aus ziemlich schlechten Verhältnissen befreit wurden.

Leider entpuppte Lila sich als unglaublicher Pechvogel. Sie war zweimal vermittelt und kam beide Male wieder zurück. Bei der ersten Vermittlung entwickelte eines der Kinder in der Familie eine starke Allergie, bei der zweiten Vermittlung erwies sich das kleinste Kind in der Familie als nicht geeignet für Lila, weil es sie nicht in Ruhe lassen konnte. Wieder zurückgekehrt in ihre Pflegefamilie tobte der dort lebende Deerhound mit der inzwischen 10 Monate alten Lila und beide stießen unglücklicherweise dabei so heftig zusammen, dass Lila sich dabei die Pfote brach. Wie viel Pech kann man haben?

Aber dann brachen bessere Zeiten an. Eine nette Familie hatte Interesse an Lila. Aufgrund der missglückten vorherigen Vermittlungen waren wir sehr vorsichtig geworden und wollten wirklich alles über diese Familie wissen. Nach dem Motto, aller guten Dinge sind drei, sollte die Vermittlung nun wirklich klappen. Zu unserer großen Zufriedenheit beantwortete die Familie nicht nur geduldig alle unsere Fragen, sondern sie hatten sich über die Anschaffung eines Hundes selbst sehr viele Gedanken gemacht. Nachdem sich die Familie mitsamt ihrem eigenen jungen Whippet und Lila kennen gelernt hatten, beschloss diese, zu Hause noch einmal alles gut durch zu sprechen. Am folgenden Tag war der Entschluss gefasst: wir machen es!

Nach ein paar unruhigen Tagen, an denen z. B. Lila und der anwesende Whippet unaufhörlich miteinander spielten und sich balgten, ist inzwischen Ruhe eingekehrt. Die Familie kann sich ein Leben ohne Lila nicht mehr vorstellen.

Lila, wir sind ganz sicher: diese Menschen sind nun wirklich Deine Menschen! Für immer!

 

SOLO      

Als Solo zu uns kam mit der Mitteilung seiner bisherigen Besitzerin, er hätte ein Herzleiden, stellten wir uns auf eine schwierige Vermittlung ein. Es ist zwar nicht unmöglich, einen solchen Hund zu vermitteln, aber wir müssen natürlich genau ergründen, woran ein solcher Hund leidet und wie er am besten behandelt werden kann.

Als Solo bei seiner Pflegefamilie einzog, erweckte er allerdings nicht den Eindruck eines Herzpatienten. Er rannte durch den Garten, ging mit spazieren im Wald und nahm auch an einem unserer langen Spaziergänge auf dem Zand von Kootwijk teil. Mit seiner Kondition war es zwar nicht zum Besten bestellt, aber von den Symptomen eines Herzleidens war nichts zu bemerken. Genaueres konnte natürlich nur der Besuch beim Tierarzt erbringen. So machte sich seine Pflegemutter mit ihm dorthin auf den Weg. Er sprang aufgeweckt aus dem Auto, lief interessiert mit in die Praxis, aber beim Anblick des Tierarztes in seiner weißen Jacke blieb Solo wie vom Donner gerührt stehen und begann augenblicklich auf das Heftigste zu zittern und zu bibbern vor Angst. Unmöglich für den Tierarzt, das Herz abzuhören. Inzwischen lag zwar auch der Bericht von Solos vorherigem Tierarzt vor, was aber auch nicht wirklich weiter half. Wir probierten wirklich alles: wir gingen zusammen mit dem Tierarzt nach draußen, um dort vielleicht das Herz abhören zu können, aber Solo war von der Aktion nicht zu überzeugen: Tierärzte sind ganz grässlich und ich will sofort von hier weg. Letztendlich machten wir einen neuen Termin, bei dem Solo ein Beruhigungsmittel erhalten sollte.

In der Zwischenzeit hatte sich eine Familie aus Deutschland bei uns gemeldet, die vor Jahren von uns einen Whippet übernommen hatte. Der Whippet war jetzt verstorben und sowohl ihr Haus, ihr Kopf und auch ihr Herz boten Platz für einen neuen Hund. Wir schickten ein Foto und erzählten wahrheitsgemäß, was bisher geschehen war. Per Mail kam die Antwort: was für ein Schätzchen und ob er nun ein Herzleiden hätte oder nicht, er müsste doch irgendwo wohnen und wir möchten ihn gerne zu uns holen.

Der nächste Tierarztbesuch fand statt und zu unserer Erleichterung stellte sich heraus, dass das Herz von Solo völlig normal klang, so dass der Tierarzt keine Gründe für weitere Untersuchungen sah.

Der Rest ist Geschichte. Zwei Tage später kam Angelika mit ihrem Mann, um Solo abzuholen. Und wie so oft, wusste Solo genau, dass sie wegen ihm gekommen waren. Er ging fröhlich mit spazieren und sprang ohne Bedenken in ihr Auto. Türen schließen und losfahren, bitte!

Solo, wir wünschen Dir noch viele glückliche Jahre (inklusive Ferien) mit Deinen neuen Menschen!

 

 

BEAU       

Beau stand nicht auf unserer „Gegenwind-Seite“, weil sich sehr schnell eine Familie gemeldet hatte, die einen Whippet suchte, der sehr gesellig war und auch gut mit Kindern zurecht kam. Das hatten wir in der Pflegefamilie bereits feststellen können: Beau ist ausgesprochen verrückt nach Kindern. Das erste Treffen verlief allerdings etwas chaotisch. Treffpunkt sollte der Zand von Kootwijk sein nach dem monatlich stattfindenden Spaziergang. Die Pflegefamilie hatte morgens noch andere Termine, wollte sich danach aber schnell auf den Weg machen. Das taten sie auch, hatten sich aber in der Entfernung vom Wohnort zum Zand etwas verschätzt, so dass erst eine Stunde nach der verabredeten Zeit auch alle Parteien (die Pflegefamilie, die neue Familie und der Vermittler) auf dem Zand zusammen trafen.

Wir gingen ein Stück spazieren und eigentlich war recht schnell klar, dass die Kombination Hund/Familie gut sein könnte. Die beiden Mädchen aus der neuen Familie erhielten noch spezielle Instruktionen vom ältesten Sohn der Pflegefamilie, z. B. wie sie Beau am besten streicheln könnten und welche Befehle er schon kannte. Und dann war alles klar. Beau heißt inzwischen Bowie – nicht so einfach, weil der Hund der Nachbarn genauso heißt. Bowie hat sich prima eingelebt und macht sich an allen Fronten gut.

Wir wünschen Bowie und seinen großen und kleinen Menschen noch eine lange und glückliche Zeit miteinander!

 

NASHA        

Nasha kam durch eine befreundete Schwesterorganisation aus Deutschland zu Voordewindhond. Sie stand aus privaten Gründen nicht auf unserer Website, was aber nicht heißen soll, dass wir uns nicht sofort auf die Suche nach einem neuen Besitzer machten. Wir hatten diesen tatsächlich auch schon im Auge, aber es reicht natürlich nicht aus, dass wir jemanden für einen bestimmten Hund passend finden, derjenige muss natürlich auch wollen. Die fragliche Person hatte dieses Jahr einen Hund durch einen Unfall verloren und brauchte lange, um diesen Vorfall zu verarbeiten. Wir hatten Nasha bei einer Pflegefamilie untergebracht, die zwar ab und zu nachfragte, ob wir schon jemanden für sie gefunden hatten, aber ansonsten sehr geduldig und gut auf Nasha acht gab. Von dieser Stelle aus möchten wir uns noch einmal sehr herzlich bei der Pflegefamilie bedanken.

Nasha war in der Tat genau so, wie es uns unsere deutschen Kollegen beschrieben hatten: klein, lieb, anhänglich, einfach im Umgang und gesellig. Nun, das war doch wirklich der Hund für die von uns favorisierte neue Besitzerin. Ihr vorheriger Hund hatte ihr nämlich schwer zu schaffen gemacht.

Aber wir gaben ihr die Zeit, die sie brauchte. Und als wir dachten, jetzt sei die Zeit gekommen, um sanft zu fragen: Sollen wir nicht einfach mal zusammen mit Nasha ein Treffen verabreden?, war das von Erfolg gekrönt und wir verabredeten uns in Belgien. Die Pflegeeltern hatten sich bereit erklärt, uns ein Stückchen entgegen zu fahren, so dass einem unkomplizierten und schnellen Treffen nichts entgegenstehen würde. Dachten wir...

Die ganze Angelegenheit entwickelte sich allerdings zu einer Suche mit Hindernissen. Die Internetverbindung der neuen Besitzerin hatte verrückt gespielt, so dass sie die Mail erste eine Stunde vor dem geplanten Treffen erhalten hatte. Und diese Zeit reichte nicht aus. Deshalb wurde mit dem Pflegeeltern ein Treffpunkt in einer anderen belgischen Stadt vereinbart. Die Vermittler konnten noch so gerade eben von der Autobahn abbiegen, um zu der betreffenden Stadt fahren zu können, hatten aber noch keine genaue Adresse erhalten. Und die Stadt Brasschaat ist wirklich groß. Und egal, auf welche Weise wir versuchten, die Pflegeeltern zu erreichen, wir erhielten keine Antwort von Ihnen.

Letztlich aber wurde alles auf wundersame und nicht erklärbare Weise gut. Nasha (die Auto fahren schrecklich findet) sprang sabbernd, aber auch fröhlich grinsend aus dem Auto, um ihren neuen Menschen zu begrüßen. Wir führten ein kurzes Gespräch auf einer ruhigen Vorortstrasse. Nasha war nicht nur froh, aus dem Auto heraus zu sein, sondern auch froh, sich bei Kuni aufhalten zu dürfen. Also...

Nasha hat sich inzwischen gut eingelebt, kommt sehr gut mit den Katzen klar und war auch schon ein paar Mal auf dem Spaziergang in Kootwijk dabei. Das einzig Negative ist, dass sie wirklich nicht gerne Auto fährt und sogar in einem still stehenden Auto nach ungefähr 10 Sekunden beginnt zu sabbern. Da müssen wir uns noch etwas überlegen.

Nasha, genieße Dein neues Leben. Und bedenke: das Auto existiert auf Erden nur, um Dich zu wunderbaren Spaziergängen zu bringen. Wirklich wahr!

 

FREDDY 

Freddy kam zu uns, weil er zweimal dabei erwischt worden war, eine Katze des Lebens zu berauben. Selbst gestandene und voreingenommene Windhundliebhaber wie wir meinen, dass das auf keinen Fall geht. Freddys Besitzer hatte mehrere Hunde und wenn Freddy auf der Straße beim Spaziergang eine Katze sah und sich hysterisch aufführte, dann schlossen sich ihm die anderen Hunde natürlich an. Schweren Herzens wurde der Entschluss gefasst, dass für Freddy ein anderer Platz gesucht werden musste.

Freddy kam zu unserer fantastischen, auf Whippets spezialisierten Pflegefamilie, die auch nicht vor einem mordlüsternen Whippet zurückschreckte. Dort stellte sich recht schnell heraus, dass Freddy ein sehr lieber Hund war, der zwar deutlich auf Katzen fokussiert war, sich aber auch recht gut korrigieren ließ. Voraussetzung war natürlich, dass der Mensch die Katze eher sah als der Hund. Aber gut, der Mensch lebt von der Hoffnung.

Freddy hatte außerdem noch das Pech, dass er sich einen Stein in seine Pfote getreten hatte und diese Wunde trotz aller guten Bemühungen nicht recht heilen wollte. Nach einer Röntgenaufnahme stellte sich heraus, dass noch ein paar kleine Stückchen in seiner Pfote vorhanden waren und allein eine Operation die erforderliche Hilfe bringen konnte. Inzwischen hat sich Freddy von dieser Operation gut erholt.

Dann kam die Ferienzeit. Die Pflegefamilie überschritt bereits die Anzahl der erlaubten Hunde um einen, aber zwei mehr als erlaubt mitzunehmen, das schien nicht wirklich eine gute Idee zu sein. Freddy sollte bei der Verfasserin dieser Texte in Pflege kommen. Aber das stellte sich als nicht einfach dar. Valentijn, der lieber auf den Namen „Herr Kater“ hört, sehr gut mit Windhunden auskommt und insgeheim (oder auch nicht ganz so insgeheim) davon ausgeht, dass er der Boss ist, schien in Freddy einen Hund gefunden zu haben, der mit diesem Größenwahn kurzen Prozess zu machen gedachte. Die Tatsache, dass er einen Maulkorb um hatte, hielt ihn nicht von einem zielgerichteten Mordversuch ab. Glücklicherweise waren Freddy und Herr Kater natürlich nicht allein und das sehr aufmerksame Personal von dem Herrn konnte Freddy gerade noch an seinen Hinterläufen packen. So, das hinterließ ein graues Haar mehr...

Ab diesem Moment war klar, dass Freddy bis zur Wiederkehr seiner Pflegefamilie doch besser in ein katzenloses Zuhause umziehen musste. Nun hatten die Eltern der neuen Besitzerin von Nasha bereits ein Auge auf Freddy geworfen. Und wie so oft stritten Herz und Verstand heftig miteinander: Wir möchten gerne einen Hund, aber können wir ihm das bieten, was er braucht, und stelle Dir vor... Aber Freddy brauchte jetzt wirklich zeitnah eine neue Unterkunft und ein Gastaufenthalt könnte den Streit zwischen Herz und Verstand vielleicht entscheiden.

Und so war es auch: alles klappte fantastisch, Freddy war glücklich und zufrieden und auf den Fotos sahen die Menschen mindestens genauso glücklich aus. Alles klar, könnte man meinen. Aber der Verstand lässt sich nicht so leicht bezwingen und nach einer Woche fassten die Menschen den Entschluss, dass es doch besser wäre, wenn Freddy wieder zurückgehen würde. Wir waren alle überrascht: He Leute, alles ging doch so gut? Aber der Verstand blieb unerbittlich. Freddy sollte zurück zu seiner Pflegefamilie.

Ein paar Stunden vor der Abreise ging die Person mit dem hartnäckigsten Verstand noch einmal mit Freddy spazieren. Wir wissen nicht, was dort genau passiert ist, aber nach Beendigung des Spaziergangs teilte der eine Verstand dem anderen mit, dass Freddy so ein feiner Hund sei, der nicht wieder zurückgegeben werden könne...

Sie fragten, ob es jetzt nicht zu spät sei, wo doch alles für die Rückkehr in die Pflegefamilie schon geregelt sei? Wir sind natürlich flexibel und so wurde die Rückreise von Freddy kurzer Hand wieder abgeblasen.

Wir hoffen, dass Freddy die zweite Hälfte seines Lebens gesund in seinem neuen liebevollen Zuhause verbringen wird.

Freddy, reiß` Dich zusammen und tue uns den Gefallen: suche Dir ein anderes Hobby als Katzen!

 

GARANCE        

Garance Ankunft zusammen mit dem Windspiel Hector war schon einige Zeit vorher auf unserer Website angekündigt worden und glücklicherweise hatten sich bereits diverse Interessenten bei uns gemeldet. Nach einigen Überlegungen zwischen den beiden Hundevermittlern hatten sie zwei geeignete Adoptivfamilien ausgesucht. Unsere Idee war es, dass diese gleichzeitig beide Hunde kennen lernen sollten und wir an Ort und Stelle sehen konnten, welcher Hund für wen geeignet war. Leider sagte einer der Adoptionskandidaten im allerletzten Moment ab, was die verbliebene Adoptionsfamilie in die luxuriöse Position brachte, zwischen beiden Hunden wählen zu können. Unglücklicherweise lief an dem besagten Sonntag alles anders und Hector verschwand.

Die Familie half natürlich zuerst mit bei der Suche und Garance nutzte die Gelegenheit, um eine Beziehung zu diesen neuen Menschen aufzubauen. Gegen Abend, als die Familie unverrichteter Dinge wieder nach Hause zurückkehren wollte, konnte sie sich nicht mehr vorstellen, Garance zurück zu lassen. Wir beschlossen, Garance mitgehen zu lassen. Die Familie sollte zu Hause in aller Ruhe entscheiden, ob Garance zu allen Familienmitgliedern und natürlich auch zu Maya, dem anderen Hund, passen würde. Maya war auf dem Spaziergang ebenfalls mit dabei und schien Garance zu mögen.

Durch das Verschwinden von Hector haben wir mit der Familie die erste Zeit weniger Kontakt gehabt als sonst üblich, aber wir erhielten regelmäßig kurze Berichte über die Eingewöhnung von Garance. Die neue Familie musste sich erst an die Sensibilität von Garance gewöhnen und Mila (das ist ihr neuer Name) musste sich erst an die Geschäftigkeit in einer Familie gewöhnen. Aber inzwischen ist jeder an jedes gewöhnt. Wir wünschen Garance und ihren neuen Menschen noch viele schöne und herzliche Jahre miteinander.

 

HECTOR             

Über Hectors Vermittlung könnten wir einen ganzen Roman schreiben, glücklicherweise mit einem Happy End, aber das Ganze hätte auch anders ausgehen können.

Hector kam zusammen mit Garance aus gesundheitlichen Gründen seiner Besitzerin zu Voordewindhond. An einem Sonntag Nachmittag übernahmen wir die beiden Hunde und gingen direkt in einen Wald in der Nähe von Zeist, um uns dort mit einer potentiellen Adoptivfamilie zu treffen.

Durch ein unglückliches Missverständnis wurde Hector abgeleint und schwupps, weg war er. Elf lange Tage streifte er durch die Wälder bei Austerlitz, aber letztendlich ließ er sich doch in einen strategisch aufgestellten Fangkorb locken und wir konnten ihn – zwar abgemagert, aber ansonsten unbeschädigt – wieder in die Arme schließen.

Hector durfte sich erst ein wenig bei Klazien erholen, der ihn morgens auch aus dem Fangkäfig geholt hatte. Nach kurzer Zeit meldete sich eine nette Familie mit zwei Whippet-Damen bei uns für den inzwischen gut ausgeruhten Hector.

So lernten sich alle an einem schönen Samstag kennen. Wir hatten bis dahin sehr viel über Hectors rassistische Neigungen lachen müssen. Die Hunde von Klazien sind keine Windhunde, und obwohl er sich ihnen gegenüber nicht garstig benahm, war er dennoch an ihnen völlig desinteressiert. Er tat einfach so, als ob er sie nicht sehen würde. Aber... als die beiden Whippet-Damen kamen, sah die Sache schon ganz anders aus. Er fand sie einfach fan-tas-tisch!!! Zwei solche charmante Frauen und ganz alleine für ihn. Er konnte sein Glück kaum fassen.

Hector, der in der Zwischenzeit von Klazien in Hunter umgetauft worden war, sprang mit großem Enthusiasmus ins Auto auf den Weg in ein neues Leben. Wir haben seinen neuen Menschen noch einmal ans Herz gelegt, ihn nicht von der Leine zu lassen, solange noch nicht klar ist, dass Hunter weiß, wohin er gehört.

Die bisherigen Nachrichten sind prima und wir wünschen Hunter noch ein langes und geborgenes Leben mit seinen neuen Menschen und seinen neuen Freundinnen!

 

ORI        

Ori gehörte ebenfalls zu den drei Greyhound-Welpen. Die Suche nach seiner Pflegestelle war das genaue Gegenteil wie bei seiner Schwester Bloem. Als die Verfasserin dieses Textes sich auf den Weg machte, die drei Welpen abzuholen, hatte sie nur zwei Pflegeplätze zur Verfügung. Also brauchte sie dringend noch einen weiteren Platz. Auf dem langen Weg nach Limburg überlegte sie, welche ihr bekannten Leute sich eventuell um einen Welpen kümmern konnten und wollten. Dabei fiel ihr Astrid ein. Die wäre dazu sicher in der Lage. Ob sie das auch wollen würde, war wieder eine ganz andere Frage, aber ein Telefonat gab Klarheit. Letztendlich war Astrid komplett überrumpelt, meinte dann aber – wenn auch etwas zögerlich: wenn Du denkst, dass ich das kann, dann will ich es probieren. Ja klar, war die Antwort, Du kannst das, da bin ich ganz sicher.

Als wir schließlich bei Astrid ankamen, hatten die drei Welpen – die ohne Zweifel noch nie in einem Auto gesessen hatten und zunächst in ein ohrenbetäubendes Gekreisch ausgebrochen waren – sich sowohl übergeben als auch ihr großes Geschäft verrichtet. Jedes Mal, wenn wir um eine Kurve bogen, erreichte uns von der Rückbank eine schwindelerregende Duftwolke. Wir bereiteten Astrid telefonisch auf diese wenig erfreuliche Aussicht vor. Man konnte sie fast denken hören „Oh je, wo bin ich da nur hinein geraten!? So kamen wir bei ihr an. „Wenn Du ein Stück beiseite gehst, dann hole ich schnell den Hund aus der Transportbox und wir stellen ihn zusammen direkt unter die Dusche“. Das tat Astrid brav, wenn auch etwas besorgt, was da auf sie zukommen würde. Die Autoklappe ging auf und durch das Gitter der Transportbox kam eine kleine schwarze Nase zum Vorschein. Astrid sagte „Ooch“, schob den Chauffeur zur Seite und meinte „Warte mal, ich hole ihn schnell heraus“ und plötzlich war das durch sein Erbrochenes und den Kot verschmierte Hündchen nicht mehr eklig. Sie holte den Welpen aus der Box, drückte ihn an sich und meinte „Komm, das macht nichts, ich habe eine Waschmaschine“. Gemeinsam und unter den gespannten Blicken von Ghandi und Kasjmier setzten wir den Hund unter die Dusche. Noch ein großes, warmes Handtuch drum herum und die Sache war ausgestanden.

Und wenn Sie jetzt glauben, das sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, liegen Sie genau richtig. Ori bleibt bei Astrid. Nicht nur sie und die beiden Salukis sind verrückt nach dem kleinen, schwarzen Mann, auch ihre Eltern, Tanten und andere Familienmitglieder sind enttäuscht, wenn Ori mal keinen Hundesitter braucht. Ori ist schon einmal mit auf dem Spaziergang in Kootwijk gewesen und obwohl er durch einen Afghanen umgerannt wurde, hat er sich tapfer gehalten.

Wir wünschen Euch allen Vieren noch eine lange Zeit miteinander.

 

BLOEM          

Bloem war einer der arg verwahrlosten Greyhound-Welpen, die Anfang Januar bei uns ankamen. Die Unterbringung von Bloem gestaltete sich ziemlich schwierig. Zunächst kam sie bei einer guten Bekannten des Vereins in Pflege. Leider empfand ihr eigener Hund die Ankunft von diesem mageren Würmchen als ein sehr mäßiges Vergnügen. Und das war noch untertrieben: er fand es so grässlich, dass er selbst allerhand Unmögliches anstellte. Das ging natürlich nicht. Also nahm unsere Hundevermittlerin Sophie Bloem in Pflege. Das funktionierte an sich sehr gut, aber Bloem kam in diesem geschäftigen Haushalt mit vier eigenen Hunden einfach nicht zu der Ruhe, die sie nötig hatte. Also mussten wir uns auf die Suche nach einer ruhigen Pflegefamilie machen. Die fanden wir in Dagmar und ihrem Barsoi. Bloem selbst erlebte dieses „Pflegefamilienwechselspiel“ als ein riesiges Abenteuer und hat keinerlei Schaden davon getragen.

Glücklicherweise meldeten sich sehr schnell besonders nette Leute mit zwei sehr jungen Kindern. Sie gingen mit uns und Bloem spazieren, um sie kennen zu lernen. Danach fuhren sie wieder nach Hause, um sich die Sache gut zu überlegen. Das Ergebnis: sie wollten es sehr gerne versuchen. Und so verreiste Bloem erneut, aber dieses Mal in ihr neues Zuhause.

Die Berichte sind ausgezeichnet. Bloem lernt schnell und lässt sich auch gut korrigieren, sollte das nötig sein. Sie hat bereits gelernt, dass die Katze auch ihre Rechte hat und dass die Hühner im Garten nicht zu Bloems Vergnügen da sind. Kurzum, der Beginn war etwas holperig, aber nun hat Bloem ihren Platz gefunden. Wir hoffen, sie und ihre Menschen recht schnell in Kootwijk zu treffen.

PS: für diejenigen, die denken, hm, Kinder müssen zwar lernen, mit Hunden umzugehen, aber hoffentlich ist dieses Kindchen nicht allein unterwegs mit diesem doch riesenhaften Grey: machen Sie sich keine Sorgen!

 

NERO                        

Für den Whippet-Rüden Nero brauchte man eine Gebrauchsanweisung. Im Haus war er die Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit selbst, aber draußen sah das ganz anders aus. Jeden Hund, der ihm entgegenkam, wollte er am liebsten um einen Kopf kürzer machen. Oh Mann, und so ein Whippet kann sich dann wirklich unglaublich aufführen! Seine Besitzer hatten alles Mögliche unternommen, um ihm dieses Verhalten abzugewöhnen, und ehrlich gesagt war sein Benehmen schon etwas besser geworden, aber es war nicht gelungen, dieses missliche Verhalten gänzlich zu unterbinden.

Das würde also nicht so einfach werden, jemanden für Nero zu finden. Und die ersten Bewerber für Nero (der wirklich bildschön ist) waren auch nicht die Richtigen; zum einen kamen sie selbst zum Schluss, dass sie für diesen schwer erziehbaren Whippet nicht geeignet waren, oder wir selbst kamen zu dem Ergebnis, dass es den Menschen an der nötigen Erfahrung und Eignung mangelte.

Aber dann tauchte eine deutsche Familie auf mit zwei Kindern und einer geselligen, gut erzogenen Whippet-Dame. Die Familie hatte bereits Erfahrung mit einem Whippet, der sich angeleint als Straßenkämpfer meinte aufführen zu müssen. Dieses Verhalten hatte sie nicht weiter beeindruckt und gerade diese Gelassenheit hatte den Hund letztendlich dazu bewogen, sich vernünftiger zu verhalten. Das schien uns eine gute Adoptivfamilie für Nero (der eigentlich Fabio heißt) zu sein.

Wir vereinbarten einen Termin zum Kennen lernen zwischen den alten Besitzern, den neuen Besitzern, Fabio und der Whippet-Dame Ashley. Dieser verlief ohne Probleme. Fabio war sehr angetan von Ashley, die ihn als echte Hündin zum passenden Zeitpunkt merken ließ, dass er zu dreist geworden war. Fabio konnte sich gar nicht schnell genug entschuldigen.

So wurde die Reise nach Deutschland angetreten und Fabio sprang ohne das geringste Zögern in das für ihn fremde Auto. Das war für die ursprünglichen Besitzer natürlich ein etwas heftiger Abschied, aber auch sie waren davon überzeugt, dass Fabio es bei seinen neuen Menschen gut haben würde.

Und damit hatten sie Recht. Die Berichte sind eigentlich prima. Fabio geht regelmäßig mit anderen Whippets spazieren – wir haben es schon oft erwähnt: manche Windhunde sind Rassisten. Fabio und Ashley verstehen sich ausgezeichnet, und wenn sie in die Augen von Fabio blicken, dann werden sie mit uns einer Meinung sein: hier schauen Sie einen glücklichen Hund an.

Viel Erfolg, Fabio, und lerne weiter dazu!

 

BARAT        

Barat kam Anfang Februar zu Voordewindhond, weil er bei seinen vorherigen Besitzern einen dermaßen großen Beschützungsdrang entwickelt hatte, dass sie ihm nicht mehr vertrauten. Wir brachten ihn in einer Pflegefamilie unter, die nach einiger Zeit feststellte, dass sein Beschützerinstinkt doch nicht so ausgeprägt war. Dieser enorm große und pubertierende Rüde brauchte viel Anleitung und Struktur, ausreichend Bewegung, aber auch Ruhe und Aufmerksamkeit. In kürzester Zeit lernte dieser junge Magyar Agar sich zu benehmen und entwickelte sich zu einem freundlichen, geselligen und sozialen Mitbewohner.

Eines Tages wurden wir von den Leuten, die unseren Langzeitpflegehund Fee adoptiert hatten, angerufen. Ihr alter Dobermann-Rüde war verstorben und sie wollten jetzt doch wieder einen zweiten Hund anschaffen, auch als Gesellschaft für Fee (die jetzt übrigens auf den Namen Kessy hört). Sie hatten sich inzwischen auch über die nicht alltägliche Rasse Magyar Agar informiert, so dass es schien, als ob diese Menschen sich gut für Barat und seine weitere Erziehung eigneten.

Das Kennen lernen in Kootwijk verlief mehr als gut: einmal unangeleint auf der Sandfläche lud die schwarze Greyhound-Dame ihren potentiellen neuen Mitbewohner zu einem Rennspielchen ein, worauf sich der junge Mann charmant auch einließ... um sich dann zu Tode zu erschrecken. Nach der Pflegezeit zusammen mit einer Pudel-Freundin war er nicht mehr daran gewöhnt, dass ein anderer Hund ebenso schnell (oder noch schneller) rennen konnte wie er. Glücklicherweise erholte er sich recht schnell von diesem Schrecken und so wurde gerannt und gespielt. Mit der zukünftigen Familie verstand er sich auch prima und auf dem Weg zurück zum Parkplatz lief er bereits von seiner zukünftigen Besitzern angeleint brav mit ihr mit. Leider war die Ankunft auf dem Parkplatz weniger schön, da ein Fenster vom Auto unserer Vermittlerin eingeschlagen worden war und aus dem Auto einige wertvolle Dinge verschwunden waren. Telefonate mit der Polizei wurden geführt und die ganze Zeit über saß Barat zusammen mit Kessy hinten im Auto seiner neuen Familie, als ob er in seinem Leben nichts anderes getan hätte. Es war also deutlich: Barat hatte ein neues Zuhause gefunden.

Trotz all des Ungemachs trank man noch einen Kaffee im „Brinkhof“ und als der Papierkram erledigt war und unser Vermittler aufstand, um nach Hause zu fahren, die Familie aber noch zum Essen bleiben wollte, schaute Barat nicht einmal mehr auf. Toll, dass Du mich heute morgen abgeholt hast, aber geh` ruhig; ich bleibe hier bei diesen Menschen.

Die bisherigen Berichte über Barats Eingewöhnung sind ausgezeichnet. Er hat auch einen neuen und zu seiner imposanten Größe passenden Namen bekommen: Sam, mit dem er augenscheinlich vollauf zufrieden ist.

Wir wünschen Sam, Kessy und ihren Menschen noch eine lange und glückliche Zeit miteinander!

 

JASPER          

Jasper war – wir wollen nicht drum herum reden – ein echter „Typ“, ein enorm unerzogener Afghane, der sich selbst eine Menge Dinge beigebracht hatte, von denen er besser nichts hätte wissen sollen. Ehrlicherweise muss man sagen, dass er auch mit seinem Personal kein großes Glück gehabt hatte, da dieses keinerlei Erfahrung mit Afghanen besaß. Diejenigen unter uns, die Afghanen-erfahren sind, können sich gut vorstellen, auf welche bizarren Ideen ein orientierungsloser Afghane kommen kann. Jasper fand beispielsweise, dass es sein gutes Recht war, unter lautem Gebrüll die Zähne zu fletschen, wenn jemand seinen Garten, sein Haus oder sein Zimmer betrat. Er hatte zwar nicht den Mut zuzubeißen, aber das Spektakel war doch recht eindrucksvoll.

Wenn man aber in seine Augen blickte, konnte man eigentlich doch den „guten Hund“ sehen. Deshalb wollten wir ihm gerne noch eine Chance geben. Wir übernahmen ihn und gaben ihn an eine gute Bekannte unseres Vereins weiter, die einen mindestens ebenso mürrischen Barsoi von uns besaß, den sie innerhalb kürzester Zeit in einen tollen Hund verwandelt hatte.

Die Verfasserin dieses Textes holte ihn am Nikolausabend bei seinem Züchter ab, der ihn glücklicherweise ein paar Tage in Pflege genommen hatte. Wir hatten uns mit der neuen Pflegemutter auf einem Parkplatz in der Nähe von Apeldoorn verabredet. Der erwähnte Barsoi saß hinten im Auto. Wir holten Jasper aus seinem Fahrzeug – und seine Schnauze stand offen vor Überraschung. Ein anderer Windhund. Soll ich darauf los gehen oder soll ich mich lieber normal verhalten? Und so drehten wir ein paar Runden gemeinsam auf dem Parkplatz. Sowohl der Barsoi als auch der Afghane schienen zu begreifen, dass sie zusammen in das weiße Auto steigen mussten und deshalb lieber etwas freundlich zueinander sein sollten. Klappe auf, Barsoi hinein, Jasper hinein, Klappe zu. Und... es passierte überhaupt nichts. Die Herren schauten jeder aus seinem eigenen Fenster und taten so, als sei der andere gar nicht vorhanden.

Annebé hatte noch eine Menge Arbeit mit unserem haarigen Freund, aber wie wir es erhofft hatten, dauerte es nicht lange, bis Jasper gute Fortschritte machte.

Aber gut, wohin nun mit diesem Hund? Wer kann mit so einem Afghanen umgehen? Wer weiß, was er tun darf und was nicht, wenn Jasper sich schlecht benimmt? Wir bereiteten uns also auf eine lange Wartezeit vor.

Aber siehe da, wir erhielten eine Mail von einem offenbar älteren Herrn, der vor 45 Jahren schon einen Afghanen besessen hatte und nach vielen Jahren mit anderen Hunden bei sich selbst nach eigenem Bekunden den „irrationalen Wunsch“ verspürte, doch noch einmal einen Afghanen zu besitzen. Bei dem Gespräch stellte sich heraus, dass der Afghane von damals auch so seine besonderen Eigenheiten besessen hatte und dass der ältere Herr damals recht gut damit zurecht gekommen war. Hmmm, das eröffnete Perspektiven!

Der Rest ist mehr oder weniger Geschichte. Jan Willem weiß genau den richtigen Ton bei Jasper zu treffen. Er gibt ihm viel Freiheit – ein sehr wichtiger Aspekt für eine funktionierende Afghanen-Mensch-Kombination.

Jasper hat noch ab und zu einen Rückfall und kann plötzlich Menschen auf dem Strand (oder wo auch immer) laut anbrüllen, aber wir erwarten, dass er langsam aber sicher wieder zu einem stinknormalen geselligen Afghanen wird. Wir haben Jasper und seinen Menschen inzwischen in Kootwijk getroffen und hoffen, dass sich das trotz der langen Anreise wiederholen wird.

 

KELLY          

Wenn Sie der Ansicht sind, dass dieser Hund Ihnen nicht bekannt vorkommt, dann liegen Sie genau richtig. Kelly stand nicht auf unserer Website. Eines Tages erhielt einer unserer Vermittler eine SMS von jemandem, der auf einer so genannten „Hund-abzugeben-Website“ einen alten Whippet entdeckt hatte. Ob wir uns vielleicht darum kümmern könnten?

Das konnten wir natürlich tun, wenn auch mit einer Einschränkung, denn letzten Endes entscheidet der Eigentümer, was mit seinem Hund geschehen soll, und wenn dieser beschließt, dass er mit uns nichts zu tun haben will, Geld für den Hund erhalten möchte oder den Hund so schnell wie möglich abgeben will, dann sind uns die Hände gebunden. Nichtsdestotrotz versuchen wir in solchen Fällen natürlich unser Glück. So auch hier.

Es stellte sich heraus, dass Kellys Besitzer verstorben war, und die Familienangehörigen – allesamt selbst Besitzer von großen Nicht-Windhunden – sich außerstande sahen, den Whippet zu sich zu nehmen. Kelly war nun die meiste Zeit leider allein zu Haus. Außerdem wurde das Haus jetzt auch noch entrümpelt und damit kam Kelly überhaupt nicht mehr klar. Die Angehörigen würden sich freuen, wenn Kelly die letzte Zeit ihres Lebens noch irgendwo gemütlich auf einem Sofa liegen könnte, also wenn wir jemanden kennen würden...

Jetzt kam uns der Zufall zu Hilfe. Ende letzten Jahres hatte eine Dame aus Belgien mit uns Kontakt aufgenommen, deren alter Whippet verstorben war. Sie wollte zwar zunächst eine längere Reise unternehmen, war sich aber sicher, dass ein Leben ohne Hund auf Dauer für sie nicht in Frage käme. Ob wir nicht ihren Namen notieren könnten und wenn dann Anfang 2015 ein alter Hund zu vermitteln wäre, würde sie sich über einen Anruf freuen.

Den Anruf tätigten wir, schickten das einzige, nicht allzu scharfe Foto von Kelly, das uns zur Verfügung stand und wie erwartet ließ uns die Dame aus Belgien wissen, dass Kelly mehr als willkommen wäre.

Sophie holte Kelly an einem Sonntag morgen um 7.00 Uhr (unsere Engagement kennt kaum Grenzen) ab, übergab sie in Arnheim an die Verfasserin dieser Texte, die sich dann auf den Weg nach Belgien machte.

Viel mehr gibt es nicht zu berichten: Kelly kam, sah und siegte, mehr oder weniger alles zur gleichen Zeit. Die Berichte aus Belgien hören sich mehr als gut an. Hund und Mensch haben einander gefunden! Wie hoffen, dass beide noch eine lange Zeit miteinander genießen können.

 

 

NORA    

Noras vormalige Besitzer hatten das Gefühl, dass sie nicht die richtigen Menschen für sie waren. So waren sie nach vielem Grübeln zu dem Entschluss gekommen, dass Nora bei anderen Menschen besser aufgehoben wäre. Wir stellten Nora bei den Grippets vor, denn auf den uns zur Verfügung stehenden Fotos sah sie für einen Whippet eigentlich zu kräftig aus.

Nach kurzer Zeit meldete sich bei uns ein geeigneter Bewerber, der im Gegensatz zu vielen anderen keine Eile hatte und einfach nur einen netten Hund suchte, auch wenn das lange dauern sollte. Auch ob ein Hund reinrassig wäre oder nicht, spielte keine Rolle.

Auf dem Spaziergang am 24. Januar lernten sich die alten und neuen Besitzer und Nora kennen und es war schnell sehr deutlich, dass Nora und Bijke sich gegenseitig ungeheuer anziehend fanden. Das ging also in Ordnung, und zwar so gut, dass alle nach Ablauf des Spaziergangs beschlossen, dass Nora noch selben Tag umzog.

Es gibt immer noch Menschen, die glauben, dass jemand einfach so seinen Hund abgibt und keine Träne um ihn weint. Wir wissen es besser. Und auch in diesem Fall fiel der Abschied von Nora sehr schwer. Aber so schwer der Abschied war, so groß war auch die Freude bei den neuen Besitzern. Und Nora? Die hatte nur Augen für den Ball und den Frisbee und Bijke (die im Besitz des Balls und des Frisbees war).

Inzwischen ist Nora seit zwei Wochen bei ihren neuen Menschen. Sie schläft im Bett, lernt zusammen mit Bijke für die Schulprüfungen und macht lange Spaziergänge. Am letzten Sonnabend waren Ruth, Bijke und Nora wieder bei unserem großen Spaziergang mit von der Partie. Alle Menschen, die sie vor 14 Tagen gesehen hatten, fanden, dass Nora vor Glück regelrecht strahlte. Sie hat wirklich ihren Platz gefunden.

 

MARA

Mara ist eine Saluki-Hündin, die nicht in der Rubrik „Gegenwind“ veröffentlicht war. Dafür gab es gute Gründe. Einer bestand darin, dass sie bei ihrer Pflegefamilie innerhalb einer halben Stunde schon deutlich gemacht hatte, dass sie nicht als Pflegehund gekommen war, sondern auf Dauer bleiben wollte. Bereits am Abend ihres Einzuges lag Mara auf dem Sofa, den Kopf auf einem Kissen und die Beine in die Luft gestreckt. Hier bleibe ich!

Unser alter Flits, der im Jahr 2010 von uns vermittelt worden war, musste sich erst an einen so jungen Hund im Haus gewöhnen, aber auch das verlief relativ schnell und problemlos. Auch die Menschen mussten umdenken: so eine junge Dame ist natürlich etwas ganz anderes als ein hochbetagter Whippet. Aber auch dieser Prozess verlief prima.

In Anbetracht des Hintergrundes von Mara werden wir hier kein Foto veröffentlichen. Aber Sie können uns glauben: sie ist ein herrliches Geschöpf.

Hennie, Piet, Flits und Mara: noch viel Freude miteinander. Und Mara, Deine Vergangenheit liegt hinter Dir und Du hast eine wundervolle Zukunft vor Dir.

 

DAISY       

Daisy war einer der zwei ganz jungen Grippets, die Ende September durch eine aufmerksame Tierschützerin aufgenommen wurden, die aber schließlich einsehen musste, dass sie damit überfordert war. Wir holten die beiden Damen (Daisy und Yara) ab und brachten sie auf zwei unterschiedlichen Pflegeplätzen unter. Yara hatte sehr schnell ein neues Zuhause gefunden, aber Daisy musste ein bisschen länger warten. Aber auch diese Wartezeit ging vorüber, denn schließlich war Daisy ein sehr hübscher, lieber Grippet. Eine nette Familie hatte nach langer Überlegung beschlossen, dass es nun Zeit für einen Hund sei. Die Familie war sportlich mit zwei heranwachsenden Söhnen, wenig Hundeerfahrung, hatte aber große Lust auf einen eigenen Hund. Dafür ist ein Hund wie Daisy, die inzwischen bei ihrer Pflegefamilie mit deren Pudelhündin eine erstklassige Erziehung erfahren hatte, gut geeignet. Und so wurde ein Besuch zum gegenseitigen Kennen lernen vereinbart.

Daisy, die inzwischen Diva heißt, hat sich prima in Limburg eingelebt. Und aus den Erzählungen können wir schließen, dass sich die bis vor kurzem noch ohne Hund lebende Familie zu fantastischen Hundehaltern entwickelt hat, die sich ein Leben ohne Diva nicht mehr vorstellen können.

Nicole, Robert, Guus und Max: noch viel Freude mit Eurer gertenschlanken Grippet-Prinzessin.

 

ISA

Die schon etwas betagte Whippet-Dame Isa stand einige Zeit auf unserer Website. Sie war in keinem allzu guten Zustand, als sie bei uns ankam. Sie wurde liebevoll in einer Pflegefamilie aufgenommen, in der schon zwei ebenfalls ältere Greyhounds lebten. Durch die gute Betreuung konnten wir regelmäßige Updates veröffentlichen: sie nahm an Gewicht zu und wurde zusehends glücklicher. Anfang Februar war sie wieder in so einem guten Zustand, dass eine Gebissreinigung unter Narkose vorgenommen werden konnte. Und so hatte sich dieses liebe Whippet-Mädchen sowohl seelisch als auch körperlich wieder vollkommen erholt und konnte einem neuen Leben entgegen sehen.

Inzwischen fühlte sie sich bei ihrer Pflegefamilie und den beiden Greyhounds so wohl, dass es schien, als müsse ihr neues Leben nicht mit einem Umzug beginnen. Die Pflegefamilie fragte offiziell bei uns an, ob Isa bei ihnen bleiben dürfe, worauf wir natürlich nur mit „Ja, gern“ antworten konnten.

Ingrid und Auke, wir hoffen von ganzem Herzen, dass Isa noch viele glückliche und gesunde Jahre zusammen mit ihrem großen Bruder und ihrer großen Schwester erleben darf. Genießt die Zeit zusammen.

Für unsere Leser: sobald wir ein schönes Foto von Isa in ihrem neuen Zuhause haben, werden wir dieses hier veröffentlichen.

 

 

HOUWY              

Houwy? Wer ist Houwy?

Houwy ist ein kleines blaufarbenes Italienisches Windspiel, das uns für eine Vermittlung angekündigt war. Aber noch bevor irgendjemand von uns Zeit hatte, einen Text zu schreiben, hatte sich das Problem schon gelöst. Regelmäßige Besucher unserer Website wissen, dass es Windhundrassen gibt, die nie oder höchst selten über Voordewindhond ein neues Zuhause suchen. Das Italienische Windspiel gehört zu diesen Rassen. Es melden sich natürlich in Abständen Menschen bei uns mit der Frage, ob wir ein Italienisches Windspiel zu vermitteln hätten. Wahrheitsgemäß antworten wir dann meistens, dass wir in den vier Jahren unseres Bestehens gerade einmal zwei Italienische Windspiele vermittelt haben und die Chancen schlecht stehen, dass in naher Zukunft ein Windspiel bei uns auftauchen würde. Und genau so ein Telefonat hatte einer unserer Vermittler mit jemandem geführt, kurz bevor die Besitzerin von Houwy mit ihrem Vermittlungswunsch an uns heran trat. Weil wir an die Interessentin bereits früher Hunde von uns vermittelt hatten, verlief der gesamte Vermittlungsprozess recht schnell: ein Telefonat mit der erfreulichen Mitteilung, dass Houwy ein neues Zuhause suchte, ein Telefonat mit der ursprünglichen Besitzerin, eine Terminabsprache zum Kennen lernen, das Treffen zum gegenseitigen Kennen lernen und alles war gelaufen.

Obwohl, alles auch wieder nicht so ganz, denn unser Houwy hatte zu Beginn gehörige Eingewöhnungsprobleme. Mit seinen vierpfötigen Rudelmitgliedern lief alles wie geschmiert, aber er hatte doch große Mühe, sich seinen neuen Menschen anzuschließen. So ließ er sich beispielsweise nicht oder kaum anfassen und reagierte hysterisch, wenn man ihn anleinen wollte.

Aber seine Menschen ließen sich nicht entmutigen und bemühten sich – ausgestattet mit einigen Ratschlägen durch uns – weiter darum, sein Vertrauen zu gewinnen. Und siehe da: es wird immer besser. Und zwar so viel besser, dass Houwy bleiben darf!

Also Houwy, gib weiterhin Dein Bestes. Wir haben wirklich sehr nette Menschen für Dich ausgesucht! Wir hoffen, dass wir Dich über kurz oder lang einmal in Kootwijk bewundern dürfen...

 

 

ODETTE          

Odette ist ein Whippet, der ebenfalls bis heute nicht auf unserer Website zu sehen war. Die Vermittlungsanfrage kam irgendwann im Sommer. Die Sache war nicht eilig und ihren Menschen war sehr daran gelegen, dass gute neue Besitzer für sie gefunden würden. Natürlich versuchen wir für jeden Hund, den bestmöglichen neuen Besitzer zu finden, so dass sich der Vermittlungsauftrag für Odette nicht von den anderen Aufträgen unterschied. Und dennoch war die Vermittlung nicht von der alltäglichen Art.

Schon nach relativ kurzer Zeit schienen wir die richtigen Menschen gefunden zu haben. Junge, sportliche und enthusiastische Menschen, die schon einen Whippet besaßen. Wir sprachen mit den ursprünglichen Besitzern, die ebenfalls der Ansicht waren, dass dieses die genau richtigen Menschen für Odette sein könnten. Man lernte sich kennen, ging spazieren, sprach viel miteinander und alle Zwei- und Vierbeiner schienen glücklich zu sein. Aber leider stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass sich die beiden Whippets zu Hause nicht verstanden. Odette kam zurück.

So sieht man mal wieder, ein guter Beginn bedeutet nicht immer ein gutes Ende. Wir nahmen also Odette wieder in Pflege und setzten die ursprünglichen Besitzer von der missglückten Vermittlung in Kenntnis. Glücklicherweise hatte sich kurz vor Odettes erster Vermittlung noch jemand für einen Whippet gemeldet, mit dem wir ein sehr nettes Gespräch geführt hatten. Wir riefen also an. Und siehe da: man war sehr interessiert. Und ob sie sich Odette morgen anschauen könnten? Selbstverständlich konnten wir das organisieren.

Und so geschah es auch. Odette stieg wohlgemut ins Auto und aus den ersten Nachrichten geht hervor, dass es gut mit ihr klappt. Sie unternimmt mit ihren Menschen lange Waldspaziergänge, wenn auch nicht in Gesellschaft von anderen Hunden.

Odette, wir gehen davon aus, dass Du Deinen Platz nun wirklich gefunden hast!

 

PANDA             

Panda war eine junge, schwarze Grippet-Hündin, die aus reiner Herzensgüte aufgenommen worden war, aber letztendlich doch zu viel Extra-Belastung für die Familie bedeutete. Und so kam Panda zu uns in Pflege, und zwar in die Familie von Bianca – eine tolle Pflegefamilie, in der sowohl Zwei- als auch Vierbeiner mit manchmal sehr schwierigen Hunden gute Arbeit geleistet haben. Auch mit Panda musste noch gearbeitet werden, denn sie hatte in ihrem jungen Leben noch nicht viel gelernt.

Wir dachten eigentlich, dass so ein junges, verspieltes und gesundes Grippet-Mädchen schnell vermittelt sein würde. Aber wir hatten uns getäuscht. Fragen Sie nicht warum, aber niemand, wirklich niemand rief für sie an. In der Zeit, in der sie bei uns in Pflege war, konnten wir wirklich schwierige Afghanen vermitteln. Für Panda gelang das nicht. Der Sommer kam und der Sommer ging. Panda entwickelte sich prächtig und wurde erwachsen. Wir sahen, dass Panda nicht nur mit anderen Hunden prima zurecht kam, sie war auch ausgesprochen vorsichtig im Umgang mit kleinen Kindern. Kurzum, es gab nichts zu meckern, außer vielleicht, dass sie beim Spielen etwas überdrehte. Das war aber schnell zu korrigieren.

Es dauerte noch bis Oktober, bevor sich Menschen für sie meldeten – übrigens nach diesem ersten Interesse gab es plötzlich noch fünf Telefonate mit Interessenten für Panda – auch so eine unerklärliche Erscheinung bei der Vermittlung von Windhunden.

In den Herbstferien wurde mit der ganzen Familie und Panda spazieren gegangen in Kootwijk. Der Sohn der Familie hatte in frühester Jugend ein paar schlechte Erfahrungen mit einem Hund gemacht und so war die Ängstlichkeit beim Anblick eines fremden Hundes noch nicht ganz verschwunden. Es war wirklich verblüffend mit an zu sehen, wie ein noch so junger Hund das spürte und genau wusste, wie er damit umgehen musste. Der beste Beweis dafür war, als wir auf dem Parkplatz noch den Papierkram erledigten und Panda zusammen mit dem Sohn im Auto sitzen sahen: Panda lag auf dem Rücksitz mit dem Kopf auf dem Schoß genau des Jungen, der vor anderthalb Stunden noch nicht genau wusste, ob er sich vor diesem Hund fürchten sollte oder nicht.

Panda, Du bist ein Ass! Jurre natürlich auch! Eigentlich seid Ihr das alle! Das letzte kleine Problem mit Panda und ihrer ängstlichen Reaktion, wenn andere Hunden auf sie zu stürmen, wird sicher auch noch verschwinden.

MYRA

Von Myra hatten wir kein Foto auf unserer Website. Es gibt dafür gute Gründe und so wird auch in dieser Rubrik kein Foto von ihr erscheinen.

Dennoch möchten wir Sie wissen lassen, dass Myra Anfang November umgezogen ist. Die Pflegefamilie, bei der Myra seit Sommerbeginn untergebracht war, hat wirklich fantastische Arbeit geleistet und aus diesem weltfremden Hund einen einigermaßen normalen Afghanen zu machen gewusst. Dort lernte sie, dass Menschen sehr wohl in Ordnung sein können und dass sich ein wenig kraulen zu lassen ausgesprochen herrlich sein kann. Sie lernte auch, dass Katzen ein bisschen anders als Hunde sind, aber doch auch Rechte in dieser Welt haben, die es zu respektieren gilt. Von dieser Stelle aus: Gerard, Ivon, Sophie und Liset, vielen herzlichen Dank!

Myra teilt ihr Leben jetzt mit einer anderen Afghanen-Dame. Die beiden verstehen sich sehr gut. In der ersten Woche war das Bett noch verbotenes Terrain für Myra, aber auch das ist inzwischen geregelt: zwei Menschen und zwei Hunde teilen sich ein Bett.

Viel Glück, Myra!

 

NAOMI       

Naomi war ein echter Notfall. Wir wurden an einem Abend im Januar angerufen mit der Mitteilung, dass Naomis Besitzer an diesem Abend mit dem Krankenwagen abgeholt worden war und es ihm sehr schlecht ginge. Naomi konnte bei niemandem unterkommen. Das lag nicht so sehr daran, dass diese Menschen dazu keine Lust hatten, sondern es lag an Naomi selbst. Die hatte durch die etwas unorthodoxe Erziehung ihres Besitzers gelernt, dass sie selbst entscheiden konnte, wann sie nach draußen ging und dort dann mal eben eine Katze tötete oder ein Huhn oder ein Kaninchen aus seinem Stall zerrte. Naomi war dann auch eine Meisterin im Türen öffnen, und hatte sie einmal den Plan gefasst, auf eine ihrer Terrorjagden zu gehen, dann war dagegen kein Kraut gewachsen.

Also musste Naomi vorläufig in sicheren Gewahrsam in eine Tierpension. Naomi war kein großer Fan dieser Unterbringungseinrichtung mit Beschränkungen; viel lieber lief sie mit dem Pensionsinhaber auf dem Gelände mit, wenn dieser Kleinigkeiten erledigte. Dabei gab es keinerlei Probleme, aber eines Tages ließ er sie eine Minute lang aus den Augen, um einen Eimer zu holen, und fand sie einige Zäune weiter rastlos vor dem Hühnerstall umher laufen.

Sie machte uns doch einiges Kopfzerbrechen. Aber Geduld ist eine schöne Tugend. Und wir sagten uns selbst, dass Naomi sehr gern bei „ihrem Menschen“, selbst wenn es der Pensionsinhaber war, sein wollte und sie weniger schwierig sein würde, wenn wir für sie einen eigenen Menschen gefunden hätten.

Anfang Oktober war es so weit. Es hatte sich jemand gemeldet, der zum einen sehr viel Galgo-Erfahrung mitbrachte und zum anderen sehr viel Zeit zu Hause verbrachte. Nach ein paar Gesprächen wurde deutlich, dass Dominique es mit Naomi versuchen wollte. Die beiden lernten sich kennen und der Rest ist Geschichte. Naomi bleibt ein Houdini und kann auch enorm gut, schnell und unbemerkt etwas von einem Teller klauen, aber – so ihre Menschen - : „Jeder in unserer Familie hat Naomi in sein Herz geschlossen und sie hat ihren Platz für immer bei uns gefunden, herzlichen Dank.“

Wenn das keine guten Neuigkeiten sind!

 

ROOSJE            

Roosje gelangte zusammen mit Senna über einen etwas kuriosen Umweg zu Voordewindhond. Beide Damen waren im Internet inseriert, aber der Eigentümer war von unserem Hilfsangebot nicht angetan. Und weil jeder selbst entscheiden kann, wie er seinen Hund vermitteln möchte, beließen wir es dabei. Nach einigen Wochen erhielten wir einen Anruf von jemandem, der ein neues Zuhause für zwei Whippet-Damen suchte und uns um Hilfe bat. Die sagten wir selbstverständlich zu. Und dann stellte sich heraus, dass es sich genau um die Whippets handelte, die vor einigen Wochen noch im Internet zu finden waren. Nachdem es um diese Hunde im Internet einigen Wirbel gegeben hatte, hatte sich jemand überreden lassen – gegen besseres Wissen -, die Hunde bei sich aufzunehmen. Dort lebten allerdings schon einige Hunde und die beiden Whippets passten auch nicht recht zu diesem Hunderudel. Und so landeten sie schließlich doch noch bei uns.

Wir gaben sie zu einer „nagelneuen“ Pflegemutter, die zu unserer Freude auch nicht vor zwei Pflegehunden zurückschreckte. Roosje und Senna hatten eine tolle Zeit bei ihrer Pflegemutter, die sich sehr große Mühe gab, die beiden Damen, um die sich wahrscheinlich ihre ersten Besitzer nicht sonderlich gekümmert hatten, wieder aufzupäppeln.

Das gelang auch sehr gut, und nach einiger Zeit meldete sich genau die richtige Person für diesen älteren Whippet: eine etwas ältere Frau, die nach dem Tod ihres Hundes feststellen musste, dass sich ein Leben ohne Hund nicht gut anfühlte.

Und so verabredeten wir uns nach einigen Telefonaten zu einem Treffen mit Norma, die zusammen mit einem guten Freund kam, und Roosje bei ihrer Pflegemutter.

Das Treffen verlief erfolgreich und so ging Roosje – nach einigen Tassen Kaffee und den notwendigen Formalitäten – mit Norma nach Haus. Die Stimmung zwischen Roosje und der Katze ist noch nicht wirklich gut, aber wir glauben, dass sich das Verhältnis der beiden zum Positiven wenden wird. Und wenn Roosje sich an der der Leine auch noch etwas freundlicher gegenüber anderen vorbei laufenden und nichts ahnenden Hunden verhalten wird, dann ist die Welt perfekt.

 

SENNA           

Die Geschichte von Sennas Weg zu Voordewindhond können Sie bei Roosje, ihrem Rudelmitglied, nachlesen. Es stellte sich heraus, dass der Gesundheitszustand beider Hunde einige Tierarztbesuche notwendig machen würde. Da die Pflegemutter über kein Auto verfügt, suchten wir eine Tierärztin in ihrer Nähe. Diese stellte unter anderem fest, dass das Gebiss von Senna in einem sehr schlechten Zustand war und riet zu einer Gebisssanierung. Noch bevor die Pflegemutter uns hiervon berichten konnte, rief die Tierärztin uns selbst an und erklärte, warum bei Senna eine Gebisssanierung in naher Zukunft notwendig sei. Sie überzeugte uns, dass aus gesundheitlichen Gründen die Sanierung erforderlich wäre und bot gleichzeitig an, uns bei den Kosten entgegen zu kommen. Sie hatte unsere Website gelesen und war sehr erfreut, dass es auch einen Verein gibt, der sich um Hunde in den Niederlanden kümmert. Dazu wollte sie gern einen Beitrag leisten. Von dieser Stelle aus möchten wir der Tierärztin herzlich danken für ihre großzügige Unterstützung.

Für Senna meldete sich schon bald ein geeigneter Bewerber: jemand mit Whippet-Erfahrung, der auf der Suche nach einem zweiten Whippet war. Nach den üblichen Gesprächen vereinbarten wir einen Termin zum Kennen lernen. Da beide Whippets keine offensichtlichen Antipathien einander gegenüber hatten, ging Senna mit nach Hause. Es gab kleinere Anpassungsprobleme, aber glücklicherweise ließ Janco sich nichts gefallen und letztendlich wurde alles gut. Aus einer E-Mail möchten wir gerne zitieren: „Senna ist ein sehr lieber, treuer Hund, ein ganz besonderes Tier. [...] Senna ist ein Zugewinn, was ihren Charakter und Enthusiasmus angeht.“ Dem können wir nichts mehr hinzu fügen.

 

BILLY              

Greyhound Billy war ein echter Langzeitpflegehund: er musste gute zwei Jahre auf eine neue eigene Familie warten. Und das lag wirklich nicht an ihm. Sowohl im Haus als auch draußen war dieser rasante Hund eine erfreuliche und ruhige Gesellschaft. Aber was auch geschah: niemand wollte Billy haben. Billy verbrachte einen großen Teil seiner Wartezeit in einem Zwinger, aber glücklicherweise fanden wir für ihn doch noch eine tolle Pflegefamilie in Form von Remi und Ramona. Auch sie hatten über Billy nur Gutes zu berichten. Und so hofften wir weiter, dass sich auch für ihn noch Menschen meldeten.

Anfang September war es dann soweit: eine nette Familie, die bereits eine Greyhound-Dame besaß, sah in Billy eine willkommene Ergänzung zu ihnen. Wie heißt es so schön: ein Greyhound ist kein Greyhound...

Und so verabredeten wir einen Besuch zum Kennen lernen. Normalerweise legen wir Wert darauf, dass einer unserer Hundevermittler bei diesem Besuch anwesend ist. Leider war das hier nicht möglich, aber Ramona und Remi waren freundlicherweise bereit, das Treffen zu begleiten.

Der Funke zwischen Billy, der Greyhound-Dame und der Familie sprang sofort über und Billy war endlich auf dem Weg in sein eigenes Zuhause. Die Eingewöhnung verlief schnell und ohne Probleme und wir konnten uns bei einer Veranstaltung selbst davon überzeugen, dass Billy sich zu Hause fühlte bei seinen neuen Menschen und bei Josie, seiner vierfüßigen Freundin.

Billy, Josie, Manja, Ron und Ihr Kinder, wir sind sehr glücklich, dass Ihr Euch gefunden habt, und wünschen Euch viele glückliche Greyhound-Jahre zusammen.

 

JAMIE          

Der Whippet Jamie kam über den Rasseverband zu Voordewindhond mit allerlei gegensätzlichen Informationen über seinen Charakter. Wir nahmen ihn in Pflege und konnten nach einigen Wochen Aufenthalt in einer Windhund-erfahrenen Pflegefamilie eigentlich zu keinem anderen Schluss kommen, dass er ein toller Hund war, der eine schwierige Zeit mitgemacht hatte, wodurch er sehr angespannt und gestresst war und somit Verhaltensweisen gezeigt hatte, die aus dieser Anspannung resultierten.

Als sich dann ein nettes Ehepaar mit zwei Dackeln und Hauskatzen um ihn bewarb, standen aus unserer Sicht einem Kennenlernbesuch keine Hinderungsgründe entgegen. Nach einem gründlichen Informationsaustausch machten wir einen Termin aus: ein Waldspaziergang fand statt, der gut verlief bis auf die Tatsache, dass wir durch einen Regenguss bis auf die Haut durchnässt wurden.

Das Ehepaar dachte noch ein paar Tage nach, aber weil das Paar und Jamie sich auf dem Spaziergang so gut verstanden hatten, zog Jamie auf Probe um.

Jamie verhielt sich zunächst sehr vorsichtig, aber beide Menschen gaben ihm Zeit und Raum und auch alle bereits vorhandenen Haustiere verhielten sich sehr nett ihm gegenüber. Dadurch fasste Jamie sehr schnell mehr Vertrauen und entspannte zusehends. Leider brach auch eine (alte?) Fußverletzung wieder auf, so dass seine neuen Menschen ihn schonen mussten. Dadurch interessierte sich Jamie wieder mehr für die Katzen des Hauses, wenn diese draußen herumliefen. Aber die neuen Besitzer von Jamie waren imstande, ihn auf die richtige Weise zu steuern. Jamie erholte sich in körperlicher Hinsicht, lernte die Katzen in Ruhe zu lassen und fand neue Hobbys in Form von Kopfarbeit und vorsichtigen, ruhigen Ballspielen.

Kurzum: es ging gut mit Jamie in seinem neuen Zuhause. Übrigens war es für seine neuen Menschen sehr schnell klar, dass Jamie bleibt. Jamie ist noch immer ein ganz normaler Whippet ohne seltsame Charaktereigenschaften. So hat sich wieder herausgestellt, dass man mit einem offenen, ehrlichen und neutralen Blick auf einen zu vermittelnden Hund schauen muss. Viele Verhaltensweisen sind oft an die jeweilige Situation gebunden. Und wenn sich die Situation verändert, verändert sich die Verhaltensweise auch oft.

Viele Filme und Fotos beweisen uns noch immer, dass Jamie ein wahres Traumleben hat, mit einer außerordentlich liebevollen Familie.

Inge und Karin, wir freuen uns sehr, dass wir Euch Jamie anvertraut haben.

 

 

STORM           

Storm lebte in einer Umgebung, in der zu viel Afghanen auf einer Stelle hockten, und wie oftmals in solchen Fällen, kam es zu Streitigkeiten. Dann ist es wirklich besser, das Rudel etwas zu verkleinern und für eine Anzahl von Hunden einen anderen Platz zu suchen, an dem nicht so viele Artgenossen vorhanden sind. Storm lebte erste einige Zeit bei einer unserer Pflegefamilien. Dort stellte sich schnell heraus, dass er ein toller Hund war, der Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit über alles liebte. Nun lebte in der Pflegefamilie noch ein weiterer Hund und Storm fand, dass dieser eigentlich dort nichts zu suchen hatte. Er wollte alle Aufmerksamkeit für sich allein haben. Glücklicherweise ließen sich weder die Pflegemutter noch der andere Hund sehr davon beeindrucken, doch schien es uns für Storm das Beste zu sein, ein neues Zuhause ohne einen anderen Hund zu suchen.

Wir hatten auf unserer Website gerade angekündigt, dass wir einen Afghanenrüden erwarteten, da erhielten wir schon eine Mail von jemandem, der für eine Bekannte, die ihren letzten Afghanen hatte einschläfern lassen müssen, einen neuen Afghanen suchte. Nach kurzer Korrespondenz stellte sich heraus, dass uns diese „Bekannte“ ebenfalls nicht unbekannt war. Also wagten wir einen Anruf. Die Dame hatte noch ihre Zweifel, denn der Tod ihres vorherigen Afghanen war noch nicht so lange her. Diese Zweifel hören wir oft und jeder Mensch reagiert anders auf den Tod eines geliebten Hundes. Der eine wünscht sich so schnell wie möglich einen Nachfolger, der andere braucht Zeit und Raum, um den Verlust zu verarbeiten. Das ist normal und menschlich und entzieht sich einer Bewertung. Wenn jemand aber keinen neuen Hund anschaffen möchte, weil er es gegenüber dem alten Hund nicht fair wäre oder ein neuer Hund niemals den Platz des alten ausfüllen können würde, dann finden wir das sehr schade. In diesen Fällen suchen wir das Gespräch, was für viele Menschen schon ein großer Schritt zu einer anderen Denkweise hin ist. Natürlich kann ein neuer Hund den alten nicht ersetzen. Jeder Hund ist einzigartig. Tatsache ist aber, dass jeder Hund uns unter normalen Umständen nur ein Stück unseres Lebensweges begleitet. Und wollen wir uns wirklich die besondere und intensive Beziehung zu einem Windhund für unser weiteres Leben versagen? Hat ein anderer Windhund, der dazu noch sein eigenes Zuhause verloren hat, nicht auch ein „Recht“ auf seinen eigenen Menschen?

Kurz nach dem Telefonat verabredeten wir uns, damit die Dame Storm kennen lernen konnte.

Storm hat Glück, dass sein neues Frauchen jeden Unsinn, den ein Afghane sich ausdenken kann, schon erlebt hat und sie sich nicht „für dumm verkaufen lässt“. Storm und Tonneke, viel, viel Glück Euch beiden zusammen!

 

KALLE     

Kalle stand ebenfalls nicht auf unserer Website. Seine alte Besitzerin rief uns an und hatte es offensichtlich sehr eilig, ihren Hund abzugeben. Die wirklichen Gründe hierfür wurden uns nicht klar, wohl aber, dass wir schnell handeln mussten. Tja, was tun? Kalle lebte auch noch weit entfernt in Deutschland. Desperate times call for desperate measures. Glücklicherweise hatten wir vor kurzer Zeit mit Nina, einer Deutschen, telefoniert, die sich in einer Orientierungsphase befand. Sie besaß im Moment keinen Hund und wollte eigentlich ihren Traum von einem Afghanen im Haus verwirklichen, und zwar am liebsten mit einem jungen Hund mit dunklerem Fell. Hm, Kalle war fünf Jahre alt und rotblond. Aber wie gesagt, wir mussten wegen dieses Hundes etwas tun und hatten eigentlich auch ein nettes Gespräch mit Nina gehabt. Kurzum, wir beschlossen, sie zu bitten, Kalle für eine Zeitlang bei sich aufzunehmen. Dann war der Hund aus der Gefahrenzone, wir konnten in Ruhe nach einem neuen Zuhause suchen und auch Nina konnte in aller Ruhe herausfinden, ob ein Afghane wirklich ihr Traumhund war.

Am folgenden Tag zog Kalle zu Nina um. Der Rest ist Geschichte: Kalle kam, sah und siegte. Schon nach kurzer Zeit war klar, dass sich Ninas Traum erfüllt hatte. Kalle ist auf dem Foto noch etwas haarlos, aber wie wir alle wissen, wächst das von selbst wieder.

Viel Glück zusammen! Und ein bisschen vorsichtig sein beim Rennen, Kalle! Bevor Du Dich versiehst, hast Du Dich an der Pfote verletzt...

 

SIERRA      

Sierra war die letzte unserer jungen Afghanen, die in ein eigenes neues Zuhause umzog. Sierra lebte einige Zeit in einer Pflegefamilie, aber weil die dort anwesende Hündin doch allmählich genug hatte von Sierra, zog diese zu einer anderen Pflegefamilie um. Sierra war etwas schreckhaft und fand viele Dinge, vor allem Hunde und Menschen, sehr unheimlich.

Aber nach einziger Zeit lief es besser mit Sierra. Sie wurde sicherer und konnte eigentlich inzwischen ganz gut umgehen mit den in ihrer neuen Pflegefamilie lebenden Hunden.

Inzwischen hatte sich ihre Schwester Isabel gut bei ihren neuen Menschen in Frankreich eingelebt. Und die hatten immer zwei Afghanen besessen. Sie hatten sich zunächst auch um zwei junge Afghanen bemüht, was uns aber nicht sinnvoll erschien. Aber nach ein oder zwei Monaten sieht manches doch anders aus und aus der Korrespondenz über die Fortschritte von Isabel konnten wir ablesen, dass der Wunsch nach einem zweiten Afghanen weiterhin bestand. Und so überlegten wir nicht mehr lange.

Sierra fuhr mit ihrer Pflegefamilie nach Frankreich und wurde Isabel und ihren neuen Menschen vorgestellt. Zunächst meinte Isabel aber, ihre ehemaligen Pflegemütter anbellen und anknurren zu müssen, bis sie merkte, dass diese ihr doch bekannt vorkamen. Nachdem sie ein paar Sekunden still gestanden hatte, sprang sie direkt in die Arme derselben Menschen, die sie kurz zuvor noch hatte wegjagen wollen...

Inzwischen haben Isabel und Sierra großen Spaß miteinander. Vor allen Dingen Sierra findet es herrlich, Schuhe zu verstecken. Und die beiden haben doch tatsächlich zwei große Knäuel teure Kashmir/Seide- und Merino-Wolle entdeckt und im ganzen Haus verteilt. Glücklicherweise hat Isabel den verschwundenen Tennisball wieder gefunden – da kann nicht so viel passieren.

Meine Damen, ein bisschen mehr Benehmen, bitte! Und Darryl ist ein sehr lieber Mann; den braucht ihr nicht jeden Tag anzubellen.

 

 

KINAH     

Kinah war eine der beiden kleineren jungen Afghanen, die Ende April zu siebt bei uns landeten. Weil wir nicht genügend Pflegefamilien zur Verfügung hatten, wurde sie zunächst mit ihrer Schwester Tanaz in einer unserer erfahrenen Afghanen-Pflegefamilien untergebracht. Kinah war von Anfang an ein neugieriger Hund und überwand sehr schnell ihre Zurückhaltung. Sie verlangte sehr stark nach menschlicher Aufmerksamkeit und sehr vielen Streicheleinheiten. Sie erwies sich auch als sehr gesprächig und benutzte diverse Laute, um ihr jeweilige Gefühlslage kund zu tun.

Als sich nach einigen Wochen eine andere Pflegefamilie bei uns meldete, war dann auch die Entscheidung, Kinah dorthin umziehen zu lassen, schnell getroffen. Sie würde sich viel besser und schneller an eine neue Familie gewöhnen können als ihre Schwester. Und so kam es auch: nach einer Eingewöhnungszeit von nur einem Tag war sie in ihrer neuen Pflegefamilie genauso fröhlich, unbefangen und anhänglich. Natürlich hatte die immense Erfahrung der neuen Pflegefamilie mit dem Aufnehmen vieler anderer Windhunde eine große Rolle gespielt. Kinahs Pflegemutter übernahm mit großer Ernsthaftigkeit die Erziehung und Sozialisation von Kinah, von den übrigen Familienmitgliedern wurde sie mit viel Liebe und Aufmerksamkeit umsorgt und so entwickelte sich Kinah prächtig: zu einer unbefangenen, fröhlichen und anhänglichen jungen Afghanendame.

Als sich dann bei uns eine Familie ohne Afghanen-Erfahrung (auch ohne jegliche Windhund-Erfahrung) meldete, die doch gerne einem der jungen Afghanen ein neues Zuhause geben wollte, schien Kinah eine geeignete Kandidatin zu sein. Nach vielen Telefonaten, in denen der Familie so viele Informationen wie möglich über das Leben mit einem Afghanen und über das Leben mit einem Hund mit einer Vorgeschichte gegeben wurden, machten wir einen Termin zum Kennen lernen aus.

Dieses Treffen fand in einem waldreichen Freilaufgebiet für Hunde bei bestem Wetter statt. Der Cocker Spaniel-Rüde der Familie war mit dabei wie auch einige Windhunde des anwesenden Hundevermittlers und natürlich Kinah mit ihrer Pflegemutter. Und was dann geschah, gehört in die Rubrik „Zufälle gibt es nicht“: der Cocker-Rüde und Kinah sahen sich, beschnüffelten sich kurz und begannen daraufhin mit einander zu spielen und zu rennen. Kurzum: Liebe auf den ersten Blick. Aber auch zwischen den Menschen und Kinah war der Funke übergesprungen und nach einem weiteren ausgiebigen Austausch von Informationen stieg Kinah knappe zwei Stunden später vertrauensvoll in das Auto zu ihren neuen Menschen.

Die ersten guten Berichte ließen nicht lange auf sich warten. Kinah hatte im Grunde keine Eingewöhnungsprobleme in ihrem neuen Zuhause. So dauerte es auch nicht lange, bis wir die Nachricht erhielten, dass ihre neue Familie Kinah in ihrem Leben nicht mehr missen konnte und wollte.

Wir wünschen Kinah und ihrer neuen Familie viele glückliche Jahre zusammen; wir haben keinerlei Zweifel daran!

 

 

GINA     

Manchmal weiß man, dass es eine sehr lange Zeit dauern wird, bis man für einen Hund den geeigneten neuen Besitzer findet. So war es im Fall von Gina. Nach unserer Erfahrung schauen Menschen, die einen Galgo suchen, nicht unbedingt zuerst auf unsere Website; außerdem war Gina bereits 9 Jahre alt und viele Menschen wünschen sich einen jüngeren Hund. Zudem war Gina nicht gesund, was die Vermittlung noch schwieriger gestaltete. Glücklicherweise konnte Gina bei ihrem ursprünglichen Besitzer bleiben, bis wir ein geeignetes neues Zuhause für sie gefunden hatten.

Aber bei manchen Hunden zeigt das Schicksal ein Einsehen und das war auch bei Gina der Fall. Wir wurden von einem netten Ehepaar angerufen, die einen zweiten Windhund suchte für ihren schon älteren Galgo. Sie hätten viel Zeit und Platz und der in Frage kommende Hund sollte auch schon älter sein. Auch ein gesundheitliches Problem wäre kein Hinderungsgrund, denn einer der beiden hätte immer als Tierarzthelfer gearbeitet, so dass auch in medizinischer Hinsicht Erfahrung und Kenntnis vorhanden wäre. Das Ehepaar hatte ganz bewusst mit Voordewindhond Kontakt gesucht, weil sie gerne einen Hund aus dem niederländischen Tierschutz aufnehmen wollten. In Bezug auf die Rasse gab es keine Vorliebe: sie wollten einfach gern einem Hund helfen und eine schöne Zukunft geben.

Da dachte der angesprochene Hundevermittler sofort an Gina und bat die Interessenten, sich Gina auf unserer Website anzusehen und zu überlegen, ob sie in Frage käme. Und sie kam in Frage: in den folgenden Tagen führten wir noch einige Telefongespräche mit den Interessenten und natürlich auch mit dem ursprünglichen Besitzer. Alle Parteien waren sich schnell einig: Gina hat noch einige gute Jahre vor sich und was wäre besser, als diese bei Menschen mit viel Zeit und Liebe und tiermedizinischer Erfahrung zu verbringen.

Wir machten einen Termin aus und während eines Spaziergangs durch die Wälder bei Austerlitz konnten sich alle betroffenen Parteien ausgiebig kennen lernen. Das verlief wunderbar und Gina ging voller Vertrauen mit ihren neuen Menschen und ihrem Rassegenossen Daantje mit nach Hause.

Sehr schnell bekamen wir die ersten Fotos per Mail, aus denen wir ersehen konnten, dass wir für Gina wirklich einen perfekten Platz gefunden hatten. Damit war auch der alte Besitzer von Gina sehr glücklich, denn nach so vielen Jahren einen Hund abzugeben, fällt schwer. Innerhalb von zwei Wochen war für die neuen Eigentümer von Gina alles klipp und klar: Gina bleibt!

Darüber sind wir natürlich sehr glücklich und wie Sie auf dem Foto sehen können, ist Gina das auch! Vielen Dank Marije und Amaryl, dass ihr dieser Dame eine Chance gegeben habt. Wir wünschen Euch Vieren noch viele schöne Jahre zusammen (vor allen Dingen auf dem neu angeschafften Sofa).

 

 

NICKY         

Nicky, ein Scheidungsopfer, kennen Sie nicht von unserer Website. Dennoch suchten und fanden wir – auf ganz besondere Weise – ein neues Zuhause für ihn. Nicky war bei uns angekündigt und wir hatten gerade einen passenden Text über ihn verfasst, als eine sehr aufmerksame Pflegefamilie uns schrieb, sie hätten etwas sehr Seltsames auf der Website einer unserer deutschen Schwesterorganisationen gelesen. Was war geschehen: es handelte sich auch dort um einen Whippet, der ein neues Zuhause suchte. Nach einem kurzen Aufenthalt in einer Pflegefamilie hatten die Vermittler einen guten neuen Platz für ihn gefunden. Aber als sie das die Pflegefamilie wissen ließen, teilte diese mit, dass sie den Hund schon selbst vermittelt hätten. Nicht so gut gelaufen, dachten wir. Unsere Vermittlungskollegen aber mussten der vermeintlich neuen Besitzerin mitteilen, dass „ihr“ Hund bereits an jemand anderen vermittelt worden war.

Tja, und wir suchten seit kurzer Zeit einen neuen Platz für Nicky. Und wie es sich für gut zusammen arbeitende Organisationen gehört – wir werden wirklich besser darin – riefen wir in Deutschland an und fragten, ob diese Frau vielleicht Interesse an Nicky haben könnte. Ungefähr eine Stunde später kam die Antwort: sehr großes Interesse! Daraufhin brachen einige hektische Stunden an, in denen der Transport organisiert werden musste. Einer unserer Vermittler holte den Hunde am folgenden Morgen ab und brachte ihn zu einer Bekannten der deutschen Schwesterorganisation. Am Ende des Tages war Nicky dann endlich mit Hilfe weiterer Personen bei seiner neuen Besitzerin angekommen.

Nicky geht es ausgezeichnet; er hat sich so gut eingelebt, dass er sogar im Bett schläft.

Viel Glück dort in Süddeutschland, Nicky!

 

ISABEL    

Isabel war die kleinste Hündin von all den jungen Afghanen, die bei uns gelandet waren. Und sie war sicher nicht die Einfachste. Das konnte man schon aus ihren Augen ablesen. In ihre Pflegefamilie lebte sie sich schnell ein. Der dort lebende Kater, Meneer de Poes genannt, zeigte sein übliches „neuer-Hund-im-Haus“-Verhalten: er beäugt den noch angeleinten Neuling und „liest“ ihn sozusagen. Nach ungefähr einer Minute hat er dann beschlossen, ob der neue Hund etwas taugt oder nicht. Im ersten Fall nähert er sich dann unter Lebensgefahr dem Neuen und streicht an seinen Vorderpfoten entlang. Im letzteren Fall faucht er in voller Lautstärke und regt sich furchtbar auf. Isabel gehörte in die erste Kategorie. Sie und der Kater spielten binnen weniger Tage miteinander.

Isabel wuchs schnell – letztendlich hatte sie festgestellt, dass Fressen eine tolle Beschäftigung darstellt. Sie ging mit spazieren, genoss dabei ihren Freilauf und fand das Leben toll so. Ihre Pflegefamilie hatte sich vorgenommen, Isabel nicht im Bett schlafen zu lassen. Sie sollte zwar ins Schlafzimmer auf das Sofa dürfen, aber nicht ins Bett, denn das würden vielleicht die neuen Besitzer nicht schön finden. Drei Nächte dauerte der Kampf mit einer sehr hartnäckigen Isabel. Kaum war sie wieder aufs Sofa gebracht worden, sprang sie von dort mit einem Satz wieder aufs Bett, und zwar in einer affenartigen Geschwindigkeit. Sie werden das Ende ahnen: in der vierten Nacht lag Isabel einfach mit im Bett. Die neuen Besitzer müssten dann einfach selbst sehen, wie sie Isabel aus dem Bett fernhalten würden.

Diese neuen Besitzer waren Engländer, die schon lange Jahre in Frankreich wohnten und schon 36 Jahre lang immer Afghanen besaßen. Das war für die Vermittlung von Isabel, die ja nicht ganz einfach war, genau richtig. Ihr letzter Afghane war vor ein paar Monaten gestorben und ohne einen Afghanen ging es nicht.

Wir verabredeten uns in Belgien. Das stellte sich jedoch als schwieriges Unterfangen heraus. Als wir ankamen, war niemand da. Anrufen: niemand zu erreichen. SMS schicken: keine Antwort. Eine Runde mit dem Auto drehen: vielleicht sind sie ja auf der anderen Seite des Gebäudes. Wir glaubten schon, dass niemand kommen würde (das wäre dann das erste Mal gewesen). Dann hielt ein Auto mit französischem Kennzeichen, aus dem zwei Frauen ausstiegen, die offensichtlich mit den Nerven am Ende waren. Ihr Navigationsgerät war ausgefallen und dann waren sie noch durch die belgische Polizei angehalten worden, weil sie stressbedingt über eine rote Ampel gefahren waren. Und, das wollte die Polizei noch wissen, was wollten denn zwei Engländerinnen in einem französischen Auto am Sonntag Nachmittag in Belgien? Einen Hund abholen? Sehr verdächtig. Folgen Sie uns erst einmal ein Stückchen, dann werden wir uns in Ruhe miteinander unterhalten.

Aber letztendlich ist alles gut ausgegangen. Isabel heißt jetzt Abbie und ist mit ihrem neuen Zuhause und ihren neuen Menschen sehr zufrieden. Und der große Strand da in Frankreich, der sieht doch fast ein bisschen aus wie der Kootwijkerzand.

 

RASHID         

Rashid kam zu uns, weil sein Besitzer in ein Pflegeheim musste. Zunächst schien es so, als ob der Besitzer vielleicht wieder nach Haus kommen könnte. Während dieser langen Wartezeit besuchte der alte Besitzer Rashid (und sein Rudelmitglied Farida) auch ab und zu. Was uns im Gedächtnis bleiben wird, ist, dass er dann liebevoll ein kleines Päckchen aus seiner Jackentasche holte, in dem ein paar Stückchen Fleisch waren, die er sich vom Mund abgespart hatte, um sie seinen geliebten Afghanen geben zu können.

Zu Beginn dieses Jahres war es dann aber so weit: wir mussten doch ein neues Zuhause für Rashid suchen. Rashid kam eine Zeit lang zu einer unserer Pflegefamilien, wo er allerdings der Ansicht war, dass er der Chef des bereits dort lebenden Afghanen sei. Das ging nicht ohne kleinere Scharmützel vonstatten, aber die beiden Herren begriffen dann doch recht schnell, dass es sich zu zweit wirklich schön leben lässt. Rashid erwies sich als enorm gewiefter Dieb: es lagen beispielsweise ein paar Stückchen Käse auf dem Tisch und ohne dass es jemand überhaupt bemerkt hat, liegt plötzlich kein Käse mehr auf dem Tisch. Und jeder könnte beschwören, dass Rashid sich nicht von der Stelle bewegt hat.

Das Interesse für Rashid war sehr mäßig und fast auf dem Nullpunkt. Es gab zwar Menschen, die einen Afghanen wollten, aber dann eine Hündin oder einen jüngeren Hund oder aber einen noch älteren Hund, eine andere Farbe, einen größeren oder einen kleineren, aber nicht unseren achtjährigen Rashid.

Das änderte sich mit einem Anruf aus Belgien. Die Dame war mit Afghanen aufgewachsen und obwohl sie momentan ein paar Galgos besaßen, waren sie und ihr Mann von Rashid so angetan, dass sie sich um ihn bewarben. Nach einigen Telefonaten fand an einem schönen Tag im Mai der Besuch zum Kennenlernen statt. Der mitgereiste Galgo und Rashid schienen gut miteinander auszukommen und so ging es zusammen zurück nach Belgien. Jim – so hatte die Pflegefamilie ihn genannt – stieg ohne Probleme ins Auto und legte sich hin.

Inzwischen hat sich Rashid gut eingelebt in sein neues Rudel und er und Dharco, der Galgo-Rüde, sind die besten Kumpel geworden.

Viel Glück, Jim! Wir sind sicher, dass sich Dein alter Besitzer für Dich freut.

 

EIRON     

Eiron war einer der sieben Afghanenwelpen, die Ende April bei uns ankamen. Wie alle anderen Welpen kam auch Eiron in eine Pflegefamilie. Für Eiron hieß das, dass er für einige Zeit – so war es zumindest gedacht – zu Maxim, den Lesern unserer Website vielleicht noch als Oberon in Erinnerung, kam. Am Ende eines langen Tages war Eiron der letzte, der bei seiner Pflegefamilie abgeliefert wurde. Es war inzwischen schon dunkel geworden und sein Fahrer hatte noch einige Mühe, um die richtige Adresse zu finden. Einmal angekommen, wurde Eiron zunächst Maxime vorgestellt. Maxime findet nämlich alles, jeden Menschen und alle Hunde, einfach nur toll. Und das war hier auch so, nur Eiron fand alles ganz gruselig. Schnell verstecken unter einem Tisch, nur weg von diesem enthusiastischen blonden, haarigen Hund. Es war inzwischen beinahe Mitternacht geworden und eigentlich schon längst Schlafenszeit. Am nächsten Morgen würden seine neuen Menschen dann weiter sehen.

Sehr schnell aber hatte sich das Problem gelöst. Eiron hatte schnell begriffen, dass er mit dem blonden Rüden sehr schön spielen konnte und dass die anderen beiden auch ganz nett waren.

Seine Pflegefamilie war sehr verblüfft darüber, wie schnell sich der kleine Hund seinen Platz sowohl im Rudel als auch in ihren Herzen erobert hatte.

Und Sie werden es natürlich schon ahnen: je länger so ein Kerlchen in der Pflegefamilie bleibt, desto schwieriger wird es, ihn wieder abgeben zu müssen. Denn man kann es sich hundert Mal vornehmen, sein Herz nicht an so eine kleine Hummel zu hängen, dieselbe kleine Hummel sorgt schon selbst dafür, dass das doch passiert.

Es dauerte doch noch einige Zeit, bis sich beide Pflegeeltern geeinigt hatten, aber ein kleines Problem gab es noch: Abends war oft nicht genug Platz auf dem Sofa für den Pflegevater. Nun, dachte die Pflegemutter, das Problem ist schnell gelöst: ich werde dafür sorgen, dass Du in Zukunft jeden Abend auf dem Sofa sitzen kannst.

Wir freuen uns über diese Entscheidung und hoffen, dass Manfred wirklich abends in aller Ruhe auf dem Sofa sitzen kann und ihm keine Afghanenpfoten mehr in die Quere kommen...

Viel Glück, Eiron.

 

TANAZ                   

Tanaz war einer der sieben Afghanen, die Ende April zu Voordewindhond kamen. Tanaz ging zunächst zusammen mit ihrer Schwester Kinah zu einer Pflegefamilie. Schnell stellte sich heraus, dass Tanaz ein wenig abwartender und zurückhaltender als ihre Schwester war. Tanaz suchte dann auch in den meisten für sie neuen Situationen – und davon gab es viele – vor allem bei Kinah Unterstützung. Das ist meistens nicht gut für die Entwicklung des betreffenden Hundes und so suchten wir eine neue Pflegefamilie für eine von beiden. Tanaz hatte inzwischen schon festgestellt, dass die Pflegefamilie, bei der sie sich aufhielt, aus den nettesten Menschen bestand, bei denen man sich herrlich hinter den Ohren kraulen lassen konnte. Deshalb beschlossen wir, Kinah bei der neuen Pflegefamilie unterzubringen. Das stellte sich als die richtige Entscheidung heraus: sowohl Tanaz als auch Kinah blühten sichtlich auf und machten enorme Fortschritte im Bereich der Stubenreinheit, des Verhaltens und der körperlichen Entwicklung.

In den folgenden Wochen entwickelte sich Tanaz auf allen Gebieten fort: sie schloss sich den anderen Vierbeinern in der Familie, aber auch der Familie selbst enorm an.

Vielleicht lag es daran, dass Tanaz in ihrem Verhalten große Ähnlichkeiten zeigte mit der bereits im Haus vorhandenen Saluki-Dame, als diese ebenfalls in dem Alter war: die Pflegefamilie, die sich geschworen hatte, Tanaz nur vorübergehend aufzunehmen, gewöhnte sich immer mehr an diese afghanische Schönheit und der Gedanke, in absehbarer Zeit doch Abschied nehmen zu müssen, lastete immer schwerer auf der Familie.

Schließlich die Entscheidung: es waren doch schon immer 4 Hunde im Haus gewesen, also warum jetzt nicht wieder. Rina wurde angerufen und gefragt, ob Tanaz nicht bleiben dürfe. Die Antwort war klar.

Und so kam es, dass nach verschiedenen Pflegehunden nun auch bei einem unserer Hundevermittler ein Pflegehund „kleben blieb“.

Tanaz hat das auf jeden Fall gut verstanden, denn seit der Unterzeichnung des Vermittlungsvertrages zeigt sie nun, dass sie doch eine Reihe von Afghanen-Streichen kennt: Sachen klauen oder Dinge tun, auf die man selbst gerade Lust hat, Sie werden es kennen. Glücklicherweise wissen wir, dass die Pubertät von selbst wieder vorbei geht. Aber ehrlicherweise müssen wir sagen, dass sie sich die meiste Zeit des Tage sehr wohl als Dame zu benehmen weiß.

Wie gelungen diese Vermittlung ist, lässt sich an der Äußerung des sechsjährigen Sohnes fest machen: „Schön, dass wir wieder vier Hunde haben; jetzt stimmt wenigstens alles wieder.“ Dem lässt sich nicht widersprechen!

 

PATRYK     

Der Chart Polski Patryk kam nach einer Beschlagnahme in Frankreich und einem langen Tierheimaufenthalt über einen deutschen Umweg zu Voordewindhond. Er hatte einen ziemlich schlechten Ruf: er sollte überaus ängstlich sein und aus der Angst heraus auch beißen. Das alles sprach natürlich gegen eine schnelle Vermittlung. Aber gut, wir dachten, erst einmal schauen, was wirklich dahinter steckte, denn auf einen Ruf kann man sich auch nicht immer verlassen. Also: ängstlich war er tatsächlich, aber von Beißen war keine Rede. Sehr langsam verbesserte sich sein Verhalten und er lernte, dass Menschen ihm nichts Böses antun wollten.

Nachdem die Zusammenarbeit mit dem Dierencentrum Friesland beendet war, suchten wir eine Pflegefamilie für ihn. Denn wir wussten natürlich nicht, wie er sich außerhalb eines Zwingers verhalten würde. Glücklicherweise fanden wir eine geeignete Familie, die sich auf dieses Abenteuer einließ. Patryk und sein Pflegevater nahmen an ein paar Spaziergängen in Kootwijk teil und Patryk glich in nichts mehr dem mit einem Maulkorb versehenen Hund, den einer unserer Mitarbeiter einst an einer deutschen Autobahn übernahm. Patryk lief problemlos mit, hörte gut auf seinen Pflegevater und war sehr anhänglich. Das Wichtigste war, dass man Patryk nicht unter Druck setzen durfte. Und wenn man das als Mensch begriffen hatte, dann war für Patryk alles in bester Ordnung.

Zufall oder nicht: jedenfalls meldete sich nach sehr kurzer Zeit jemand, der Interesse an Patryk hatte. Jemand mit Windhunderfahrung, der sich in Vorbereitung auf das Telefonat schon intensiv über die ihm – und eigentlich gilt das für die meisten Menschen – doch unbekannte Windhundrasse informiert hatte. Während des Gesprächs stellte sich heraus, dass dieses ein perfektes Zuhause für Patryk sein könnte: ein sehr ruhiger Ein-Personen-Haushalt mit Erfahrung, viel Geduld und dem Verständnis für einen Hund, der mit Druck nicht umgehen kann.

Es wurde ein Treffen vereinbart und dann ging es unglaublich schnell. Der Pflegevater forderte Patryk auf, in das Auto seines neuen Frauchens zu steigen, und als er das brav tat, legte er ihm noch ans Herz, sein Bestes zu tun. Und das war`s. Patryk kam noch mit zum Kaffeetrinken auf die Terrasse und jeder wunderte sich darüber, wie reibungslos die Übergabe abgelaufen war.

Patryk, der jetzt Basyl (er ist nun einmal von königlichem Geblüt) heißt: Gibt Dein Bestes. Wir hätten für Dich kein besseres Zuhause finden können. Und von dieser Stelle aus auch noch einmal herzlichen Dank für die phantastischen Pflege in den Aufnahmestellen an Gerard, Ivon, Sophie und Lisette.

 

 

DOMINO            

Domino kam mit sechs Monaten zu uns, weil ihm seine Besitzerin aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht das bieten konnte, was er brauchte. Er kam zu einem unserer Mitarbeiter in Pflege, wo er sich in kurzer Zeit als ein freundlicher, aber auch etwas ungestümer Junghund entpuppte. Die Pflegefamilie mitsamt aller anwesenden Hunde tat alles, um dieses Verhalten ein wenig zu verbessern und Domino erwies sich als ein schneller Lehrling.

Eines Tages meldete sich eine Besitzerin eines jungen Irish Wolfhound bei uns, die mehr oder weniger zufällig auf unsere Website geraten war und sehr angetan war von Domino mit seinem unwiderstehlichem Blick.

Nach vielen Gesprächen – z. B. ob man sich klar darüber war, dass zwei junge, in etwa gleichaltrige Hunde die Neigung besitzen, sich daneben zu benehmen – fand ein Kennenlernbesuch in Kootwijk statt. Der IW stellte sich tatsächlich als ebenso ungestümer Hund wie Domino heraus. Rennen, was das Zeug hält – und dass man dabei in den Hintern gezwickt wird durch eine etwas bösartige Salukidame, die zufällig des Weges kommt – stört dabei nicht.

Domino ging mit nach Hause und die ersten Berichte waren prima. Danach herrschte erst einmal Funkstille. Und gerade, als wir dachten, wir sollten einmal anrufen und uns erkundigen, wie es lief, erhielten wir eine Mail. Domino kehrte zu Hause gegenüber dem IW den Boss heraus. Wenn der IW auf dem Sofa lag, stand Domino in der Türöffnung und schaute so intensiv und lange, bis der IW vom Sofa sprang. Und so gab es noch einige Dinge, die nicht so gut liefen. Sie entscheiden sich schließlich nicht für einen Hund, der den schon anwesenden Hund schikaniert. Interessant dabei war, dass Domino gegenüber der alten Hovawart-Hündin keine Anzeichen von Dominanz aufwies. Vor ihr hatte er einen Heidenrespekt. Nach einigen Ratschlägen unsererseits verbesserte sich das Verhalten von unserem jungen Freund schnell. Und zwar um so vieles besser, dass die Mitteilung kam: Ghandi (der neue Name des „Gefleckten“) darf bleiben.

Ghandi, mache Deinem Namen ein wenig Ehre!

 

NURI                  

Nuri war auch einer der sieben Afghanenwelpen, die ein Zuhause suchten. Zwei unserer Mitarbeiter hatten die Hunde auf ihre Autos verteilt und machten die Runde zu den Auffangplätzen oder Übergabepunkten. Nuri, der damals noch nicht so hieß, saß zusammen mit den späteren Eiron, Xenia und Isabel in einem Auto. Wir hatten die Pflegefamilien gefragt, ob sie lieber einen Rüden oder eine Hündin aufnehmen wollten Die erste Pflegefamilie hatte um einen Rüden gebeten. Alle Hunde erhielten die Gelegenheit, sich die Pfoten zu vertreten (und noch andere Dinge zu tun). Beide Rüden liefen also in den Garten – und glauben Sie es oder nicht – und der Rüde, der später Nuri heißen sollte, marschierte, ohne noch weiter um sich zu schauen, direkt ins Haus. Hier werde ich wohnen. Und das war zufällig genau der Hund, auf den die Pflegemutter schon „ein Auge geworfen hatte“.

Wir verfrachteten die anderen Hunde wieder ins Auto und stellten Nuri den schon dort lebenden Hunden vor. Zunächst Atilla, dem bravesten der Afghanen. Der fand das prima. Aber dann Babour, und der ist nicht einfach, wie wir aus Erfahrung wissen. Aber seine erste Reaktion war nicht sehr unfreundlich und so wurde beschlossen, dass Nuri bleiben könne.

Nuri hat sich zu einem sehr lernbegierigen Hund entwickelt. Er geht mit zur Hundeschule, wo er Freund und Feind durch seine Fertigkeiten in Erstaunen versetzt hat. Durch den Tunnel, auf einen Kasten, das macht alles mit dem „kleinen Finger“.

Und Babour? Wenn Sie sich das Foto ansehen, wissen Sie es.

Nuri, viel Glück!

 

XENIA                

Xenia war einer der sieben Afghanenwelpen, die Ende April bei Voordewindhond landeten. Es war eine lange Tour, die sieben Pflegefamilien nacheinander anzusteuern. Aber für einen Aufenthalt in einer Pension waren sie zum einen zu jung und zum anderen war es höchste Zeit, dass die Damen und Herren Afghanen etwas lernten. Bisher hatten sie nämlich fast überhaupt nichts gelernt. Sie hatten noch nie ein Halsband getragen und konnten also auch nicht an der Leine laufen. Und Stubenreinheit war für sie ein Buch mit sieben Siegeln. Auf dem Weg zu den Pflegefamilien musste für einen Welpen noch ein Pflegeplatz gefunden werden. Selbstverständlich noch am selben Tag! Glücklicherweise haben wir in der letzten Zeit viele Afghanen vermittelt und in diesem Umfeld suchten wir nach Pflegeplätzen. Die meisten Menschen mussten doch ein wenig darüber nachdenken, ob sie Zeit und Lust hatten, einen nichts könnenden, aber dafür sehr eigenwilligen Afghanenwelpen aufzunehmen. Aber nicht so Thea, die wir kurz nach Mittag vom Auto aus anriefen. Sie sagte zwar, sie müsse noch darüber nachdenken, aber sechs Minuten später klingelte wieder das Telefon. Bringt sie mal her. Und das taten wir. Schwierig zu sagen, wer am glücklichsten mit der Ankunft dieses „Krümelchens“ war: der Mensch Thea oder die Hunde Hinaarah und Angel. Innerhalb einer Minute hatte dieses schüchterne Hündchen bereits einen Namen: Xenia, nach einem früheren Afghanen, dem sie sehr glich. Was für eine Begrüßung!

Nach kurzer Zeit kam eine vorsichtige SMS: was würde geschehen, wenn ich Xenia behalten würde? Na, das war einfach. Dann machen wir einen Vertrag, Du bezahlst die Vermittlungsgebühr und damit hat es sich.

Xenia, viel, viel Glück in Deinem Leben! Es wird alles gut, und wir hoffen, Dich bald zusammen mit Hinaarah zu sehen, auf dem Zand in Kootwijk oder vielleicht auf dem Aktionstag in Meppel?

 

 

RAKKER          

Rakker war schon ein „älteres Semester“, als sie zu uns kam, weil ihre Besitzer ins Ausland gingen und keine Möglichkeit sahen, sie mitzunehmen. Aber „älteres Semester“ ist auch nur so ein Begriff, denn schnell stellte sich heraus, dass unsere schwarze Dame außerordentlich fit war und in nichts einer älteren Dame ähnelte. Sie war zunächst einige Tage in einer Pension in Pflege, aber das gefiel ihr nicht so sehr (um es milde auszudrücken): davon hielt sie überhaupt nichts. In so einem Fall kommt der Hund natürlich zu einer unserer (sehr spärlich vorhandenen) Pflegefamilien. So kam Rakker zu Yvonne. Diese hatte nur Lob für ihren hündischen Zuwachs. Rakker ist lernbegierig, sie gehorcht gut, sie ist freundlich und auch sehr anhänglich: am liebsten sitzt sie den ganzen Tag auf dem Schoß, na ja, wenn es sonst nichts Spannendes zu tun gibt wie z. B. ein Spaziergang im Wald.

Es dauerte einige Zeit, bis sich ein geeigneter Kandidat für sie meldete. Wir verabredeten uns zu einem Spaziergang. Wenn man bei vielen solchen Spaziergängen zum Kennen lernen dabei gewesen ist, entwickelt man eine Art Gespür dafür, ob Mensch und Hund zusammen passen oder nicht. In diesem Fall gab es keinen Zweifel: zwischen Rakker und ihren neuen Menschen wird alles gut klappen (Rakker hörte inzwischen auf den viel schöneren Namen Caya).

Caya stieg ohne zu zögern in das für sie neue Auto und fuhr aufgeweckt mit zu ihrem neuen Zuhause. Die ersten Nachrichten waren schon sehr erfreulich. Die kleinen Zweifel von Yvonne, ob Caya sich eingewöhnen würde und ob sie einen halben Tag allein bleiben könnte, waren unbegründet. Sie lag innerhalb kürzester Zeit auf einem enorm großen Kissen und genoss die Sonne, ging aber ebenso gerne mit zum Strand, um mit anderen Hunden zu rennen oder allein durch das Wasser zu toben.

Caya, viel Glück mit Deinen neuen Menschen!

 

FEE              

Fee musste sehr lange auf ein neues eigenes Zuhause warten: genau 1 Jahr und 11 Monate. Und woran das gelegen haben mag, wissen wir nicht. Fee war kein schwieriger Hund, im Gegenteil: eine sehr soziale, freundliche und fröhliche junge Dame. Sie kannte wohl das häusliche Leben nicht, also vielleicht schreckte das einige Menschen ab? Aber schließlich wendete sich auch für sie das Blatt... Gerade hatten wir sie in einer Pflegefamilie untergebracht, wo sie lernte, was zu einem Leben im Haus gehörte. Sie wurde allmählich stubenrein, lernte, dass das Essen für Menschen nicht für hungrige Greyhounds gedacht war, lernte, ruhig allein zu Hause zu bleiben und auch wie gemütlich ein Plätzchen auf dem Sofa nach einem langen Spaziergang über die Heide sein konnte. Zu diesem Zeitpunkt rief uns ein nettes Ehepaar an, dass Fee zu sich nehmen wollte.

Sie hatten Erfahrung mit Windhunden und Hunden aus dem Tierschutz und nachdem ihr Dobermann aus dem Tierschutz verstorben war, suchten sie einen Zweithund. Neben dem schon älteren Dobermann wollten sie nun gerne wieder einen Windhund im Haus haben und Fee gefiel ihnen außerordentlich gut. Trotzdem waren wir etwas zurückhaltend: Fee begann sich gerade an das Leben im Haus zu gewöhnen, hatte sich gerade ein wenig an ihre neue Pflegefamilie gewöhnt, musste noch an Gewicht und Kondition zulegen, bekam langsam ein glänzendes Fell und verlor ihr Zwinger-Fell, wartete noch auf eine Gebisssanierung... Kurzum, eigentlich war sie noch nicht bereit für eine Vermittlung. Und wir hatten ehrlicherweise auch nicht erwartet, dass sich innerhalb kurzer Zeit Menschen für sie melden würden. Dennoch schien dies für Fee doch eine ausgesprochen gute Chance zu sein. Das Ehepaar verstand unsere Bedenken und machte deutlich, dass ihnen die Übernahme eines Hundes in der Aufbauphase nichts ausmachte.

So wurde ein Termin für ein Kennenlernen in Kootwijk vereinbart. Und dieses Treffen verlief vorbildlich. Eine vergnügte Fee beschloss, ihre Freiheit auszukosten, und rannte wie der Teufel, um dann müde und zufrieden zurück zu kommen zu den zweibeinigen Spaziergängern und sich – angelehnt an die Beine – nicht nur durch ihre Pflegemutter, sondern auch mindestens so oft durch ihre zukünftigen Besitzer kraulen zu lassen. Es waren viele Pferde auf dem Zand und auch das Wetter war nicht besonders einladend, so dass nach einer halben Stunde der Entschluss gefasst wurde, zu den Autos zurück zu kehren. Und eigentlich war die Entscheidung schon gefallen: Fee sollte mit nach Deutschland in ein neues Leben mit einer neuen Familie. Traditionsgemäß sollte das Geschäftliche im „Brinkhof“ erledigt werden und Fee ging mit ihren neuen Besitzern mit zum Auto und stieg ein, als ob es die normalste Sache auf der Welt wäre. Auch im Café lag sie dicht bei ihrer neuen Familie. Beim Abschied schaute Fee ihrer Pflegemutter zwar etwas verblüfft nach, aber man sagte uns, dass sie sich sehr schnell wieder zu den Füßen ihrer neuer Menschen niederlegte.

Nach einigen Tagen kamen die ersten guten Nachrichten per E-Mail; Fee ginge es gut. Sie benahm sich vortrefflich, war eine angenehme und ruhige Gesellschaft und war nach einigen Tagen auch in ihrem neuen Zuhause stubenrein. Als wir nach einer Woche wieder Kontakt aufnahmen (Fees Eingewöhnung verlief noch immer bestens), reagierte man verblüfft auf unsere Frage, ob Fee bleiben dürfe: Das war für ihre neuen Besitzer vollkommen klipp und klar.

Und um ihrem Namen Ehre zu erweisen: auch für unsere Fee endet so das Märchen mit „lang und glücklich“ in Form einer eigenen Familie, bestehend aus zwei sehr lieben Menschen, einem geselligen Hundekumpel und einem warmen Zuhause, umgeben von einem herrlichen Wander- (sprich: Renn-) Gebiet

 

SAMMIE    

Sammie kam auf eine etwas ungewöhnliche Weise zu uns. Er hatte in einem Anzeigenblatt im Internet gestanden und eine Anzahl von gutwilligen Windhund-Liebhabern hatte Geld gesammelt, um ihn nicht in die falschen Hände gelangen zu lassen. Aber irgendwo musste er dennoch untergebracht werden und das war ein Problem. Ob wir uns nicht darum kümmern könnten. Tja, wir kaufen aber keine Hunde! Voordewindhond hat zwar den Zweck, neue Besitzer für Windhunde und Windhundmischlinge zu suchen, dazu muss aber der Besitzer uns den Hund übertragen. Dafür bekommt er auf keinen Fall Geld. Wir denken nämlich, dass ein solches Verhalten den Hundehandel auf dieser Plattform im Internet noch fördern würde. Aber gut, für den Hund war bezahlt worden und er musste irgendwo hin.

Sammie kam also für ein paar Wochen zu einer unserer Pflegefamilien, die einige Zeit lang ohne Hund gelebt hatte. Die Familie ist erwiesenermaßen ein Fan von Irischen Wolfshunden, so dass so ein Grippet-Welpe doch etwas ganz anderes war. Aber alles verlief vortrefflich und schon nach kurzer Zeit hatte sich jemand für Sammie gemeldet.

An einem ziemlich kalten Sonntag wurde ein Treffen verabredet. Der zukünftige Rudelgenosse und auch ein zukünftiger Hundefreund waren mitgekommen. Während des Spaziergangs stellte sich heraus, dass die Hunde sich sehr gut verstanden. Und so wurde die Reise nach Deutschland angetreten.

Inzwischen hat sich bestätigt, dass sich Isis und Sammie, der jetzt Nacho heißt, wirklich sehr gut verstehen. Wenn er zu frech wird, dann weist sie ihn zurecht und dann ist Nacho auch so klug einzusehen: Okay, wenn Du es so sagst. Seine neuen Besitzer besuchen mit ihm auch die Hundeschule, wo er noch ein paar nützliche Dinge lernt. Kurzum, Nacho, gib` Dein Bestes, höre gut auf Isis (und auf alle anderen Hunde, die weiser und älter sind als Du), dann wird schon alles gut werden!

 

BENTE      

Bente kam vor zwei Jahren als Welpe zu uns. Sie war einer der vielen französischen Hunde, die in den ersten drei Jahren unseres Bestehens eine so große Rolle spielten. Bente wurde an Menschen vermittelt, die sie liebevoll und afghanengemäß aufzogen. Doch dann trennten sich diese Menschen leider und für Bente war kein Platz mehr.

Ein Bestandteil unseres Vertrages mit neuen Besitzern besagt, dass diese bei uns Bescheid sagen müssen, wenn sie ihren von Voordewindhond vermittelten Hund nicht mehr versorgen können, so dass wir erneut auf die Suche nach neuen Besitzern gehen können. Und so geschah es auch hier. Wir nahmen – so befremdlich das auch klingen mag – also Bente zurück.

Sie kam einige Zeit in Pflege und wir dachten eigentlich, dass es nicht so lange dauern sollte, bis es neue Interessenten gab: schließlich ist sie ein junger, schöner Hund, die zudem noch sehr gut erzogen war und für einen Afghanen auch sehr einfach im Umgang. Aber dann ging es doch nicht so schnell. Es gab zwar Interessenten, die aber aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kamen. Aber dann erhielten wir eine Mail von einem Ehepaar, das bereits einen Afghanenmischling besaß und sich in Bente „verguckt hatte“. Wir telefonierten ein paar Mal und an einem regnerischen Freitag nachmittag verabredeten wir uns zu einem Kennenlernbesuch. Bente und Benito, der Mischling, mochten sich auf Anhieb. Und während des Spaziergangs gelang es Bente mit Lichtgeschwindigkeit, die Herzen ihrer neuen Menschen zu erobern. Die Entscheidung war denn auch sehr schnell gefallen.

Dennoch musste Bente noch drei Tage warten, weil ihre neuen Menschen noch ein Wochenende in einem Hotel gebucht hatten, um dem Karnevalstrubel an ihrem Wohnort zu entgehen, und in dem Hotel zwar das Mitbringen eines, aber nicht zweier Hunde erlaubt war. Glücklicherweise spielt für Hunde die Zeit nicht so eine große Rolle und auch die drei Tage waren schnell vorbei.

Inzwischen hat Bente, die nun auf den Namen Joséphine, kurz Fien, hört, schon eine Menge Ausflüge unternommen und war sogar schon einen Tag am Strand. Und das hat ihr – wie Sie auf dem Foto sehen können – sehr gut gefallen.

Joséphine, viel Spaß mit Deinen neuen Menschen und Benito!

 

 

ALADIN      

Aladin musste aus für uns nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen 11 Monate auf sein neues Zuhause warten. Der einzige Vorteil – wenn man es so nennen möchte – war, dass er nicht auf eine Pflegestelle musste, sondern solange bei seinen vorherigen Besitzern bleiben konnte. Das änderte allerdings nichts an der Entscheidung, dass er ein neues Zuhause bekommen sollte. Und diesen Entschluss fasst niemand leichten Herzens.

Das machte die lange Wartezeit nicht einfacher. Es meldete sich zunächst niemand. Wir schrieben ein paar Mal neue Texte und veröffentlichten neue Fotos, aber nichts schien zu helfen. Und das war seltsam, denn Aladin war im Grunde im Umgang ein einfacher Afghane. Aber dann hatten wir für ihn sogar zwei Anrufer. Mit dem ersten fand ein Besuch zum Kennenlernen statt, leider erfolglos. Ob es nun daran lag, dass Aladin allmählich gemerkt hatte, was mit ihm passieren sollte, oder ob das Verhalten der alten oder des neuen Besitzers ihm Stress verursachte, wir wissen es nicht. Auf jeden Fall war es keine „Liebe auf den ersten Blick“ zwischen ihm und dem Besucher. Und eine gewisse Anziehungskraft sollte es schon geben (dieser Besucher hat inzwischen übrigens von uns zwei Hunde, die sehr gut zu ihm passen). Der zweite Anrufer zog sein Interesse aus anderen Gründen zurück und so standen wir wieder am Anfang.

Aber dann meldete sich ein junges Paar mit Afghanen-Erfahrung, mit dem ein Besuch zum Kennenlernen stattfinden sollte, und zwar in einer Hundeschule, damit der Stress im alten Zuhause für Aladin vermieden wurde. Und das schien genau das Richtige für Aladin zu sein. Es wurde ein Spaziergang unternommen und sogar mit Aladin gespielt. Aladin fand das alles herrlich.

Das junge Paar ging zunächst allein nach Haus und für die alten Besitzer brach zweifellose die schwerste Woche des letzten Jahres an. Zu wissen, dass ihr Hund am folgenden Samstag zu seinen neuen Besitzern umzieht, machte ihnen schwer zu schaffen. Um den Abschied etwas zu erleichtern, holten wir Aladin am Samstag ab und brachten ihn selbst in sein neues Zuhause.

Einen Aufzug kannte er noch nicht und er schien auch ein wenig Höhenangst zu haben – eine Fensterfront im 19. Stock mit einer enormen Aussicht war er nicht gewöhnt. Glücklicherweise sah er schnell einen Hund auf einem Feldweg draußen laufen und schon war alles nicht mehr so angsteinflößend. Danach inspizierte er – wie es sich für einen Afghanen gehört – alle Zimmer, schaute in alle Schränke und schnüffelte ausgiebig, um sich danach auf das Sofa zu legen, als ob das die normalste Sache der Welt wäre.

Gestern bekamen wir eine Mail mit folgendem Inhalt: „Inzwischen lebt Aladin zwei Wochen bei uns, aber für uns fühlt es sich schon viel länger an. Er gehört schon zu uns und wir sind verrückt nach ihm.“ Aladin darf also bleiben.

Wir wünschen sowohl den neuen als auch den alten Eigentümern viel Erfolg mit dieser Entscheidung. Aladin, nun Ghandor, tue Dein Bestes. Und nicht so viel bellen, wenn Besuch kommt.

 

 

BRIAN         

Wie auf dem Foto zu sehen, fühlt sich Brian schon zu Hause bei seiner neuen Familie – eigentlich Familien, denn er verbringt zusammen mit seinem Whippet-Kumpel regelmäßig einige Tage bei der Tochter der neuen Eigentümerin und deren Familie. So hat dieser freundliche junge Hund also nicht nur eine, sondern zwei neue Besitzer bekommen, was er selbst ganz prima findet!

Die Familie, bei der Brian nun lebt, kontaktierte uns eigentlich mit der Frage, ob Doesjka vielleicht eine geeignete Freundin für ihren blinden Whippet sein könnte. Leider – für Doesjka - gehört zu dieser Familie auch eine Katze und Doesjka und Katzen... das geht gar nicht. Nun wussten wir schon, welcher unserer Pflegehunde passend sein könnte, aber dann wäre Voraussetzung, dass die Familie bezüglich des Alters des Hundes ihre Vorstellungen ändern müssten. Glücklicherweise war die Familie dazu bereit und nach ausführlichen Gesprächen auch mit Brians Pflegemutter wurde die lange Reise aus Belgien in den Norden der Niederlande beschlossen.

Die letzte Entscheidung sollte dem blinden Whippet überlassen bleiben und obgleich wir uns nicht vorstellen konnten, dass die Begegnung nicht gut verlaufen sollte mit dem überaus freundlichen Brian, waren wir doch etwas angespannt. Glücklicherweise waren das die Hunde nicht und nach einem kurzen Kennenlernen während eines gemeinsamen angeleinten Spaziergangs, konnten die Hunde sich auf einem großen, sicheren und abgeschlossenen Gelände unangeleint noch besser kennen lernen. Mit großem Erstaunen nahm der anwesende Hundevermittler zur Kenntnis, dass der blinde Whippet sich ungeachtet seines Handicaps außergewöhnlich gut zurecht fand und sich gut zu orientieren wusste in einem unbekannten Gelände mit für ihn fremden Menschen und einem fremden Hund; Hunde sind doch unglaublich anpassungsfähig. Die Begegnung verlief völlig entspannt; beide Hunden spielten sogar ein wenig. In der Zwischenzeit konnten die anwesenden Menschen noch viel Informationen über Brian weitergeben auch dank der Anwesenheit seiner Pflegemutter.

Der Entschluss, Brian mit nach Belgien zu nehmen, fiel der Familie denn auch nicht schwer. Sie hatten sich sogar schon einen neuen Namen für ihn überlegt: Braille. Passend für einen Hund, der einen blinden Kumpel begleiten und diesem damit wieder zu etwa mehr Lebendigkeit, Spielfreude und Aktivität verhelfen soll. Und das scheint tatsächlich zu funktionieren:

Schon nach wenigen Tagen erhielten wir die ersten guten Nachrichten und danach folgten eigentlich fast ausnahmslos positive Berichte aus Belgien zusammen mit Fotos, die deutlich machen, dass Braille und Zoef schon dicke Kumpel geworden sind. Braille hatte schon bald seinen Platz – oder seine Plätzchen – in seiner neuen Familie gefunden und abgesehen von beginnendem pubertierenden Verhalten beträgt er sich sehr artig. Zoef ist viel spielfreudiger und lebendiger geworden seit Brians Ankunft, also auch insofern eine gute Wahl. Es war dann auch keine große Überraschung mehr, als nach drei Wochen die Nachricht eintraf, dass Braille in Belgien bleiben darf. Nach unserer Ansicht hat er dort genau das Zuhause bekommen, das wir für dieses liebe Grippet-Kerlchen vor Augen gehabt hatten.

Vielen Dank Marcelle, Sara und Eurer Familie, dass Ihr diesen Jüngling aufgenommen habt. Und lieber Braille, sorge gut für Deinen neuen Kumpel Zoef, genieße die vielen Spaziergänge und die Aufmerksamkeit in Deinen neuen Zuhause, und lasse die Pubertät nicht die Oberhand gewinnen, hörst Du!

 

CYRUS und

DARIUS                

Darius und Cyrus waren Scheidungsopfer. Und wie es in solchen Fällen häufig ist, fiel es der Besitzerin nicht leicht, sich von den Hunden zu trennen. Wir hatten bereits im August Gespräche über die Übernahme der beiden Hunde geführt, doch es dauerte noch bis Weihnachten, bis alles klar war.

Es war der Wunsch der Besitzerin, dass beide Hunde zusammen vermittelt werden sollten. Das würden wir natürlich versuchen, aber aus Erfahrung wissen wir, dass durch eine solche Bitte die Vermittlung nicht beschleunigt wird. Zu unserer Überraschung meldete sich schon nach ein paar Tagen ein Interessent, aber leider nur für einen der beiden Hunde. Wir sprachen darüber mit der Besitzerin, doch diese bat uns, doch lieber weiter nach einem gemeinsamen Zuhause für die Hunde zu suchen. Und dem Wunsch kamen wir selbstverständlich nach, so dass die beiden Hunde noch etwas länger in der Pension in Belgien blieben. Doch eines Tages rief uns die Pflegestelle an – ein erfahrener Salukikenner – und meinte, Ihr müsst jetzt doch dafür sorgen, dass Darius so schnell wie möglich ein neues Zuhause findet; er mag es hier überhaupt nicht und ich habe Sorge, dass sich sein Zustand verschlechtert. Das waren deutliche Worte. Und das war auch ein neues Problem, denn ein gemeinsames Zuhause würde es wahrscheinlich nicht geben können.

Aber siehe da: auch wenn ein Problem noch so groß erscheint, kommt manchmal von unerwarteter Seite eine Lösung. Und was für eine! Jemand mit orientalischer Windhunderfahrung, der jahrelang zwei Hunde besessen hatte, der sich nicht abschrecken ließ vom Alter der Hunde. Kurzum, ein perfekter Bewerber.

An einem Sonntagmorgen im Februar lernte man sich kennen und schon nach kurzer Zeit war die Entscheidung getroffen. Beide Hunde stiegen ins Auto, als ob sie das schon ihr ganzes Leben lang getan hätten.

Sie haben sich gut eingewöhnt und scheinen sich sehr wohl in ihrem neuen Zuhause zu fühlen. Und, nicht unbedeutend für Voordewindhond, auch die ehemalige Besitzern ist sehr glücklich mit dieser Lösung.

An den Zähnen muss noch ein wenig geputzt und geschrubbt werden, aber wir gehen davon aus, dass eine Reinigung unter Narkose nicht notwendig sein wird, denn das hält die neue Besitzerin (und wir ebenfalls) für keine so gute Idee in Anbetracht des Alters der Hunde.

Ghandi und Kasjmier, wir wünschen Euch noch eine lange und glückliche Zeit mit Eurem neuen Frauchen! Wir hoffen, dass wir Euch noch oft in Kootwijk sehen werden. Und Kasjmier, gehe davon aus, dass ich an Deinen Ohren erkennen kann, wenn Du etwas ausheckst. Nicht mehr lange, und Astrid wird das auch können...

 

 

FARIDA      

Farida kam zu uns, weil ihr Besitzer in ein Pflegeheim musste. Erst sah es danach aus, dass er wieder nach Hause kommen könnte, aber nach einiger Zeit wurde deutlich, dass das nicht mehr der Fall sein würde. Schweren Herzens bat er uns, doch ein neues Zuhause für Farida zu finden. Farida lebte erst seit ein paar Jahren bei ihm und es gab die Vermutung, dass sie in der langen Zeit davor nicht viel Liebe erhalten hatte. Wer sich an das Foto aus „Gegenwind“ erinnert, sieht noch die immens traurigen Augen von Farida vor sich. Um so mehr Pech für diese bejahrte Dame, dass sie sich nun als gut zwölfjähriger Hund noch einmal an neue Menschen gewöhnen musste. Wir waren auch nicht allzu optimistisch, dass wir schnell ein geeignetes Zuhause für sie finden würden. Wir versuchten dieses und jenes, aber nichts wollte klappen.

Aber Wunder gibt es immer wieder!

Das erste Wunder bestand darin, dass unerwartet jemand aus unserem eigenen „Zirkel“ (die Frau, die für die deutsche Übersetzung unserer Texte verantwortlich ist) anrief und mitteilte, dass sie und ihr Mann beschlossen hatten, Farida für ihre letzten Jahre bei sich aufzunehmen. Und zwar nicht als Pflegehund, sondern für immer, falls sie sich mit den dort schon lebenden Hunden Lola und Frido verstehen würde.

An einem Sonntag holte Sophie Farida aus Friesland ab und konnte mit eigenen Augen sehen, wie das Kennenlernen zwischen den drei Hunden verlief. Makellos!

Das zweite Wunder ereignete sich fünf Tage später auf der großen Sandfläche in Kootwijk. Unser Verfasser der Texte, neugierig geworden durch all die guten Berichte, ging mit Farida, ihrem Menschen und Frido in Kootwijk spazieren (Lola blieb zusammen mit ihrem Herrchen auf dem Sofa liegen). Nach einem kurzen Gespräch mit Farida, die einen besonders aufgeweckten Eindruck machte und nichts mehr gemein hatte mit dem so traurig blickenden Hund, machten wir die Leine ab und sagten zu ihr: Los, geh nur rennen! Das ließ sie sich kein zweites Mal sagen! Was für ein Heidenspaß! Und nicht nur das, Farida kam immer wieder brav zurück, um nachzusehen, ob noch alle da waren oder um sich ein Leckerchen abzuholen.

Schauen Sie noch einmal in die Augen von diesem Hund! Dann wissen sie, dass Wunder immer wieder geschehen.

Elsa – neues Leben, neuer Name! -, wir hoffen, dass Du noch eine schöne Zeit mit Deiner Familie verleben wirst.

 

 

MAXIM    

Maxim war ein wahrer Pechvogel. Zunächst lebte er zusammen mit seinem Bruder bei den verkehrten Besitzern, dann wurden sie von einer weiteren Person mit sehr harter Hand erzogen mit allen dementsprechenden Folgen. Darauf landeten sie bei einer befreundeten Tierärztin aus Deutschland, die mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versuchte, die beiden Hunde zu vermitteln, was aber nicht gelang. Sie bat uns, Maxim zu übernehmen. Im „Dierencentrum“ angekommen stellte sich heraus, dass sein Benehmen wahrlich nicht einwandfrei war, er aber schnell auf andere Gedanken zu bringen war. Wir suchten für ihn Menschen, die seine Signale gut interpretieren und im richtigen Moment deutliche Befehle geben konnten. Das hielten wir für nicht besonders schwierig, dennoch dauerte die Vermittlung sehr lange. Und bevor noch der geeignete Mensch gefunden war, schlug das Schicksal zu. Maxim wurde sehr krank. Er hatte einen Milztumor, wurde schnellstens operiert und erholte sich auch vollkommen davon. Aber seine Chancen auf ein neues Zuhause waren natürlich wieder gesunken. Wer möchte schon einen Hund mit dieser Krankheitsgeschichte? Und tatsächlich war die Entfernung seiner Milz für eine Anzahl von eigentlich für ihn geeigneten Menschen ein Grund, ihn nicht zu nehmen. Wir begannen schon etwas zu verzweifeln.

Da meldeten sich Leute aus Belgien. Ihr Barsoi war gerade verstorben und ohne Barsoi war für sie das Leben nicht komplett. Die Zeit zwischen der Übernahme von Maxim durch aus und dem Anruf von Nancy war zwar lang, aber die Zeit zwischen diesem Anruf und dem Umzug nach Belgien war dafür um so kürzer. Die Familie kam, sah und Maxim siegte.

Maxim, wir wünschen Dir noch viele glückliche Jahre bei guter Gesundheit.

 

THORSTAN       

Thorstan kam aus einer Situation, in der zu viele Tiere vorhanden waren und regelmäßig die zuständige Behörde versuchte, die Anzahl der Tiere zu reduzieren. Thorstan kam zusammen mit seinem Bruder Sindala zu uns. Manchmal tun auch wir Dinge, von denen wir eigentlich tief in unserem Herzen wissen, dass sie nicht vernünftig sind: beispielsweise zwei erwachsene Brüder zusammen zu vermitteln. Die Möglichkeit, dass einer der beiden von dem anderen dominiert wird, ist sehr groß. Und so war es auch bei Thorstan und Sindala. Sindala konnte sich nicht entfalten, weil Thorstan ihm dazu nicht die Möglichkeit ließ. Schweren Herzens entschieden sich die Besitzer, Thorstan wieder an uns zurück zu geben. Das war übrigens genau die richtige Entscheidung, denn Sindala hat sich als Einzelhund enorm gut entwickelt – derartig gut, dass er bald an einem Spaziergang in Kootwijk teilnehmen wird.

Im „Dierencentrum“ stellte sich dann auch bald heraus, dass Thorstan ohne seinen Bruder ein bisschen einfacher war. Am letzten Tag des vorigen Jahres hatte sich jemand gemeldet, der uns sehr geeignet schien. Und das war auch so, wäre nicht die Tatsache gewesen, dass Thorstan entschieden hatte, nicht auf dem Parkett laufen zu können. Das war nämlich sehr glatt und unheimlich. Und was seine neuen Menschen deshalb auch unternahmen, es blieb glatt und unheimlich. Und so kam Thorstan nach ein paar Tagen zum zweiten Mal wieder zurück.

Dann meldete sich jemand bei uns, der sehr an Mahdi interessiert war. Nun hatte Mahdi einen wahrhaft enormen Bewegungsdrang und wir erörterten die Frage, ob sie ihm genügend Freilaufmöglichkeiten bieten könnten. Während dieser Unterhaltung stellte sich heraus, dass sie früher Barois besessen hatten. Der Unterschied in der Haltung eines Barsoi und eines Afghanen ist jedoch sehr groß, also diskutierten wir noch weiter. Eigentlich die idealen Menschen für Thorstan...

Und so geschah es. Wir verabredeten uns in Kootwijk und wie Sie auf dem Foto sehen können, stimmte die Chemie zwischen Mensch und Hund sofort.

Thorstan, oder besser gesagt Igor, viel Glück in Deinem neuen Leben!

 

MAHDI          

Mahdi kam als unglaublich mageres Kerlchen bei uns an; er war so mager und ausgehungert und auch noch so klein, dass wir eigentlich Angst hatten, ihn nicht retten zu können. Aber alles kam glücklicherweise anders. Während er zusammen mit einigen ebenso ausgehungerten ausgewachsenen Afghanen im Auto saß und wir noch einigen Papierkram erledigen mussten, hatte er doch selbst die Chance ergriffen, um eine ganze Tüte Rosinenbrötchen vom Vordersitz durch das Hundegitter nach hinten zu ziehen. Als wir zurückkamen, verschlang er große Stücke Rosinenbrötchen, während die erwachsenen Afghanen stumm zuschauten.

Mahdi kam zu einer netten Familie in Pflege, die bereits einen Afghanen von uns besaß. Und nach einer unglaublich langen Zeit fanden wir doch neue Menschen für ihn. Leider kam Mahdi nach kaum vier Monaten wieder zurück. Seine neuen Besitzer konnten ihm nicht die Bewegung verschaffen, die er bei seiner ersten Pflegefamilie so ausgiebig erhalten hatte. Und Afghanen- oder auch andere Windhundbesitzer wissen, dass sich ein Windhund, der nicht ausreichend Bewegung erhält, mit ein wenig Pech zu einer Art Terrorist entwickeln kann, gegen den kein Kraut mehr gewachsen ist.

Und so machten wir uns auf die Suche nach einer neuen Pflegefamilie – die erste Pflegefamilie zog nämlich gerade um. Und siehe da, wir fanden jemanden, der ihm genau das bieten konnte, was er brauchte: viel Freilauf am Strand und durch die Dünen (haben Sie das Fell vor Augen?) und einen Kumpel, der ihm auf den Strandspaziergängen Gesellschaft leistete und wilde Verfolgungsjagden mit ihm unternahm.

Es meldeten sich zwar ein paar Leute, aber keiner von ihnen war imstande, Mahdi das zu geben, was Jessica ihm geben konnte. Und wir wussten inzwischen, was passieren würde, wenn Mahdi sich langweilte.

Es dauerte nicht lange, bis wir sahen, wie unglaublich gut Mahdi zu Sharif und Jessica passte. Teilnehmer an unserem Spaziergang in Kootwijk, die die drei ein paar Mal zusammen erlebten, sagten dann auch immer: „Was, Sie behalten ihn nicht? Warum?“. Nun, es gab gute Gründe dafür. Also suchten wir weiter. Und wieder meldete sich jemand, der Interesse an Mahdi hatte. Wir nahmen mit Jessica Kontakt auf und sagten: „Bist Du sicher, dass Du ihn nicht behalten willst? Denn es hat sich wieder jemand für ihn bei uns gemeldet. Und bevor wir jetzt ein langes Gespräch mit diesen Menschen führen, fragen wir lieber noch einmal nach.“ Sie wusste es noch immer nicht, also mussten wir die Interessenten anrufen. Weil es viel Arbeit zu erledigen gab, verging ein ganzer Tag, bis wir die Zeit hatten, den Anruf zu tätigen. Ungefähr 10 Minuten, bevor das Gespräch stattfinden sollte, klingelte das Telefon: „Hier ist Jessica. Jedes Mal, wenn mein Telefon läutet, fürchte ich mich, dass es jemand von Euch ist, der sagt, dass Pino (=Mahdi) abgeholt wird. Ich liebe ihn und werde ihn behalten.“

Nun, Pino, das hast Du sehr gut hingekriegt! Einen besseren Platz gibt es für Dich nicht – und wir müssen es wissen. Tun Dein Bestes, nicht so viel jagen und Sharif nicht auf dumme Gedanken bringen und Deinem Frauchen ein bisschen Platz im Bett lassen. Viel Glück, kleiner Mann!

 

GIJS           

Gijs kam am letzten Tag des Jahres 2013 als winziger Welpe zu Voordewindhond. Seine Geschichte war etwas unklar, deutlich war jedoch, dass er möglichst schnell abgeholt werden musste. Einige Menschen werden jetzt denken „Damit unterstützen Sie schlechte Haltung“. Das können wir nachvollziehen. Es ist inzwischen hinlänglich bekannt, dass wir keine überzähligen Welpen von sogenannten „Hundevermehrern“ aufnehmen, aber manchmal ergibt sich aus den Umständen, dass es für den Hund nicht gut ablaufen würde, wenn wir nicht eingreifen würden. Und weil es in erster Linie um das Wohlergehen des Hundes geht und nicht darum, Menschen zu verändern, holten wir Gijs ab.

Gijs kam zunächst zu Rubi in Pflege, die noch eine Woche Urlaub hatte und sich liebevoll um Gijs kümmerte. Danach war er für ein paar Tage bei einem Mitglied des Vorstandes. Dort klingelte am Sonntag das Telefon. Eine nette Familie, die im November ihren Hund hatte einschläfern lassen müssen, wollte sich wieder einen neuen Hund anschaffen. Sie hatten sich für Gijs entschieden.

Manchmal dauern Vermittlungen sehr lange inklusive vieler Telefonate und E-Mails. Das war hier nicht der Fall. Am selben Abend noch kam die ganze Familie, um Gijs zu besuchen. Sie hatten auch Fotos von ihrem letzten Hund dabei. Die Ähnlichkeit mit Gijs war wirklich verblüffend. Die Kinder fanden Gijs toll und Gijs fand die Kinder mindestens ebenso toll. Folglich ging Gijs fröhlich und aufgeweckt mit seinen neuen Menschen mit.

Wir hoffen, dass Gijs, der jetzt Lewis heißt, noch sehr viele Jahre bei Euch sein darf!

 

BEN

Wer Windstärke 14 gelesen hat, weiß, dass der größte Vermittlungsanteil bei den Afghanen und Whippets lag. Einige Rassen landen aus verschiedenen Gründen selten oder nie in der Vermittlung. Der schottische Deerhound ist so eine Rasse. Aber man sollte nie nie sagen, denn plötzlich tauchte Grin auf. Die Besitzer dieses fünfjährigen Deerhounds hatten aufgrund ihrer Arbeitssituation schlicht nicht mehr genug Zeit für diesen freundlichen Rüden.

Die Vermittlungsarbeit ist zeitraubend und manchmal frustrierend, aber sehr oft auch höchst befriedigend. Und einen Vorteil hat diese zeitraubende Vermittlungsarbeit, nämlich dass man so nah „an der Quelle sitzt“. Die Vermittlung von Ben hat das wieder einmal gezeigt.

Der unter den Samstag-Spaziergängern bekannte Macintosh war im Oktober gestorben und die Besitzer hatten sich mehr oder weniger damit abgefunden, dass es bei ihnen vorläufig keinen Deerhound mehr geben würde. Unsere Arbeit als Vermittler hat nämlich zur Folge, dass man nicht so schnell bei einem Züchter einen Hund kauft. Es ist sicherlich nichts falsch daran, sich an einen Züchter zu wenden, aber wenn man wie kein anderer weiß, wie viele ältere Windhunde auf ein neues Zuhause warten, dann wird man doch erst einen dieser Hunde aufnehmen.

Ob nun die Vorsehung eine Rolle spielte oder der Zufall oder Macintosh von seinem Platz in den ewigen Jagdgründen, wir wissen es nicht. Aber kaum drei Wochen nach dem Tod von Mac war da plötzlich Grin. Der konnte doch zu nichts anderem als zum Nachfolger von Macintosh bestimmt sein?

Der Rest ist schnell erzählt. Man lernte sich kennen, eine Woche später wurde Grin – mit einem gewaltigen, prächtigen Korb – abgeliefert und dann konnte sein neues Leben beginnen. Das Leben besteht natürlich aus Spaziergängen in Kootwijk und im Wald von Austerlitz, aber manchmal auch am Strand oder bei den Weiden vor der Haustür. Und Grin, der immer nur als Einzelhund lebte, findet die Gesellschaft von Lodewijk, dem Bürohund, und Pinoli, die denkt, dass sie von allem und jedem der Boss ist, ausgesprochen schön. Kurzum, ein Leben ohne diesen gewaltigen Deerhound, der ein strahlendes Grinsen zu produzieren imstande ist, ist nicht mehr vorstellbar. Vorläufig will Ben im Übrigen nicht fotografiert werden, während er lacht. Sobald er den Fotoapparat sieht, kneift er seine Lippen zusammen. Aber sobald es uns gelingt, ihn beim Lachen zu fotografieren, werden wir dieses Bild veröffentlichen.

 

ROLO

Rolo kam im Frühjahr 2013 zu uns, weil er sich zu Hause mit den dort lebenden Whippets nicht mehr vertrug. Es war für die Besitzer ein schmerzlicher Abschied, über den sie lange nachgedacht hatten. Aber was nicht geht, geht eben nicht und so muss man dann einfach handeln. Also nahmen wir Rolo in Pflege. Er brauchte einige Zeit, um zur Ruhe zu kommen, aber letztlich ging das doch recht schnell. Dennoch hatte er in einer schlechten Nacht gemeint, an seinem Schwanz herum nagen zu müssen. Eine ziemlich blutige Angelegenheit! Es wurde ein kleines Stückchen amputiert und gerade, als alles wieder mehr oder weniger geheilt war, begann das Spielchen aufs Neue. Ein zweites Stückchen vom Schwanz musste entfernt werden. Glücklicherweise konnte eine weitere Wiederholung durch den guten und intensiven Einsatz von Martine verhindert werden.

Das Verhalten von Rolo zeigte uns, dass er nicht schnell Vertrauen fassen würde. Neue Menschen und vor allem Männer beäugt er argwöhnisch. Aber nach einiger Zeit taut er dann auf und wenn er jemanden erst einmal kennt, dann ist alles gut. Außerdem wurde deutlich, dass er nicht viel Trubel um sich haben wollte und sicher kein Haus mit vielen Hunden darin. Alles schön ruhig, alles bekannt und vertraut, das wollte er am liebsten.

Es war natürlich nicht leicht, solche Menschen zu finden. Aber Beharrlichkeit siegt. Ende Dezember nahm ein junges Paar Kontakt mit uns auf. Sie waren nur zu zweit, hatten keine Kinder, ihr alter Hund war verstorben und sie wollten – sehr wichtig – nur einen Einzelhund. Außerdem hatten sie sich mit der Rasse beschäftigt und mit der Züchterin von Rolo ausgiebigen Kontakt gehabt. Die Züchterin hatte übrigens auch regelmäßigen Kontakt mit uns, leistete einen finanziellen Beitrag zum Unterhalt von Rolo und tat ihr Bestes, um bei der Suche nach einem neuen Zuhause mitzuhelfen. Wir können sagen, dass das neue Zuhause ein Resultat der guten Zusammenarbeit zwischen der Züchterin und Voordewindhond ist.

Es sah also sehr gut aus für Rolo. Anfang Januar kamen Daniela und Christian für ein paar Tage nach Holland und am Freitag lernte man sich kennen. Die Reaktion von Rolo war so, wie wir es vermutet hatten: „Hm, neue Menschen, ist mir nicht geheuer, und der Mann, da weiß ich auch nicht so recht, gewiss ein Scheusal.“ Aber er kam – letztendlich – doch mit auf den Spaziergang und als wir alle zusammen nach einer guten Stunde zurück kamen, war die „Sache für Rolo gegessen“. Er fühlte sich sichtlich wohl. Und so beschlossen wir, beim Hotel nachzufragen, ob sie mit dem Hund dort übernachten konnten. Das war keine Schwierigkeit und so ging Rolo für die erste Nacht mit seinen neuen Menschen ins Hotel. Für den folgenden Tag hatten wir uns in Kootwijk verabredet. Dort ist das Foto gemacht worden und wir brauchen nicht viele Worte zu machen: mit Rolo und seinen Menschen klappt es prima.

Viel Glück, Rolo!! Du hast es verdient.

 

JALLA

Jalla kam zusammen mit Droopy zu Voordewindhond, weil ihre Besitzerin fast ans andere Ende der Welt umzog in ein Land, in dem es sich für Hunde nicht gut leben lässt.

Die Hunde waren gerade in Friesland angekommen, als uns schon eine Frau anrief, deren Whippet kürzlich gestorben war. Sie war zwar nicht vollkommen „hundelos“, aber ohne einen Whippet ging es einfach nicht.

Während des Gesprächs stellte sich heraus, dass das vielleicht ein guter Platz für einen der beiden Whippets sein könnte. Wir schickten ein Foto von den beiden Herren und bald darauf klingelte wieder das Telefon. Ja, der eine, der soll es sein. Aber – und der Ton veränderte sich von enthusiastisch nach sorgenvoll – wir haben bereits einen kurzen Urlaub in der Türkei gebucht. Nun, meinten wir, das ist doch schön! Ja aber, zweifelte sie, wenn der Hund dann schon weg ist, wenn wir wieder zurückkommen? Na ja, so gehen wir natürlich nicht vor. Wir sind mit Ihnen im Gespräch und werden das auch zu einem Ende führen, bevor wir uns mit einem anderen Interessenten befassen. Also fahren Sie jetzt erst einmal in den Urlaub und danach kommen Sie nach Friesland und schauen, ob der Hund „in echt“ wirklich so toll ist wie auf dem Foto.

Und so geschah es. Gerade erst war das Flugzeug gelandet, da wurde schon die Reise nach Friesland angetreten. Der Rest lässt sich erahnen. Jalla ging mit nach Hause. Die Berichte sind mehr als gut. Jalla hat sich prima eingelebt und seine Menschen können sich ein Leben ohne Jalla nicht mehr vorstellen.

Jalla, Du hast es toll getroffen!

 

BRAM

Bram hat lange auf sein eigenes Zuhause warten müssen; er saß von April 2012 an auf einer Pflegestelle von Voordewindhond und leider interessierte sich niemand für diesen großen, freundlichen Rüden. Glücklicherweise änderte sich das Mitte November, als ein netter Mann aus Friesland beim Dierencentrum vorbei kam. Er hatte vor kurzem Abschied von seinem eigenen Greyhound nehmen müssen. Es fand ein Spaziergang statt, danach kehrte der Mann nach Hause zurück, um alles gut zu überlegen und mit seiner Frau zu besprechen. Nicht viel später wurde ein Termin ausgemacht, um noch einmal vorbei zu kommen, und dieses Mal kam auch seine „bessere Hälfte“ mit. Bram durfte wieder ein Stück mit spazieren gehen und benahm sich so, wie wir es von ihm kannten: freundlich und ruhig. Damit überzeugte er das Ehepaar, ihn mit zu sich nach Hause zu nehmen.

Als wir drei Wochen später nachfragten, wie es denn mit Bram zu Hause ginge, war die Reaktion ausgesprochen positiv: „Es läuft alles prima und Bram ist ein ganz toller, lieber Hund.“ Ungeachtet seines langen Aufenthaltes in einem Zwinger war Bram stubenrein, was nicht immer zu erwarten ist. Die Menschen gehen viel mit ihm spazieren, aber leider gibt es in der Nähe keine wildfreien Gebiete, wo er rennen könnte. Die Familie will dann auch noch abwarten, ob lange angeleinte Spaziergänge ausreichend sind für Bram, um glücklich zu sein. Nach unserer Ansicht wird sich Bram, der noch nie ein fanatischer Sprinter gewesen ist, so auch wohl fühlen.

Und direkt vor Weihnachten erhielten wir von Bram selbst (der inzwischen Mo heißt) eine sehr nette E-Mail: es geht ihm herrlich in seinem neuen Zuhause, er genießt den Luxus eines Lebens im Haus mit herrlichen Liegeplätzen, täglichen Spaziergängen mit seinem Besitzer und mit der Zuneigung durch seine neue Familie (die neben Menschen auch aus einigen Vollblutpferden besteht).

Lieber Mo, wird freuen uns, dass Du nun endlich ein tolles eigenes Zuhause gefunden hast und wünschen Dir und Deiner neuen Familie ein langes und glückliches Leben.

 

MICHAIL

Michail kam im April vergangen Jahres zusammen mit seiner Wurfschwester über eine deutsche Schwesterorganisation zu Voordewindhond. Beide Barois waren schon fast 10 Jahre alt und hatten in ihrem Leben noch nicht viel von der Welt gesehen. Für Raissa wurde trotz ihres Alters schnell ein neues Zuhause gefunden, aber für Michail nicht direkt. Glücklicherweise gab es eine Pflegefamilie, in der schon ein Barsoi lebte und die sich gerne für einige Zeit um Michail kümmern wollte.

Das taten sie mit viel Liebe und Zuneigung und Michail lernte, wie ein Leben im Haus sein konnte. Leider schlug dann das Schicksal zu: Michail wurde plötzlich todkrank; glücklicherweise wurden wir schnell informiert und dank des schnellen Handelns seiner Pflegefamilie war Michail rechtzeitig beim Tierarzt, der eine Milztorsion feststellte und eine Notoperation durchführte. Spannende Stunden und Tage, ja Wochen von intensiver Betreuung durch die Pflegefamilie folgten und glücklicherweise erholte sich der alte russische Herr in relativ kurzer Zeit wieder gut.

Als Michail wieder genesen war, brachte man ihm bei, wie man sich im Rudel verhält. Sie erhielten dabei Hilfe von ihrer eigenen Barsoi-Dame, die die Gesellschaft eines Rassegenossen auch besonders zu schätzen schien. Durch ausführliche E-Mails und Fotos wurden wir regelmäßig über die Fortschritte informiert. Das Vermittlungsteam war sich einig darüber, dass es Michail mit seiner Pflegefamilie besonders gut getroffen hatte, und wir hofften insgeheim ein wenig, dass Michail für seine letzten Jahre dort bleiben dürfte, denn ehrlicherweise konnten wir uns kaum einen besseren Platz für einen so weltfremden, älteren Barsoi vorstellen. Und was für ein Glück hatten wir, aber vor allen Dingen Michail, als wir am 1. Weihnachtstag eine E-Mail erhielten von der Familie mit der Frage, ob Mike (denn so wurde Michail im Alltag genannt) bei ihnen bleiben dürfe. Selbstverständlich war unsere Antwort ein vollmundiges „Ja“.

Liebe Monique, lieber Willem, liebe Diva, wir danken auch für Eure gute Pflege von Mike und gehen davon aus, dass Ihr alle vier noch viele schöne, gesunde und glückliche Jahre erleben dürft. Und Mike, genieße das Liegen auf allen Stühlen und Sofas!

 

GEORGE

George kam als unerzogener junger Afghane zu uns. Er kannte bis zu diesem Zeitpunkt nur Windhunde und fand demzufolge alle anderen Hunde – also ziemlich viele – merkwürdig und eigentlich überflüssig. Mit dieser Ansicht hielt er auch nicht hinterm Berg. Über dieses merkwürdige Verhalten haben wir natürlich auf unserer Website berichtet. Es macht nämlich  keinen Sinn, einen Hund als problemlos zu beschreiben, wenn er es nicht ist.

Vielleicht lag es an unserer Ehrlichkeit, dass sich niemand für diesen schönen Hund meldete. Durch die sehr bemühte Hilfe von Martine besserte sich sein Verhalten schnell. Auch über diese Fortschritte berichteten wir auf der Website, aber leider meldete sich immer noch niemand. Wir veröffentlichten ein anderes Foto von ihm, auf dem ein grinsender George über die Spielwiese sauste. Wieder keine Reaktion. Ende Oktober nahm einer der Verfasser der Texte auf der Website George zu sich nach Hause. Innerhalb kürzester Zeit war George der dickste Kumpel aller dort lebenden Windhunde. Er lernte mit Lichtgeschwindigkeit, dass man auf dem Sofa schlafen und auf der faulen Haut liegen konnte, dass man zusammen mit den Menschen zu Bett ging, dass man morgens ein Leberwurstbrot bekam und dass man manchmal ins Auto stieg, um danach auf einem riesigen Sandgebiet ausgiebig zu rennen. Einfach herrlich!

Wir machten wiederum ein neues Foto von George, dieses Mal auf dem Sofa liegend. Ob das den Unterschied ausmachte? Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen, ist, dass sich kurz nach Erscheinen des Fotos tatsächlich 7 Menschen für George meldeten. Die ersten beiden kamen aus unterschiedlichen Gründen nicht in Betracht, aber bei den dritten Bewerbern passte es. Viel Erfahrung mit Afghanen, alle Zeit der Welt, um sich um einen neuen Hund zu kümmern, also genau das, wonach  wir für George suchten.

Wir unternahmen zusammen einen Spaziergang in Kootwijk und sofort stellte sich heraus, dass George seine eventuellen neuen Menschen sofort ins Herz geschlossen hatte. Er schaute während des Spaziergangs immer mal wieder – nein, nicht nach seiner Pflegemutter – nach  seinen neuen Menschen. George wurde gebeten, ins Auto zu steigen: dass Zögern, dass er dabei zeigte, resultierte eher daraus, dass er ein zweitüriges Auto nicht kannte. Als ihm seine Pflegemutter noch einen unzweifelhaft sinnlosen und überflüssigen Ratschlag geben wollte und dazu ihren Kopf ins Auto steckte, drehte George seine lange blonde Nase demonstrativ in die entgegengesetzte Richtung. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Viel Glück Euch Dreien in Rotterdam!

 

FAYSAL

Faysal war ein Pechvogel sondergleichen: er wurde mit einer Missbildung an den Vorderpfoten geboren, an der er in seinem Geburtsland einige Male operiert werden musste. Danach landete er bei netten Menschen, die aber viel zu viele Hunde besaßen.

An einem eiskalten Tag Ende 2011 zog er auf die Pflegestelle in Drachtstercompagnie um. Der vorherige Eigentümer hatte uns berichtet, dass er sich bei einer wilden Verfolgungsjagd einer benachbarten Ziegenherde verletzt hatte. Auf jeden Fall sah es für uns so aus, dass er vor allen Dingen mit seinem Hinterbeinen seltsam lief.

Wir gingen mit ihm zum Tierarzt, der bei der Untersuchung feststellte, dass sein Knieband abgerissen war – während der Ziegenjagd? -, was nicht behandelt worden war. Es blieb nichts anderes als eine Operation, in der das Knieband ersetzt werden sollte. Die Operation verlief komplikationslos, Faysal erholte sich gut und hatte in Martines Büro sehr viel Spaß mit all den Milchkännchen und Zuckerdosen, die er vom Tisch holen konnte.

Nachdem wir schon die Hoffnung hatten, dass mit Faysal alles wieder in Ordnung kommen würde, erfolgte nach sechs Wochen ein weiterer Rückschlag. Eines Morgens konnte er nicht mehr auf seinem operierten und inzwischen angeschwollenen Bein stehen. Also zurück zum Tierarzt. Der stellte fest, dass das neue Knieband erneut gerissen war. Er musste also wieder operiert werden. Neues Knieband, neue Rehabilitation. Und natürlich wurde Faysal stark eingeschränkt. Er durfte einfach gar nichts. Hundert Meter an der Leine laufen und schnell wieder zurück.

Aber schließlich war auch das Elend vorbei. Und dann begann das lange Warten. Faysal wurde in das Patenhundeprogramm aufgenommen und jemand aus der Schweiz, der ihn sehr gerne haben wollte, zu diesem Zeitpunkt dazu aber nicht in der Lage war, wurde sein Pate.

Inzwischen war ein Mitglied des Vorstandes in den Bann dieses gigantischen Rüden mit seinem unverwüstlichen Optimismus geraten. Nun, könnten Sie vielleicht denken, wo liegt das Problem: Nehmen Sie den Hund doch. Aber so einfach ist das denn doch nicht. Die Gefahr in unserer Arbeit liegt darin, dass man leicht in die Versuchung kommt, „noch einen dazu zu nehmen“ und bevor man es merkt, ist man selbst zu einem „Tiersammler“ geworden. Also nutzte sie jede sich bietende Gelegenheit, um mit Faysal spazieren zu gehen oder anderes zu unternehmen. Aber Faysal musste auf seine Menschen warten.

Und 653 Tage nach dem kalten Tag Ende Dezember 2011 kamen diese Menschen! Faysal ging mit spazieren, betrug sich vorbildlich, sprang ins Auto und reiste nach Amsterdam ab. Er unterzog sich mit Enthusiasmus einem Bad inklusive Shampoobehandlung und lernte am selben Tag noch Treppensteigen. Nun muss er nur noch lernen, mit seinem großen Gewicht nicht so an der Leine zu ziehen, aber daran wird gearbeitet.

Also Faysal, nichts wie ran, wir haben die für Dich bestmöglichen Menschen ausgesucht. Wir hoffen, Dich noch oft in Kootwijk zu sehen. Und viel Erfolg in Deinem Bemühen, ab und zu einen Happen Thunfischsalat zu ergattern...

 

 

 

VALESCA

Valesca war fast 7 Monate bei uns in Pflege und wir hatten den starken Verdacht, dass sie das Leben bei ihrer Pflegefamilie eigentlich ganz prima fand. Ab und zu kamen Menschen, die Interesse an dieser wunderschönen Chart Polski-Dame hatten, aber dann ließ Valesca deutlich spüren, dass sie kein Interesse hatte, oder die Vermittler waren davon überzeugt, dass Valesca nicht der richtige Hund für den beispielsweise anwesenden Hund der potentiellen neuen Eigentümer war.

Kurzum: der Verdacht lag nahe, dass Valesca selbst beschlossen hatte, den Rest ihres Lebens bei ihren Pflegeeltern zu verbringen. Dann aber nahm eine deutsche Frau mit uns Kontakt auf. Sie lebte in ruhigen und stabilen Lebensumständen, hatte zwar keine Windhund-Erfahrung, dafür aber viel Erfahrung mit Rhodesian Ridgebacks, einer auch sehr zurückhaltenden und selbständigen Rasse. Sie interessierte sich für Valesca; und so wurde die Reise von Deutschland nach Nord-Holland angetreten.

Man lernte sich in aller Ruhe kennen, man ging miteinander spazieren: sehr schnell war das Eis gebrochen und – in diesem Fall nicht ohne Belang – Valesca zeigte deutlich, dass diese Frau aus ihrer Sicht in Ordnung war.

Umgekehrt war die Frau sehr angetan sowohl von Valescas Äußerem als auch vor allem von ihrem Charakter, der dem ihres vorherigen Hundes sehr ähnelte.

Beim Auto drehte sich Valesca noch einmal um, aber nach Ermunterung durch ihre Pflegemutter „Alles gut, Mädchen, gehe ruhig mit“ sprang sie ins Auto und machte sich auf den Weg in ihr neues Zuhause.

Inzwischen sind die ersten E-mail-Bericht bei Voordewindhond eingetroffen: Valesca benimmt sich anständig und nett und ist laut Elske eine wunderbare Gesellschaft im Haus für sie. Sie hat uns außerdem mitgeteilt, dass sie noch nie einen so tollen Hund gehabt hätte und dass wir uns von der Idee verabschieden müssten, Valesca käme jemals wieder zurück zu uns.

Das tun wir doch gerne! Valesca, beziehungsweise Polly, viel Glück!

 

HAJO

 

Hajo war rund ein Jahr bei uns in Pflege. Im Frühjahr hat er uns ziemliche Sorgen bereitet durch ein akutes Versagen der Bauchspeicheldrüse, aber glücklicherweise erholte er sich durch gute tierärztlich Behandlung, hingabevolle Pflege und die richtige Medikamentengabe davon. Aber... er braucht natürlich sein Leben lang Medikamente und das erschwert die Vermittlung eines Hundes leider oft.

Doch glücklicherweise meldete sich vor kurzem ein Paar, das sich Hajo ausgesucht hatte. Sie hatten sich inzwischen darüber informiert, was es bedeutete, einen Hund mit einem Bauchspeicheldrüsenproblem zu haben und hatten festgestellt, das man damit eigentlich gut leben könnte. Also fand eine von Erfolg gekrönte Begegnung statt und Hajo sprang dann auch recht schnell ins Auto, auf dem Weg in ein neues Leben!

Die ersten Berichte hören sich gut an, obwohl seine neuen Menschen in der ersten Woche ordentlich was mitmachen mussten mit ihm. Die erste Woche sei sehr anstrengend gewesen, denn trotz seiner Couch-Freundin (eine Grippet-Dame, die im Haus anwesend war) machte er jede Nacht Theater. Alle drei Stunden wurde er wach und versuchte dann, mit allen Mitteln und viel Lärm aus dem Wohnzimmer zu gelangen. Die ersten Nächte vermuteten seine Menschen, dass er von Verlassensängsten geplagt war. Sie gingen also brav nach unten, beruhigten ihn und legten ihn wieder auf sein Schlafsofa zurück. Dann ging Hajo auch wieder brav schlafen, bis er wieder wach wurde und das Ganze von neuem begann.

er von Verlassensängsten geplagt war. Sie gingen also brav nach unten, beruhigten ihn und legten ihn wieder auf sein Schlafsofa zurück. Dann ging Hajo auch wieder brav schlafen, bis er wieder wach wurde und das Ganze von neuem begann.

Glücklicherweise sind seine Menschen nicht nur nett und geduldig, sie sind auch schlau. Nach 5 Nächten kamen sie dahinter, dass Hajo keine Verlassensängste hatte, sich aber ein unglaublich nettes Spielchen ausgedacht hatte. Sobald sich die Tür öffnete und er seine Menschen erblickte, lief er schnell schwanzwedelnd auf sein Sofa und schaute in die Runde mit so einem Blick wie „Ha, wieder Erfolg gehabt, sie sind nach unten gekommen!“ Inzwischen schläft er brav durch.

Hajo ist auch ein erstklassiger Dieb und weil seine Freundin auch so eine Räuberbraut ist, ist das natürlich ein wenig lästig. Daran muss auch noch gearbeitet werden. Hajo ist aber auch ein Schmusebär und langsam lässt er erkennen, dass in ihm auch ein Komiker steckt.

Wir sind sicher, dass es für diesen Grippet-mit-Pech gut ausgehen wird.

 

HUGO

Hugo wurde abgegeben, weil sein Besitzer nicht mehr mit ihm zurecht kam. Alles war eigentlich gut gelaufen, bis ein weiterer, noch nicht erwachsener Hund dazu angeschafft wurde. Hugo war schon immer nicht der einfachste an der Leine gewesen und ganz sicher dann nicht, wenn ihm andere, feindselige Hunde entgegen kamen. Aber seit der junge Hund vorhanden war, wurde sein Verhalten immer schlimmer.

Hugo kam auf unseren Pflegeplatz in Belgien und dort lief es eigentlich sehr gut. Er machte nur wenige bis gar keine Anstalten, andere Hunde anzubellen, und auch während der Spaziergänge an der Leine verhielt er sich relativ normal, wobei eine kurze Ermahnung bei unerwünschtem Verhalten ausreichte, damit er sich wieder ordentlich betrug.

Eines Tages läutete bei einem unserer Vermittler das Telefon: eine sehr junge Stimme fragte „Glauben Sie, dass Hugo der richtige Hund für uns wäre?“ Das war der zehnjährige Simon, der mit seinem Eltern und seinem Bruder schon einige Whippets und Grippets in Pflege gehabt hatten. Der Vermittler antwortete: Ich glaube, dass Ihr genau die richtigen Menschen für Hugo seid!“ Der Umzug wurde organisiert und Hugo zog bei Simon und seiner Familie ein, in der übrigens auch zwei mit allen Wassern gewaschene Whippet-Damen leben, die so einem kleinen Großmaul durchaus Paroli bieten können.

Und tatsächlich, Hugo war nicht einfach und war noch immer der Meinung, dass andere Hunde „mit Feuer und Schwert“ bekämpft werden müssten. Womit er nicht gerechnet hatte, war die Hundeerfahrung seiner neuen Besitzer. Die übernahmen das Kommando und siehe da, sein Benehmen wurde stets besser. Die Whippet-Damen mögen ihn eigentlich ganz gerne und mit Simon, seinem Bruder und Hugo, der jetzt auf den Namen Eddy hört, läuft es phantastisch. Eddy ist eigentlich ein lieber Hund, der nichts schöner findet als bei seinen Menschen zu sein, der aber als junger Hund auf die eine oder andere Weise nicht die richtige Erziehung erhalten hat. Aber das wird schon noch werden.

Vorige Woche kam folgender Brief von Simon:

 

„Dürfen wir Eddy behalten?“

Sie wissen sicher, wie die Antwort lautete...

Gib` Dein Bestes Eddy, besser hättest Du es nicht treffen können! Und Simon, Du bist toll!

 

ROCKY

Rocky zog kurz nach dem Tod seines Besitzers zu einem neuen Herrchen um. Leider entstand zwischen Rocky und seinem neuen Menschen keine Beziehung und so kamen wir ins Spiel. Rocky kam auf einen Pflegeplatz und stellte sich als ein unglaublich lieber, anhänglicher und geselliger Grippet heraus. Alle Menschen, die zu Besuch kamen, wurden herzlich von ihm begrüßt. Alle Hunde, egal ob Rüde oder Hündin, Windhunde, „gewöhnliche Hunde“, alles und jedes fand er toll.

Wir verstanden dann auch eigentlich nicht so recht, warum Rocky doch noch so lange auf seine neuen Besitzer warten musste. Aber nach 96 Tagen war es dann so weit. Zwei besonders nette Menschen aus Norddeutschland besuchten Rocky und wie zu erwarten verlief die Begegnung ausgezeichnet. Rocky fuhr mit nach Hause. Die ersten Berichte sind prima. Er kommt wunderbar mit dem vorhandenen Jack Russell zurecht. Er genießt die Spielchen mit dem Ball und dem Frisbee und gehorcht ganz ausgezeichnet.

Aber dann wurde ihm etwas zum Verhängnis: durch die Krankheit von Arbeitskollegen einer seiner neuen Besitzer musste Rocky schon nach einer Woche ein paar Stunden allein zu Hause bleiben. Leider etwas zu früh für ihn. Bei der Rückkehr nach Hause lagen die Gardinen als undefinierbares Bündel auf dem Boden. Rocky hatte sie in seinem Bemühen, seinen Menschen nach draußen folgen zu können, herunter gerissen. Das war natürlich nicht schön und der Schreck bei Mario und Franzi saß tief. So würde das doch nicht immer bleiben, oder? Und so dachten sie, dass dieses Verhalten vielleicht auch der frühere Abgabegrund für Rocky gewesen sein könnte. Glücklicherweise konnten wir sie beruhigen und guten Gewissens sagen, dass davon keine Rede sein konnte. Wir gaben Tipps und Ratschläge und siehe da: alles erledigt.

Inzwischen war Rocky mit im Urlaub in Österreich und es sieht ganz danach aus, dass er und seine Menschen noch ein langes und glückliches Leben miteinander haben werden.

 

BARAKH

Barakh kam als junger Hund zu uns und wurde von einem belgischen Ehepaar liebevoll aufgenommen. Sie hatten zunächst das eine oder andere mit ihm auszuhalten, aber nach einiger Zeit hatte er doch verstanden, dass er beispielsweise die Hausschuhe wirklich in Ruhe lassen musste. Dann der Schicksalsschlag: das Frauchen von Barakh erkrankte schwer. Glücklicherweise erholte sie sich wieder, aber ganz die Alte wurde sie nicht mehr. Ihr Mann musste sich jetzt ausschließlich allein um Barakh kümmern und musste nach einiger Zeit einsehen, dass es so nicht ging. Die Kombination von einem noch sehr jungen Afghanen, der so seine eigene Vorstellung vom Tagesablauf hatte, und der Fürsorge für seine Frau war zu schwierig. Barakh bekam nicht das, was er brauchte und leider machte sich diese Tatsache auch ein bisschen bemerkbar hinsichtlich seines Verhaltens. Er hatte es sich beispielsweise angewöhnt, beim Anblick eines anderen Hundes – Windhund oder nicht – vollkommen außer sich zu geraten.

Das demonstrierte er auch brav, als wir ihn auf einem Parkplatz in Arnhem in Empfang nahmen. Sobald er Egon mit Stella erblickte, sprang er schon laut kreischend zwei Meter sich um sich selbst drehend in die Luft. Nun hätte er natürlich früher aufstehen müssen, um mit einem solchen Verhalten zum Erfolg kommen zu können, aber wir waren schon sehr überrascht, dass aus dem ehemals kleinen Knäuel so ein Hitzkopf geworden war. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass – als er wieder auf seinen Füßen stand und ihm deutlich zu verstehen gegeben worden war, dass das doch ein über die Maßen idiotisches und unerwünschtes Verhalten war – er sich doch leicht zur Vernunft bringen ließ. Er guckte jedenfalls sehr erstaunt mit seinen schwarzen Knopfaugen hoch, als ob er sagen wollte, was machst Du denn für einen Aufstand. Das mache ich doch immer so. Darf ich das denn nicht?

Barakh kam nach Drachterscompagnie und bekam es dort mit Martine zu tun, die sich auch nicht von seiner seltsamen Machdemonstration beeindrucken ließ. Und allmählich schien er zu begreifen, dass man sich auch anders verhalten konnte. Es stellte sich allein die Frage, wie schnell wir jemanden finden könnten, der Barakh weiter auf diesem Weg würde begleiten können. Glücklicherweise dauerte es nicht gar so lange: acht Wochen nach seinem außergewöhnlichen Einzug meldete sich jemand mit viel Afghanenerfahrung. Der Rest ist Geschichte. Barakh ist gut eingebürgert. Nach ein paar Tagen lag er schon auf dem Rücken auf dem Sofa mit seinen Pfoten in der Luft. Das sieht vielversprechend aus. Auch sein Kreischen und um sich selbst Drehen führt er immer seltener auf. Also, Barakh, auf geht`s!

 

MANTA

Manta ist ein Grippet, der nicht auf unserer Website stand. Noch bevor wir etwas über ihn schreiben konnten, hatten wir bereits einen guten Platz für ihn gefunden. Manta war ein junger Rüde von noch nicht mal einem Jahr, als er abgegeben wurde. Die Grund dafür war die Fehleinschätzung der Menschen hinsichtlich des Bewegungsdranges, den ein junger Grippet nun einmal aufweist. Die nötige Bewegung konnten sie ihm nicht verschaffen, was sie auch für Manta sehr bedauerlich fanden.

Manta kam in Pflege und entpuppte sich als ganz gewöhnlicher geselliger Grippet, der tatsächlich viel Bewegung brauchte. Wir kamen in Kontakt mit einer Frau, die einen neuen, zweiten Hund suchte. Ihr alter Hund, ein Weimaraner, war schwer krank. Es ging ihm zwar noch einigermaßen gut, aber sie konnte es sich nicht vorstellen, plötzlich ohne Hund zu sein. Eigentlich wollte sie einen großen Hund. Aber Manta war nun einmal nicht größer als er ist, und er war gut so, wie er ist. Und ehrlich: nach kurzer Zeit sieht man nicht mehr, ob ein Hund nun sehr groß ist oder aber kleiner, als man ihn ursprünglich wollte. Dann liebt man ihn einfach. Punktum!

Und so kam es auch. Manta hat sich gut eingelebt, rennt für sein Leben gern und sein Frauchen beschreibt ihn als „lieb, lustig, nicht mehr zu klein und ein Geschenk“. Das sieht doch so aus, als ob jede Seite sehr glücklich miteinander ist. Weiter so!

Aber, Manta, ein bisschen weniger andere Hunde anpöbeln, die Dir entgegenkommen! Das kommt nämlich nirgendwo gut an!

 

HADIM

Hadim hatte schon einiges hinter sich, als er zu uns kam. Zuhause verstand er sich nicht mehr mit seinem Rudel. Seine Besitzer baten uns zunächst, Hadim zur Beobachtung bei uns aufzunehmen. Hadim machte tatsächlich einen sehr gestressten Eindruck, als er bei uns eintraf. Aber wie in so vielen Fällen taten ihm die Ruhe und der regelmäßige Tagesablauf in der Pension sichtlich gut. Allmählich wurde er auch selbst ruhiger und nach relativ kurzer Zeit konnte Martine berichten, dass Hadim aus ihrer Sicht nun vermittelt werden könnte, allerdings zu Menschen, die schon einige Erfahrung mit Afghanen haben sollten. Es gab keinen Grund anzunehmen, dass wir solche Menschen nicht finden würden.

Also begann das Warten auf den passenden Anruf. Aber was auch geschah, für Hadim meldete sich niemand. Bis ein älteres, Afghanen erfahrenes Ehepaar anrief. Ihr Hund, auch von Voordewindhond, musste sterilisiert werden, hatte aber die Operation nicht überlebt. Die Trauer war groß. Aber die Überzeugung, dass ein Leben ohne Afghanen nicht zu ertragen wäre, war ebenso groß. Es entstand eine lebhafte Korrespondenz darüber, welcher Afghane am besten passen würde. Letztendlich entschied man sich für zwei Afghanen: Hadim und Stella verstanden sich sehr gut und außerdem hatte das Ehepaar immer mehrere Afghanen gehalten. Beide Hunde waren schon etwas älter und brauchten nicht mehr jeden Tag stundenlange Bewegung.

Wir brachten Hadim, zusammen mit Stella, zu ihrem neuen Zuhause. Manchmal sieht man, wie vor den eigenen Augen eine Freundschaft zwischen Mensch und Hund entsteht: Hadim und der Hausherr waren sofort voneinander angetan.

Dann geschah etwas ziemlich Fürchterliches: Hadim war gerade dabei, ein paar Leckerbissen von der Arbeitsplatte zu stehlen, als die Hausherrin reflexhaft versuchte, ihm das Diebesgut wieder abzunehmen. Kurz und gut, wir alle kennen solche Reflexe – die Verfasserin dieses Textes glaubte vor langer Zeit, sie könne zwei kämpfende Afghanenrüden trennen und hat davon noch heute gut sichtbare Zeichen auf den Armen...

Der Schreck war groß: eigentlich sollte Hadim wieder zurückgegeben werden. Erneut wurden lange Gespräche geführt, mit uns und auch mit der neuen Vorsitzenden von Windhunde in Not, und immer noch war nicht klar, was nun das Beste wäre. Denn Hadim war doch eigentlich sehr lieb. Letztendlich wurde – dank der Unterstützung von der Windhundhilfe – ein Abholdatum festgelegt. Und dann passierte genau das, was eigentlich schon immer zu spüren war: die Liebe zwischen dem Hausherrn und Hadim war inzwischen so groß, dass er sich ein Leben ohne Hadim nicht mehr vorstellen konnte.

Also, Frauchen von Hadim: alles Essbare bitte außer Reichweite! Und wenn es ihm doch gelingen sollte, etwas zu stehlen, einfach zur Seite schauen und sich sagen „eins zu null für Hadim“. Und Hadim, nicht nach Menschen schnappen oder sie sogar beißen! Das ist wirklich ganz schrecklich, und ein echter Afghane tut so etwas nicht.

 

STELLA

Stella war sage und schreibe 573 Tage in Pflege. Fünfhundertdreiundsiebzig! Stellen Sie sich vor, Sie müssten so viele Tage in einem Hotel leben! Das würde Ihnen wahrscheinlich eines Tages auch zum Halse heraushängen. Glücklicherweise sind Hunde solchen Gefühlen nicht so sehr ausgeliefert, aber es wurde jetzt wirklich Zeit, dass Stella auch ein neues Zuhause bekam.

Stella hatte – zum Glück für unsere Kasse – sehr großzügige Paten. Leider verstarb ihr eigener Hund (auch von uns, vielleicht erinnern Sie sich noch an Lydia?) durch einen unglücklich verlaufenen Eingriff beim Tierarzt auf dem Operationstisch. Die Trauer war wirklich sehr groß, denn obwohl Lydia noch nicht lange bei ihnen gewesen war, war die Bindung zwischen ihr und ihren Menschen vom allerersten Moment an sehr gut und eng gewesen. Lydia hatte auf verschiedene Weise auch immer deutlich gemacht, wie glücklich sie in ihrem neuen Zuhause war. Es war so, als ob Lydia schon ihr ganzes Leben dort gewohnt hatte.

Kurzum, nach vielen Gesprächen und einiger Korrespondenz – siehe auch den Text über Hadim – wurde beschlossen, dass Stella vom Patenhund zum eigenen Hund aufsteigen sollte.

Stella unternahm gelassen die enorm lange Reise aus dem nördlichsten Holland in ein hinter Wien gelegenes Dorf. Autofahren ist schließlich ein famoser Zeitvertreib. Zunächst war es hinten im Auto ein wenig eng: nicht weniger als vier Hunde wurden zeitweise transportiert, aber jeder, auch Stella, benahm sich sehr artig! Stella fand ihre neue Umgebung außerordentlich interessant und während Hadim sich ausgiebig mit seinen neuen Menschen beschäftigte, machte sich Stella auf den Weg. „Was passiert wohl, wenn ich den schrägen, befestigten Pfad entlang laufe?“ „Also, dann komme ich zu einer Art Aussichtsposten. Ist das Leben nicht schön? Dann kann ich den ganzen Tag über die umliegende Landschaft schauen und kann außerdem gut im Auge behalten, was in meinem Garten und in meinem Zuhause passiert. Was will ein Afghane noch mehr?“

Stella hat sich gut eingelebt und wird von ihrem Frauchen als ein „liebes Biest“ beschrieben. Stella entscheidet, ob und wann und wie lange ihr über den Kopf gestreichelt werden darf und muss. Hört ihr Personal vorzeitig mit Streicheln auf, dann beginnt sie fordernd zu quengeln. Weitermachen!! Aber wehe, wenn ein dreistes Mitglied des Personals Stella ungefragt über den Kopf streicheln will. Falsch, falsch, falsch! Dann verschwindet Stella mit einem hochmütigen Blick in ein anderes Zimmer.

Stella, wir hoffen, dass Du Deine letzten Jahre mit viel Liebe verbringst. Und versuche, ein bisschen weniger Biest und ein bisschen mehr lieb zu sein!

P.S.: Wir sind sehr dankbar, dass die Besitzer von Stella beschlossen haben, Paten zu bleiben, aber jetzt von Khadija.

 

OBERON

Oberon kam als junger französischer Hund zu uns. Trotz seiner kurzen Lebenszeit war auch sein Fell dermaßen verfilzt, dass wir ihn scheren mussten. Oberon war der Prototyp eines afghanischen Lausbuben. Die Zwinger – in denen die Hunde natürlich nicht den ganzen Tag verbringen – haben eine Zaunhöhe von 1,80 m. Hoch genug, sollte man meinen, aber nicht für Oberon... Sobald er Geräusche aus der Spülküche hörte, stand er einen Augenblick später auch schon dort. Aber nicht, um auf Entdeckungsreise zu gehen, nein, einfach nur: „Ich will nur mal schauen, was Ihr hier so tut“. Egon brachte auf Martines Vorschlag hin eine Art Dach auf Oberons Zwinger an, aber es blieb noch eine Ritze von ungefähr 25 cm übrig. Sie können sich denken, was passierte.

Es könnte durchaus sein, dass seine Abenteuerlust die Menschen davon abhielt, ihn zu sich zu nehmen. Auf jeden Fall dauerte es noch eine ganze Zeit, bis sich jemand für Oberon meldete.

Die Leute, die im Jahr 2012 unserem uralten französischen Afghanen (Sie wissen schon, Geronimo, der bei dem Teich) ein gutes Zuhause gaben, teilten uns mit, dass er an einem Sommerabend plötzlich im Garten verstorben war. Die Trauer war groß und es war noch viel zu früh, um sich Gedanken über einen Nachfolger zu machen. Aber ein gutes Gespräch über die Trauer um einen geliebten Hund, auch wenn man ihn nur 8 Monate gehabt hat, kann auch etwas bewirken. Und in diesem Fall war das auch so. Ein paar Tage nach dem Gespräch über Geronimo kamen ein paar vorsichtige Informationswünsche über Oberon. Könnte der etwas für uns sein? Wir glaubten schon. Das einzige „Problem“ war, dass man noch vorher in die Ferien fahren wollte. Gut, dann machen wir doch einen Termin nach den Ferien aus? Keine Sorge, Oberon wartet schon noch eine Woche. Und so geschah es.

Der Tag der Begegnung war vielleicht nicht die glücklichste Wahl. Im “Dierencentrum“ war viel los gewesen und zu allem Überfluss führte die Route der „avondvierdaagse“ (eine jährlich wiederkehrende Wanderveranstaltung in den Niederlanden mit großer Beteiligung, bei der an vier aufeinanderfolgenden Tagen gewandert wird) an dem Abend genau am „Dierencentrum“ vorbei. Diejenigen von Ihnen, die in den letzten Jahren etwas mit dieser Veranstaltung zu tun gehabt hatten, werden zweifellos wissen, welchen unglaublichen Lärm die jungen Teilnehmer machen. Das alles hatte seinen Eindruck bei Oberon hinterlassen und er schien ein wenig scheu und ängstlich zu sein.

Nun, von Angst oder Scheu war recht schnell nichts mehr zu merken. Oberon, der jetzt Maxime gerufen wird, hat jeden Tag eine schöne Überraschung für seine Menschen parat. So hat er eigenhändig Bruno, den Karpfen, aus dem Teich gefischt und leider auch enthauptet. Und Maulwürfe, die so dumm sind, an die Oberfläche zu kommen, können damit rechnen, dass Maxime schnell wie die Feuerwehr versucht, sie zu fangen. Und das ist ihm auch bereits gelungen!

Maxime passt fantastisch in sein neues Zuhause. Er ist der dickste Kumpel der beiden anderen zwei Afghanen. Wir glauben, dass wir für Maxime kein besseres Zuhause hätten finden können.

Maxime, ein bisschen mehr Gelassenheit, was das Vernichten von Fischen, Maulwürfen, Gießkannen und anderen nicht lebenden Dingen angeht. Viel, viel Glück!

 

SALLY

Sally kam stark verwahrlost aus Frankreich zu uns; ihr Fell war total verfilzt, aber glücklicherweise haben wir allmählich einige Erfahrung gesammelt im Abscheren von dicken verklebten und verfilzten Fellstücken. Unter dem Fellberg kam eine junge, aufgeweckte Hündin zum Vorschein, die sich zu einer geistreichen, schnellen und erfinderischen Repräsentantin ihrer Rasse entwickelte. Viel hatte man ihr nicht beigebracht, obschon sie sehr gut an der Leine lief. Und dann begann das große Warten. Neuigkeiten verbreiten sich in der Windhundwelt jedoch schnell und ein Ehepaar aus Österreich, bereits im Besitz eines Afghanen, wurde durch gemeinsame Bekannte darüber informiert, dass ein anderes österreichisches Ehepaar von uns einen Hund bekommen sollte und dass noch viel mehr Afghanen in den Niederlanden auf ein gutes Zuhause warteten. Und sie wollten doch eigentlich auch noch einen Afghanen, oder? Aber wie kommt man an seinem Ferienort ohne Internet an die Kontaktdaten von Voordewindhond? Aber es fand sich alles. Der Kontakt kam einen Tag vor der geplanten Reise zustande. Inzwischen waren sie wieder zu Hause und hatten uns auch über das Internet gefunden.

Sie interessierten sich für Sally. Einer ihrer Afghanen war vor kurzem verstorben und der übrig gebliebene Rüde, Merlin, trauerte um den Verlust. Vielleicht könnte Sally ihm wieder seine Lebensfreude zurückgeben? Und so fuhr Sally erst noch rasend schnell zum Tierarzt zur Gesundheitskontrolle und Tollwutimpfung (ja, wir wissen, was Sie jetzt denken... Sie haben recht). Nach einer langen Fahrt trafen Hunde und Menschen aufeinander. Eva fand Sally sofort schön und lieb, Merlin interessierte sich nicht sonderlich für sie, aber Sally selbst war gleich fasziniert von dem immens großen Garten, der offensichtlich zu ihrem neuen Zuhause gehörte, und vor allem von der Hecke, die darum herum war. Ein Afghane geht natürlich erst mal nachschauen, ob es nicht irgendwo eine Pforte gibt. Der Garten ist zwar sehr groß, aber da draußen ist es noch viel größer! Nach ungefähr 10 Minuten hatte sie tatsächlich eine Ritze entdeckt, durch die auf jeden Fall ihr Kopf prima hindurch passte. Zum Leidwesen von Sally ist Eva auch nicht von Gestern und so schloss sie schnell provisorisch diesen illegalen Ausgang.

Inzwischen sind ein paar Wochen vergangen und die Eingewöhnungsberichte hören sich sehr gut an. Merlin ist aufgelebt, und zwar so sehr, dass er manche alten Jugendstreiche hervorgekramt hat und jetzt wieder Lust dazu hat, zusammen mit Sally das Schlafzimmer umzugestalten. Sally ist es natürlich auf andere Weise gelungen, über den Zaun zu klettern: über die Abdeckplatte des Schwimmbades. Die kann man nämlich sehr gut als Sprungbrett benutzen. Aber alles halb so schlimm, denn nun hat Thomas auch da einen Riegel vorgeschoben.

Sally, tu Dein Bestes und benimm Dich!

 

KIRASH

Kirash hat sein Zuhause verloren, weil sein Besitzer in ein Altenheim umziehen musste. Im „Dierencentrum“ lernten wir Kirash als einen prototypischen spitzbübischen Afghanen kennen, allzeit bereit zu einem Afghanen-Späßchen – gerade nicht kommen, wenn sie gerufen werden, und mit hoch erhobenem Kopf und einem lässigen Schwung des Schwanzes einfach wegrennen. Es ist doch unglaublich spaßig, wenn Menschen sich dann aufregen und noch lauter rufen, dass man zurückkommen soll. Das hat man natürlich schon beim ersten Mal verstanden ... blöder Lärm.

Dann meldete sich ein besonders netter Herr, der schon früher Afghanen gehalten hatte. Aus dem Gespräch ergab sich, dass er „einfach einen Afghanen“ wollte und keine besonderen Vorlieben hatte, was das Geschlecht, die Farbe oder das Alter anging. Er wollte lieber zusammen mit seiner Frau die Hunde besuchen und dann würde er schon merken, bei welchem Hund der Funke überspringen würde. Das hatte natürlich etwas für sich und so wurde ein Besuch organisiert. Diese Menschen zögerten nicht lange und fragten, ob sie vielleicht schon am folgenden Tag kommen könnten. Das konnten sie. Ein Enkelkind war ebenfalls mitgekommen und das wusste schon nach sehr kurzer Zeit, dass Kirash, der eigentlich einfach Falan heißt, ihr Hund war. Ein gemeinsamer Spaziergang machte es ganz deutlich: Falan kommt mit nach Hause.

Inzwischen haben wir Falan bereits ein Mal in Kootwijk getroffen. Er war ein bisschen vom Pech verfolgt, denn es wurde entgegen des Wetterberichts doch sehr warm auf dem Zand. Falan hat noch kein so enormes Durchhaltevermögen und dann ist ein Spaziergang von zwei Stunden schon eine Prüfung. Während des Spaziergangs sahen wir eine Variante des Spielchens aus dem „Dierencentrum“: du läufst einen Hügel hinauf, dann versteckst du dich halb hinter den Büschen und dann wartest du, bis die Menschen deinen Namen rufen. Dann ziehst du dich noch mehr hinter die Büsche zurück, so dass deine Menschen (oder in jedem Fall dein Herrchen) sich genötigt sieht, dich holen zu kommen. Und wenn er dann beinahe oben ist, dann kommst Du wieder zum Vorschein. Wenn du Mitleid mit ihm hast, lasse dir einmal über den Kopf streicheln und dann rennst du rasend schnell davon.

Falan, wir hoffen, dass Du bald wieder zum Spaziergang kommst und dass Du dann nicht wieder Dein Frauchen fast zu einem Herzinfarkt bringst, indem Du Dich im letzten Moment noch ausgiebig im Schatten ausruhen musst, anstatt mit zum Auto zu kommen.

 

OLEG

Oleg ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine gute Zusammenarbeit von Tierschützern zum Erfolg führen kann. Oleg saß zusammen mit unserem Patryk und noch zwei Chart Polskis in einem französischen Tierheim, nachdem sie beschlagnahmt worden waren. Weil dieses Tierheim die Hunde nicht vermitteln konnte, suchten sie den Kontakt zu einer unserer deutschen Schwesterorganisationen, die dann wiederum mit uns Kontakt aufnahm. Wir beschlossen, die vier Hunde aufzuteilen. Der Transport aus Frankreich wurde durch die deutschen Tierschützer organisiert und zwei Freiwillige von Voordewindhond standen nahe der deutschen Grenze bereit, um „unsere“ zwei Charts zu übernehmen. Die Berichte, die uns über die beiden Herren erreicht hatten, schienen darauf hinzuweisen, dass es sich nicht gerade um gesellige, einfache, gut sozialisierte Charts handelte. Patryk hatte während der Fahrt sogar einen Maulkorb auf. Vorsichtshalber wurde Patryk in einer Box hinten im Auto untergebracht und Oleg musste sich mit dem Rest der Ladefläche zufrieden geben. Tim, der Sohn unserer freiwilligen Helfer, fand Oleg – ungeachtet der beunruhigenden Berichte – sofort ungeheuer nett und lieb und diese Sympathie beruhte auf Gegenseitigkeit.

Im „Dierencentrum“ hatte sich Oleg als ein enorm anhänglicher Schmusebär gezeigt – das hatte Tim mit seinen grade fünf Jahren bei der ersten Begegnung im Auto zweifellos gespürt...

Nach einiger Zeit rief jemand an, der einen Greyhound wollte, aber keine schwarze Hündin (wie Fee), oder vielleicht einen Chart, aber dann gerne eine Hündin, oder vielleicht doch eigentlich ganz etwas anderes. Auf jeden Fall wollte er unsere Hunde kennen lernen. Nun halten wir nicht viel davon, „einfach so“ Menschen unsere Hunde kennen lernen zu lassen, wenn wir nicht wenigstens ein bisschen das Gefühl haben, dass diese Menschen dem Hund auch ein gutes Zuhause bieten können. Aber die Gespräche, die alle drei unserer Vermittler mit diesen Interessenten geführt hatten und in denen wir uns mit einiger Mühe ein Bild von ihnen zu machen versuchten, endeten immer wieder mit dem Versuch heraus zu bekommen, an welchem Ort sich die Hunde befanden, denn dann würden er und seine Frau sie sich ansehen wollen. Nach einigen Gesprächen unter uns – denn der Mann schien doch recht nett zu sein und auch Windhundverstand zu haben – entschlossen wir uns dann doch, einen Besuch zu organisieren.

Der Rest ist Geschichte. Nachdem man sich alle Pflegehunde angeschaut hatte, entschied man sich zunächst für Oleg. Oleg ging mit spazieren und bei der Rückkehr war der endgültige Entschluss gefasst. Oleg wird der neue Hund. Und Oleg selbst? Der sah das auch so, denn er kletterte mit großer Selbstverständlichkeit in das Auto, so in der Art von „Türen schließen und los fahren, bitte“!

Inzwischen ist Oleg schon ein paar Wochen bei seinen neuen Menschen. Er benimmt sich fantastisch und wir wünschen ihm und seinen Menschen noch viele glückliche Jahre zusammen!

ESTHER

Esther brachte ein kleines Problem mit, denn sie wollte zunächst nicht allein bleiben, ganz bestimmt nicht in einem abgeschlossenen Raum, auch wenn es sich um einen sehr großen Raum handelte. Wenn man sich danach nicht richtete, dann mussten die Bösewichte, die die Tür geschlossen und sie allein gelassen hatten, das sofort büßen: Esther setzte ihre Zähne ein und fraß augenblicklich ein großes Loch in die Tür. Aus Esthers Sicht keine große Sache: „Selber schuld“. Martine und Egon nahmen dieses Problemkind mit ins Haus, erlaubten ihr, im Bett zu schlafen, ließen anfangs alle Türen im Haus offen, organisierten Hundesitter für Esther, wenn niemand zu Hause sein konnte, nahmen sie mit im Auto und taten alles, um es ihr recht zu machen. Allmählich verbesserte sich ihr Verhalten und sie konnte auch mit geschlossenen Türen besser umgehen. Nach ungefähr drei Monaten blieb Esther auch ohne Murren – zusammen mit anderen Hunden – ein Stündchen allein zu Haus.

Dann erhielten wir von Bekannten unseres Vereins eine Mail mit der traurigen Mitteilung, dass ihr Saluki Sari verstorben war. Aus der Mail ergab sich auch, dass es für einen Nachfolger noch zu früh war. In dieser Situation verhalten sich die Menschen unterschiedlich: Die einen möchten so schnell als möglich einen neuen Hund, um den Schmerz zu lindern und auf andere Gedanken zu kommen. Andere dagegen müssen erst den Verlust verarbeiten, bevor es für einen neuen Hund Raum gibt. Selbst trösteten sie sich mit dem Gedanken, dass die Sache schon gut ausgehen würde, sollte Esther tatsächlich für sie bestimmt sein. Und so kam es auch.

Mitte Juni sollten wahrscheinlich zwei oder drei Hunde nach Österreich vermittelt werden und die Route führte an den Menschen von Sari vorbei. Inzwischen hatte sich herausgestellt, dass der übrig gebliebene Saluki, Sam, das Leben ohne Hundefreundin doch recht traurig und langweilig fand. Wir führten noch ein eindringliches Gespräch über die Eigenheiten von Esther (sie war zwar nicht mehr so eigen, aber wir waren vorsichtig: neue Menschen und eine neue Umgebung können genug Gründe sein, um die alten Eigenheiten wieder ans Licht kommen zu lassen). Wir beschrieben so gut als möglich, zu welchen fürchterlichen Dingen Esther imstande war, aber Britta und Thomas beunruhigte das nicht, denn einer ihrer vorherigen Salukis hatte sich ähnlich verhalten und auch das Problem hatte sich regeln lassen. „Bringt sie vorbei, wir trauen uns das zu“.

Und so machten sich nicht drei, sondern vier Hunde auf die Reise in ein neues Zuhause. Den Rest können wir kurz halten: Sam freut sich, dass er wieder eine Freundin hat, Esther – die jetzt Ely heißt – freut sich, dass sie in ihrem neuen Zuhause auch im Bett schlafen darf und dass sie einen Freund hat, den sie herumkommandieren und an den sie sich ankuscheln kann, und – auch nicht unwichtig – dass ihr neues Zuhause fast keine Türen hat.

Viel Glück, Euch allen Vier!

 

NICK

Nick verlor zusammen mit Joey sein Zuhause, weil ihr Frauchen gestorben war und ihr Herrchen das Leben mit zwei Whippets doch schwierig fand. Wir konnten keinen der beiden Hunde gut kennen lernen, weil wir sie zunächst nicht in Pflege hatten. Aus den Berichten des Eigentümers ergab sich, dass Nick ein nicht allzu schwieriger Hund sein sollte und wir dachten, dass wir für ihn recht schnell einen neuen Besitzer finden können sollten. Und so war es auch. Nick, der in der Zwischenzeit in einer Whippet-erfahrenen Pension untergebracht war, weil der Eigentümer einige Schiffsreisen geplant hatte, zog um zu Menschen, die schon früher einen Whippet gehalten hatten, aber jetzt ohne Whippet lebten. Und das ist natürlich nicht gut.

Anfänglich war Nick, dessen echter Name Justin ist, ein wenig schüchtern und zurückhaltend gegenüber seinen neuen Menschen. Aber glücklicherweise gingen die davon aus, dass sich das geben würde und er schon von selbst mehr aus sich herauskommen würde. Geduld ist immer eine gute Sache, vor allen Dingen bei Vermittlungshunden. Inzwischen klaut er Schinken von der Arbeitsplatte und wir denken, dass er nicht mehr aus sich herauskommen kann.

Ach ja, und für Joey hat der Eigentümer doch noch eine andere Lösung gefunden. Auch Joey wünschen wir viel Glück!

 

VIPER

Viper stand nicht auf unserer Website. Während einige Hunde 537 Tage in Pflege bleiben, sind andere so schnell vermittelt, dass wir nicht einmal Zeit haben, einen Text für sie zu schreiben oder ein anständiges Foto zu organisieren und sie auf die Website zu setzen. Viper war so ein Fall. Er kam zusammen mit Harley, einer groß ausgefallenen Mischung zwischen Whippet und Windspiel, zu uns, weil ihre Menschen zu krank waren, um sie weiter gut versorgen zu können.

Nun gab es ein deutsches Ehepaar, das sich für Valesca interessierte, und aus den Gesprächen hatte sich ergeben, dass sie gut zusammenpassen könnten. Sie hatten bereits Erfahrung gesammelt mit einem Sloughi und einem Magyar Agar, also könnte das gut klappen. Und so besuchten sie uns. Sie gingen mit Valesca spazieren, aber zu unserer Überraschung wollten sie Valesca nicht nehmen. Übrigens aus gutem Grund: die Dame hatte gerade eine Hüftoperation überstanden und Valesca hatte sehr an der Leine gezogen, als sie Schafe auf einer gegenüberliegenden Weide entdeckt hatte. Und das tut weh. Aber was nun? Schließlich gingen sie mit dem Greyhound Bram spazieren. Aber leider trat hier das gleiche Problem auf. Wenn ein großer Hund mit entsprechendem Gewicht an der Leine zieht, dann merkt man das. Und leider sind unsere Windhunde keine Autos, die sich mit einer Fernsteuerung lenken lassen (Ihre sicher auch nicht).

Wiederum gab es Diskussionen, vor allem über die Relation Größe/Gewicht und deren Auswirkungen. Vielleicht läge dann die Lösung in einem kleineren, leichteren Hund? Na ja, ein Whippet, das ist aber doch ganz etwas anderes als ein Chart. Klar, aber ein Chart ist nun mal ein großer Hund. Schließlich entschied man sich doch für einen Spaziergang mit dem gerade angekommenen Viper. Nach dem Spaziergang, auf dem sich Viper als kleiner, freundlicher, geselliger und gehorsamer Hund entpuppt hatte und auch klar war, dass der mitgekommene Dackelrüde kein einziges Problem mit Viper hatte, waren alle Bedenken wie Schnee in der Sonne geschmolzen: Viper ging mit nach Deutschland.

Die Berichte sind ausgesprochen erfreulich. Alle Beteiligten, die Menschen, der Dackel und Viper leben zufrieden miteinander. Viper, viel Freude im fernen Deutschland!

 

HARLEY

Harley kam zusammen mit Viper zu uns. Viper war sehr schnell vermittelt und es war sehr deutlich, dass Harley sein Rudelmitglied Viper oder auf jeden Fall einen anderen Hund vermisste. Glücklicherweise stehen uns in solchen Fällen Peter und Bianca zur Verfügung. Und die kamen sowieso zufällig am „Dierencentrum“ vorbei... und so kam, zur großen Freude von Sohn Simon, Harley zu Besuch. Die Whippet-Damen empfingen auch diesen Artgenossen „mit offenen Pfoten“ und für Harley war das Leben wieder völlig in Ordnung. Aus unserer Sicht war das natürlich nur vorübergehend in Ordnung, denn es musste ein neues Zuhauses gesucht werden.

Glücklicherweise dauerte das nicht lang. Menschen, die schon früher von uns einen Hund übernommen hatten – vielleicht erinnern Sie sich noch an Dalí? – suchten einen zweiten zusätzlichen Hund. Für das Vermittlungsteam ist es immer schön, wenn sich Menschen melden, die schon einen Hund von uns oder einer Schwesterorganisation besitzen. Das erspart immer eine Menge Auskünfte, Gespräche, Rückfragen usw. Die Vermittlung sollte in Kootwijk stattfinden. Die verlief natürlich reibungslos und auch Dalí war selbstverständlich dabei; es ist immer schön zu sehen, wie sich so ein Pflegehund entwickelt hat. Harley fand alles ganz gut, sah aber nun nicht direkt die Notwendigkeit, sich von Bianca zu verabschieden. Das war sein Frauchen und was ihn anging, brauchte sich daran nichts zu verändern. Nach dem Kaffeetrinken im Brinkhof liefen Bianca und der Verfasser dieser Zeilen mit zum Auto, um der Familie mit ihrem neuen Mitglied eine gute Reise zurück nach Deutschland zu wünschen. Harley wurde liebevoll auf den Rücksitz platziert und sein neues Frauchen setzte sich neben ihn. Als sie wegfuhren, schaute ein blondes Köpfchen mit zwei pechschwarzen Augen uns aus der Heckscheibe an. „Du lässt mich doch nicht gehen...“. Wir sind sofort wieder Kaffeetrinken gegangen. Echte Pflegeeltern und Vermittler weinen nicht…

Inzwischen haben wir Harley, jetzt Harry, schon wieder auf einem Spaziergang gesehen. Und jetzt hängt er an seinem neuen Frauchen genauso sehr wie vor ein paar Wochen an Bianca!

Viel Glück, kleiner Mann!

 

Pablo P.

Wenn Sie sich an keinen Pablo Picasso in der Gegenwind-Rubrik erinnern können, dann liegen Sie richtig. Dieser junge, kräftig gebaute Podenco stand offiziell nicht auf unserer Site, denn manchmal wollen wir einen Hund erst ein bisschen besser kennen lernen, bevor er dort erscheint.

Wir standen in Kontakt mit einem netten Ehepaar aus Südholland, das schon eine etwas ängstliche Greyhound-Hündin besaß und für diese einen Spiel- und Erziehungskumpel suchte. Die Wahl war zunächst auf Valesca, die Chart Polski, gefallen. Nach dem Austausch einiger Mails folgte ein Besuch zum gegenseitigen Kennenlernen. Valesca schien den Besuch zu mögen und es sah ganz danach aus, dass die Entscheidung schnell fallen würde.

Aber so war es denn doch nicht. Raja, die Greyhündin, war natürlich auch dabei und sie schien uns überaus schüchtern zu sein. Sie suchte keinerlei Kontakt und schien ständig auf der Hut zu sein. Sie suchte eigentlich auch keine Unterstützung bei ihren Menschen und war an Valesca nicht im Entferntesten interessiert. Auch während des Kaffee Trinkens änderte sich daran nichts. Raja blieb abgesondert dicht bei der Tür liegen und reagierte auf gar nichts. Tja, dann würde es Valesca, selbst nicht die Mutigste, ganz bestimmt nicht gelingen, Rajas Verhalten zu verändern. Im Gegenteil, sie würden sich in ihrer Ängstlichkeit noch bestärken.

Da die Menschen sich sehr bemühten, für Raja einen guten Kumpel zu finden, stellten wir ihnen Pablo Picasso vor (der damals auf einen viel unschöneren Namen hörte). Die erste Reaktion war nicht gerade enthusiastisch. Ja, hm, ein Podenco, die haben doch einen enormen Jagdtrieb, die kann man nicht frei laufen lassen, die laufen auch immer weg. Das möchten wir eigentlich nicht. Aber Pablo Picasso ist nicht der Prototyp eines jagenden und weglaufenden Podenco. Im Gegenteil, von einem Jagdtrieb hat er noch nie etwas gehört und wir bezweifeln, dass er davon etwas hören möchte. Nach kurzem Kennenlernen, bei dem auch Raja etwas Interesse zeigte, war die Sache klar.

Pablo Picasso ging mit. Er hat sich inzwischen gut eingelebt und die Nachrichten sind sehr positiv, vor allem, was Rajas Verhalten angeht. Das verbessert sich merklich. Weniger schön sind die Streiche, die sich Pablo in rasender Geschwindigkeit ausdenkt und dann auch ausführt. Na ja, auch die Pubertät ist irgendwann vorbei. Und all das Harken, Graben und Aufräumen hält einen Menschen auch jung!

Viel Glück und alles Liebe, Pablo Picasso. Und kümmere Dich gut um Raja.

 

 

JOSÉPHINE

Joséphine gehörte mit zur letzten Gruppe, die aus Frankreich kam. Sie war ebenso wie die anderen Hunde, die wir abholten, total verfilzt. Da war Hopfen und Malz verloren, und sie schien es geradezu als Befreiung zu empfinden, als alle verfilzten Fellpartien sorgfältig entfernt wurden. Joséphine entpuppte sich als ein etwas schüchterner Hund, die neue Dinge eher als furchteinflößend empfand. Aber als waschechter Afghane überwog bei ihr dann doch die Neugier.

Nach nicht allzu langer Zeit meldeten sich nette Leute mit bereits einem Windhund und mit Windhundeverstand. Festgelegt auf einen bestimmten Hund oder eine bestimmte Rasse waren sie nicht. Sie wollten einfach einen geselligen Windhund als Spielkameraden für ihre Luna. Während eines Besuchs zum Kennenlernen fiel die Wahl auf Joséphine. Inzwischen lebt Joséphine also schon eine Zeitlang in ihren eigenen Zuhause, mit ihren eigenen Menschen und ihrer eigenen Galgo-Freundin. Es geht ihr sehr gut; sie hat verstanden, dass Autofahren eine sehr gute Gelegenheit ist, um tief und fest zu schlafen, und dass das Spaziergehen an der Leine auch eigentlich eine tolle Sache ist.

Manchmal geschehen jedoch Dinge, die das Vermittlungsteam in Erstaunen versetzen. Im „Dierencentrum Friesland“ hatte Joséphine keine Angst vor Männern oder Abneigung gegen diese gezeigt. Egon gegenüber verhielt sie sich immer normal und auch die sporadischen anderen männlichen Besucher schienen sie nicht zu irritieren. Aber einmal in ihrem eigenen Zuhause angekommen, stellte sich die Angst vor Männern recht schnell ein. Ihr eigenes Herrchen war für sie schon beängstigend (das hat sich inzwischen etwas gegeben), aber der Nachbar bleibt vorläufig noch eine gruselige Erscheinung in Joséphines Augen. Weil wir recht wenig, um nicht zu sagen nichts, über ihre Vorgeschichte wissen, können wir dieses Verhalten auch nicht gut beurteilen. Aber gut, auch hier sollte unser Leitspruch gelten: Geduld zahlt sich aus.

Also, dranbleiben Leute! Wir hoffen, dass wir Euch in Kürze doch wieder in Kootwijk treffen werden. Denn der erste Spaziergang war für Euch ja recht unglücklich verlaufen.

 

MEES

Mees kam zusammen mit Bessie ein paar Tage vor Weihnachten zu Voordewindhond. Ihr Besitzer war nach langem Grübeln, sich Quälen und Zweifeln zu dem Schluss gekommen, dass er seinen Hunden nicht das bieten konnte, was sie brauchten. All die Menschen, die immer denken, dass andere Menschen ihre Hunde „einfach so“ wegeben, tja, die sollten sich eigentlich mal anschauen, wie schwer das „einfach so“ sein kann.

Mees und Bessie blieben eine Zeitlang im „Dierencentrum Friesland“, wo sie ein etwas seltsames Verhalten zeigten. In jedem Fall schien es uns ratsam zu sein, die beiden getrennt zu vermitteln. Sie hatten nämlich die Neigung, sich gegenseitig etwas aufzustacheln.

Nun waren – ehrlich gesagt – weder Mees noch Bessie die Prototypen eines eleganten, zartbesaiteten Windhundes. Wir glaubten also, dass es einige Zeit dauern würde, bevor die richtigen Menschen sich meldeten. Aber es war alles halb so schlimm. Mees war als erster an der Reihe mit Umziehen nach Mittel-Holland. Er ist der Alleinherrscher in seinem neuen Reich und hat sein Frauchen ganz für sich allein. Das ist genau das, was dieser Saluki-Mix – aber schon mehr Mix als Saluki – gern wollte.

An seiner Erziehung muss noch das eine oder andere getan werden, aber wir sind davon überzeugt, dass das gut gelingen wird und dass Mees beispielsweise in Kürze schon ein wenig allein zu Hause bleibt, ohne alle Arien der „Königin der Nacht“ zum Besten zu geben. Gib Dir die größte Mühe, Mees! Du kannst das!

 

BESSIE

Bessie kam zusammen mit ihrem „Bruder“ Mees zu uns. Und wenn Mees mit ein wenig Phantasie ein bisschen etwas von einem Saluki hatte, half bei Bessie keinerlei Phantasie mehr: kein Windhund zu erkennen. Aber wir können in so einem Fall schwerlich sagen, dass wir Mees aufnehmen, aber Bessie nicht. Also zog auch Bessie ins „Dierencentrum“. Sie entwickelte sich – erst einmal getrennt von Mees – eigentlich recht gut. Langsam „glätteten sich die Kanten etwas“, aber wirklich einfach war sie nicht.

Und dann passierte etwas Unglaubliches: es rief jemand für Bessie an. Jemand, der einen kleinen Hund suchte und nicht viel Wert auf den Windhundanteil legte. Wir erzählten so gut wir konnten, wie wir Bessie einschätzten und nach einigen Überlegungen mit der „Heimatfront“ wurde ein Besuch zum Kennenlernen vereinbart.

Bessie ist inzwischen schon eine kleine Weile bei ihren neuen Menschen. Ihre Eingewöhnung war nicht einfach, denn sie meinte, sich mit anderen Hunden anlegen zu müssen. Glücklicherweise sind ihre neuen Besitzer nicht so leicht zu erschüttern und Bessie erhält eine konsequente, aber liebevolle Umerziehung. Martine steht auch mit Rat und Tat zur Seite, um Erziehungstipps zu geben. Wir haben volles Vertrauen, dass es mit Bessie zu einem guten Ende kommen wird. Gib` Dein Bestes, Bessie!

 

JOEP

Joep verlor sein Zuhause unter Umständen, von denen wir im Hinterkopf wissen, dass uns alle so etwas treffen kann, aber die wir am liebsten doch schnell wieder verdrängen: Joeps Frauchen verstarb plötzlich und Joep blieb allein zurück. Glücklicherweise wussten viele Menschen, dass Joep ein Hund von Voordewindhond war und er deshalb nicht „herumgereicht“ werden sollte. Dank der Tatkraft von Femia kam Joep zusammen mit seinem nicht von ihm zu trennenden Kuscheltier innerhalb kürzester Zeit zur ihr in Pflege. Auch der Züchter von Joep meldete sich und bot an, ihn aufzunehmen. Weil das aber eine lange Reise bedeutet hätte, beschlossen wir nach reiflicher Überlegung, dass Joep vorläufig bei Femia bleiben sollte.

Wir versuchten unterdessen, für Joep ein Zuhause zu finden, dass so gut wie möglich seinem alten Zuhause ähnelte, und schon nach kurzer Zeit fanden wir ein nettes älteres Ehepaar, das nach einer Zeitlang ohne Afghanen im Haus doch wieder auf der Suche nach einem neuen war. Und so zog Joep genau 16 Tage nach dem Tod seines Frauchens zu seinen neuen Menschen um, mit im Gepäck natürlich auch sein Kuscheltier.

Die Eingewöhnung verlief reibungslos. Zunächst verhielt er sich etwas zögerlich und abwartend, aber schon nach kurzer Zeit taute er auf. Ein neues Zuhause bedeutet immer neue Regeln und daran musste er sich erst gewöhnen. Eines Tages stieß das neue Frauchen irgendwo im Haus auf ein Kuscheltier in der Form eines Pandabären. Weil Joep offensichtlich Kuscheltiere sehr liebt, gab sie ihm das Bärchen. Dieses wurde enthusiastisch von Joep in Empfang und mit in seinen Korb genommen. Später am Tag kam der Sohn nach Hause, der zu seiner Mutter sagte: „Ich finde das für Joep schon gefährlich, die Plastiknase von dem Bärchen kann er leicht abbeißen“. Die Mutter dachte darüber nach und gab ihrem Sohn Recht. Also wurde Joep das Bärchen abgeluchst und auf die Treppe gelegt, damit ihn jemand mit nach oben nehmen würde. So weit kam es aber nicht. Joep hatte sich das Abluchsen zwar gefallen lassen, stand nach kurzer Zeit aber aus seinem Korb auf, streckte sich und lief zielstrebig zur Treppe, um nach dem vorsichtigen Versuch, einige Stufen hoch zu steigen, das Pandabärchen zurück zu holen.

Jetzt schläft Joep also mit zwei Kuscheltieren: eines aus seinem alten Leben und eines aus seinem neuen.

Wir glauben, dass Hennie in Frieden ruht. Und für Joep haben wir noch eine Botschaft: ein bisschen ruhiger, bitte, wenn Dir der eklige Kerl von ein paar Straßen weiter entgegen kommt!

 

 

RAISSA

 

Raissa kam zusammen mit ihrem Bruder Michail zu Voordewindhond, weil der vorherige Besitzer gezwungenermaßen umziehen musste und das ziemlich große Barsoi-Rudel einfach nicht mitnehmen konnte. Die Windhundhilfe, Windhunde in Not und wir beschlossen, das Rudel untereinander aufzuteilen, so dass jeder Verein zwei Barsois aufnahm. Nach einer außerordentlich ermüdenden Fahrt aus Süddeutschland kamen Bruder und Schwester im „Dierencentrum Friesland“ an. Das Lebensalter der beiden – neuneinhalb Jahre – sprach nicht gerade für eine schnelle Vermittlung. Es ist im Übrigen so, dass man eigentlich keine vernünftige Aussage darüber treffen kann, welches Lebensalter gut oder schlecht für die Vermittlungschancen ist. Sowohl junge als auch erwachsene oder alte Hunde sind manchmal sofort vermittelt oder sie bleiben extrem lange bei uns.

Aber siehe da: kaum eine Woche nach Raissas Ankunft meldete sich eine prima Familie für diese ältere Dame. Man traf sich, ging eine Runde spazieren, tauschte noch ein paar Informationen aus und dann stieg Raissa munter in das Auto und fuhr mit in ihr neues Leben.

Das begann mit einem kleinen Problem. Wir hatten Raissa noch nicht impfen lassen – das tun wir meistens erst nach einer Eingewöhnungszeit bei uns. Für die neuen Besitzer war das übrigens kein großes Problem; sie würden selbst für die Impfung sorgen. Das taten sie auch, aber leider wurde Raissa kurze Zeit danach ziemlich krank. So krank, dass sie sogar eine Infusion erhalten musste. Es stellt sich natürlich die Frage, ob dies eine Reaktion auf die Impfung war oder irgendetwas anderes. Aber inzwischen geht es Raissa – die zu Hause Isa genannt wird – wieder gut und sie hat ihren Platz auf der Gartenbank wieder eingenommen. Wir sind davon überzeugt, dass über kurz oder lang ihr „Schwanen-Ankläff-Verhalten“ auch noch verschwinden wird.

Isa, wir wünschen Dir noch ein paar sehr schöne Jahre!

 

CARO

Caro kam zusammen mit noch zwei bildschönen Grippets, Bonnie und Bubbles, zu Voordewindhond. Bonnie und Bubbles hatten bereits ein neues Zuhause gefunden und glücklicherweise brauchte Caro auch nicht mehr lange zu warten. Die Familie, die sich für Caro interessierte, war Campen in einer der nördlichen Provinzen der Niederlande, so dass ein Treffen schnell organisiert werden konnte. Die Menschen aus der Familie waren sich schon vorher einig gewesen, aber es musste noch die Meinung von Maaike, der französischen Bulldogge, eingeholt werden. Glücklicherweise funkte es zwischen Caro und Maaike sofort: schon nach ein paar Minuten spielten sie zusammen. Und so zog Caro westwärts um in ihr neues Zuhause.

Inzwischen war Caro auch schon eine Woche Campen in Drenthe. Sie und Maaike haben viel Spaß miteinander, wobei sie besonders gern gemeinsamen an einem Stock ziehen und zerren. Sie werden vielleicht glauben, dass das ein nicht ganz ausgeglichener Kampf ist und dass Caro als magerer Windhund der viel kräftigeren Maaike unterlegen wäre, aber das Gegenteil ist der Fall: Caro lässt ihre Bulldoggenfreundin manchmal wie einen Zirkusartisten durch die Luft  fliegen. Caro hat auch ihr Examen „neben dem Fahrrad laufen“ bestanden, allerdings mit einer Anmerkung des Prüfers: wenn Caro einen Hasen erblickt, muss der Fahrradfahrer mit einer unsanften Landung rechnen. Tja, Du bist halt ein Sichtjäger, nicht wahr?

Wir wünschen Caro, Maaike und den Zweibeinern noch viel Freude miteinander. Und, Caro, wenn Dir fremde Hunde im Wald entgegenkommen, nicht einfach nach Hause rennen und stark befahrene Wege überqueren! Das ist echt gefährlich!

 

BONNIE

Bonnie kam zusammen mit Caro und Bubbles zu Voordewindhond. Wir lernten sie als besonders sanfte, freundliche Grippet-Hündin kennen und so waren wir nicht erstaunt, dass es ziemlich schnell einen passenden Interessenten für sie gab. Der Transport musste noch organisiert werden, aber nach kurzer Zeit konnte ein Treffen im „Dierencentrum Friesland“ stattfinden. Bonnie und die neuen Menschen mochten sich auf Anhieb und so wurde die lange Reise in die Hauptstadt angetreten.

Inzwischen hat sich Bonnie, die jetzt Laika heißt, gut eingelebt. Sie hat schon Bekanntschaft gemacht mit dem Fahren in der Straßenbahn und im Zug und sogar mit dem extra für sie angeschafften Fahrrandanhänger. Laika hat gut verstanden, dass diese verschiedenen Beförderungsmittel gleichbedeutend sind mit etwas Schönes unternehmen. Und ihre neuen Menschen bieten Laika auch Denkspiele an. Wir sind nicht überrascht, dass Laika diese Spiele schnell begriffen hat.

Ganz fertig mit der Erziehung sind Manon und Marco natürlich noch nicht, denn Laika bleibt nicht gern allein und das macht sie sehr deutlich, indem sie sofort ein Heulkonzert beginnt. Aber Geduld zahlt sich aus, also durchhalten, Leute! Das wird schon!

RINGO

So klein und mager dieses Whippet-Kerlchen auch ist, so groß ist sein Herz und so einfach sein Charakter. Also sollte es auch nicht zu schwierig sein, für ihn ein neues Zuhause zu finden. Es dauerte auch nicht lange, bis sich Menschen aus Deutschland meldeten, die genau richtig für Ringo zu sein schienen. Nach einigen Telefonaten wurde ein Treffen zwischen Ringo, seinen neuen Menschen und seiner zukünftigen Whippet-Freundin, die auf Fotos genauso aussah wie Ringo, vereinbart. Ringo wurde am Abend vor der Übergabe noch im „Dierencentrum Friesland“ vom Tierarzt untersucht, für gesund befunden und geimpft.

Am folgenden Tag fand das Treffen statt und ehrlicherweise müssen wir gestehen, dass diese Vermittlung zunächst „kein Glanzstück“ war. Die neuen Menschen waren freilich sehr beeindruckt von Ringo – so wie wir es erwartet hatten, gab es kein Problem mit der Whippet-Hündin -, aber sie fanden, dass er sehr schlecht aussah. Das stimmte auch, denn er war nur sehr kurze Zeit bei uns, und zwar so kurze Zeit, dass selbst der zuständige Vermittler noch nicht wusste, dass Ringo ein halbes Jahr zuvor im Tierheim gesessen hatte.

Oft zeigt sich Stress bei Windhunden durch Gewichtsverlust, Schuppen oder einfach durch ein nicht gutes Aussehen. Aber ein paar Wochen Ruhe, gutes Futter, schöne Spaziergänge und viel Liebe lassen diese Dinge schnell verschwinden. Ringo hatte sich außerdem vor einigen Jahren seine Pfote gebrochen und trotz Versorgung durch den Tierarzt war der Bruch nicht optimal verheilt.

Kurzum, letztendlich ging Ringo doch mit nach Deutschland, woraufhin sich eine recht temperamentvolle Diskussion entwickelte über die Frage, ob Ringo sofort einem Tierarzt vorgestellt werden müsste, ob jede Menge Untersuchungen stattfinden müssten, ob er Aufbauspritzen erhalten müsste oder ob seine Pfote erneut gebrochen werden müsste. Das Vermittlungsteam wird sich an diese Vermittlung noch lange erinnern.

Schließlich waren aber alle Schwierigkeiten beseitigt – ein Dankeschön an Helge Wenger von der Windhundhilfe. Ringo heißt jetzt Riko, und wie Sie selbst auf dem Foto sehen können, geht es ihm ausgezeichnet. Von Schuppen und Untergewicht ist keine Rede mehr und seine Pfote wird auch nicht operiert.

Riko, lass’ es Dir gut gehen! Wir hoffen, dass Du zusammen mit Linchen noch schöne Jahre bei Brigitte und Holger erleben wirst.

AIMÉE

Aimée gehörte zu den drei jungen Afghanen, die Ende Januar bei uns landeten. Sie hatten nicht viel zu essen bekommen und kannten eigentlich nicht viel vom Leben. Die ausgezeichnete Pflege bei einem unserer deutschen Mitarbeiter sorgte dafür, dass sich Aimée und ihre Schwester innerhalb kurzer Zeit erholt hatten.

So allmählich konnten wir an ein neues Zuhause denken. Und so gingen die beiden Damen mit zu einem Coursingtraining auf eine richtige Rennbahn. Aimée fand das herrlich und ließ sich ausgiebig bewundern und streicheln. Ihre Schwester war nicht so begeistert und blieb lieber dicht bei ihrer Pflegemutter. Dann tauchte ein netter Mann auf, der ein deutliches Interesse an Aimée zeigte. Die hatte das natürlich sofort gemerkt und sorgte dafür, dass seine Aufmerksamkeit nicht nachließ.

Wie es weiter ging, raten Sie natürlich schnell: Aimée wohnt inzwischen schon eine Zeitlang bei diesem Herrn von der Rennbahn und seiner anderen Afghanen-Hündin. Und nicht nur das, Aimée macht sich außerordentlich nützlich als – tja, als was eigentlich – Sekretärin? Oh nein, so dienstbar ist sie denn doch nicht! Büroleiter? Generalinspekteur? Wir haben es noch nicht herausgefunden, aber wir sagen ihr eine fantastische Karriere voraus.

Viel Erfolg, Aimée!

LIZZY

Lizzy war eine der drei jungen Afghanen, die Ende Januar bei uns eintrafen. Sie waren in keinem guten Zustand und mussten dringend versorgt werden. Einer der deutschen Mitarbeiter nahm zwei der jungen Afghanen in Pflege. Dank der guten Versorgung und Zuwendung durch die Pflegemutter erholten beide Hunde sich schnell. Lizzy war deutlich die Kleinere von beiden und hatte nicht viel zu melden. Die große Schwester Aimée regelte alles für sie.

Nachdem Aimée in ihr neues Zuhause umgezogen war, kam Lizzy mehr zu ihrem Recht. Von ihrem untertänigem Verhalten blieb nicht mehr viel übrig. Und nicht nur das, sie wurde auch der dickste Kumpel der jüngsten erwachsenen Hündin im Haus. Und das war nun genau das, worauf diese Hündin gewartet hatte: endlich jemand, der auch noch wild spielen will.

Der Entschluss war schnell gefasst: Lizzy durfte bleiben.

Viel Glück, Lizzy!

CHARLIE

&

RAISSA

Charlie und Raissa kamen unabhängig voneinander zu Voordewindhond. Raissa stand eine Zeitlang auf unserer Website und hatte das Interesse einer netten Frau aus Belgien geweckt. Es folgten lange Gespräche, in denen sich zeigte, dass es vielleicht sogar Interesse an zwei Hunden gab. Das passte gut, denn inzwischen war Charlie eingetroffen und der passte wunderbar zu Raissa. Und so kann es auch gehen: Charlie sprang sofort ins Auto, aber Raissa musste darüber noch etwas nachdenken. Und das lag nicht daran, dass Raissa zweifelte, sondern daran, dass Egon sie nicht loslassen konnte...

Die Reise verlief mehr oder weniger ohne Probleme – das von Martine schon angekündigte Sabbern und Übergeben im Auto durch Raissa passierte tatsächlich - und das neue Leben konnte beginnen. Aber das neue Leben lief nicht reibungslos ab. Raissa verstand die Grundregeln der Stubenreinheit überhaupt nicht und ihre neue Besitzerin kann inzwischen wie ein Profi putzen. Auch das Alleinbleiben war ein großes Problem, erst nur für Raissa, aber nach einiger Zeit entschied auch Charlie, dass das Alleinbleiben doch ein wahrhaft fürchterlicher Zustand ist. Der einzige Platz, an dem sie brav allein blieben und auch nicht ihre Geschäfte verrichteten, war das Auto. Aber jeder Versuch, sie zusammen im Haus zu lassen, wurde zunichte gemacht durch ein wahres Heulkonzert. Das Sabbern und Übergeben im Auto ist noch nicht ganz vorbei, aber auch da hat es einige Verbesserungen gegeben.

Aber letztendlich zahlt Geduld sich aus. Die letzten Nachrichten aus Belgien sind ausgesprochen positiv. Beatrijs, vielen Dank für Deinen Einsatz und Dein Durchhaltevermögen! Oh ja, Raissa, Du darfst auch länger als bis 6.00 Uhr schlafen, hörst Du. Und Charlie, nicht so viel Belli, das Pferd, ärgern! Die Hufen sind wirklich hart!

JAMES

James blieb überraschenderweise lange im „Dierencentrum Friesland“. Eigentlich waren wir davon ausgegangen, dass sich innerhalb kurzer Zeit eine Menge Interessenten für diesen besonders hübschen jungen Mann einstellen würden. Aber das trat nicht ein. Letztendlich glaubten wir, die richtigen Menschen gefunden zu haben und zunächst ging auch alles gut. Bis wie ein Donnerschlag aus heiterem Himmel eine Mail kam, dass der Hund aus familiären Gründen zurückgegeben werden sollte. Er sollte sofort abgeholt werden. Das war schwierig, denn James lebte ziemlich weit weg. Aber glücklicherweise hatten wir ein tatkräftiges Mitglied, das in der Nähe wohnte, das sofort ins Auto sprang und James abholte. Anja hatte noch einen Freund mitgenommen, denn einen fremden Hund holt man nicht alle Tage ab und mit diesem fremden Hund allein auf der Autobahn unterwegs zu sein, ist auch nicht die beste Idee. Wie auch immer, der Begleiter warf einen Blick auf James, und dann noch einen und noch einen...

Ungefähr anderthalb Wochen später fand ein Spaziergang in Kootwijk statt und wir hatten verabredet, dass Anja nicht nur ihren gigantischen Gordon mitbringen sollte, sondern auch James, so dass dieser zurück ins „Dierencentrum Friesland“ konnte, um dort auf ein neues Zuhause zu warten. Aber sie waren nicht allein gekommen: auch Hans-Jörg war dabei. Denn alle die Blicke, die er auf  James geworfen hatte, tja, die waren nicht ohne Folgen geblieben... Er fand es schrecklich, dass James wieder zurück auf die Pflegestelle sollte. Ganz fürchterlich! Na ja, sagten wir, wenn Du es schön findest, dann nimm` ihn doch mit zu Dir. Dann versuchen wir, neue Menschen für ihn zu finden und vermitteln ihn von Deinem Zuhause aus. Er musste kurz darüber nachdenken, aber natürlich ging James wieder mit zurück.

Er erschien wieder auf der Website und wieder dauerte es recht lange, bis sich jemand für ihn interessierte. Aus unterschiedlichen Gründen kam aber eine Vermittlung nicht zustande. Und inzwischen arbeitete James, der besser (?) auf den Namen Rico hört, hart an der Eroberung von Hans-Jörgs Herzen. Und zwar erfolgreich: Rico bleibt!

Rico, viel Spaß, und wir hoffen, Dich noch oft zusammen mit Gordon in Kootwijk zu sehen!

 

WARDA

 Warda gehört zu den Windhunden, die nicht auf der Website erschienen sind. Diese elegante Saluki-Dame suchte zusammen mit ihrem Rasse- und Hausgenossen ein neues Zuhause, weil ihr Besitzer durch seine große Arbeitsbelastung nicht länger imstande war, den beiden Damen ein Windhund gerechtes Leben zu bieten. An dieser Vermittlung war der Besitzer emotional stark beteiligt, was dazu führte, dass die beiden Damen bis zur Vermittlung bei ihm verbleiben konnten. Für die Hunde ist dieser Zustand natürlich immer der beste: jeder Umzug verursacht doch Stress, wie gut die Pflegestelle auch ist.

Glücklicherweise war die Wartezeit nicht lang: ein Ehepaar mit viel Windhunderfahrung wollte es mit beiden Damen versuchen. Leider stellte sich heraus, dass einer der beiden Salukis sich schlecht mit der neuen Situation anfreunden konnte, weshalb der Entschluss gefasst wurde, sie doch zunächst auf unserer verhaltenstherapeutischen Pflegestelle (im häuslichen Umfeld) unterzubringen. Hier scheint sie besser zurecht zu kommen, aber um sie geht es hier nicht.

Warda, die prächtige dunkle Salukidame, wohnt inzwischen einige Wochen bei ihrer neuen Familie und findet es herrlich, der einzige Windhund im Haus zu sein. Sie genießt die Aufmerksamkeit und lange (Strand-)Spaziergänge und zeigt ihren Menschen regelmäßig ihre Zuneigung. Ich habe es selbst schon gesehen bei einem Besuch der Familie – oder eigentlich hat Warda selbst es mir gezeigt: ihr Blick auf mich, distanziert und einigermaßen uninteressiert, gefolgt von einem Blick auf Teuni und Leen, voll Vertrauen und Freundschaft. Der Beginn einer hoffentlich langen und zweifellos wunderbaren Beziehung: viel Glück miteinander Warda, Teuni und Leen!

 

BUBBLES

Post von Bubbles:

also, ich heiße jetzt Lotta und wohne in Leer. Das ist in Deutschland (wo ist Deutschland?). Egal, hier ist es gut, nöh, sehr gut.

Ich habe hier zwei Hunde Kumpels, Opa-Hund Raisa, der ist ziemlich faul und knurrt mich immer an, wenn ich ihn nerve. Ich nerve ihn wohl ziemlich oft...., und morgens klau ich ihm immer sein Frühstück, wenn er nicht aufpasst, aber dann schimpft Mama mit mir. Jetzt ist Raisa auf Diät, da krieg ich gar nichts mehr ab. Diät ist doof!

Pia wohnt auch hier, die heißt aber gar nicht Pia, sondern "unser Räum- und Bergepanzer" oder "Pottsau".   Pia-Räum-und-Bergepanzer-Pottsau ist cool und ein Podenco. Aber sie läßt sich ihr Futter nicht klauen, das ist doof. Mit Pia-Räum-und-Bergepanzer-Pottsau kann man ganz toll toben, machen wir auch immer, am liebsten im Bett mit dreckigen Pfoten, wenn wir gerade durch den Garten gerannt sind, aber dann schimpft Mama mit uns. Macht nichts, wir toben trotzdem weiter. Auf der großen Wiese, da gehen wir abends ganz oft hin zum Rennen und Toben, bringt Pia-Räum-und-Bergepanzer-Pottsau mir gerade das Buddeln bei, das kann die nämlich echt gut und sie wird auch nie dreckig, ich schon. Aber buddeln kann ich auch schon. Neulich haben wir eine Maus ausgegraben, ich hab` die dann gefuttert, als die tot war. Lecker, aber Mama hat geschimpft, hat was von Würmern gesagt. Kann man die auch fressen, Würmer?

Wiese ist echt gut und echt anstrengend, ich muss rennen, mit PRBPPS um die Wette laufen und balgen, buddeln und Opa-Hund sein Stöckchen klauen (der ist vielleicht lahm, der alte Sack), aber das nervt ihn und er knurrt mich dann immer an und Mama schimpft.

Nach der Wiese gehen wir dann immer durch den Park nach Hause, da hab` ich einen toten Vogel gefunden, der roch echt schon gut. Aber Mama hat geschimpft und mir den weg genommen, obwohl ich laut geschrien habe.   Mama ist doof. Und an der Ampel liegt ein totes Eichhörnchen, schön platt gefahren und gammelig, aber Mama will nicht, dass ich das fresse. Mama ist echt doof und ich bin sauer, also habe ich ihre Primeln gefressen. Da hat Mama geschimpft und ich musste in den Knast, aber nicht lange. Ich habe so lange geschrien und geheult, bis Papa mich wieder raus gelassen hat. Macht er auch immer, wenn ich für Mülleimer-Ausräumen einsitzen muss. Papa ist lieb.

Ansonsten habe ich den Laden hier gut im Griff, Mama und Papa hören schon ganz gut auf mich.

Frühstück gibt es immer ganz früh, die müssen alle weg hier, Hundefuttergeld verdienen. Frühstück macht Mama und damit das ein bisschen schneller geht, hüpfe ich immer auf ihr rum und hau ihr mit der Pfote ins Gesicht. Dann knurrt Mama, genau wie Opa-Hund Raisa. Mir doch egal, ich will mein Frühstück. Dann geht es in den Garten, dann ins Bett zum Toben. Wir bleiben da dann immer liegen und machen ein Verdaungsschläfchen, alle drei. Der Opa-Hund schnarcht und pupst dann immer, aber pupsen kann ich auch, genauso gut wie der.

Ab und zu kommt Frau Schröder, die macht sauber, muss aber immer erst Eintritt zahlen. Und wenn sie die Leckerlis nicht freiwillig raus rückt, klauen wir ihr die aus der Tasche, das kann Opa-Hund am besten.

Mittags ist Jan dann wieder da, der wohnt auch hier, klaut aber keine Primeln und spielt auch nicht mit Müll, der muss verdammt lange im Knast gewesen sein, Papa hat den wohl nicht rausgelassen, der hätte einfach mehr schreien müssen, riecht aber immer ganz spannend, wenn er wieder kommt. Der kuschelt dann mit uns, spielt mit mir Ball im Garten und passt auch gar nicht so gut auf wie Mama und Papa. Da kann man prima Hausschuhe anfressen, mache ich dann auch immer, und zwar immer nur einen Schuh pro Paar. Mama hat gesagt, sie kauft sich jetzt neue, soll sie man machen, ich krieg die schon kaputt.....

Und dann kommen Mama und Papa wieder, haben wohl genug Hundefuttergeld verdient, dann gibt es nämlich was zu fressen und dann geht es auf die Wiese und in den Park, macht mich immer voll müde. Heute abend hat Pia-Räum-und-Bergepanzer-Pottsau mich in eine riesige Schlammpfütze geworfen, da hat Mama mit ihr geschimpft, die war aber auch echt ruppig zu mir, musste aber nicht in den Knast, voll unfair. Als wir zu Hause waren, bin ich draußen geduscht worden, dafür gehören Mama und Papa in den Knast, die passen da aber nicht rein, das ist auch voll unfair. 

Und dann haben die mich abgetrocknet und gebürstet, das Leben ist echt kein Ponyhof. Gleich geh` ich noch in den Schloßpark, Häschen und Enten gucken und wenn keiner aufpasst, jage ich die auch..., hab` ich schon geschafft, bin dann aber lieber wieder zurück zu Papa, war schon ein bisschen dunkel und der Hase war weg, voll doof, dieser Hase, aber ich krieg` dennoch.

Dann kuschel ich noch ein bisschen mit Opa-Hund, wir pupsen auf dem Hunde-Sofa rum und laufen noch einmal durch den Garten. Opa-Hund geht dann pennen, oben bei Jan und ich bin dann auch müde und gehe in mein Bett. Und weil das Bett ganz groß ist, dürfen Mama und Papa da auch schlafen. Das ist doch sehr lieb von mir, dass ich die da auch schlafen lasse.

Wenn die nicht pünktlich ins Bett kommen, belle ich so lange, bis die endlich da sind, irgendwann will ich schließlich auch mal meine Ruhe haben! Und vor allen Dingen will ich auf Mamas Bauch liegen, das ist total kuschelig. Mama ist nämlich gar nicht so doof, aber sag` ihr das bloß nicht, sonst wird die noch aufmüpfig.

Ich werde Mama und Papa noch ein bisschen erziehen müssen, geht wohl nicht anders. Der Knast muss weg!!!! Ich habe schon drei Tage nicht mehr mit Müll gespielt, das sollte doch wohl reichen. Und Raisas Diät muss aufhören, hier bleibt nichts über für mich! Ansonsten ist alles in bester Ordnung und ich geh` jetzt Häschen gucken...

Frohes Gebelle nach NL,  Lotta

 

 

LYDIA

 

Lydia war eines unserer Sorgenkinder. Sie gehörte zu einer Gruppe verwahrloster Afghanen und kam im Oktober 2011 zu uns. Wir befreiten Sie so gut es ging von ihrem verfilzten Fell und sie entwickelte sich zu einem Afghanen, der weiß, was er will. Ob es nun an ihrer stämmigen Figur lag oder an ihrem Alter, wissen wir nicht, aber aus irgendwelchen Gründen interessierte sich niemand für sie. So blieb sie lange bei uns in Pflege. Und was wir oft feststellen bei Hunden, die länger bei uns in Pflege sind: sie teilte sich selbst die Chefrolle zu. Was Lydia wollte, musste geschehen. Die meisten der anderen Pflegehunde hatten dann auch einen Heidenrespekt vor ihr. Mit Ausnahme von Hadim, der ja selbst auch nicht der einfachste Hund war. Der war gerne mit Lydia zusammen. Sie rannten zusammen, sie spielten zusammen mit einem Ball und sie beobachteten zusammen die Ziegen und Gänse.

Gerade als wir anfingen zu glauben, dass eine Vermittlung nicht mehr stattfinden würde, erhielten wir einen Anruf aus dem Ausland: ein älteres Ehepaar, das immer Afghanen gehalten hatte, deren letzter Afghane verstorben war und das zum Schluss gekommen war, ohne Hund geht es einfach nicht. Haben Sie nicht vielleicht einen Hund, der schon etwas älter ist, am liebsten wäre uns eine Hündin. Wir übertrugen aufgrund der Sprache Nicole die Vermittlung, die nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Ehepaar beschloss, ihnen ganz altmodisch einen Brief mit ein paar Fotos von Lydia zu schicken. Danach ging alles ganz schnell. Wir schicken Lydia vor ihrer großen Reise erst nach Hadewych in den „Schönheitssalon für Afghanen“. Danach brachten wir sie zu Nicole, die mit ihrer Mutter den zweiten Teil der Reise in Angriff nahm. Endlich am Ziel angekommen, stellten Nicole und die neuen Besitzer von Lydia fest, dass sie sich von früher bereits kannten. Während eines längeren Gespräches in der Art „Weißt Du noch, damals...“ unterzog Lydia, die jetzt Jona heißt, ihr neues Zuhause einer sorgfältigen Prüfung auf der Suche nach dem strategisch günstigsten Platz: auf der Eckbank in der Küche.

Nicole hat dieses Foto gemacht an dem Morgen, als sie wieder zurück nach Hause fuhr, und vielleicht bilden wir uns das nur ein, aber es scheint uns so, als ob die Körpersprache von Jona sagen will „Ich weiß gar nicht, warum Du immer noch hier bist. Du hast Deine Arbeit getan. Hau ab!“

Wir hoffen, dass die letzten Jahre von Lydia mit Liebe und Geborgenheit erfüllt sein werden. Das hat sie wahrlich verdient!

MINOUCHE

Als wir von Pit die Anfrage nach einer Afghanenschönheit erhielten, machte er ganz deutlich, dass der Hund dunkel sein müsste. Insgeheim werden wir der Menschen ein wenig müde, die mit einer Liste von äußerlichen Merkmalen bei uns anrufen; der bizarrste Wunsch begegnete uns in einem Menschen, der einen Whippet mit nicht mehr als 35 % gestromten Platten haben wollte... Letztendlich geht es um das Wesen des Hundes und nicht um die Farbe. Aber gut, einen dunklen Hund hatten wir im Moment nicht. Der Mann, um den es ging, war ein guter Bekannter eines unseren deutschen Mitarbeiter, der immer wieder beteuerte, dass Pit wirklich okay sei, und wenn er nun gerne einen dunklen Hund haben möchte, sei das doch prima. Und das ist natürlich auch so.

Ein paar Wochen später kam die letzte Gruppe von französischen Afghanen zu uns und dieselbe deutsche Mitarbeiterin half bei dem Transport. Sie nahm zwei junge Afghanen und eine rote erwachsene Hündin mit nach Hause zur Pflege. Nach einer langen Fahrt Zuhause angelangt, stand innerhalb kürzester Zeit Pit auf der Schwelle. Er wollte doch eben schnell die Ankömmlinge anschauen. Einer von den jungen Hunden war black and tan und wir hatten uns überlegt, ihn zu fragen, ob er ihm wohl gefallen könnte.

Aber wir hatten nicht mit der roten Hündin gerechnet. Sie schaute Pit an und wusste im selben Augenblick, dass ihr „weißer Ritter“ gekommen war. Sie stürzte sich auf Pit und wich ihm nicht mehr von der Seite.

Sie haben es sicher schon erraten: Minouche ging mit Pit mit. Pit hat übrigens vergessen, dass er einen dunklen Hund wollte. Oder anders herum: er sagt sich selbst, dass rot ja eigentlich auch dunkel ist. Nun, wir finden das toll! Hauptsache: Minouche und Pit sind glücklich miteinander. Und dass das so ist, sieht man auf dem Foto deutlich.

Viel Glück zusammen!

 

PEER

Peer kam in einem völlig verwahrlosten Zustand bei uns an. Nachdem wir ihn erst einmal ein bisschen zu sich kommen lassen hatten und er beispielsweise begriffen hatte, dass er bei uns jeden Tag etwas zu fressen bekam – und auch noch sehr leckeres Essen dazu -, schoren wir sein Fell ab. Viele Menschen halten das für bedauerlich oder gar für nicht nötig. Aber Peers Fell sah fürchterlich aus. Und nicht nur das, es wäre sehr schmerzhaft für ihn gewesen, wenn wir versucht hätten, alle verfilzten Stellen auszubürsten. Also: herunter mit dem „Filz-Harnisch“. Für Peer war es auf jeden Fall eine Erleichterung.

Und dann begann das Warten auf das passende Zuhause. Wir dachten es gefunden zu haben, aber leider kam „Sand ins Getriebe“, weil die neuen Besitzer zwar sehr zufrieden mit dem Hund waren, aber plötzlich von Voordewindhond verlangten, dass Peer auf alle möglichen mediterranen Krankheiten untersucht würde. Bei Verdacht auf Krankheit lassen wir natürlich den Hund durch den Tierarzt untersuchen, aber bei einem Hund, der nicht aus dem Süden kommt und einen kerngesunden Eindruck macht, alle möglichen Tests durchführen zu lassen, das ging uns doch zu weit. Also holten wir Peer wieder ab und es begann die erneute Suche. Die endete im Januar, als sich über einen deutschen Mitarbeiter eine Familie meldete, die mit ihrem ersten Afghanen starten wollte. Und so fuhren wir – nach einem Zwischenstopp in Hadewych im „Schönheitssalon“ mit minimaler Bezahlung – mit einem gewaschenen, gebürsteten und herrlich riechenden Peer nach Kootwijk. Dort war Peer schon früher einmal gewesen, als er noch in Pflege in Drachtstercompagnie war, und das merkte man. Ein Heidenspaß!

Peer lebt inzwischen schon ein Weilchen bei seinen neuen Menschen, wo er als „waschechter“ Afghane schon einigen Erfindungsreichtum hat aufblitzen lassen, z. B. wenn er im Bett schlafen möchte. Erst lag er bescheiden am Fußende, aber nach einiger Zeit wollte er doch recht gern mit seinem Kopf auf das Kissen und noch etwas später gab es für den ursprünglichen Besitzer des Bettes keinen Platz mehr. Sie werden das auch kennen, sie liegen nahe neben ihnen und plötzlich strecken sie ihre Beine und stützen sie gegen die Wand und hopp, schon liegen Sie auf dem Boden. Aber seine Menschen lieben ihn sehr und so wird noch fleißig verhandelt über die Matratzenverteilung.

Also los, Peer, ein bisschen mitarbeiten, und wenn Du schon an Deinem Verhalten arbeitest, dann belle auch alle anderen Vierbeiner etwas weniger an!

BERTJE

Bertje war sehr lange bei uns: 19 Monate haben wir diesen älteren Whippet-Herrn in Pflege gehabt. Es gab hin und wieder eine Anfrage, aber niemand traute sich wirklich an diesen älteren, schlecht sehenden, angespannten Windhund heran, der einen eigenen Besitzer und ein ruhiges Zuhause so nötig hatte.

Aber wir gaben die Hoffnung nicht auf und schließlich kamen wir in Kontakt mit einer jungen Frau, die nach der Erfahrung mit einem Grippet in ihrem Elternhaus nun endlich auch die Möglichkeit besaß, einen eigenen Hund zu halten. Und sie suchte nicht nach einem Welpen, sondern nach einem Hund, der sein Zuhause verloren hatte, und natürlich sollte es ein Windhund sein. Bertjes „flehender Blick“ auf unserer Website ließ sie bei uns anrufen und als auch sein Alter, sein vermindertes Sehvermögen und sein nervöses Wesen sie nicht abschrecken konnten, wurde ein Termin zum Kennen lernen vereinbart. Das verlief prima und wenn auch der Funke zwischen dem elterlichen Grippet und Bertje nun nicht übersprang, so tat er das absolut zwischen Rian und Bertje. Die Pflegeeltern von Bertje hatten das erwartet, denn hier würde er ein ruhiges Leben führen können mit viel Aufmerksamkeit, Liebe, Klarheit und vor allem Ruhe. Als auch noch heraus kam, dass Bertje und seine zukünftige Besitzerin am selben Tag Geburtstag hatten, schien alles vorherbestimmt zu sein.

Glücklicherweise fand das die neue Besitzerin von Bertje auch und nach einer Nacht „darüber schlafen“, kam der Anruf, dass Bertje endlich ein eigenes Zuhause bekommen sollte. Einige Tage später  zog er um und während bei seiner Pflegefamilie doch eine kleine Leere entstanden war, fühlte Bertje sich außerordentlich wohl bei seiner neuen Besitzerin. Seine Integration ging schnell vonstatten, wobei er in kurzer Zeit eine enorme Anhänglichkeit an seinen neuen Menschen entwickelte. Als Geschenk lässt Bertje, der jetzt Moos heißt, ihn dann auch morgens ausschlafen. Es geht das Gerücht, dass er es sich in diesem Fall, wie ein echter Whippet eben, gemütlich macht unter den Decken auf dem Bett.

Rian und Moos, wir wünschen Euch noch viele glückliche und gesunde Jahre zusammen. Wir freuen uns über Menschen, die erkennen, dass auch ein älterer Whippet noch ein wunderbarer Hausgenosse sein kann.

ABELTJE

Abeltje war ein junger Whippet von nicht einmal acht Monaten, als er zu uns kam. Er hatte in seinem kurzen Leben schon einige Male Zuhause und Eigentümer gewechselt. Das tut einem jungen Hund nicht sehr gut, aber außer einem Mangel an Erziehung war Abeltje davon nichts anzumerken. Wir haben ihn erst ein bisschen zur Ruhe kommen lassen und glücklicherweise konnte er dann zu einer unserer Pflegefamilien. Hier hat er sowohl von den Whippet-erfahrenen Besitzern als auch von den im Haus lebenden Whippets die nötige Erziehung erhalten und entpuppte sich als überaus netter, manchmal ein wenig unbesonnener, junger Whippet. Dann trat eine Familie mit einem gerade erwachsenen, ein wenig unbesonnenen Border-Collie-Mix an uns heran, die nach einem Whippet suchte, der ihre Familie komplettieren sollte und auch der jungen Hündin im Haus gewachsen war. Wir glaubten, dass unser Abeltje gut dorthin passen würde.

An einem rauen Sonntag Ende Februar trafen wir uns mit der Familie und ihrem Vierbeiner. Natürlich war Abeltjes Pflegemutter auch mit dabei. Auf einem Strandstückchen wurden beide Hunde losgeleint und innerhalb kürzester Zeit wurde viel und wild gespielt. Das Wasser wurde dabei nicht ausgelassen und Abeltje, warm eingepackt in seiner Winterjacke, war patschnass. Als wir uns zum Aufwärmen in ein Restaurant in der Nähe setzten, wurde deutlich, dass Abeltje seine neue Familie gefunden hatte. Vor allem mit der ältesten Tochter war er ein Herz und eine Seele. Dass das so geblieben ist, sehen Sie auf dem Foto. Damit ging der Wunsch des Vaters, einen eigenen Whippet zu haben, in Erfüllung und Abeltje bekam endlich ein echtes und bleibendes Zuhause.

Die ersten Tage fand es der Border-Collie-Mix noch etwas ärgerlich, sein Zuhause zu teilen, aber inzwischen gehört Abeltje dazu: Während der Spaziergänge gibt Twix ihre Border Collie Anlagen an Gabber, so heißt Abeltje inzwischen, weiter, und zwar bei der Familie zu bleiben, wenn seine schnelle Whippetpfoten ihn sich zu weit entfernen lassen. Gabber wird durch seine neuen Besitzer nach einer Woche schon als „beinahe der ideale Hund“ beschrieben und wir glauben, dass er bei seiner neuen Familie sein „ideales Zuhause“ gefunden hat.

 

ALEXEJ

Alexej war einer von den ersten drei Hunden, die wir aus Frankreich bekamen. Sein Fell war vollkommen verfilzt – erstaunlich, was unter einem ungepflegten Barsoi alles stecken kann – und, viel schlimmer, er war nicht der einfachste Vertreter seiner Rasse. Im Gegenteil! Er verhielt sich gegenüber anderen Rüden ausgesprochen garstig und zu allem Überfluss war er auch noch ein absoluter Katzenhasser. Wenn er nur vermutete, dass irgendwo in 100 Meter Entfernung eine Katze vorbeilief, dann führte er eine Kür auf, die denen bei der Europameisterschaft im Trampolinspringen in nichts nachstand, um auch nur einen Blick auf seinen Erzfeind erhaschen zu können.

Leider wurde durch unglückliche Umstände viel im Netz über Alexej gesprochen oder vielmehr “getratscht”, wobei seine negativen Eigenschaften übertrieben wurden und er den Eindruck eines aggressiven Wüterichs hinterließ, mit dem man nichts anfangen könnte. Aber so schlimm war es nun auch wieder nicht. Alexej ist nämlich versessen auf Menschen und macht wirklich überhaupt keine Probleme, solange er keinen Katzen oder bestimmten anderen Rüden ausgesetzt ist.

Wie auch immer, es dauerte lang, bis sich ein geeigneter neuer Besitzer meldete. Aber langes Warten lohnt sich immer und beinahe ein Jahr nach Alexejs Ankunft bei uns riefen uns Klaus und Beate aus Süddeutschland an. Besser ging`s nicht: viel Barsoi-Erfahrung, viel Erfahrung mit schwierigen Hunden, viel Zeit, viel Platz. Wir berichteten ehrlich über die Verhaltensauffälligkeiten von Alexej und wiesen natürlich auch auf seine guten Eigenschaften hin. Die Übergabe fand Anfang August statt, es war brüllend heiß und wir brachten selbst zwei Hunde zu ihren neuen Besitzern: Alexej und Suske. Auffallend war, das sich Alexej gegenüber Suske im Auto besonders freundlich benahm – und Suske ist doch ein echter Rüde. Einmal an dem vereinbarten Treffpunkt angekommen, schien Alexej zu wissen, zu wem er sollte. Er lehnte sich einmal bei seinem neuen Frauchen an und ging danach brav ein kleines Stückchen mit seinem neuen Herrchen spazieren. Wunder gibt es immer wieder, dachten wir bei uns.

Inzwischen lebt Alexej also schon ein paar Monate bei seinen neuen Menschen. Die Berichte sind einigermaßen positiv; er bleibt ein Katzen- und die-meisten-Rüden-Hasser, aber im Haus benimmt er sich wunderbar. Wir sind davon überzeugt, dass Alexej kein besseres Zuhause als das bei Klaus und Beate hätte finden können und wir hoffen, dass sie noch ein langes und glückliches Leben zusammen haben werden. Noch mehr hoffen wir, dass sie Alexejs allerschlimmste Eigenschaften verbessern können. Wir sind voller Vertrauen!

BETTY BOOP

Betty Boop war eine Whippet-Dame, die vom rechten Weg abgekommen war. Ihre ersten Lebensjahre verliefen gut; sie wohnte zusammen mit anderen Whippets bei ihrem Züchter. Leider gab es dort im menschlichen Bereich Probleme und nach einer langen und schwierigen Periode entschloss sich der Züchter, das Rudel stark zu verkleinern. Und so ging Betty Boop zusammen mit ihrer Wurfschwester zu freundlichen Whippet-Menschen in Holland. Na, das ist doch prima, werden Sie denken. Aber das war nicht einfach. Die Damen, die an ein Zwingerleben gewöhnt waren, befanden sich plötzlich in einem Haus, durften auf dem Sofa liegen, gingen ein paar Mal am Tag spazieren und bekamen viel mehr Aufmerksamkeit als bisher. Und das führte dazu, dass sie aufeinander furchtbar eifersüchtig wurden. Und die offenbarte sich manchmal in den seltsamsten Momenten. Der Vorfall, der dazu führte, dass sich ihre Besitzer zur Weggabe von Betty Boop entschlossen, ereignete sich während eines Spaziergangs auf der Straße. Eine der beiden sah eine Katze und die Folge davon war eine schlimme Beißerei, bei der auch der Besitzer nicht ohne Blessuren davon kam. Letztendlich war ein Eimer Wasser nötig, um die Streithähne zu trennen.

Das ist natürlich kein Zustand, auch nicht für die beiden Hunde. Nach langem Hin und Her gaben die Besitzer Betty Boop in Pflege. Martine und Egon nahmen Betty Boop erst mit ins Haus, denn menschlichen Kontakt brauchte sie am meisten. Wir begaben uns auf die Suche nach einem Zuhause ohne andere Hunde. Betty Boop vertrug sich zwar mit anderen Hunden, aber bei Martine stellte sich heraus, dass sie einen Menschen für sich allein brauchte und das auch den ganzen Tag lang.

Dieser Mensch kam! Es meldete sich eine ältere Dame, die gerne einen Hund wollte. Zunächst war ihre Wahl auf einen unserer Greyhounds gefallen, aber aus den Gesprächen ergab sich, dass Betty Boop eigentlich eine bessere Wahl wäre. Schließlich wurde nach vielen Telefonaten vereinbart, dass ein Besuch zum Kennen lernen stattfinden sollte. Bei der Ankunft in Drachtstercompagnie stand ein ganzes Willkommernskommittee bereit, angeführt von – Sie erraten es – Betty Boop. Die wusste nämlich schon längst, dass da ihr Mensch kam. Und so war es auch. Hund und Mensch waren füreinander geschaffen.

Wir hoffen, dass Betty Boop ihr restliches Leben glücklich und gesund verbringen wird. An ihrem Menschen wird es sicherlich nicht scheitern.

ERNST

Ernst war einer der fünf Rennafghanen, die wir im Oktober 2011 aufnahmen. Er war bestimmt kein umgänglicher Typ, aber wenn man auf die graue Schnauze guckte, tja, dann hatte er sicher das Unwiderstehliche eines alten, weisen Afghanen.

Dennoch war er – bedingt auch durch sein Alter – nicht einfach zu vermitteln. Außerdem hatten wir bemerkt, dass er besser als Einzelhund vermittelt werden sollte. Das ist sehr schwierig, denn viele Windhund-Menschen haben doch mindestens zwei Hunde. Eigentlich hofften wir auf den einen oder anderen älteren Afghanen-Liebhaber, der doch noch für einige Zeit einen Afghanen haben wollte.

Und manchmal werden solche Hoffnungen, wenn auch mit einiger Verzögerung, erfüllt. An einem Sommertag rief uns eine ältere Dame an mit genau den Lebensumständen, die wir uns für Ernst wünschten: immer schon einen Afghanen gehabt, im Moment keinen mehr, pensioniert und daher viel Zeit. Leider meinte jemand aus ihrer Umgebung, dass sie für einen neuen Hund zu alt wäre, gerade für einen Afghanen, bis der Hausarzt meinte, es könnte ihr vielleicht gerade gut tun, wieder einen Afghanen im Haus zu haben. Und so war sie auf Ernst gestoßen.

Die Reise nach Drachtstercompagnie wurde angetreten. Und manche Afghanen sind wirklich klug. Ernst warf einen Blick auf seine potentielle neue Besitzerin und dachte sich – offensichtlich -, es wäre besser, wenn er sicht gut benehmen würde. Ein schöner Spaziergang wurde unternommen und Ernst sah zufällig niemanden, den er anbellen oder ausschimpfen musste. Ernst benahm sich perfekt. Und nicht nur das; einmal zu Hause angekommen, blieb er so perfekt. Er läuft brav an der Leine und sein Frauchen sagte nach drei Tagen “Es ist gerade so, als ob er schon immer hier gewesen ist”.

Wir hoffen, dass Ernst noch ein paar Jahre gesund seine neue liebevolle Umgebung genießen wird. Er hat es wirklich verdient.

 

VINCENT

Vincent ist wieder so ein Fall, bei dem man denkt “Wie ist das möglich?”. Ein blutjunger, kerngesunder, gut aussehender Grippet: den sind wir schnell wieder los. Denkste! Vincent musste nicht nur sehr lange warten, zweimal suchten wir Menschen für ihn aus, die ihn nach kurzer Zeit wieder zurück gaben. Was für ein Pech! Aber auch diese Pechsträhne ging zu Ende. Ein junges Paar aus der Nähe von Efteling suchte einen zweiten Whippet.

Zunächst war die Wahl auf Bertje – noch so ein Pechvogel – gefallen und wir gingen alle zusammen spazieren auf dem Veluwer Zand. Es gab viel Sympathie zwischen Menschen und Bertje, aber nach reiflicher Überlegung entschieden sie sich doch gegen ihn, weil es viele kleine Kinder in der Nachbarschaft gab. Da konnten wir ihnen nur zustimmen. Aber... vielleicht ist dann Vincent der richtige Hund. Der hat ganz bestimmt nichts gegen Kinder!

Und jawohl, nach einiger Zeit kamen Sabrina und Martijn nach Drachtstercompagnie. Lexi, die Whippet-Dame, und Vincent waren begeistert voneinander und es funkte auch zwischen Menschen und Hund. Und so ging Vincent, der eigentlich Harley heißt, mit in Richtung Efteling. Die Berichte klingen gut. Harley beträgt sich vorbildlich, mit Ausnahme einer Kleinigkeit: er bedient sich gern selbst. Lexi hat ihn unter ihrer Fuchtel. Sie nimmt sein Spielzeug, wenn sie Lust dazu hat, und wenn er etwas tut, was er nicht darf, dann hält es Lexi für ihre Aufgabe, ihn zu bestrafen. Als Antwort quiekt Harley dann unglücklich vor sich hin. In jedem Fall sind Sabrina und Martijn sehr glücklich mit Harley. Und wenn wir das Foto betrachten, dann ist auch Harley glücklich mit ihnen!

 

AARASH

Wir berichten hier sehr oft darüber, dass wir manchmal nicht verstehen, warum bestimmte Hunde so lange auf den richtigen Menschen warten müssen. Aarash war so ein Fall. Er war wirklich nicht schwieriger oder problembehafteter als andere Afghanen, die schneller ein neues Zuhause fanden. Glücklicherweise machte Aarash der Aufenthalt in der Pension nicht viel aus. Nach einiger Zeit hatte er sich selbst eine neue Beschäftigung ausgedacht: Jeder Fremde, der sein Gebiet betrat, wurde mit enormem Radau und sogar Zähneblecken empfangen. Wenn man es nicht besser wusste, konnte man denken, dass er ein gefährliches Monster wäre.

Schließlich meldeten sich Menschen mit viel Afghanenerfahrung, die in den Telefonaten deutlich machten, dass sie sich von der einen oder anderen Laune eines Afghanen nicht aus der Ruhe bringen lassen würden. Genau die richtigen Menschen! Sie stiegen ins Auto, sahen sich Aarash an, der sein übliches Empfangstheater aufführte, was auch zu seiner Überraschung wenig Wirkung auf die Menschen zeigte.

Aarash ging mit nach Hause und wir können berichten, dass Aarash seinen Platz gefunden hat. Seine Menschen können seine Körpersprache inzwischen sehr gut lesen und bei den ersten Anzeichen von Ungezogenheit können sie Aarash mühelos auf andere Gedanken bringen.

Aarash ist auch schon einmal zum Spaziergang in Kootwijk gewesen. Wenn er zu Hause ohne Leine läuft, hat er die Angewohnheit, selbst zu entscheiden, wann er los läuft und wann er zurück kommt. Aber am Samstag in der Hunde-Gruppe dachte er nicht im Entferntesten daran! Viel zu schön, so viele Hunde, mit denen man rennen kann.

EVIE

Evie war ein Hund, der eigentlich nur eine entfernte Ähnlichkeit mit einem Whippet hatte. Sie wurde im Internet angeboten, weil ihr Besitzer in Schwierigkeiten steckte. Und was macht man da? Man kann doch schwerlich sagen “Sorry, Dein Whippet-Anteil ist zu klein”. Und so kam Evie nach einem kurzen Zwischenstopp nach Krommenie in Pflege. Es gab sehr viele Anfragen nach Whippets in der Zeit, aber alle fanden, Evie sei nicht genug Whippet. Glücklicherweise stellten Bianca und Peter keine solchen Anforderungen an einen Pflegehund; sie nahmen sie nach unzähligen missglückten Vermittlungsversuchen wieder zu sich; und das war sehr gut, denn sie lernte nicht nur ein paar nützliche Kommandos (darunter “nicht so kläffen”), sondern wurde auch einer strengen Diät unterzogen. Das Resultat davon war, dass Evie nach einiger Zeit einen sehr viel höheren Whippet-Anteil aufwies.

Einige Zeit verging. Dann nahm eine alte Bekannte aus Deutschland Kontakt mit uns auf und fragte, ob wir für ihre Schwägerin nicht einen netten Hund hätten. Er müsste nicht reinrassig sein. Eigentlich hatte Christa schon ein Auge auf Evie geworfen. Nicole, Bibi und Christa buchten kurzerhand eine Woche Urlaub in Holland. Denn man muss doch sicher wissen, dass der Hund auch wirklich zu einem passt. Auf diese Weise konnten sie eine Woche lang “Probe laufen”, ohne wieder Hunderte von Kilomentern fahren zu müssen, wenn es doch nicht passen würde. Aber das war nicht der Fall: es lief prima! Und so fuhr Evie mit nach Deutschland. Da lebt sie nun als Evchen von Fox – sie sieht in der Tat ein wenig wie ein Fuchs aus – zusammen mit Christa und wie man sieht zur vollsten Zufriedenheit aller!

Evchen und Christa, wir hoffen Euch wieder einmal zu sehen! Viel Glück zusammen!

MARKUS

Markus war noch sehr klein, als er bei uns ankam. Die Menschen, die am Tag der Übergabe mit uns in Kootwijk spazieren gingen, erinnern sich noch gut an das schmächtige Kerlchen, das sich mit großen Augen umschaute und so einen verlorenen Eindruck machte. Wir waren durch belgische Tierschützer auf seine Spur gestoßen, die berichteten, dass er sehr schnell von der Familie, bei der er wohnte, weg müsste. Also schauten wir durch die Mitgliederliste, um zu sehen, ob jemand dort in der Nähe wohnte. Und so war es! Ilse sprang ins Auto und holte Markus spornstreichs dort ab. Er übernachtete bei ihr und wurde am folgenden Tag über die Grenze nach Holland gebracht. Kein Wunder also, dass er die Welt nicht mehr begriff, oder?

Martine und Egon waren der Ansicht, Markus müsse sich erst ein wenig akklimatisieren und nahmen ihn deshalb zu sich ins Haus. Wir wollten ihn auch noch nicht auf die Site stellen, denn was sollten wir schon über ihn schreiben?

Markus machte eigentlich recht gute Fortschritte und lernte von Martines Hunden, wie sich ein normaler Hund benimmt. Gerade als wir dachten, wir wüssten ungefähr, “wie er tickt”, und ihn auf die Site setzen wollten, rief eine nette Frau an, die gern einen Whippet haben wollte. Ein Besuch zum Kennen lernen wurde organisiert und danach ging Markus mit nach Haus.

Sein neuer Mensch ist Lehrerin an einer Grundschule und als wir nach ungefähr zwei Wochen nachfragten, wie es liefe, sagte sie “Ach, er ist wie ein Kind, das gerade eingeschult worden ist und das alles neu und unheimlich findet, aber das wird schon!” Und so ist es auch: mit Geduld kommt alles zu einem guten Ende, bei gerade eingeschulten Kindern und bei jungen Hunden, die einen schlechten Start ins Leben hatten! Markus, tu Dein Bestes. Wir hoffen, Dich ab und zu einmal wieder zu sehen.

 

ANTONIO

Antonio hatte im Grunde zwei Nachteile: er war nicht der Schönste und er mochte manche andere Rüden nicht. Welche der beiden Umstände letztendlich der Grund war, dass er so lange auf seine neuen Menschen warten musste, wissen wir nicht. Und eigentlich konnte es keiner der beiden Gründe sein, denn in der Zeit seines Verbleibs bei uns fanden wir neue Besitzer für Hunde, die viel größere Probleme hatten. Vielleicht war es einfach nur Pech?

Aber auch für Antonio kam eines Tages der richtige Mensch! In einem der ersten Gespräche mit seinem neuen Besitzer kam auch sein vorheriger Hund zur Sprache und schnell stellten wir fest, dass Antonio in vielerlei Hinsicht eine Art Kopie des verstorbenen Hundes war. Nun, dachten wir, das passt gut, denn diese Menschen haben genau die richtige Erfahrung, um Antonio ein ihm entsprechendes Leben zu bieten. Wir verabredeten uns zu einem Besuch und eigentlich war damit alles klar.

Antonio ging mit nach Südholland und seine Menschen wissen in der Tat ganz genau, wie sie mit Antonio umgehen müssen. Zu Antonio`s großer Freude ist immer jemand zu Haus, was also ihn betrifft, kann sein Leben nicht besser sein! Antonio, Junge, wir hoffen, dass Du Dein neues Leben noch lange genießen kannst! Du hast es verdient. Und wenn wir vom Foto ausgehen, dann sieht das alles prächtig aus!

 

ASA & DONNA

 Fotos kommen noch!

Asa und Donna hatten einen recht unglücklichen Start ins Leben. Zum einen waren sie, zusammen mit ihren 8 Brüdern und Schwestern, nicht geplant. Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre, litten sie alle prompt an einem sehr hartnäckigen und hässlichen Wurmbefall. Ende September kamen sie verwurmt und sehr mager bei uns an. Diejenigen von Ihnen, die seinerzeit bei Martine zum Mithelfen gewesen sind, erinnern sich noch gut an die zwei schwarzen Gerippe.

Martine tat alles, um den Wurmbefall in den Griff und ein bisschen Fleisch auf die Rippen der beiden zu bekommen. Das Schlimme an diesem Wurmbefall ist die enorme Selbstansteckungsgefahr. Jede Kontrolle beim Tierarzt ergab das gleiche Ergebnis: Nein, noch immer Würmer vorhanden. Der Tierarzt hatte vorgeschlagen, dass es vielleicht das Beste wäre, die Hunde in dieser Verfassung zu vermitteln, da sie sich in einem Zwinger immer wieder selbst anstecken würden.

Aber wer nimmt nun einen Hund mit Wurmbefall? Aber siehe da, es meldete sich eine Frau, die an den beiden Mädchen Interesse hatte. Sie wollte sie auf jeden Fall kennen lernen. Da diese Frau ausgesprochen gelassen auf den vorhandenen Wurmbefall reagierte, sahen wir eine gute Möglichkeit: wenn diese Frau nun doch bereit wäre, den letzten Rest des Heilungsprozesses in ihre Verantwortung zu übernehmen? Und so geschah es. Innerhalb von drei Tagen war alles geklärt. Die Mädchen haben inzwischen gut an Gewicht zugelegt und wie Sie sehen können, fühlen sie sich ausgesprochen wohl.

Viel Glück alle miteinander!

BOAZ

Boaz kam zusammen mit seinem Bruder Joe Mitte Mai über einen befreundeten deutschen Tierschützer zu uns. Ehrlicherweise mussten wir gestehen, dass wir die Vermittlung für schwierig hielten. Zum einen möchte – aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen – der durchschnittlliche Saluki-Besitzer einen befederten Saluki haben, und Boaz und Joe waren Kurzhaar-Salukis. Zum zweiten kamen die beiden aus ihrem Ursprungsland, wo mit ihnen auch auf die Jagd gegangen worden war. Hunde mit Jagderfahrung kann man hier im dicht bevölkerten Westen nicht so gut halten. Und schließlich hatte Boaz auch noch krumme Vorderpfoten. Dennoch hatten die Brüder auch etwas Rührendes an sich und natürlich versuchten wir, unser Bestes für die beiden zu tun, aber wir rechneten doch mit einer langen Vermittlungszeit.

Aber wir hatten uns geirrt. Wir erhielten eine lange Mail von zwei netten Männern, die zwar keine Windhund-Erfahrung hatten, aber doch sehr gerne einen kurzhaarigen Windhund haben wollten. In der Mail schilderten sie ihre Lebensumstände ausführlich und so bekamen wir ein gutes Bild davon, wie das Leben von einem zukünftigen Windund aussehen könnte. Sorgen machte uns der dort schon anwesende Hund: ein nicht ganz einfacher Schäferhund – mancher Windhund-Mensch denkt jetzt, das wird also nichts. Aber in den folgenden Gesprächen verstärkte sich noch unser Gefühl von zwei mit besonderem Hundeverstand ausgestatteten Menschen. Und einmal muss man schließlich mit einem Windhund beginnen.

Also luden wir Frans, Hubert und Vito zu einem Kennenlernbesuch ein. Und dann passierte etwas Unglaubliches: Boaz fand Vito unwiderstehlich. Wer hätte das gedacht. Und die krummen Pfoten? Ach, dachten Frans und Hubert, dieser Hund hat viel weniger Chancen als andere, also lassen wir ihn uns nehmen.

Nach dem obligatorischen Spaziergang besprach Martine noch einmal alles, was wir über Boaz wussten, mit Frans und Hubert, aber die Entscheidung war gefallen: Boaz ging mit nach Haus. In der folgenden Zeit erhielten wir regelmäßig Berichte über das Wohl und Wehe von Boaz – oder Bosi, wie er liebevoll genannt wird. Wir folgten der Entwicklung mit Interesse und auch mit viel Verwunderung: Bosi und Vito liegen gemütlich zusammen in einem Korb und Bosi ist selbst ein paar Mal am Strand ohne Leine gelaufen. Und wenn er nach Vitos Meinung zu weit weg läuft, nun, dann holt er ihn wieder zurück.

Frans und Hubert, wir freuen uns sehr, dass Ihr Bosi in Euer Herz geschlossen habt. Viel Glück Euch allen Vier!

 

JOE

Joe ist der Bruder von Boaz (der mit den krummen Pfoten hier über dieser Geschichte). Joe musste etwas länger auf ein neues Zuhause warten, aber auch sein Verbleib in Drachtstercompagnie war irgendwann zu Ende. Und was für ein Ende! Wir wurden angerufen von Menschen, deren kurzhaariger Saluki, Clooney, leider vor zwei Wochen gestorben war. Und als wäre das noch nicht genug an Wunder, dass Clooney gerade wie Joe ein kurzhaariger Saluki war, stammte er genau wie Joe aus Dubai. Zufälle soll es ja nicht geben, aber das war doch ein bisschen zu zufällig! Und auch wundervoll! Denn so ein Hund aus einem Ursprungsland ist doch meistens etwas anderes als ein Hund, der hier im Westen geboren und aufgewachsen ist.

Nun hatten sie nach der ersten Trauer über Clooney auf die Site geschaut und Carola war stets bei Joe hängen geblieben. Dieser Kopf! Wir hatten ein sehr nettes Gespräch ebenso wie Martine und danach wurde ein Termin für einen Besuch ausgemacht. Sie sagten zwar “Wir kommen nur schauen; wir wissen nicht, ob wir ihn nehmen”. “Ja”, sagten wir beherzt, “Natürlich, das ist prima”, aber wir hofften im Stillen, dass es alles anders ausgehen würde.

Das erste Treffen verlief prima. Joe war fast noch schöner als auf dem Foto. Joe fand seinen Besuch auch sehr nett und er ging aufgeweckt mit spazieren. Nach dem Spaziergang ergab sich natürlich die Frage: Tja, was jetzt? Nun, sagte Martine, ich bringe Joe erst einmal weg, dann trinken wir eine Tasse Kaffee und sprechen darüber. Die Kaffeemaschine brodelte noch, als ein ohrenbetäubendes Gekreisch von draußen einsetzte. “Oh”, sagte Martine trocken, “das ist Joe. Er begreift nicht, warum er nach draußen musste. Ich denke, er möchte lieber mit Ihnen mitgehen”. “Ja, äh, aber haben wir noch Futter im Haus? Es ist Sonntag und die Läden sind zu”. “Ja, haben wir, noch von Clooney”. “Aber ich habe auch keine Decke für den Autositz”. “Die können Sie von mir bekommen, ich habe genug davon”. Den Rest haben Sie schnell erraten.

Joe hat eine zusätzliche Silbe zu seinem Namen dazu bekommen und heisst jetzt JoeJoe. Kleine Hunde findet er ausgesprochen blöd und bezweifelt noch deren Existenzberechtigung. Große enthusiastische Hunde findet er auch nicht besonders gelungen, aber glücklicherweise sind seine Menschen ganz nahe bei ihm, hinter denen er sich verstecken kann. Dennoch ist alles laut Ed und Carola wie geschaffen für alle: “Es läuft sehr gut mit uns und Joe. Wir haben mit ihm den perfekten Hund gefunden”.

Was wollen wir noch mehr?

Viel Freude Euch allen zusammen und schöne Ferien in Süd-Frankreich! Und JoeJoe,  erweise Dich als würdiger Nachfolger von Clooney!

 

LUCAS

Luca war ein so genanntes Internet-Opfer. Seine (ersten?) Menschen inserierten ihn auf der niederländischen Website "Marktplaats", brachten ihn selbst zu seinem neuen Frauchen, diese kam aber mit Lucas überhaupt nicht klar, konnte keinen Kontakt mehr zu den alten Besitzern herstellen und nahm dann Verbindung zu uns auf. Lucas sollte dort auf schnellstem Wege weg. In solchen Fällen bricht bei uns immer jede Menge Hektik aus. Wer kann den Hund abholen? Wer wohnt in der Nähe? Wie dringend ist es? Meistens stellt sich heraus, dass niemand in der Nähe wohnt und dann werden die altgedienten Chauffeure wieder aktiviert, aber manchmal haben wir wirklich Glück. Erstens kannten wir jemanden, der ganz in der Nähe wohnte und - wie viel Glück kann man haben? - zweitens musste dieser Herr auch noch am folgenden Tag in die Nähe von Utrecht reisen. Auch für den zweiten Teil der Fahrt, nach Friesland, fanden wir einen freiwilligen Fahrer. Job und Liesbeth: Vielen Dank!

Lucas kam ins Dierencentrum Friesland, wo Martine ihn als besonders freundlichen "Grippet" kennen lernte. Einer unserer "geheimen Mitarbeiter" (die Frau, die immer mit Lichtgeschwindigkeit und großer Sorgfalt unsere Texte ins Deutsche übersetzt) hatte nach dem Tod ihres geliebten Saluki beschlossen, dass die allein zurück gebliebene Greyhound-Dame doch Gesellschaft brauchte. Ihr Augenmerk richtete sich auf unseren Saluki mit den krummen Pfoten und voller Erwartung wurde die Reise ins Dierencentrum angetreten. Aber: Lola, die Greyhound-Dame, und Boaz, die Krummpfote, schauten sich mit unverhohlener Geringschätzung an: nicht das kleinste Fünkchen wollte überspringen. Nach einer Tasse Kaffee und einigen überlegungen kam man zu dem Entschluss, Lola und Lucas einander vorzustellen. Und da war er, der Funke! Der Rest ist schnell erzählt. Lola ist zu Hause der Chef und erzählt Lucas, der nun auf den schönen Namen Fridolin hört - na ja, hören... -, was er darf und was er nicht darf, was er soll und was er vor allen Dingen nicht soll. Fridolin ist auch sehr auf seinen Menschen fixiert; er hat es sogar geschafft, durch ein offen stehendes Fenster zu klettern und hinaus zu springen, um ganz nah bei Sabine zu sein. Wir wünschen Sabine, Jürgen, Lola und Fridolin eine tolle Zeit miteinander und hoffen, Euch bald wieder in Kootwijk zu treffen! Und Fridolin, halte durch, wir glauben, dass Du über kurz oder lang auch im Bett mit Lola schlafen darfst!

Schanulleke

Schanulleke war einer der vier Whippets, die eines Tages bei uns landeten. Tierschützer aus Belgien hatten die Hunde aus Frankreich geholt und wir fuhren nach Belgien, um sie weiter zu transportieren. Wir ließen sie erst ein wenig zur Ruhe kommen und machten uns dann auf die Suche nach neuen Menschen. Martine war aufgefallen, dass Schanulleke so ein seltsames Hüsteln hatte. Und weil das nicht wegging, brachten wir sie zum Tierarzt. Ein Röntgenbild später stellte sich heraus, dass Schanulleke eine chronische Bronchitis hatte, wobei ein Teil der Lunge beschädigt war. Aber gut, mit der richtigen Medikation kommt man ein gutes Stückchen weiter. Die Behandlung begann und die Verbesserung war deutlich zu merken. Aber so eine Krankheit, die doch Kosten für die medizinische Behandlung verursacht, ist natürlich kein Vorteil für eine Vermittlung.

Dann meldete sich eine ältere Dame, die eigentlich immer zwei Whippets gehabt hatte, wovon einer jetzt aber verstorben war. Sie hatte Schanulleke - ein schwieriger Name für nicht niederländisch sprechende Menschen - gesehen und dachte, dass sie vielleicht ganz gut zu ihrem Bandit passen würde. Das Gespräch war sehr nett und nach einiger Zeit mussten wir doch mit der Wahrheit heraus: Schanulleke hat eine chronische Bronchitis, die medizinisch behandelt werden muss. Auf der anderen Seite des Hörers war es kurz still und dann kam "Oh, ich habe Asthma, also passt das sehr gut". Das Kennenlernen wurde absolviert und seit diesem Tag steht die Asthma- und Bronchitis-Medizin einträchtig nebeneinander auf dem Regal. Mit Bandit findet es Schanulleke, die sehr gut auf ihren abgeleiteten Namen Charly hört, prima; sie spielen und tollen nach Herzenslust miteinander. Noch viele glückliche Jahre, Charly! Du hast den einen Menschen aus Tausenden gefunden!

Suske

Suske

Suske war der letzte der vier Whippets, der in sein neues Zuhause umzog. Er fuhr zusammen mit Alexej, dem Barsoi, nach Deutschland. Dort wurde er von seinem neuen Frauchen erwartet, die mit dem Zug von München nach Karlsruhe gefahren war, dort durch die neuen Menschen von Alexej vom Bahnhof abgeholt wurde, um in der Nähe von Heidelberg ihren neuen Kameraden in Empfang zu nehmen. Liebe auf den ersten Blick; daran gab es keinen Zweifel. Suske machte den Eindruck, als ob er Sabine schon sein ganzes Leben gekannt hatte. Als sie kurz im Hotel auf die Toilette ging, stand er sofort beunruhigt auf und freute sich sehr, dass sie wieder schnell zurück war.

Inzwischen lebt Suske, der nun umgetauft wurde auf den Namen Bajun, in völliger Harmonie mit seinem Whippet-Kumpel Baghandi. Sie rennen und spielen miteinander. Zu Beginn gab es ein paar gesundheitliche Probleme: Bajun hatte sich bei seiner Ankunft stark erkältet und war stark verschleimt. Als Whippet aus Frankreich war er offensichtlich gegen die Bakterien in deutschen Zügen nicht immun... Weiter hatte Bajun sich bei einer der Spiel- und Rennpartien mit Baghandi die Schulter gezerrt, aber auch davon hat er sich inzwischen gut erholt. Wir hoffen, dass Bajun noch lange und glücklich mit Sabine und Baghandi im tiefsten Süden Deutschlands leben darf!

Isabella

Isabella

Isabella musste lange auf ihre Menschen waren. Nicht, dass es keine Interessenten gab. Im Gegenteil. Es gab viele Bewerber für sie. Aber leider ist Isabella nicht der einfachste Whippet. Wir wissen über ihr bisheriges Leben nicht viel, aber im Dierencentrum stellte sich immer wieder heraus, dass sie ausgesprochen unangenehm zu anderen Hunden war. Sie warf einen Blick auf sie und wenn ihr nicht gefiel, was sie sah, dann ließ sie das unmittelbar und sehr deutlich wissen. Eine Vermittlung zu einem anderen Hund war also nicht angesagt und eventuelle neue Besitzer müssten sich sowieso darauf einstellen, dass sie immer aufpassen müssten, ob Isabella sich auf einen anderen Hund stürzen würde. Es kamen auch Menschen, um Isabella kennen zu lernen, aber nach Isabellas Meinung nicht die richtigen. Aber dann: es meldete sich eine Familie, die vor einiger Zeit ihren Foxterrier hatte einschläfern lassen müssen. Oh, denken Sie wohl, sind die dann beim richtigen Verein gelandet? Aber ja. Sie hatten sich gut informiert und waren zu dem Entschluss gelangt, dass ein Whippet doch sehr gut zu ihnen passen würde. Nun, das stellte sich als wahr heraus. Isabella musterte sie mit kritischem Blick und war sofort überaus begeistert. Juchhe, mit denen gehe ich mit, wo steht Euer Auto?

Isabella, die kurzer Hand Isa genannt wird, macht sich gut. Sie ist nicht immer gerade freundlich zu anderen Hunden, aber die Familie war von ihrem Foxterrier auch das eine oder andere im Hinblick darauf gewöhnt, also kommen sie damit gut klar. Die Tochter der Familie macht alles mit Isa, von Fahrrad fahren bis Agility im Garten, und wir sind davon überzeugt, dass Isas langes Warten sicher für eines gut gewesen ist: Menschen, die sie lieben, wie sie ist. Familie Frowijn: noch viel Spass mit Isa!

 

Harry

Afghaanse windhond

Harry kam als ziemlich ängstlicher Hund zu uns, der nicht viel mit Autos, Fahrrädern, fremden Menschen oder seltsamen Geräuschen zu tun haben wollte. Aber schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass er eher vorsichtig und zurückhaltend als ängstlich war. Martine arbeitete ein wenig mit ihm und er wurde etwas zutraulicher und weniger schreckhaft.

Es meldete sich bei uns eine Dame, die sehr gerne einen Barsoi haben wollte - und nein, es geht wirklich um Harry! Nach einigen Gesprächen drängte sich uns das Gefühl auf, dass diese Dame, deren Mann noch niemals einen Hund gehabt hatte, viel besser zu einem Afghanen passen würde als zu einem mit allen Wassern gewaschenen Barsoi-Herrn, den man doch ein wenig in seine Schranken weisen muss. Harry, so dachten wir, würde für diese Menschen der richtige Hund sein. Wir streckten also unsere Fühler aus und zu unserem großen Erstaunen sagte die Dame "Nun, wissen Sie, bei welchem Hund ich ein warmes Gefühl bekomme? Bei Harry!" Den Rest können Sie erraten.

Harry ist zwischenzeitlich umgezogen, läuft ohne Leine, hört eigentlich sehr gut und hat sich innerhalb von eineinhalb Minuten einen Platz auf dem Sofa erobert. Seine Schreckhaftigkeit nimmt ab und Harry, der jetzt (meistens) auf den viel schöneren Namen Arash reagiert, war mit auf dem Spaziergang in Kootwijk, der statt des Coursings in Leek stattfand. Das Coursing war durch die unglaublichen Regenmengen abgesagt worden und ein paar Hartgesottene, darunter auch die Menschen von Arash, gingen dennoch mit spazieren. Am Ende des Spaziergangs war Anleinen angesagt. Arash ist sehr gut in Afghanenspielchen: als er die Bitte "Arash, komm hierher" hörte, bewegte er leicht seinen Kopf, lief noch 50 Meter weiter und wartete dann geduldig, bis Peter zu ihm kam und ihn anleinte. Dass es sehr gut läuft zwischen Arash und seinen Menschen folgerten wir aus der Bemerkung von Peter "Ist es nicht fantastisch, dass Arash einfach stehen bleibt!" Nun, wenn das keine marriage made in heaven ist...

Ellis

Greyhound

Ellis kam aus einem großen Windhundrudel und fühlte sich dort nicht wohl. Das äußerte sich in ziemlich seltsamem Verhalten und schließlich fassten ihre Menschen den Entschluss, lieber für sie ein neues Zuhause zu suchen.

Nun suchen Menschen, die einen Greyhound möchten, unglücklicherweise im Allgemeinen nicht bei uns. Voordewindhond scheint nach Ansicht von vielen Menschen der Verein für Whippets, Afghanen, Salukis und Barsois zu sein. Dennoch haben wir eine Anzahl von Greyhounds zu vermitteln. Die müssen dann meistens relativ lange auf ein neues Zuhause warten.

Die neuen Menschen von Ellis suchten bei uns auch keinen Greyhound; im Gegenteil, sie suchten eigentlich einen Afghanen. Aber das Herz geht manchmal seltsame Wege und als Roos Ellis sah, war es geschehen! Es wurde ein Spaziergang unternommen, Kaffee getrunken, noch mal mit Zuhause gesprochen und dann war die Sache klar. Ellis, die jetzt Cara heißt, ging mit nach Hause. Die Berichte sind ausgezeichnet; Clara hat sich prima eingelebt und genießt ihr Leben als Einzelhund. Denn das war genau das, was sie wollte: die Königin sein.

Cara, genieße Dein neues Leben!

Dimitri

Barsoi

Dimitri war ein großer, nicht allzu einfacher Barsoi-Rüde, der schon mal die Idee hatte "Was, Du hier! Ich werde Dich mal eben wegjagen!" Im Dierencentrum Friesland stellte sich heraus, dass Dimitri glücklicherweise sehr gut zu steuern war. Eigentlich hörte er sofort auf, sobald man ihm nachdrücklich, aber freundlich zu verstehen gab "Nein, ich will nicht, dass Du das tust". Dann schaute er denjenigen fast menschlich an und ging schulterzuckend etwas anderes tun.

Aber so ein Hund ist natürlich nicht leicht zu vermitteln. Dazu braucht man Menschen, die lernen können und wollen, wie man Dimitri "lesen" muss. Denn, und das ist wieder gut, wenn man weiß, welche Signale er sendet, dann weiß man genau, zu welchem Zeitpunkt er auf eine nicht erwünschte Idee kommt.

Aber Geduld lohnt sich und nach einiger Zeit meldeten sich Menschen bei uns, die zum einen viel Erfahrung mit einem ziemlich bösartigen Hund hatten und damit gut umgehen konnten. Zum anderen waren sie nach dem Tod dieses Hundes auf der Suche nach einem großen Hund.

Die Familie besuchte das Dierencentrum Friesland und Martine holte Dimitri. Dann passierte etwas Unglaubliches: die dreijährige Tochter rief , als Dimitri hereinkam, "Oh, lieb!" Darauf ging der enorme Barsoi auf die Knie und legte sich genau vor das Mädchen. Eine wirkliche Liebesgeschichte! Als Ergebnis ging Blue, denn so heißt er eigentlich, mit auf dem Weg in ein neues Leben.

Es muss noch ein wenig am Verhalten von Dimitri gegenüber anderen Hunden gearbeitet werden, aber die Nachrichten sind vielversprechend.

Dimitri, Junge, benimm Dich!

Chantal

Afghaanse windhond

Chantal kam mit der letzten großen Hundegruppe aus Frankreich. Merkwürdigerweise war sie der einzige Hund aus der ganzen Gruppe, die ein relativ gutes Fell hatte. Gut, ein Fell weniger zu scheren - manche Menschen denken, dass wir das immer tun, aber das ist nicht der Fall. Nur, wenn der Hund total verfilzt ist und das Auskämmen des Fells dementsprechend viel Stress bedeutet, dann scheren wir den Hund. Aber das Fell von Chantal konnte mit Bad und Bürste mühelos in Ordnung gebracht werden.

Und damit Sie nicht denken, dass wir keine Fehler machen: wir hatten Chantal erst zu einer Frau vermittelt, die nach drei Tagen mit der Bemerkung anrief, es ginge nicht, und wir den Hund wieder abholen müssten. Eine wirklich missglückte Vermittlung! Einer unserer deutschen Mitarbeiter nahm Chantal in Pflege und hatte ziemlich zu kämpfen mit einem sehr hartnäckigen Durchfall. Aber siehe da, letzten Endes wird doch wieder alles gut: der Durchfall war weg und es meldete sich eine nette Frau mit Afghanenerfahrung, die Chantal gern ein neues Zuhause geben wollte.

Chantal ist umgezogen und teilt ihren Menschen mit einem netten Mix, der auf den besonderen Namen "Kartoffel" hört. Für Chantal ist die Welt wieder vollkommen in Ordnung!

Jerommeke

Whippet

Jerommeke war einer von vier Whippets, die durch den Tod ihres Züchters bei uns landeten. Es meldete sich eine nette Familie aus Belgien, die zu unserer großen Freude ohne große Umstände sagte: "Dann kommen wir nach Friesland". Und so geschah es. Auf der Website waren sie schon auf Jerommeke aufmerksam geworden und als sie ihn leibhaftig erlebten, stand ihre Wahl fest. Der Plan war zunächst, ihn nach den Ferien abzuholen, aber wenn man dann so ein prächtiges, schwarzglänzendes, freundliches Tierchen erst einmal gesehen hat, dann kommt man recht schnell zu dem Schluss, dass er eigentlich am besten mit in die Ferien kommt. Also ging Jerommeke mit nach Belgien. Die ersten Nächte waren schwierig, nicht nur für ihn, sondern auch für die Familie, denn Aiko - so wurde er umgetauft - hatte nicht vor, unten mutterseelenallein zu schlafen. Aber mit einigen Ratschlägen von uns und viel Geduld von Seiten der Familie scheint das ärgste Leid nun doch vorüber zu sein.

Aiko fuhr tatsächlich mit in die Ferien und ob er das toll fand, das dürfen Sie selbst beurteilen, wenn Sie das Foto betrachten!

Aiko, tu Dein Bestes!

Wiske

Whippet

Wiske war auch einer der vier Whippets. Auch sie hatte eigentlich recht schnell ein neues Zuhause gefunden. Es meldete sich nämlich ein Bekannter von Voordewindhond, der schon einen Whippet besaß und der gerne eine Freundin für seinen Whippet wollte. Es wurde ein Besuch vereinbart, Menschen und Hunde lernten einander kennen und dann ging Wiske sofort mit nach Haus. Hugo, der Whippet, empfand diesen neuen Hausgenossen zunächst als unnötigen Eindringling, aber Sie wissen, wie Whippets nun einmal sind: richtig gemütlich ankuscheln unter einer Decke auf dem Sofa. "Die Kuh war also recht schnell vom Eis".

Claire - ihr neuer Name - läuft den ganzen Tag hinter Ester her. Aus Erfahrung wissen wir, dass zunächst alle vermittelten Hund ständig hinter ihrem neuen Menschen herlaufen. So seltsam ist das ja auch nicht, denn versetzen Sie sich einmal in den Hund: weggeholt aus seinem Zuhause, alles neu und unbekannt, also besser in der Nähe des einzigen Menschen bleiben! Nach ein, zwei oder drei Wochen ist dieses Verhalten vorbei. Offensichtlich hat der Hund dann wieder so viel Vertrauen in seine Situation, dass er nicht ständig an seinem neuen Menschen kleben muss. Es macht übrigens auch nicht viel Sinn, Energie in das Unterbinden dieses Verhaltens zu investieren. Unser Rat ist immer, den Hund weiter zu ignorieren, dann ändert sich das Verhalten schnell.

Auch am Alleinbleiben muss noch ein wenig gearbeitet werden, aber auch das wird noch werden.

Inzwischen ist Claire mit ihren neuen Menschen im Urlaub auf Terschelling. Wir wünschen Claire, Hugo und ihren Menschen nicht nur schöne Ferien, sondern auch noch viele Jahre Gesundheit und Harmonie!

Bauke

Afghaanse windhond

Bauke war ein richtiger mystery dog. Wir hatten ihn in Frankreich, zusammen mit Marianne, in einem abgelegenen Schuppen entdeckt; sie waren beide dort zum Sterben untergebracht worden. Weil es uns doch besser erschien, dass sie bei uns stürben und nicht in einem kalten, nassen Schuppen, nahmen wir sie beide mit. Für Marianne hatten wir schnell eine gestandene Afghanen-Frau gefunden, die sagte: "Bring mal her". Aber mit Bauke hatten wir nicht so viel Glück. Er war auch ehrlich gesagt in einem noch schlechteren Zustand als Marianne; er wog nur noch gerade 14 Kilo. Alles, was er aß, brach er sofort wieder aus und Martine musste ihm letztendlich über den Tag verteilt sehr kleine Portionen geben. Aber auch hier gilt wieder, dass der Beharrliche gewinnt, denn langsam, aber sicher berappelte er sich. Er konnte nach einiger Zeit entwurmt werden und das bei sich Behalten des Futters klappte auch immer besser. Aber bis so ein ausgezerrter Hund wieder ein wenig präsentabler aussieht, dauert es einige Zeit.

Schließlich kamen Menschen auf der Suche nach einem Afghanen. Sie wollten eigentlich Kadija haben, aber manchmal sagt das Herz etwas anderes. Beim Anblick von Bauke war die Sache gelaufen. Das war er! Die einzigen Zweifel, die sie hatten, waren, ob Bauke mit ihren zwei anderen Rüden zurechtkommen sollte. Sie hatten bei einer früheren Vermittlung nämlich ziemliche Mord- und Totschlagerfahrungen gesammelt und waren deshalb ein wenig vorsichtig. Da konnten wir sie beruhigen: Bauke kommt mit allem und jedem zurecht.

Zwischenzeitlich war Bauke - weise wie er war - schon ins Auto gestiegen und hatte sich neben die anderen Afghanenrüden niedergelegt, vermutlich um zu demonstrieren, dass er sehr gut mit anderen Rüden klar kommt. Den Rest können Sie schon raten.

Schauen Sie mal, wie es Geronimo - und sagen Sie selbst, das passt viel besser!! - in seiner neuen Umgebung geht. Ein größerer Unterschied zwischen altem und neuem Zuhause ist gar nicht denkbar!

Marita und Familie: vielen Dank, dass Ihr Geronimo unter Eure Fittiche genommen habt. Wir hoffen, dass er noch ein paar glückliche Jahre bei Euch bleibt.

Suzanne

Afghaanse windhond

Suzanne war einer der sogenannten Rennafghanen. Sie wissen schon: Afghanen, die zwar einen Stammbaum haben, aber nach Meinung vieler Menschen zu wenig Behaarung aufweisen. Sie können sich denken, dass Interessenten für Suzanne uns nicht die Tür einrannten. Eigentlich ist das ziemlich schade, denn sagen Sie selbst, kann Suzanne etwas dafür, dass sie nicht viel Behaarung hat und nicht den Idealvorstellungen des gewöhnlichen Afghanenliebhabers entspricht? Doch wohl nicht, oder?

Aber gut, einmal mehr hat sich gezeigt, dass doch eine Lösung kommt, wenn man nur genug Geduld hat. Und die kam in Form einer freundlichen Dame mit Afghanenerfahrung und glücklicherweise ohne festgelegte Vorstellungen hinsichtlich Felllänge oder -dichte. Wir lernten sie zunächst kennen auf dem Kootwijkerzand und nachdem wir noch ein wenig miteinander gesprochen hatten, machte sich Thea auf die lange Reise in den hohen Norden, um Suzanne dort in die Arme zu schließen.

Inzwischen hat Hinaarah, denn so heißt sie eigentlich, sich gut an die neuen Umstände gewöhnt und genießt all die Liebe und Aufmerksamkeit, die sie bekommt. Hinaarah, Angel und Thea: viel Freude miteinander und kommt vor allen Dingen wieder mit zum Wandern.

Aryana

Afghaanse windhond

Auch Aryana war ein Afhgane-non-grata. Und auch sie musste lange auf ihre Menschen warten. Dazu kam noch, dass Aryana nicht gerade der einfachste Hund war. Sie war von Zuhause aus daran gewöhnt, das Sagen zu haben und daran wollte sie auch gern festhalten. Wenn also Leute kamen, die bereits eine Afghanenhündin hatten, ließ sie durchblicken, dass das nicht in ihrem Sinne war. Also suchten wir weiter (und die Leute haben sich einen anderen geselligen Afghanen von uns ausgesucht).Auch für Aryana kam schließlich die Rettung in Form eines netten Zuhauses ohne andere Hunde. Es war Liebe auf den ersten Blick und wie Sie auf dem Foto erkennen können, gefällt es Aryana, die jetzt Kirana heißt, dort ausgesprochen gut! Und wenn es einen Afghanen gibt, der mit einem Blick sagen kann "Ist irgendwas?, dann ist es Kirana!

Rene, Anyal und Aryana: viel Glück Euch Dreien - oder seid Ihr doch irgenwann zu viert?

Kousa

Kruising

Kousa ist das bildschöne Ergebnis aus einem afghanischen Windhund und einem deutschen Schäferhund. Ihre Besitzer gaben sie ab, weil sie zu lange, 10 Stunden am Tag, alleine bleiben musste. Nachdem sie eine Zeit lang bei uns in Pflege war und wir uns begannen zu fragen, warum sich niemand für diese Schönheit interessierte, meldeten sich zwei Leute aus Belgien. Sie wollten einen Hund. Welche Rasse, war nicht so wichtig. Wenn es nur "Klick" machte. Und nicht zu viel Fell, bitte. Nun, das waren doch passende Leute für Kousa! Sie hörten sich bereitwillig Martines Erläuterungen an, waren aber doch ein wenig besorgt; so ein halber Afghane, da kamen doch viel Fellpflegearbeiten auf sie zu. Schließlich entschieden sie sich für eine Reise nach Friesland, um sich den Hund selbst anzuschauen. Sie haben es sicher schon erraten: der Funke sprang über! Und so kam Kousa nach Belgien. Nun heißt Kousa eigentlich Luna, aber weil der Hund der Nachbarn auch Luna hieß, wurde eifrig nach einem anderen Namen gesucht. Es wurden allerhand Namen ausprobiert, aber bei Stella hob sie erfreut den Kopf! Stella ist ihr Name.

Stella verblüfft ihre Menschen regelmäßig, indem sie ungeachtet ihrer afghanischen Gene andauernd Stöcke und Bälle apportiert! Um Stellas Arbeitseifer gerecht zu werden, gehen ihre Menschen mit ihr in die Hundeschule und es sieht danach aus, dass Stella es dort weit bringen wird! Stella, Dinie, Annemie und Roger: viel Freude miteinander!

Lord Lucan

Afghaanse windhond

Lord Lucan stand nicht auf unserer Website, weil wir bei nach seiner Ankunft schon eine gute Idee hatten für einen neuen Besitzer. Lord Lucan musste sich erst noch ein wenig erholen, aber als das erst einmal geschehen war und wir ihn noch besser einschätzen konnten, stand einem Umzug abgesehen von der logistischen Organisation nichts mehr im Wege. An einem warmen Sonnabendmittag Mitte Mai (am Tag der Jahreshauptversammlung, um genau zu sein), brachten wir Lord Lucan zu seinem neuen Besitzer. Der hatte sich enorm auf seinen neuen Hund gefreut und der Empfang war dann auch herzlich. Lord Lucan demonstrierte sofort, dass er wirklich ein echter Afghane war, denn er nahm sofort eine ausgedehnte Untersuchung des Hauses vor. Sofa, Fensterbank, Papageienkäfig (!) und schließlich, wie kann es anders sein, die Arbeitsplatte in der Küche. Alles in Ordnung!

Lord Lucan teilt seinen neuen Menschen mit zwei Jack Russels, mit denen er prima auskommt. Wir wünschen Mensch und allen Hunden viel Glück!

Nina

Afghaanse windhond

Nina war ein schüchternes Afghanenmädchen von gut einem Jahr, als sie bei uns ankam. Ihr Fell war leider nicht mehr zu retten. Nina fand das Getue mit der Schermaschine eigentlich unheimlich, blieb aber artig stehen, bis wir fertig waren! Leider hatte sie auch eine gehörige Ohrentzündung mitgebracht, so dass sie zum Tierarzt musste.

Über lange Umwege waren wir in Kontakt gekommen mit einem alten Ehepaar aus Österreich. Die schienen uns perfekt geeignet zu sein, mit viel Geduld und Liebe sich dieses unsichere Hündchen in eine glückliche und selbstbewusste Afghanendame entwickeln zu lassen. Wir verabredeten uns also. Sie waren früher da als wir und liefen schon herum in Erwartung ihres Hundes. Wir kamen auf einer anderen Strecke zum Treffpunkt und ließen Nina erst mal ihr Geschäft verrichten. Während wir das taten, sahen die Österreicher uns mit ihrem Hund herumlaufen. Sie beschleunigten ihre Schritte und für jeden war deutlich sichtbar, dass der Funke direkt übersprang!

Nach Erledigung der Formalitäten wurde Nina liebevoll in ihr neues Auto verfrachtet und machte sich auf die letzte Etappe ihrer langen Reise, die sie von Frankreich über Friesland, Utrecht, Stuttgart und letztendlich nach Österreich geführt hatte. Die ersten Berichte über Nina sind sehr gut: sie ist sehr lernbegierig und sehr, sehr lieb. Die Probleme mit der Ohrentzündung und dem Durchfall gehören glücklicherweise der Vergangenheit an und Nina steht am Beginn eines hoffentlich fantastischen Lebens. Ihre Menschen werden alles dafür tun!

Jasper

Kruising

Jasper hatte ein wenig Pech in seinem Leben. Seine vorherigen Besitzer hatten ihn von jemandem übernommen, der sich nicht mehr um ihn kümmern konnte oder wollte. Aber nach ein paar Jahren gab es im Leben seiner neuen Besitzer auch wieder Veränderungen, wodurch sie gezwungen waren, ein neues Zuhause für ihn zu suchen. Wer lernten Jasper kennen, machten ein paar Fotos und setzen ihn mit einer kurzen Beschreibung auf die Website. Jasper war einer der wenigen Hunde, die nicht sofort in Pflege genommen werden mussten, sondern ruhig zu Hause bleiben konnte, bis ein neuer Besitzer gefunden war.

Der neue Besitzer war eigentlich schnell gefunden; nachdem die Transportfrage geklärt war, konnte die übergabe doch ziemlich schnell erfolgen. Jasper wohnt jetzt in Berlin und geht mit seinen neuen Besitzern mit zur Arbeit. Manchmal hilft er dort ein wenig mit, aber am liebsten liegt er auf seiner Decke in der Sonne, um seine neuen Menschen bei der Arbeit zu beobachten! Und wenn die Arbeit erledigt ist, dann läuft Jasper ausgedehnt am Fahrrad mit, geht buddeln oder spielt mit anderen Hunden. Verständnisschwierigkeiten aufgrund der Sprache gibt es glücklicherweise nicht! Jasper, lass` es Dir gut gehen!

Julius

Afghaanse windhond

Die Vermittlung von Julius war eine merkwürdige Sache. Wir dachten, dass wir innerhalb kürzester Zeit ein fantastisches neues Zuhause für diesen Afghanenjungen gefunden hätten. So wie das auch der Fall gewesen war mit seinen (Halb-) brudern und -schwestern. Aber wir hatten uns geirrt. Es meldeten sich zwar Menschen für ihn, aber zu einer erfolgreichen Vermittlung kam es nicht. Plötzlich aber tauchten nette Afghanen-Menschen auf, die sich nach langem Hin und Her doch entschlossen hatten, einen dritten Afghanen anzuschaffen. Es gab in den ersten Tagen ein paar Reibereien mit der anwesenden Hündin, die nicht gerade auf so einen jungen, wilden Jungen gewartet hatte, aber als sie erst mal verstanden hatte, dass er blieb und dass sie nicht weniger Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten und Essen bekam als vorher, dann war die Sache auch erledigt. Julius, gib` Dein Bestes! Keine schlechten Angewohnheiten vom großer Bruder annehmen und wir sehen uns hoffentlich bald in Kootwijk! Oder am 14. Juli beim Spaßcoursing in Leek?

Romeo

Romeo

Romeo war ein Hund "aus dem Internet". Einer unserer Mitarbeiter entdeckte ihn auf der Seite "Marktplaats" und schickte dem Eigentümer eine Mail. Der war bereit, Romeo an uns abzugeben. Das Abholen gestaltete sich noch etwas schwierig, aber dank des nächtlichen Einsatzes eines unserer Mitglieder ging doch noch alles gut über die Bühne. Wie es weiter ging mit Romeo, können Sie in der Rubrik "Grüße von..." in Windstärke 8 lesen.

Alfie

Whippet

Alfie musste sehr lange auf ein neues Zuhause warten. Eigentlich war das sehr verwunderlich, denn es gab an diesem Hund wirklich nichts auszusetzen. Es gab zwar ein paar Interessenten, die aber alle wieder ohne ersichtlichen Grund absprangen. Ein wenig mutlos machte uns das schon, vor allem weil Alfie sich stets mehr nach eigenen Menschen sehnte. Aber das lange Warten wurde belohnt: jemand aus der Hauptstadt meldete sich. Ihr Whippet war gestorben und es wurde Zeit für einen Nachfolger. Nach einigen Telefonaten wurde entschieden, in Kootwijk spazieren zu gehen. Und ja, der Funke sprang über! Sowohl Yolanda als auch Alfie schienen sich sehr zu mögen. Es war auf jeden Fall lustig anzuschauen, dass Alfie während des Spaziergangs immer mal nachsah, ob seine neu erworbene Freundin noch da war.

Eigentlich stand einem Umzug nach Den Haag nichts mehr im Weg, aber es gibt die Perfektionisten, die alles tiptop vorbereitet haben wollen, bevor der Hund einzieht. Also kam Alfie zunächst wieder zurück nach Drachtstercompagnie. In Den Haag wurden unterdessen alle Vorbereitungen getroffen und endlich, eine Woche nach der ersten Begegnung, war es dann soweit: Alfie wurde abgeholt.

Alfie wurde, nach reiflicher überlegung, umbenannt in Fred, was zweifellos ganz in seinem Sinne ist. Ein bisschen weniger begeistert war er von der Futterumstellung, aber auch daran hat er sich inzwischen gewöhnt. Fred und Yolanda: Viel Glück! Und Fred: keine Reibereien mit anderen Rüden, bitte! Das ist überhaupt nicht nötig.

Ross

Kruising

Ross hatte sein Zuhause verloren, weil sein Besitzer krank wurde und einfach keine Möglichkeit mehr sah, diesem noch jungen Hund das Leben zu bieten, das er verdiente. Ross bekam viel zu wenig Auslauf und das zeigte sich an seiner Figur: er hatte viel zu viel auf den Rippen. Einmal im Dierencentrum Friesland angekommen wurde kräftig an seiner schlanken Linie und seiner Kondition gearbeitet, und zwar mit Erfolg: nach ein paar Wochen waren deutliche Verbesserungen zu sehen. Und eines Tages besuchten zwei Herren Martine mit der traurigen Nachricht, dass ihr Hund, den sie vor einigen Jahren über Martine erhalten hatten, eingeschlafen war. Das wollten sie ihr doch lieber persönlich mitteilen. Alles Weitere lässt sich erahnen: nach einiger Zeit riefen die Herren bei Martine an und fragten nach, ob sie vielleicht einen Nachfolger für ihren geliebten Hund hätte. Den hatte sie!

Und so zog Ross zu seinen neuen Menschen. Nach zwei Tagen lag er schon auf dem Rücken mit allen vier Pfoten in der Luft auf ihrem Sofa.

Ross, schön spazieren gehen und rennen, nicht so viel essen und dann bist Du in kürzester Zeit wieder der stromlinienförmige Windhund, der in Dir versteckt ist! Wir sehen Dich gerne wieder beim Spaziergang am Samstagmorgen.

Freule

Freule

Unsere Vermittler freuen sich immer sehr, wenn Menschen, die bereits einen Hund von uns besitzen, anrufen und sagen, dass sie gerne noch einen Hund haben möchten; vor allen Dingen, wenn es sich um Menschen handelt, die regelmäßig Kontakt zu uns halten und uns Fotos oder Berichte darüber zukommen lassen, wie es dem adoptierten Hund geht. Deshalb freuten wir uns besonders, als sich die Besitzer von Kabul meldeten. Kabul ist ein schwarzer Afghane, an den sich diejenigen, die Voordewindhond schon länger kennen, vielleicht erinnern werden. Wo Kabul ein vorsichtiger Hund ist, der beispielsweise den Müllwagen außerordentlich suspekt findet und lieber Abstand hält, ist Freule aus einem ganz anderen Holz geschnitzt: Los, ich geh` nachsehen! Kabul schaut dann auch regelmäßig mit unverhohlener Bewunderung zu, was das kleine, blonde Dingelchen alles tut und untersucht und überhaupt nicht ängstlich zu sein scheint. Auch Hazes, der Jack Russell, muss zugeben, dass seine neue Hausgenossin ein Gewinn ist. Freule hat sich während ihrer Zeit bei Rubi schon gut erholt, sie muss aber noch weiter zu Kräften kommen und zunehmen. Wir haben vollstes Vertrauen, dass das wunderbar gelingen wird, und wir hoffen, dass Freule noch ein langes und glückliches Leben bei Janny und Ger haben wird.

Tycho

Tycho

Tycho ist der Bruder von Freule, und obwohl Rüden meist größer sind als Hündinnen, traf das hier nicht zu. Tycho war in einem körperlich schlechteren Zustand als Freule und hatte so auch einen beträchtlichen Wachstumsrückstand. Dank der Bemühungen von Henny besserte sich sein Zustand schnell. Weiterhin besorgte sich Tycho ab und zu selbst einige Extras, indem er z. B. Meisenknödel aus den Bäumen holte und verputzte - als echter Afghane vertrug er das Extra-Essen natürlich gut... Sein Pflegebruder Joep brachte Tycho auch noch ein paar nützliche Fertigkeiten bei und als wir dachten, jetzt könnte er in ein endgültiges Zuhause umziehen, riefen genau die richtigen Leute an. Menschen mit Afghanen-Erfahrung, mit Zeit und Geduld. Am Tag, an dem das Kennen lernen stattfinden sollte, hatte es für niederländische Verhältnisse viel geschneit und angesichts des großen Abstands zwischen dem Wohnort der neuen Besitzer und dem Aufenthaltsort von Tycho gingen wir davon aus, dass wir den Termin verschieben müssten. Aber das kam nicht in Frage. Die Woche zuvor war die komplette "Aussteuer" für Tycho angeschafft worden und der Wunsch, Tycho in die Arme zu schließen, ließ sich durch ein wenig Schnee nicht verdrängen. Wir brauchen nicht zu beschreiben, wie das Kennen lernen verlief; schauen Sie sich bitte das Foto an! Tycho sieht mit John und Liesbeth einem herrlichen Leben entgegen mit Campingferien und Wandertouren als Höhepunkte.

Oshin

Afghaanse windhond

Oshin ist einer der vielen kurzhaarigen Rennafghanen, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause in der letzten Zeit einen Zwischenstopp bei Voordewindhond machten. Und ungeachtet ihrer Jugend und ihres problemlosen Charakters verlief die Vermittlung, wie zu erwarten, nicht allzu flott. Aber Geduld zahlt sich aus und eines Tages war es doch soweit. Die Anrufer waren zunächst an Aryana interessiert, auch eine relativ haarlose Afghanen-Dame. Sie besaßen bereits einen Afghanen, mit viel Fell, und hatten nichts gegen einen Afghanen ohne üppige Fellpracht. Dafür kann sie selbst nichts, fanden sie, und sie braucht ein gutes Zuhause. Es wurde ein Treffen vereinbart und Pennie, die Afghanin der Familie, war natürlich dabei. Pennie und Aryana interessierten sich zwar füreinander, betrachteten sich aber doch mit Argwohn. Denk' bloß nicht, dass Du Dich als mein Chef aufspielen kannst, Schwester... Doch im "Dierencentrum Friesland" befand sich ja noch Oshin, eine blondere Ausgabe von Aryana, und die suchte auch noch ein Zuhause und vielleicht passte sie besser zu Pennie? Oshin war es in ihrem ursprünglichen Zuhause schon gewohnt, die zweite Geige zu spielen, also war diese Rollenverteilung für sie und Pennie ideal. Es wurde ausgiebig auf einer Wiese gespielt und später noch ein Spaziergang an der Leine unternommen. Der Entschluss war gefallen: Oshin. Oshin, die jetzt Issah heißt, macht sich fantastisch und gehört schon richtig zur Familie. Viel Glück, Issah!

Annie

Afghaanse windhond

Annie war ein ganz besonderer Hund; auf der einen Seite so klein und zart wie eine Schneeflocke und auf der anderen Seite ein unglaublich mutiges Kerlchen. Sie gehörte zur letzten Gruppe der Welpen des Animal Hoarders und war in einem schlechten Zustand. Im "Dierencentrum Friesland" kam sie, zusammen mit ihren Brüdern, erst ein wenig zu Kräften und lernte in einem unglaublichen Tempo, was es bedeutet, ein kleiner Afghane zu sein. Nach kurzer Zeit in ihrer Pflegefamilie, wo sie sich mühelos gegen zwei riesige Dänische Doggen behauptete, kam sie wieder zurück in das "Dierencentrum". Dorthin kamen eines Tages zwei Menschen aus dem Süden der Niederlande, um nach einer Afghanenhündin als Gesellschaft für ihre Afghanin Pennie zu schauen. Oh, warten Sie, den Namen haben Sie doch gerade gelesen! Das stimmt. Während des Fertigstellens der Papiere für Oshin war plötzlich die Tür aufgegangen und im Kielwasser von Egon war Annie hereinspaziert. Sie wollte auch einmal nachsehen, was dort alles passierte, und vor allem, was dort für Menschen saßen...Na ja, wer kann einem so kleinen, netten Hund widerstehen? Ohs und Ahs erfüllten den Raum. Ja, für diesen Hund suchen wir auch noch ein neues Zuhause und sind im Gespräch mit eventuellen neuen Besitzern... Nachdem Stephan und Bea Pennie und Oshin in das Auto geladen hatten, war Bea noch einmal zurückgekommen und hatte gesagt, wenn es nun nicht klappen sollte mit den neuen Besitzern, dann möchten wir sie gerne bekommen. Eine Zukunftsahnung? Es wurde in der Tat nichts mit den neuen Menschen für Annie und nach einigen Telefonaten beschlossen wir, mit Bea und Stephan zu sprechen. Und mit Erfolg! Am folgenden Tag fuhren sie wieder aus dem tiefsten Süden in den hohen Norden und schlossen Annie in ihre Arme. Pennie hat jetzt viel zu tun, denn sie führt Regie bei zwei Afghanen, aber die Rolle des Regisseurs gefällt ihr sehr gut! Viel Glück alle zusammen!

Niro

niro

Niro wurde abgegeben, weil seine Menschen keine Zeit mehr für ihn hatten. Es gab wirklich nichts an Niro auszusetzen: lieb zu Menschen und Hunden, einfach im Umgang und eigentlich sehr gehorsam. Sein Gebiss war kurz zuvor saniert worden, dabei waren einige Zähne gezogen worden, wodurch seine Zunge schon mal aus der Schnauze hing, aber das ließ ihn eigentlich noch rührender aussehen. Nun ist ein neunjähriger Greyhound nicht einfach zu vermitteln und das Interesse an ihm war dann auch eher mäßig.

Wir waren zwischenzeitlich in Kontakt mit Mirjam, die so gern einen Whippet haben wollte, oder eigentlich nur einen Kameraden. Die vorhandenen Whippets waren aus diversen Gründen nicht geeignet für Mirjam, aber Niro sehr wohl. Zumindest fanden wir das. Mirjam war davon weniger überzeugt. Er ist zwar sehr lieb, aber so groß, sagte sie jedes Mal. Worauf wir jedes Mal wieder sagten: dafür kann er nichts und alles ist relativ, innerhalb kürzester Zeit hat man sich an seine Größe gewöhnt. Letztendlich gab Mirjam nach und nahm Niro mit "Aber nur, um zu schauen, ob es geht". Ja, ja, antworteten wir. Probieren Sie es nur aus. Und Sie werden es schon ahnen: Niro hielt sich nicht zurück und zeigte ständig auf seine eigene ruhige Weise, wie glücklich er mit Mirjam war und wie schön das Leben mit ihr war. Und auch wenn sie mal weg und er allein bleiben musste, war das keine große Sache; er legte sich einfach auf sein (oder ihr) Bett und wartete brav, bis sie zurückkam. Inzwischen kann es sich Mirjam kaum mehr vorstellen, wie es ohne Niro, der nun Tobias heißt, wäre. Auf jeden Fall weniger schön!

Mirjam und Tobias, wir sind stolz auf Euch. Viel Glück und kommt vor allem oft zum Wandern nach Kootwijk.

Gavroche

niro

Gavroche war ein junger Whippet, der mit den vielen Afghanen aus Frankreich mitgekommen war. Wir glaubten, dass wir für ihn geeignete Menschen hätten und setzten ihn deshalb nicht auf die Website. Aber so geeignet schienen diese Menschen doch auch wieder nicht zu sein und die ganze Sache wurde abgeblasen. Also doch Fotos machen und einen Text verfassen und dann ab auf die Site. Fotos zu machen, war schwierig, denn obwohl Gavroche ein fröhlicher und unternehmungslustiger junger Hund war, wollte er von einer Kamera nichts wissen. Er stand nie oder kaum still und selbst, wenn er einmal still stand, schien er auf dem Foto immer ängstlich zu schauen. Und ängstlich ist ungefähr das Letzte, was er ist. Gavroche ist ein unglaublich fröhlicher Hund, der eigentlich vor nichts Angst hat. Kurzum, er blieb eine Zeitlang im "Dierencentrum Friesland" und bekam allmählich etwas mehr Fleisch auf die Rippen. Und eines guten Tages kam doch ein Anruf von jemandem, der einen Whippet suchte. Der eigene Whippet war inzwischen 16 Jahre alt und es sah so aus, dass er nicht mehr lange leben würde. Wir sprachen miteinander über Antonio und noch einen anderen Whippet, der aus privaten Gründen nicht auf der Website war - beides ältere Herren, die allmählich doch einmal ein eigenes Zuhause verdienten. Es gab ein ausgiebiges Kennen lernen und einen Spaziergang, aber da kam Gavroche plötzlich um die Ecke getobt. Und ja, das war natürlich ganz etwas anderes! Ein toller, junger, unproblematischer Hund...

Nach langwieriger Beratung mit der Heimatfront fiel die Wahl letztendlich auf Gavroche. Und weil der natürlich ebenso wie die anderen Windhunde von Voordewindhond ein gutes Zuhause verdient, war das für uns kein Problem. (Was übrigens nicht bedeutet, dass es nicht doch sehr schön wäre, wenn sich nette Menschen für Antonio und den "Mystery-Whippet" melden würden). Gavroche wurde nach einigen Tagen abgeholt und die Berichte, die uns erreichen, sind sehr erfreulich. Niro, so heißt er jetzt, hat sich sehr gut eingewöhnt und ist ein einzigartiger Schatz. Er hat wohl manchmal seine eigenen Vorstellungen und dann kümmert es ihn wenig, was seine Menschen von solchen Ideen halten. Seine Abneigung zu Kameras ist geblieben und auch Loes gelingt es nicht, ein Foto von ihm zu machen, auf dem er einfach glücklich und entspannt schaut. Aber glauben Sie uns bitte, er ist wirklich ein fröhlicher Hund. Niro, wir hoffen, dass Du ein langes und glückliches Leben hast und übrigens ... Deine Ohren hast Du nicht allein zur Zierde!

Platini

Platini

Es wird schon mal gesagt, dass Hunde sich ihr Herrchen aussuchen. Wenn Sie an dieser Volksweisheit zweifeln, lassen Sie sich die Geschichte von Platini erzählen. Platini war auch ein Hund des Animal Hoarders aus Frankreich. Als wir ihn an dem fürchterlich kalten und nassen Tag Ende Dezember zum ersten Mal sahen, war er in einem erbärmlichen Zustand: er war sehr mager und außerdem lahmte er auch noch. Der Verfasser dieses Textes kann aus erster Hand bezeugen, dass das kleine, platinblonde Kerlchen beim allerersten Anblick von Martine so schnell er konnte zu ihr hinkte und sich mit seinem kleinen Hintern genau vor sie setzte. Pfötchen stramm nach vorn, Schnäuzchen in die Höhe. Hier bin ich, toll, dass Du auch da bist, nimm` mich mit.

Und tatsächlich, er war einer der Hunde, die am folgenden Tag abgeholt werden konnten. Die Kleinen stiegen ins Auto von Martine und Egon und der damals noch namenlose Hund hatte innerhalb kürzester Zeit den allerbesten Platz erobert, nämlich auf dem Schoß, und denken Sie ja nicht, dass er diesen Platz wieder geräumt hat. Dies war der Beginn einer langen und wohldurchdachten Kampagne. Platini war entschlossen, bei Martine zu bleiben und daran begann er zu arbeiten. Und wie! Er zog alle Register! Uns fiel auf, dass Martine immer begeisterter von dem kleinen Kerlchen erzählte. Er schien auch gewisse Privilegien zu genießen, so wie einen eigenen Stuhl im Büro von Martine, genau gegenüber von ihrem Schreibtisch, so dass er sie keinen Augenblick aus den Augen lassen brauchte. Sollte sie dann doch stolpern über diesen kleinen, haarigen Strategen? Nein, nein, versicherte sie uns wieder und wieder. Er muss noch ein bisschen kräftiger werden und dann kann er auf die Website. Nun, haben Sie ihn dort gesehen? Wir nicht. Und sagen Sie selbst, wenn ein Hund so deutlich seine Vorliebe zeigt, dann können wir als Menschen uns doch nicht darüber hinwegsetzen, oder? Was wir alle also schon lange wissen, geschah. Platini blieb bei Martine und Egon. Für immer. Selbst Marek, der doch nicht der einfachste Hund ist, hat keine Einwände gegen Platini, der nun Budha heißt.

Budha, herzlichen Glückwunsch zu Deinem errungenen Erfolg. Mach weiter so! Wir hoffen, Dich noch oft in Kootwijk zu sehen!

Paola

Afghaanse windhond

Paola war einer der fünf Rennafghanen, die im Oktober bei Voordewindhond landeten. Paola hatte zwei Mammatumore zu haben, was ihre Chancen auf ein neues Zuhause natürlich gewaltig verringerte. Aber Wunder gibt es bekanntlich immer wieder. Laurette, die Ende letzten Jahres Begum, die Schwester von Paola, aufgenommen hatte, meldete sich wieder bei uns. Zunächst natürlich, um zu erzählen, dass es Begum stetig besser ginge, aber auch um mitzuteilen, dass Paola bei ihr willkommen wäre, sollte sich niemand für sie melden. Nun, besser konnte Paola es nicht treffen und wir verabredeten uns in einem abgelegenen Industriegebiet im Süden von Limburg. Leider waren wir in einen Unfall auf der A2 verwickelt, als ein Auto nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und auf unser Auto auffuhr. Glücklicherweise niemand verletzt, aber doch sehr ärgerlich. Beide Autos konnten noch fahren und wir hatten nun einmal eine Verabredung, also fuhren wir mannhaft weiter. Das Auto gab immer seltsamere Geräusche von sich und wir hatten uns entschlossen, doch besser erst eine Autowerkstatt aufzusuchen, nachdem wir Paola abgeliefert hatten. Aber siehe da: in dem Industriegebiet war ein Büro des ANWB (Allgemeiner Niederländischer Automobilklub)! Ein überaus netter Angestellter rief sofort einen Monteur. Der machte sich an die Arbeit, wir übergaben Paola an Laurette, die nach einem kurzen Spaziergang die Hintertür ihres Autos öffnete und vorhatte, Paola zum Einsteigen zu animieren. Das war nicht mehr nötig, sie saß schon drinnen. Mit einem tiefen Seufzer legte sie sich hin, mit einem Ausdruck von "Türen schließen, abfahren!" auf ihrem Gesicht.

Wir hoffen, dass Paola, die jetzt Eefje heißt, noch ein paar schöne Jahre bei Laurette und ihren drei Mädchen verleben kann.

Radjah

Radjah

Während Radjah noch brav bei seinem ursprünglichen Besitzer saß, wir ihn aber schon auf unserer Website platziert hatten, meldete sich eine Frau, die zunächst nur sagte, dass sie "ihren Hund bei uns gefunden hätte". Das erzählte sie in verschiedenen Variationen, aber nach einigen Nachfragen kamen wir dahinter, dass es sich um Radjah handelte! Im Laufe des Gesprächs kam heraus, dass wir es mit echten Afghanenliebhabern zu tun hatten, die außerdem offensichtlich über eine Portion Geduld zu verfügen schienen, als klar wurde, dass Radjah noch in Frankreich war.

Wir holten Radjah zwischen Weihnachten und Neujahr ab. Es war so gedacht, dass wir Radjah direkt bei seinen neuen Menschen abliefern wollten. Wir hatten Radjah seit Ende November nicht mehr gesehen und stellten fest, dass sich sein Zustand sicher nicht verbessert hatte. Während der Fahrt in die Niederlande hustete er ständig in einer Art und Weise, die uns vermuten ließ, dass etwas nicht in Ordnung war. Und so schoben wir die Abgabe von Radjah auf, bis er vom Tierarzt untersucht werden konnte. Der gab aber nach einigen Tagen sein "Okay" und direkt nach unserem Anruf setzten sich Anita und Rens in ihr Auto und fuhren nach Friesland. Und es war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick. Mehr kann man dazu einfach nicht sagen. Radjah, das große, magere, kahle Skelett, entwickelt sich fantastisch. Er kommt wunderbar mit dem quirligen Jack Russel Terrier zurecht. Essen klauen kann er wie kein Zweiter, aber welcher Afghane ist dazu nicht imstande, nicht wahr? Radjah, wir wünschen Dir viel Glück und alles Liebe!

Myrthe

Whippet

Myrthe kam zusammen mit ihrer Freundin Maja zu uns. Für Myrthe hatten wir sofort einen guten Platz gefunden bei jemandem, der schon einen Whippet von uns besaß. Und nichts wies darauf hin, dass das nicht klappen sollte. Im Gegenteil! Bart hatte mit seinem ersten Whippet nun auch nicht gerade den einfachsten Hund bekommen und er hatte, mit einiger Hilfe aus der Ferne, alle vorhanden Probleme in den Griff bekommen. Aber manchmal gibt es Dinge, gegen die man machtlos ist. Myrthe wollte nicht alleine bleiben. Oder besser gesagt: nicht länger als ein oder zwei Stunden. Aber der Arbeitgeber von Bart meinte, ein Arbeitstag von zwei Stunden sei doch zu wenig. Bart versuchte alles; er installierte sogar eine Kamera. Wir haben allesamt mit Grausen dem unglaublichen Gejaule zugehört, das aus der niedlichen Myrthe ertönte. Dazu kam noch, dass auch Vito nach einiger Zeit dachte: Komm', ich mache auch mit. Nach drei Monaten Kampf fiel dann doch der Beschluss: Es geht nicht. Myrthe kam zurück, erschien auf der Website und das Warten begann. Wir waren sehr erstaunt, dass es so lange dauerte, bis sich jemand für sie interessierte, aber unsere Geduld wurde belohnt: Myrthe ist bei einer jungen Familie eingezogen, die - Sie dürfen dreimal raten, ja tatsächlich - bereits einen Hund von uns besitzt. Myrthe und Kenzie verstehen sich prächtig und leben gern zusammen, und zum Glück für Myrthe, die wieder einfach Donna heißt, braucht sie nicht allein zu bleiben.

Beertje

Bono

Beertje kam zusammen mit einem Rudelgenossen zu Voordewindhond, weil es in dem größeren Rudel, zu dem sie gehörten, in einem unbewachten Augenblick zu einem Streit mit ziemlich heftigen Folgen kam. Weil niemand den Vorfall beobachtet hatte, konnte man keine Aussagen treffen über den Auslöser des Streites oder was nun genau passiert war. Auf jeden Fall haben wir das Verhalten der beiden Herren erst einmal genau studiert. Aber nichts wies darauf hin, dass wir es hier mit zwei unverbesserlichen Raufbolden zu tun hätten. Also begannen wir mit der Suche nach neuen Besitzern. Das zog sich etwas länger hin, aber eines schönen Tages kam eine vielversprechende E-Mail. Es wurde fleißig hin- und hertelefoniert, es wurden Informationen ausgetauscht, Vorschläge besprochen und danach machten wir ein Treffen aus. Das Kennen lernen verlief prächtig. Beertje war auf jeden Fall begeistert von seinem potentiellen neuen Besitzer und dessen Tochter. Aber im Rahmen von "Erst denken, dann handeln" fuhren sie wieder nach Hause, ohne Beertje. Erst noch einmal darüber nachdenken und vor allen Dingen erst den Gasthund zurück in sein eigenes Zuhause bringen. Schon nach kurzer Zeit erhielten wir eine Mail mit den befreienden Worten: "Ich habe jetzt die Zeit und den Raum, um für Beertje zu sorgen und ihm für den Rest seines Lebens ein warmes Plätzchen zu bieten". Und so fand auf dem "Zand" in Kootwijk die übergabe statt. Es war schön zu sehen, wie Beertje, der nun als Bono durchs Leben geht, nicht nur Bert wiedererkannte, sondern auch von selbst immer wieder zu ihm zurück kam, um danach wieder mit hoher Geschwindigkeit mit anderen Hunden über den "Zand" zu jagen. Bert und Bono: Wir hoffen, Euch noch oft zu sehen!

Femke

Femke

Femke war einer der drei Barsois aus dem großen französischen Rudel. Am Morgen des Abholtermins rappelte sie sich hoch und stieg in einem flinken Tempo in eines der bereitgestellten Autos. Sie begann sich hinzulegen, drehte sich noch ein bisschen und wir haben auf dem ganzen langen Weg keinen Laut mehr von ihr vernommen. Im "Dierencentrum Friesland", wo sie untergebracht war, zeigte sich schnell, dass Femke ein besonders netter, freundlicher Barsoi war, der sehr gut mit Menschen und Hunden zu Recht kam. Es schien uns dann auch wahrscheinlich, dass sie nicht so lange auf einen neuen Platz würden warten müssen. Und das war auch so. Noch keine drei Wochen nach der langen Reise in den hohen Norden hatten wir ein vielversprechendes Gespräch mit einem windhunderfahrenen Besitzer eines Saluki. Es wurde ein Besuch vereinbart und wenn es nach Femke gegangen wäre, wäre sie sofort ins Auto gesprungen. Das ging aber nicht, weil in der neuen Familie noch eine Geburtstagsfeier im großen Stil auf dem Programm stand. Und damit sogleich ein neues Familienmitglied konfrontieren? Aber das letzte Festtagsgetöse war noch kaum verstummt, als schon eine weitere Fahrt nach Friesland unternommen wurde. Femke wurde inzwischen umgetauft in Devouschka, was doch deutlich russischer klingt als Femke! Devouschka lebt prima mit der anwesenden Saluki-Hündin zusammen und zusammen haben sie auch schon eine Runde auf dem Kootwijkerzand gedreht. Wir können davon ausgehen, dass Devouschka ihren Platz gefunden hat!

Kiki

Kiki

IIm Jahr 2011 hatten wir es in zunehmendem Maße mit Besitzern zu tun, die mehrere Hunde gleichzeitig an uns abgaben. Kiki war eine aus einer Gruppe von fünf sogenannten "Rennafghanen", die alle gleichzeitig in Pflege genommen wurden. Die sehr verfilzten Afghanen wurden geschoren, die anderen konnten noch so in die richtige Fasson gebracht werden. Und nun hieß es abwarten. Da ziemlich Stimmung gemacht wurden gegen sogenannte "Rennafghanen", hatten wir uns auf eine sehr lange Wartezeit eingerichtet. Aber siehe da, eine eingefleischte Afghanenfamilie meldete sich bei einem Mitarbeiter von Voordewindhond, der zufällig - wie auch immer, Zufall existiert nicht, meinten sie - Kiki in Pflege hatte. Es kam zu einem netten Gespräch zwischen zwei Afghanenliebhabern, die einander Geschichten über die Sturheit von Afghanen erzählten und über die lieben Eigenschaften ihrer vorherigen Afghanen. Aber, fragte die Frau von Voordewindhond, doch ein wenig besorgt Verstehen Sie, dass es sich um einen Afghanen mit wenig Haar handelt? Die Antwort war deutlich: Jawohl, aber das macht doch nichts, oder? Der Rest ist Geschichte. Die Familie sprang ins Auto, fuhr nach Hilversum, lernte Kiki kennen und fuhr wieder nach Noord-Holland zurück, mit Kiki.

Kiki heißt inzwischen Luna und ist vollständig in ihre neue Familie integriert. Sie hat schon gezeigt, dass sie sehr gut ist im Essenstehlen - was für eine überraschung! Die Familie muss alle essbaren Dinge also hoch genug oder hinter Schloss und Riegel aufbewahren. Wir wünschen Luna, Willem und Greet noch viel Glück miteinander!

Zu unserer großen Freude ist Willem ein fantastischer Fotograf, der das Wesen von Luna gut mit der Kamera einfangen kann. Schauen Sie einfach mal! dtfoto

Gabrielle

Gabrielle

Das fünfköpfige Afghanenrudel bestand aus drei älteren von 10 Jahren, einem von sieben Jahren und einer jüngeren Hündin (Kiki, siehe oben). Vor allem die älteren machten uns Sorgen, denn sie waren nicht nur unerwünschte Rennafghanen, sondern hatten auch die meiste Lebenszeit schon hinter sich. Gabrielle war so eine ältere Dame. Unser Mitarbeiter in Frankreich hatte einen guten Draht zu Gabrielle und da wir im November sowieso nach Frankreich mussten, fassten wir den Plan, Gabrielle zu unserer Frau in Frankreich in Pflege zu geben. Und Gabrielle machte unglaubliche Fortschritte in ihrer Pflegefamilie; sie ließ sich anleinen, lernte unglaublich schnell, stubenrein zu werden, und konnte schon nach nur zwei Wochen unangeleint mit den anderen beiden Salukis im Wald rennen. Es gab aber ein großes, unlösbares Problem: Gabrielle hasst (gäbe es noch ein stärkeres Wort, würden wir es benutzen) Katzen. Und sie war auch noch sehr erfinderisch in der Art und Weise, wie sie der einen oder anderen Katze einen gehörigen Schrecken einjagen konnte. Kurzum, sechs Wochen lang wurde versucht, sie auf andere Gedanken zu bringen, aber das Problem schien immer größer zu werden. Dann kam die Rettung, zunächst in Form einer E-Mail. Eine freundliche Frau schrieb, dass sie und ihre zwei Afghanendamen gerne etwas für eine ältere Afghanendame tun würden. Die üblichen Telefonate folgten, wobei auch noch fleißig zwischen der potentiellen neuen Besitzerin und der Pflegemutter in Frankreich telefoniert wurde. Da wir Ende Dezember nach Frankreich mussten, nahmen wir Begum - Gabrielle war nur ein Pseudonym - wieder mit und lieferten sie auf dem Rückweg bei Laurette und ihren Damen ab. Auch hier hat Begum sich angesichts ihrer bisherigen Geschichte schnell eingelebt. Wir hoffen, dass Laurette, Wauke, Bieke und Begum noch ein paar schöne Jahre miteinander haben! Und wir möchten uns ausdrücklich bei Laurette bedanken, dass sie sich, genauso wie die neuen Menschen von Kiki, nicht aus der Ruhe bringen lässt durch Diskussionen über "falsche Afghanen", sondern der Meinung ist, dass es diese Hunde nun einmal gibt und sie ein gutes Zuhause verdienen, Haare hin oder her!

Lobke

Lobke

Nein, Sie sind nicht vergesslich. Lobke war auf unserer Website nicht zu finden. Ihre Vermittlung ging so schnell vonstatten, dass wir keine Zeit für eine Veröffentlichung hatten. Aber wenn Sie sich die Fotos von unserem Spaziergang am 14. Januar ansehen, dann werden Sie ihr dort begegnen. Lobke ist noch sehr jung, aber ihr Start ins Leben war nicht rosig. Sie kam mit dreizehn Wochen zu uns und hatte schon zwei Besitzer gehabt. Ihr letzter Besitzer hatte sie auf der Internetplattform "Marktplaats" entdeckt und sie aus Mitleid gekauft. Aber einmal angekommen, schien sie nicht stubenrein und zudem ein wenig hyperaktiv zu sein. Daraus resultierten doch zu viele Probleme und so landete Lobke bei uns. Und manchmal passieren die Dinge schnell: Lobke war zwei Tage auf unserer Pflegestelle und schon zeigte sich der perfekte neue Besitzer. Sie teilt ihr Leben nun mit zwei Jack-Russell-Terriern - und ein paar Menschen natürlich! Viel Glück Lobke!

Rafi

Lodewijk

Bei manchen Dingen weiß man einfach von vornherein, dass sie passieren werden, auch wenn man sie zu verhindern sucht. So war es mit Rafi, auch Sonnenkönig oder Lodewijk genannt. Lodewijk war der erste von drei Hunden, der aus dem großen Windhundrudel Ende 2011 kam. Er kam zunächst, vollkommen verfilzt, völlig unerzogen und ziemlich ängstlich auf eine Pflegestelle, wo ihm sein Pflegevater zunächst das Vertrauen in Menschen zurückgab, ihn an das Tragen eines Halsbandes und an das Laufen an der Leine gewöhnte und ihn schließlich von seinem verfilzten Fell befreite. Danach kam er auf eine Pflegestelle in den Niederlanden, wo er in sehr kurzer Zeit große Fortschritte machte.

Leider brach sich seine Pflegemutter bei einem Sturz die Schulter. Also kam Rafi zu einem Mitglied von Voordewindhond, genau zu dem, der bei dem ersten Anblick dieses Hundes hoffnungs- und rettungslos sein Herz verloren hatte. Aber ein weiterer Hund war nicht vorgesehen und so wartete er auf den geeigneten Kandidaten für den Hund. Aber der tauchte nicht auf. Außerdem war der Sonnenkönig auch bestimmt kein einfacher Hund. Andere Menschen sind ihm zumindest suspekt, aber meistens findet er sie unheimlich. Und wenn sie ihm sehr unheimlich sind, dann knurrt er. Auch andere Verhaltensweisen fielen auf: ins Bett pinkeln, auf dem Schreibtisch stehen, das Weihnachtsessen vorab und ungefragt aufessen, über den Gartenzaun springen, den Weihnachtsschmuck in Unordnung bringen, Pfannen mit Inhalt vom Herd schmeißen, all das gehört zu seinem Repertoire.

Aber was man im Blut hat, lässt sich nicht verleugnen - schon gar nicht bei Windhunden. Und so zog der Sonnenkönig als erster Hund im Jahr 2012 in sein neues Zuhause.

Qadir

Qadir

Qadir ist ein sehr aufgeweckter, fröhlicher und freundlicher Afghanenknirps. Das war nicht immer so, denn sein Start ins Leben war denkbar schlecht. Als Bashir kam er daher erst ein paar Wochen in Pflege zu einer gestandenen Afghanen-Frau, die zusammen mit dem anwesenden Afghanen-Rüden in kurzer Zeit aus dem Häufchen Elend ein selbstbewusstes Kerlchen machte. In der Zwischenzeit hatte sich eine junge Familie gemeldet mit dem Wunsch nach einem Afghanen. Die Wahl war eigentlich auf Suzanne, eine unserer erwachsenen Afghanen-Hündinnen, gefallen. Die Vermittler von Voordewindhond hatten in Gesprächen einen guten Eindruck von der Familie bekommen und waren der Ansicht Na, ja, irgendwann muss man doch mit seinem ersten Afghanen beginnen. Und doch waren Zweifel geblieben, nicht in bezug auf die Familie, im Gegenteil, aber in bezug auf die Kombination Suzanne und diese junge Familie. Aber die Lösung bot sich in Form von Bashir an. Bashir war noch völlig unbedarft, eine Art unbeschriebenes Blatt, und sollte gut aufwachsen können mit den vier Söhnen der Familie. Und so hielt Bashir an einem kalten Dezembertag seinen Einzug. Und was für einen Einzug! Alles war bis ins Kleinste vorbereitet für die Ankunft des neuen Familienmitgliedes.

Qadir, so wurde er getauft, entwickelt sich vortrefflich. Er hat viel Freilauf und spielt dann mit allen möglichen anderen Hunden. Dass er dabei einmal in einen Ententeich gefallen ist, sei nur nebenbei erwähnt. Qadir fand den Fahrradanhänger zunächst natürlich etwas seltsam, aber Beharrlichkeit führt zum Erfolg und er hat dann auch schnell begriffen, dass eine Fahrt im Anhänger immer zu einem tollen Ausflug führt und so wurde Qadir in kürzester Zeit zu einem wahren Fahrradanhänger-Fan.

Und dann ist auch noch etwas Tolles passiert. Die Schule der Söhne hatte einen "Wer hat den schönsten und liebsten Hund"-Wettstreit organisiert. Diesen Wettbewerb hat Qadir glanzvoll gewonnen. Und, sagen Sie selbst, doch mit Recht, oder?

Remi

Remi

Auch Remi hat es gut getroffen! Seine Menschen hatten ihn auf unserer Website gesehen und alle vier hatten ihn ausgesucht. Wir meckern zwar schon mal über Menschen, die "plötzlich" einen Hund haben möchten und schon absagen, wenn sie hören, dass der Hund eine Stunde Fahrzeit von ihnen weg ist. Aber dann gibt es plötzlich Menschen, die aus einem anderen Holz geschnitzt sind. Die zukünftigen Eltern von Remi wollten zunächst mit ihren beiden Töchtern kommen, um den Hund kennen zu lernen, und unternahmen die in den Niederlanden längst mögliche Reise: aus dem äußersten Süden von Limburg nach Friesland.

Das Treffen verlief vortrefflich. Remi war nicht wegzubekommen von seiner neuen Familie. Aber... die fuhr zunächst wieder zurück nach Limburg, gut nachdenken und dann zu Hause alles vorbereiten, Korb, Futter, Halsband, Leine und so weiter. Das nahm einige Tage in Anspruch, aber dann war der große Tag gekommen. Um 9 Uhr morgens standen sie alle vier vor der Tür des "Dierencentrum Friesland". "Wir saßen schon um 5 Uhr im Auto!" rief die eine Tochter. "Ja, sagte die andere, und wir haben von unseren Stofftieren eines für Remi ausgesucht." Sie mögen sich jetzt fragen, warum jemand um Gottes willen im Winter um 5 Uhr morgens so eine Fahrt unternimmt: das war so beschlossen worden, weil Remi dann zumindest noch bei Tageslicht sein neues Zuhause und die Umgebung erkunden konnte.

Sie haben es schnell verstanden: Remi hat seinen Platz gefunden! Wir wünschen ihm und seinen Menschen noch viele glückliche Jahre miteinander.

Leroy

Whippet

Für Leroy suchten wir ein neues Zuhause, weil sich im Leben seines Besitzers einige Veränderungen ergeben hatten, wodurch Leroy 5 Tage in der Woche viel zu lange allein bleiben musste. Es war nicht so, dass Leroy dagegen protestierte durch beispielsweise Heulen oder Dinge zerstören - das Letztere tut man als Zehnjähriger auch nicht mehr -, aber der Besitzer fand es einfach nicht gut für einen Hund, so lange allein zu sein.

Ein paar Tage vor Weihnachten klingelte das Telefon; jemand, der einen Greyhound und einen alten Whippet besessen hatte und dessen Greyhound vor kurzer Zeit verstorben war. Das hatte zur Folge gehabt, dass der übrig gebliebene Whippet sehr unglücklich war und begonnen hatte, zu bellen, zu heulen und zu winseln, wenn er allein war. Ob Leroy wohl ein guter Partner für Spike sein könnte? Wir verabredeten uns bei Leroy, der eigentlich Rocky heißt, einen Tag vor Weihnachten. Die Begegnung zwischen den beiden Whippet-Herren verlief erfolgreich und wir gingen ein Stück am Kanal spazieren. Nach dem Spaziergang ging Rocky mit in sein neues Zuhause. Rocky und Spike finden das toll und bleiben brüderlich brav einige Zeit allein, ohne dass Spike jault. Viel Freude noch, Ihr Drei!

Vishnu

Vishnu

Als Vishnu und sein Bruder im Juni bei uns eintrafen, dachten wir, dass wir die beiden schnell würden vermitteln können. Aber die Annahme war falsch. Unklar ist warum, aber es meldete sich nahezu niemand für diesen schönen Rüden. Bis im Dezember das Telefon klingelte; ein netter Mann, der früher schon Afghanen hatte. Nach einigen Gesprächen verabredeten wir uns zu einem Spaziergang. Die Familie hatte ein Auge auf Vishnu geworfen und obwohl auch Aarash mitgekommen war, war die Wahl getroffen. Nicht allein durch die Familie, sondern auch durch den Hund. Vishnu lief ab und zu etwas weiter weg, kam dann aber immer wieder zurück, um nach seinen neuen Menschen zu schauen, und während der Zeit, die er angeleint lief, verhielt er sich vorbildlich.

Inzwischen lebt Vishnu schon einige Zeit in seiner neuen Umgebung. Weil zu einem neuen Leben auch meistens ein neuer Name gehört, läuft er fortan als Samoer durchs Leben. Die neuen Eltern und der Sohn der Familie werden mit ihm noch arbeiten müssen, aber wir vertrauen fest darauf, dass er sich mit der entsprechenden Umerziehung zu einem würdigen Vertreter seiner Rasse entwickeln wird. Samoer: Tu Dein Bestes. Du hast es nicht besser treffen können!

Baariq

Najeeb

Baariq ist ein wunderschöner Sloughi, der ein nicht so schönes Leben hinter sich hat. Aber das hat sich verändert. Wir übernahmen ihn im Sommer 2011 und brachten ihn erst im "Dierencentrum Friesland" unter. Dort gefiel es Baariq überhaupt nicht. Es spielte keine Rolle, was sich die Mitarbeiter für ihn ausdachten, er fand es nicht toll und machte das auch sehr deutlich. Rettung kam in der Form eines Mitarbeiters von Voordewindhond, der spontan anbot, ihn bei sich zu Hause aufzunehmen. Nun, das war eine erheblich bessere Lösung, fand Baariq. Alles erste Sahne: herrliche Spaziergänge, tolle Freundinnen und eine fantastische Pflegemutter. Und die Katzen, die waren auch ganz okay. Für Baariq konnte das Leben eigentlich nicht besser sein. Wir schrieben schöne Texte über ihn auf unserer Website, fügten schöne Fotos bei, aber niemand hatte Interesse an Baariq, auch Najeeb genannt.

Bis eine nette junge Frau sich meldete. Wir sprachen viel mit ihr und im Oktober war es soweit: Baariq zog in sein neues Zuhause. Dachten wir, nicht so aber Najeeb. Obwohl er friedlich mit den Katzen auf seiner Pflegestelle zusammengelebt hatte, verwandelte er sich in einen Katzenhasser erster Güte beim Anblick der Katze in seinem neuen Zuhause. Er terrorisierte die Katze nahezu. Nun, Sie werden es verstanden haben. Das ging so nicht, also kam Najeeb, vollkommen zufrieden, wieder zurück.

Aber Baariq sollte ja nicht auf seiner Pflegestelle bleiben und es wurde nun doch wirklich Zeit, dass er ein eigenes Zuhause bekommen sollte. Außerdem hatte sich seine Pflegemutter am Knie verletzt, so dass eine baldige Vermittlung nötig war.

Letztlich kam die Rettung aus Tilburg: dort wohnten zwei sehr nette, sehr erfahrene Windhundmenschen, die schon früher ältere Hunde aufgenommen hatten. Wir riefen sie an, beschrieben die Situation und innerhalb von 10 Minuten wurden wir zurückgerufen mit der Nachricht "Es ist gut, lasst ihn mal kommen". Gelegentlich gibt es ein kleines Scharmützel zwischen einer der beiden dort lebenden Saluki-Damen und Najeeb, aber es läuft doch so gut, dass er seine letzten Jahre in Tilburg verbringen darf. Francois und Ans: wir freuen uns sehr, dass es Menschen wie Euch gibt!

Marianne

Marianne

Kurze Zeit, nachdem wir unseren Notruf Sturmflut gesendet hatten, meldete sich eine gestandene Afghanen-Liebhaberin und sagte einfach "Ach, die Arme, die kann gerne zu mir kommen".

Und so geschah es: heute, am 5. Januar, startete Marianne, so soll sie jetzt heißen, ihre lange Autofahrt in den Süden der Niederlande. Als echter Afghane fand Marianne offensichtlich, dass Autofahren ein toller Zeitvertreib wäre, denn sie fühlte sich sehr wohl auf der langen, windgeschüttelten und regnerischen Fahrt über die A2.

Die neue Besitzerin von Marianne hatte einen Apfelkuchen gebacken, um die Ankunft des Familienzuwachses gebührend zu feiern. Nachdem die erste Begegnung von Marianne und ihrem Saluki-Bruder gut verlaufen war, tranken wir also erst einmal Kaffee und aßen Apfelkuchen. Marianne probierte zunächst das extra für sie angeschaffte weiche Kissen aus, dann ein anderes Kissen, das unter dem Tisch lag, und nach dem Verzehr von ein paar Hundekeksen wurde es Zeit, die Küche und die Waschküche zu inspizieren.

Und dann passierte das, was so unglaublich typisch für einen Afghanen ist: kaum in die Küche zurückgekehrt, stellte sich Marianne scheinbar mühelos auf ihre klapperdürren Hinterpfoten, stützte sich mit ihren Vorderpfoten auf die Arbeitsplatte und nahm einen gewaltigen Bissen von dem Apfelkuchen. Und zwar auf eine Art und Weise, wie es nur Afghanen können: geräuschlos, blitzschnell und ohne eine Spur eines schlechten Gewissens. Der Saluki-Bruder, selbst einem Diebstahl nicht abgeneigt, schaute in stiller Bewunderung zu. Sie können auf dem auf die Schnelle gemachten Foto gerade noch seinen Scheitel sehen.

So wie die meisten altgedienten Afghanenmenschen reagierte Mariannes Mutter mit einer Mischung aus Gelassenheit und Stolz. Gelassen, weil man auf verlorenem Posten steht, wenn man aus einer diebischen Afghanin die Klassenbeste machen möchte, und stolz, weil dieser Diebstahl doch die enorme Vitalität und Flexibilität der Rasse zeigt.

Nach dem Bissen aus dem Apfelkuchen wurde Marianne durch den großen Garten geführt und vor dem dort vorhandenen Teich gewarnt. Aber die Art und Weise, wie sie demonstrativ das Wasser nicht beachtete, ließ uns vermuten, dass sie uns für sehr dumm hielt, als ob sie das nicht schon längst gesehen hatte.

Marianne

Wir wünschen Marianne von dieser Stelle aus noch viel Liebe, viel Gemütlichkeit und auch viel Apfelkuchen. Und aufpassen: nicht in den Teich fallen!

Wir danken auch all den anderen Menschen sehr, die bereit waren, Marianne aufzunehmen. Vielen Dank auch an Anita und Rens, die Marianne am 4. Januar ein Stück des Weges in den Süden mitnahmen!

Babour

Babour ist ein Glückspilz - erst hat er nach seinem nicht sehr vielversprechenden Lebensanfang einen wunderbaren Pflegeplatz gefunden. Und dann, als sich endlich nach längerem Warten Interessenten für ihn gemeldet hatten, haben seine Pflegeeltern beschlossen, dass Babour bei ihnen bleiben soll. Er hatte so viel gelernt, sich so gut eingeführt, sogar ab und zu die älteren Windhunddamen des Hauses zum Spielen animieren können, die Katzen akzeptiert und zu guter Letzt aktiv beim Umbau des Hauses mitgewirkt, dass er einfach unentbehrlich geworden ist. Ganz insgeheim hatten wir von der Hundevermittlung vom ersten Tag an gehofft, dass es so kommen würde, aber man weiß erst nach einiger Zeit, wie sich so ein Zusammenleben mit Menschen, Hunden und Katzen gestalten wird. Aber Babour hat das gleich von Anfang an - mit tatkräftiger Hilfe seine Pflegemama natürlich - ganz prima gemacht!

Laran

Afghaan

Babour war gut untergebracht, aber was war nun mit den netten Menschen, die ihn so gern hatten haben wollen? Die waren natürlich enttäuscht, aber siehe da, manchmal geschieht dann etwas Unerwartetes. Voordewindhond bekam plötzlich zusammen mit einer Anzahl verwahrloster Hunde auch zwei sehr junge Afghanen. Nun ja, Sie werden es schon ahnen.

Wir telefonierten noch ein paar Mal miteinander und an dem Tag, als wir die Hunde zu ihren Pflegestellen brachten, verabredeten wir uns mit den "Beinahe-Besitzern von Babour". Wir tranken Kaffee und die Kleinen wurden ausgiebig betrachtet, denn wie wählt man nun einen davon aus? Außerdem hatten sie zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Auto gesessen, und zwar für fünf Stunden, also waren sie auch nicht "so gut drauf". Auch waren sie sehr dünn und schlecht gepflegt. Aber nach einiger Zeit fiel die Wahl auf Laran. Ger hatte schon ein Geschirr gekauft, das auf den ersten Blick viel zu groß war, das er aber innerhalb kürzester Zeit zu einem passenden Geschirr für Laran umwandelte. Und so begann das neue Leben von Laran. Und sagen Sie selbst: sind diese Menschen und dieser Knirps glücklich miteinander, oder nicht?

Rex

kruising

Es ist natürlich unsere Arbeit, Hunde zu vermitteln, und der Verlust eines Zuhauses ist immer ein größeres oder kleineres Drama, aber manchmal gibt es Hunde, mit denen man wirklich Mitleid hat. Rex war so ein Hund. Er verlor sein Zuhause mit 14 Jahren. Das heißt aber nicht, dass sein Besitzer ein herzloser Mensch war. Im Gegenteil! Er hatte Rex auch nur für eine Zeit in Pflege genommen und konnte ihn einfach nicht selbst halten. Außerdem half der alte Besitzer großartig mit beim Suchen nach einem neuen Besitzer. Es war für ihn nur wichtig, dass Rex mit einem Vertrag von Voordewindhond vermittelt wurde, so dass der Hund nicht in falsche Hände geriet. Nach kurzer Zeit war der perfekte neue Besitzer gefunden und der Umzug konnte stattfinden. Rex fand das alles ganz wunderbar, denn beim ersten Gespräch mit dem neuen Besitzer, ungefähr zwei Tage nach dem Umzug, lag Rex schlafend unter einer Decke auf dem Sofa. Rex und Jenny, wir wünschen Euch noch viel Freude miteinander!

FAACHIRA

Afghaan

Es kamen einmal drei Menschen aus Zeeland mit ihrer Afghanin zum Wandern nach Kootwijk. Das hatten sie auf unserer Website gesehen und da sie schon mal in der Nähe waren, kamen sie vorbei. Während des Spaziergangs stellte sich heraus, dass sie eigentlich noch einen zweiten Afghanen wollten. Und weil sie sehr gut mit ihrem Hund umgingen und der besonders brav und fröhlich mitlief - anfangs war sie ein wenig beeindruckt von all den Windhunden auf dem Kootwijkerzand -, behielten wir das im Gedächtnis. Als wir dann eine wunderhübsche, aber ziemlich verwahrloste Hündin bekamen, handelten wir sofort. Glücklicherweise ist es eine tatkräftige Familie. Sie riefen sofort, dass sie sich in ihr Auto setzen und uns an der Grenze erwarten würden, um ihren noch nie gesehenen neuen Mitbewohner zu übernehmen. Und so geschah es. Inzwischen wohnt Faachira schon ein paar Wochen in Zeeland und genießt dort den Strand und die Gesellschaft ihrer Afghanen-Schwester. Alle Kletten wurden liebevoll aus ihrem Fell entfernt, die Ohr- und Augenentzündungen wurden behandelt und nichts steht einem glücklichen Afghanen-Leben mehr im Weg. Job und Ineke: Danke für Eure schnelle Reaktion, und wir hoffen, Euch bald wieder in Kootwijk zu treffen!

Maya

Whippet

Maya hat ihr Zuhause verloren, weil ihr Besitzer ernsthaft erkrankte. Wir nahmen sie ein paar Wochen in Pflege. Sie war die erste Zeit sehr betrübt, weil sie ihr liebevolles Zuhause verloren hatte und so dauerte es auch einige Zeit, bis sie auftaute. Die Hunde auf ihrer Pflegestelle haben ihr dabei sehr geholfen. Als sie ihre Trauer erst einmal überwunden hatte, entwickelte sie sich schnell zu einer geselligen und vor allem schmusigen Whippet-Hündin, die auch außerhalb des Hauses ihren Mann stand. Sloughi-Hündinnen, die zu schnell rennen? Maya ging keinem Wettstreit aus dem Weg. Inzwischen hatten wir selbst schon festgestellt, dass sie viel Zahnstein hatte und ein Besuch beim Tierarzt ergab, dass ihr Gebiss gründlich saniert werden musste. Das ließen wir natürlich erledigen, so dass der neue Besitzer ein frisches und sauberes Schnäuzchen in Empfang nehmen könnte.

Der neue Besitzer ließ nicht lange auf sich warten. über einige deutsche Kontakte meldete sich ein älteres Ehepaar, bei denen einer von zwei Whippets verstorben war und der übrig gebliebene darüber sehr unglücklich war. Das schien genau das Richtige für Maya zu sein. Ein Treffen wurde organisiert und Maya, die jetzt wieder Nina heißt, ging mit nach Deutschland. Es war zwischen den Whippet-Damen nicht gerade Liebe auf den ersten Blick, aber so langsam kommen sich die beiden doch näher. Maya lebt in einem sehr wildreichen Gebiet und da ihre Menschen sehr gut aufpassen und rechtzeitig eingreifen, findet auch die eine oder andere Hirschjagd statt. Maya, wir hoffen, dass Du noch ein paar wunderschöne Jahre vor Dir hast! Und nicht so viel hinter den roten Biestern im Wald herjagen...

Es ist zwar nicht gerade der ideale Platz für diese Mitteilung, aber der inzwischen verstorbene Besitzer hat seine Erben gebeten, Voordewindhond eine Spende zukommen zu lassen. Wir sind ihm dafür sehr dankbar.

Kadir

Kruising

Kadir ist einer der beiden Afghanen-Saluki-Mischlinge, die auf ihren Pflegestellen auf bessere Zeiten hoffen. Kadir ist von seinem Charakter her mehr ein Saluki, ein wenig schüchtern und nicht so forsch wie sein Bruder, der mehr von einem Afghanen hat. Als Kadir zu uns kam, konnte er rein gar nichts. Nachdem die Besitzer ihn mit Ach und Krach eingefangen und auf höchst ungewöhnliche Weise ins Auto verfrachtet hatten, musste selbst unser Pflegevater, ein Experte im Umgang mit höchst aggressiven und ängstlichen Hunden, seinen Fangstock holen, um Kadir aus dem Auto zu befördern. Kadir kannte kein Halsband und auch von Leinenführigkeit hatte er noch nie etwas gehört. Aber er war sehr gelehrig und so dauerte es nur ein paar Tage, bis er das gelernt hatte. Und manchmal geschehen seltsame Dinge: Zwei gesellige Menschen waren zu Besuch auf der Pflegestelle, warfen einen Blick auf Kadir und waren verloren. Mit Haut und Haaren. Natürlich wurde ihnen erst gehörig auf den Zahn gefühlt, denn so ein zwar gelehriger, aber unerzogener Hund braucht sehr geduldige und auch erfinderische Menschen. Alles schien wunderbar zu passen und Kadir zog in sein neues Zuhause um. Oder eigentlich in seine zwei neuen Zuhause. Die neuen Besitzer und die Eltern eines von ihnen haben zwei ineinander übergehende umzäunte Gärten. Und da alle Menschen dort Hunde sehr mögen, laufen Kadir und sein Retriever-Bruder - besser: sein Lehrmeister - nach Belieben dort ein und aus. Kadir, wir wünschen Dir ein langes und glückliches Afluki-Leben!

Lobo

Whippet

Lobo verlor sein Zuhause, weil seine Menschen sich trennten und in keinem der neuen Zuhause Platz für alle Whippets gemeinsam war. Wir nahmen Loboeine Zeitlang in Pflege. Loboschien nicht der einfachste Hund zu sein und seine Pflegefamilie hatte dann auch ein wenig Arbeit zu leisten, um aus diesem "Wenn ich Dich nicht mag, dann wirst Du schon Deinen Spaß mit mir kriegen" -Whippet einen normalen vierfüßigen Hausgenossen zu machen. Aber glücklicherweise hatte die Pflegefamilie die Einstellung "Das sind die Regeln und so wird es gemacht". Und das funktionierte, wie es zu erwarten war, ausgezeichnet. Lobo war gut abzulenken, wenn er einen kleinen Anfall von "Ich mag Dich nicht" bekam und dann passierte auch nichts. Seine neuen Besitzer wurden natürlich vollumfänglich instruiert und bekamen sogar eine schriftliche "Gebrauchsanweisung" mit. Lobowar sofort von dem Sohn der Familie höchst angetan und obwohl ihm der Ruf vorauseilte, noch sehr an der Leine zu ziehen, lief er sofort wie ein Lamm an der Leine, regelmäßig aufschauend, ob sein neu erkorener Held auch ja bemerkte, wie toll er sich benahm. Lobo lebt in einer sehr Whippet-reichen Gegend von Antwerpen und die dort anwesenden Whippets und ihre Besitzer haben ihn liebevoll in ihrer Mitte aufgenommen. Außerdem stehen die anderen Whippet-Besitzer der neuen Familie von Lobo mit Rat und Tat zur Seite. Lobo, gib Dein Bestes!

Lilly

Afghaan

Lilly kam vor einigen Wochen als Notfall zu uns. Ihr Besitzer hatte an diesem Tag eine sehr schlechte Nachricht von seinem Arzt bekommen und konnte Lilly nicht länger bei sich behalten. Und sie konnte mit ihrem verfilzten Fell so nicht sofort in ein neues Zuhause. Wir sprachen also mit Hadewych Jurriaars aus Driebergen, die uns früher in diesem Jahr so fantastisch mit Babour geholfen hatte. Obwohl sie selbst keinen Windhund hat - aber was nicht ist, kann natürlich noch werden...-, setzt sie sich sehr für Voordewindhond ein. Für einen Betrag, der vermutlich nicht einmal die Strom- und Wasserkosten deckte, lässt Hadewych ihren Sachverstand walten bei Hunden wie Babour und Lilly - die nicht gebürstet, gekämmt oder sonst wie behandelt werden mögen - und richtet sie wieder her.

Auf dem Foto sehen Sie Lilly mit Hadewych und Lillys neuer Mitarbeiterin Yvonne. Hadewych dachte zunächst, sie könne noch etwas von dem Fell retten, aber das war eine Fehlannahme. Alles musste runter. Aber vielleicht ist das für Lilly, die übrigens umgetauft wurde in River, gar nicht so schlecht. Bei ihrer neuen Familie gibt es nämlich auch Pferde und also auch Ställe mit Heu und Stroh. Und da darf River natürlich mit hin... Unser Rat ist dann auch: kurz halten! Lieber ein kurzes, gut gepflegtes Fell als ein langes und verfilztes! Oder ein Kastratenfell mit Dreck und verfilzten Fellbüscheln darin. River, viel Freude in Deinem neuen Zuhause mit Deinen Menschen, Deinen Whippets, Deinen Pferden, Deinen Katzen...

Shakira

Dieser Hund stand nicht auf unserer Website. Shakira ist eine kleine, junge Afganische Windhündin der Sorte "fröhlicher Fratz". Sie verlor ihr Zuhause, weil es dort einfach zu viele Hunde gab. Im Gegensatz zu Lilly war Shakira gut gepflegt und in ausgezeichneter Verfassung. Wir hatten sie nur kurz in Pflege, bis sich schon eine passende Stelle gefunden hatte. Der vorherige Hund, ein Setter, war gestorben und nach einer Periode von "Nein, kein neuer Hund" war der Wunsch nach einem neuen Hund jetzt da. Und weil alte Liebe nicht rostet, interessierte man sich für einen Windhund, am liebsten mit ein wenig Haaren. Damit kamen viele unserer Hunde natürlich nicht in Betracht, aber vielleicht war ein Afghane etwas für sie. Es wurde ein Spaziergang verabredet, die Pflegemutter kam mit Shakira und ihrer Schwester nach Kootwijk und die neuen Besitzer konnten gleich mal sehen, welchen Unternehmungssinn so ein Afghane manchmal hat. Shakiras Schwester dachte, komm', die Menschen da hinten in der Ferne scheinen auch ganz nett zu sein. Aber letztendlich haben wir sie doch wieder eingefangen.

In jedem Fall fiel die Wahl auf Shakira und die sprang mit angemessener Freude ins Auto, auf dem Weg in ihr neues Leben. Das neue Leben beherbergt manche seltsame Dinge, wie Tauchflaschen im Flur - sonderbar, stell Dir vor, dass so etwas umfällt oder so - oder eine Treppe, auch verdächtig. Aber weil Shakira ein Afghane mit einer Vorliebe für das Fressen ist, vergisst sie schnell ihre Bedenken, sobald etwas Fressbares in der Nähe liegt. Shakira, Du Dein Bestes und lerne vor allen Dingen schnell, brav an der Leine zu laufen. Das Gezerre ist wirklich kein schöner Anblick!

Tiara

Galgo

Manche Hunde müssen wirklich lange warten, bis der richtige Mensch für sie auftaucht. Tiara war so ein Hund. Monatelang saß sie auf ihrer Pflegestelle und niemand hatte auch nur das geringste Interesse an dieser Hündin. Nun muss natürlich gesagt werden, dass Tiara nicht der einfachste Hund war. Als sie zu uns kam, hatte sie ein herrliches Halsband um, aber als der Pflegevater es abnehmen wollte, war der Teufel los. Letztendlich hat es einige Wochen gedauert, bis das Halsband ab war und danach dauerte es mindestens ebenso lang, bis sie gelernt hatte, dass das An- und Ablegen eines Halsbandes wirklich kein weltbewegendes Ereignis war. Tiara zeigte auch anderen Hunden gegenüber seltsames Benehmen. Solange sie nur mit einem anderen Hund zusammen war, ging alles gut, aber wenn mehre Hunde dazu kamen, dann wechselte sie von Spielverhalten zu bösartigem Schwanz- und Hinterteilschnappen, von freundlichem Wedeln zu ernstem Knurren. Aber gut, letztendlich ist doch noch alles gut geworden. Tiara, die jetzt wieder Sophie heißt, hat sich auf ihrer zweiten Pflegestelle ihren neuen Besitzer ausgesucht. Sobald dieser den Schauplatz betrat, heftete sie sich an seine Fersen, und wenn er wieder ging, dann setzte ein unglaubliches Gejaule ein. Und ja, wer kann sich dem widersetzen? Sophie, wir hoffen, dass Du nun doch Deinen Platz gefunden hast!

Yazmin

Afghaanse windhond

Als wir Yazmin abholten, war sie ein Häufchen Elend. Sie war sehr dünn, ihr Fell sah schlimm aus und war ganz stumpf, aber vor allen Dingen ihre leblosen Augen blieben uns noch lange im Gedächtnis. Yazmin sollte eigentlich auf einen Pflegeplatz in Nordholland und erfreulicherweise hatte sich jemand bereit gefunden, sie dorthin zu fahren. Aber manchmal geschehen bemerkenswerte Dinge. Die Fahrerin, die neben ihrem vollgetankten Auto in der Sonne auf uns wartete, rief beim Anblick des Hundes überrascht aus "Oh, aber das ist doch Yazmin! Die steht doch auf Ihrer Website? Die finde ich so schön! Darf ich die nicht selbst in Pflege nehmen?" äh, na ja, wenn Sie das wirklich wollen? Das geht auf jeden Fall schneller und kostet weniger Benzin als die Fahrt in den Norden. Und mit einer Whippet-Hündin als zeitweiliger Gesellschaft ist das wirklich keine schlechte Idee... Nach einem kurzen Telefonat mit der ursprünglichen Pflegestelle war alles geregelt. Yazmin blieb bei ihrer Tagesmutter.

Afghaanse windhond

Es ist immer wieder verblüffend, wie schnell sich ein verwahrloster Windhund wieder erholt. Ria nahm Yazmin überall mit hin, gab ihr gutes Futter, ging viel spazieren und Roxy brachte Yazmin bei, dass Menschen eigentlich ganz in Ordnung sind. Es dauerte auch nicht lange, bis in Yazmins Augen das Leben zurückkehrte. Sie nahm auch ein paar Mal an den Spaziergängen in Kootwijk teil, so dass jeder sehen konnte, was für eine wundervolle Arbeit die Pflegemutter leistete. Sie war auch bei den Nachbarn gern gesehen. Einige Nachbarn waren so sehr beeindruckt, dass sie spontan einen finanziellen Beitrag zu den Tierarztkosten leisteten. Ein Nachbar wurde selbst Mitglied von Voordewindhond.

Es gab zunächst wenig Interesse an Yazmin, aber eines schönen Tages passierte es doch: es rief ein deutsches Ehepaar an mit sehr viel Zeit und auch noch mit Afghanen-Erfahrung. Die zukünftigen Besitzer buchten eine Woche Ferien in der Nähe von Kootwijk, wo dann auch an einem regnerischen Dienstagmorgen das Kennen lernen stattfand. Der Funke schlug, wie erwartet, über und die Entscheidung fiel dann auch nicht schwer. Wer große Schwierigkeiten hatte, war die Pflegemutter. Und das ist auch verständlich: selbst wenn man weiß, dass ein Hund nur für einige Zeit bleibt, hängt man doch an so einem Tier. Bei Ria und Piet war es nicht anders: der Abschied fiel schwer. Glücklicherweise sind die Nachrichten der neuen Besitzer vielversprechend. Yazmin hat sich gut eingelebt und gibt ihren neuen Besitzern das Gefühl, sie sei schon immer dort gewesen. Yazmin, wir hoffen, Dich noch einmal in Kootwijk zu sehen!

Wendy

Kruising

Wendy war glücklicherweise nur kurze Zeit auf unserer Website. Um ehrlich zu sein, hatten wir ein wenig Sorge, dass es lange dauern könnte, bis sich jemand für diese junge Dame melden würde. Voordewindhond vermittelt - natürlich - auch Windhund-Mischlinge, aber Wendy hatte nur ganz wenig Windhund in sich. Glücklicherweise ereignen sich immer wieder kleine Wunder in unserer Windhund-Welt und die Vermittlung von Wendy war so ein kleines Wunder. Der vorherige Hund in Nicolines Familie war verstorben und sie waren nun auf der Suche nach einem Nachfolger. Ob die Nachbarin Elly, die viel von Whippets versteht, nicht etwas wisse? Nun, sagte sie, vielleicht sollten wir mal auf die Website von Voordewindhond schauen. Und zusammen gingen sie, jeder in seinem eigenen Haus an seinen eigenen Computer, auf die Website. Dort war am selben Morgen gerade Wendy erschienen. Es war Liebe auf den ersten Blick! Der Rest ist Geschichte. Wendy lebte noch bei ihren ursprünglichen Besitzern. Beide Parteien gingen spazieren in Kootwijk und Wendy ging danach mit in ihr neues Zuhause. Wir wünschen Nicoline und ihrer Familie viel Geduld bei der weiteren Erziehung von Wendy und Wendy wünschen wir ein langes und glückliches Leben.

Lima

Whippet

Lima? Lima stand nicht auf der Website. Ihre Besitzer hatten sich getrennt und für Lima gab es keine Lösung. Das heißt, einer der Besitzer lernte über Facebook einen Whippet-Besitzer kennen, der einen Whippet von Voordewindhond besaß. Der riet ihm, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir nahmen Lima in Pflege, aber schon nach einer Woche meldete sich - über eine Frau, die auch einen Hund von Voordewindhond hat - eine nette Dame mit viel Whippet-Erfahrung und außerdem mit viel Zeit. Das war ein wichtiger Wunsch von Lima, denn das Alleinbleiben ist nicht so ihr Ding.

Whippet

An dem Tag, als ein Haufen Voordewindhond-Hunde sich in Leek auf der Rennbahn mit einem flatternden Stück Plastik amüsierten, kam auch die - vielleicht neue - Besitzerin von Lima vorbei. Wir hatten ihr zwischenzeitlich auch noch Fotos von Lima geschickt und als wir Mensch und Hund einander vorstellten rief der Mensch aus: "Oh, sie ist noch schöner als auf den Fotos". Wir gingen ein Stück spazieren und Lima benahm sich vorbildlich; es schien, als ob beide immer schon zusammen spazieren gegangen wären. Bevor Lima die lange Reise in den Süden antrat, durfte sie noch eine Runde hinter dem Hasen herrennen. Und das tat sie mit Hingabe, wie Sie auf dem Foto sehen können. Nach dem Auslaufen, Wasser trinken und sich Verschnaufen ging es auf die Heimfahrt. Viel Glück, Lima!

Caro

Kruising

Caros Start ins Leben verlief ziemlich holperig. Ihr erster Besitzer kam mit dieser jungen, energievollen, ziemlich wilden Hündin nicht zurecht und brachte sie ins Tierheim. Als Semsi wurde sie danach auf asiels.com veröffentlicht. Weil sich fast niemand für sie interessierte, fragte das Tierheim bei uns nach, ob wir Semsi nicht mit auf unsere Website nehmen wollten. Das taten wir natürlich. Aber auch das half nicht. Und die Zeit verging... bis zu dem Tag, als wir sie vom Tierheim übernahmen. Um ihre Chancen auf ein neues Zuhause zu vergrößern, tauften wir sie um: Caro. Auf ihrem ersten Voordewindhond-Pflegeplatz stellte sich schnell heraus, dass Semsi ein großartiger, lieber, geselliger und braver Hund war. Wegen eines Autoaufbruchs auf dem Parkplatz in Kootwijk nahm ein anderer Mitarbeiter von Voordewindhond Caro mit nach Hause. Sie eroberte sich in kurzer Zeit einen Platz in dem vorhandenen Windhundrudel, und die Menschen dieses Rudels waren jeden Tag aufs Neue erstaunt über die Lerngeschicklichkeit dieses kleinen Mädchens-mit-den-großen-Ohren. Sie lernte alles: spielen, hören, im Bett schlafen, fremde Menschen treffen, Auto fahren, etwas Leckeres klauen, aber sie lernte vor allem, dass das Leben Spaß macht. Und wie so häufig: Eines Tages klingelte das Telefon: genau die richtigen Menschen!

Inzwischen wohnt Noortje, so heißt sie jetzt, schon eine Weile in ihrem neuen Zuhause. Sie teilt ihre Menschen mit einem alten Whippet, für den seine neue Freundin ein wahrer Jungbrunnen ist. Als wir Noortje vor kurzem besucht haben, war sie schier außer sich vor Freude, uns zu sehen, aber als der Abschied anstand, legte sie sich demonstrativ auf das Sofa. Als ob sie sagen wollte: Ganz toll, dass ich Euch wiedergesehen habe, aber glaubt nur ja nicht, dass ich hier wieder weggehe. Nun, das brauchst Du auch nicht! Viel, viel Glück, Noortje, das Leben ist tatsächlich wundervoll!

Fernanda

Galgo

Fernanda war zunächst eine Zeitlang ohne Foto auf unserer Website, weil es dem Besitzer so lieber war. Aber die Menschen liefen uns nicht gerade die Türen ein, um diese wirklich wunderschöne Galgo-Dame kennen zu lernen. Also veröffentlichten wir nach einiger Zeit doch ein Foto. Und siehe da: Es meldete sich ein junges Paar, das großes Interesse hatte. Wir telefonierten ein paar Mal miteinander und an einem regnerischen Tag gingen wir zum Kennen lernen miteinander spazieren. Melanie und Quinten schienen fast noch jünger zu sein, als sie schon am Telefon geklungen hatten. Aber dem stand gegenüber, dass sie sich viele Gedanken gemacht hatten, wie ein Hund ihr Leben verändern würde. Und weil man irgendwann ja einmal mit der Anschaffung eines Windhundes anfangen muss, ließen wir uns darauf ein. Selten haben wir eine so gute Vorbereitung von neuen Besitzern gesehen: alles wurde auf den Punkt vorbereitet, von einer übersicht über alle Freilaufgebiete in ihrer Umgebung und einer Liste von speziellen Tierzubehörläden bis in zu Möglichkeiten, falls jemand anderes einmal auf den Hund aufpassen müsste.

Nachdem auch alles mit dem vorherigen Besitzer durchgesprochen worden war, kam dann endlich der große Tag: Fernanda wurde abgeholt. Christa fiel der Abschied nicht leicht und die neuen Besitzer, die natürlich sehr froh über ihren neuen Hund waren, hatten es wiederum auch schwer mit den Tränen der vorherigen Besitzerin.

Es ist wirklich wahr: einen Hund gibt man nicht so einfach ab! Es kommt zwar auch vor, dass jemand ohne mit dem Augen zu blinzeln seinen Hund abgibt, aber das ist wirklich die Ausnahme.

Mit Fernanda läuft alles prima; sie hat nun ein Reich für sich allein und wird mit aller Liebe und Sorgfalt umhegt, die man sich nur wünschen kann. An ihr liegt es nun, ihren Menschen die Kniffe einer Windhundhaltung beizubringen. Das hat schon begonnen, denn Melanie rief uns nach ein paar Tagen an und sagte "Das Leben zu dritt ist wunderschön". Na, wenn das kein guter Beginn ist?

Quinn

Kruising

Manchmal laufen die Dinge anders, als man denkt. Als Quinn zu uns kam, dachten wir, dass wir für sie in kurzer Zeit ein neues Zuhause finden würden. Schließlich war Quinn ein sehr ausgefallener Windhund-Mischling, jung, voller Energie und sehr freundlich. Wir brachten sie zunächst auf einer Pflegestelle unter, die ihr alles beibrachte, unter anderem die Basiskommandos wie "Sitz" und "Bleib". Das Beibringen von etwas Selbstbeherrschung verlief nicht ganz so glatt und Quinn hatte auf ihre Art eine tolle Zeit. Aber glauben Sie, dass sich jemand für diese Schönheit meldete? Nun ist Geduld eine Tugend und man muss eben auch warten können. Und das galt auch hier. Eines Morgens rief ein netter Herr an. Sein Hund war vor zwei Wochen verstorben und er war auf der Suche nach einem Nachfolger. Er erzählte uns alles über seinen Hund, seine Lebensumstände und seine Erwartungen bezüglich eines neuen Hundes. Die waren übrigens sehr bescheiden: einfach ein netter Hund, der gerne spazieren ging, am Rad lief usw. Das war Quinn doch auf den Leib geschrieben. Also verabredeten wir uns für den nächsten Tag zu einem Spaziergang. Oele gelang es, eine Windhundfreundin für den Transport zu gewinnen, und so gingen wir, Voordewindhond, Pflegemutter, neuer Besitzer und Chauffeur auf der Heide spazieren. Nach ungefähr 100 Metern hatte Oele schon entschieden: Wenn man nun schon so ein ganzes Stück gefahren ist, dann kann man auch eine ausgedehnte Wanderung machen. Und so liefen wir tapfer weiter. Die Pflegemutter hatte etwas daran zu knabbern, dass Quinn ohne zu überlegen mit Oele mitging. Hopp, ins Auto, Türen schließen, abfahren!

Quinn ist in der Tat das, was Oele sich von seinem neuen Hund gewünscht hat. Es wird viel gelaufen und Rad gefahren. Und Quinn findet das herrlich! Wir wünschen Quinn und Oele viel Freude miteinander!

Ach ja, machen Sie sich keine Sorgen um die Pflegemutter: die hat sich wieder gefangen und freut sich über das Glück, das Quinn gefunden hat.

Marek

Taigan

Marek, unserem Taigan, geht es nicht gut. Als er zu uns kam, im November vorigen Jahres, war er nun nicht gerade der einfachste Windhund. Auf seiner ersten Pflegestelle hatte er mit dem dort anwesenden Rüden große Probleme, sogar mit kastrierten Rüden gab es Schwierigkeiten, wenn es - vielleicht - ums Essen ging. Und so zog er auf eine andere Pflegestelle um, wo es nur eine Hündin gab. Dort machte er gewaltige Fortschritte. Er wurde zwar kein wirklicher Freund von Rüden, aber er sein Verhalten wurde sanfter, vor allen Dingen benahm er sich mehr wie ein "Hund". Er entdeckte, dass Schwimmen und auch das Spiel "Ich kann ohne Leine gut laufen, aber das Anleinen, das verstehe ich einfach nicht" Spaß machten.

Und doch war etwas nicht in Ordnung. Er schien viel älter als seine vier Jahre zu sein und er bewegte sich immer schlechter. Marek wurde beim Tierarzt vorgestellt und die Ergebnisse sind nicht schön. Marek leidet an Mysositis, einer Auto-Immunkrankheit, die langsam aber sicher seine Muskeln angreift. Die Prognosen sind nicht gut. Marek hat eine hohe Dosis Prednisolon erhalten, aber die Nebenwirkung des Medikaments, ständiger unglaublicher Hunger, beeinträchtigt sein Leben und das der anwesenden Hündin doch sehr.

Es muss abgewartet werden, wie sich sein Zustand entwickelt. Auf jeden Fall haben wir Marek aus der Vermittlung genommen. Er darf auf seiner Pflegestelle bleiben. Wir werden Sie über Marek auf dem Laufenden halten.

Dalí

Galgo

Dali kam nach einem Jahr in seiner neuen Familie zu Voordewindhond zurück. Er hatte sich zu einem übereifrigen Beschützer entwickelt und so wurde es für Besucher zunehmend schwieriger, sich gefahrlos im Haus zu bewegen. Weil die Familie noch kleine Kinder mit vielen Freunden und Freundinnen hat, wurde die Situation sehr kompliziert.

Wir nahmen uns also ein zweites Mal dieses bildschönen Galgos an. Glücklicherweise brauchte er nicht lange auf seine neuen Besitzer zu warten. Dali teilt sein neues Zuhause mit einer geselligen Hündin, die sehr unter dem Verlust ihres Rudelmitgliedes gelitten hatte. Für sie ist Dali ein toller Gefährte. Dali unternimmt täglich lange Spaziergänge und läuft regelmäßig ohne Leine. Und wie es der Teufel so will: ausgerechnet beim ersten Mal, als er frei lief in einem Gebiet, wo jahrelang kein Hase gesichtet worden war, sprang direkt vor seiner Nase ein Hase über den Weg. Natürlich flitzte Dali wie der Blitz hinterher und seine Besitzer konnten ihn nur mit allergrößter Mühe wieder einfangen. Als waschechte Windhundbesitzer sahen sie darin keinen Grund, ihn nicht wieder frei laufen zu lassen. übung macht den Meister, nicht wahr?

Dali, wir wünschen Dir viel Glück in Deinem neuen Zuhause. Gib Dein Bestes! Und nicht so viel beschützen wollen. Das tun Deine Menschen schon selbst.

Vladya

Barzoi

Vladya, der eigentlich Borya heißt, war ein Pechvogel. Mit der Betonung auf "war", denn inzwischen geht es ihm vortrefflich. Sein erster Besitzer hielt ihn größtenteils in einer Scheune und kümmerte sich nicht oder kaum um ihn. Glücklicherweise befreite ihn eine freundliche Dame aus seiner misslichen Lage und nahm ihn mit zu sich nach Hause. Na ja, aber so ein Barsoi ist nun nicht gerade ein kleines, handzahmes Hündchen. Und außerdem hatte die Dame noch einen "kleinfüßigen" Hund. Das gemeinsame Ausführen dieser beiden extrem unterschiedlichen Hunde war kein Vergnügen. Und so machten wir uns gemeinsam auf die Suche nach einem neuen Zuhause für Borya. Es dauerte nicht lange, bis der richtige Mensch sich meldete: viel Zeit und viel Erfahrung. Es wurde ein Treffen organisiert und Borya stieg mit spielerischer Leichtigkeit in das Auto, auf dem Weg in ein neues Leben. Zuhause angekommen warteten dort noch zwei Windhunde auf ihn, die zunächst wohl fanden, dass er sehr groß wäre. Aber sich haben sich inzwischen daran gewöhnt.

Wir konnten Borya während einer der Spaziergänge im Juli leibhaftig wiedersehen. Er genoss sichtlich die Weite, die anderen Hunde und die Freiheit. Borya, viel Glück, und wir hoffen Dich noch oft zu sehen!

Saffy

Whippet

Meistens ist das Abgeben eines Hundes doch eine schwierige Entscheidung und sicher nicht etwas, das Menschen leichten Herzens tun. Aber dann und wann gibt es jemanden, der offensichtlich keine Schwierigkeit damit hat, seinen Hund abzugeben. Wir können eigentlich sagen, dass die Besitzer von Saffy sie weggeschafft haben ungefähr so wie ein paar Schuhe, die man nicht mehr trägt.

Ehrlich gesagt meldete sich für Saffy niemand. Das war auch nicht zu erwarten, denn noch wusste niemand von der Existenz dieses Hundes. Nun wollte es der Zufall, dass wir vor ein paar Wochen Spip, einen unglaublichen kleinen, mageren, aber äußerst geselligen Whippet, an Brendan und Henk vermittelt hatten. Und manchmal muss man als Vermittler selbst die Initiative ergreifen und nicht warten, bis jemand um etwas bittet, sondern selbst anrufen und sagen, wir haben eine Whippet-Hündin in der Vermittlung, von der wir denken, dass sie prima zu Eurem Spip passen würde. Kurz gesagt, eine erneute Fahrt nach Belgien wurde geplant und bevor wir die Hälfte des Spaziergangs hinter uns hatten, war der Entschluss schon gefasst. Saffy geht mit.

Auch Spip und Saffy besuchen die Spaziergänge in Kootwijk und es ist eine Freude zu sehen, wie diese beiden Whippets unter Anleitung von Henk und Brendan schon nach kurzer Zeit aufeinander eingespielt sind. Gut gemacht, Männer!

Becky

Kruising

Voordewindhond setzt sich - wie der Name schon vermuten lässt - für Windhunde ein. Hübsche, hässliche, junge, alte, mit Stammbaum, ohne Stammbaum, reinrassige oder Mischlinge, all das spielt keine Rolle, wenn der Hund nur einem Windhund ähnelt. So wurden wir gebeten, ein neues Zuhause für Becky zu suchen, einen Whippet-Mischling. Ihre Geschichte war wirklich traurig und wir waren davon überzeugt, handeln zu müssen. Meistens, um nicht zu sagen immer, bitten wir vorher um ein Foto. Sie wären erstaunt, was manche Menschen unter einem Windhund verstehen. Und es ist natürlich nicht so, dass wir uns für Nicht-Windhunde nicht einsetzen wollen. Aber wir kümmern uns nun einmal in erster Linie um Windhunde, und die Menschen, die bei uns nach einem Hund suchen, wollen nun mal einen Windhund haben. Es ist also nicht schlimm, wenn ein Windhund nicht reinrassig ist, aber er muss schon einem Windhund ähneln. Der Schock war dann auch groß, als wir Becky mit eigenen Augen sahen. Vielleicht ist ihr Ururgroßvater ein Whippet-Mischling gewesen, aber damit hört es dann schon auf. Aber wir konnten sie auch nicht dort lassen, wo sie war. Und so kam sie doch zu uns. Becky war allerdings ein niedlicher Hund, lieb, einfach, anschmiegsam. Nur nicht genug "Windhund". Aber siehe da, nach kurzer Zeit kam die Rettung in Gestalt einer älteren Dame, die gerade ihr Haustier verloren hat.

Viviana ging mit Becky "Kaffe trinken" bei dieser älteren Dame und - Sie ahnen es schon - Becky machte es sich auf dem Sofa gemütlich und alles Weitere ist offenkundig... Viel Glück, Becky! Du hast es verdient.

Mickey

whippet

Mickey hat ein neues Zuhause gefunden, ohne dass wir ihn hier veröffentlichen mussten. Es hatten sich nämlich besonders nette Menschen aus Belgien bei uns gemeldet, die sehr gern einen Whippet haben wollten. Weil wir zu dem Zeitpunkt keine Whippets in der Vermittlung hatten, hatten wir abgesprochen uns zu melden, sobald sich die Situation verändern würde. Nach ein paar Wochen war das der Fall.

Mickey würde ihr erster Whippet und überhaupt ihr allererster Hund werden, so dass Ann und Dirk sehr sorgfältig vorgingen. Als Erstes fuhren sie in den Norden der Niederlande, um dort Mickey kennen zu lernen. Das verlief erfolgreich und Mickey schien auch enttäuscht zu sein, dass sie ohne ihn wieder weggingen. Aber es musste zunächst noch das Haus hundegerecht hergerichtet werden, es mussten noch einige Sachen für Mickey eingekauft werden und alles musste piekfein vorbereitet sein für den "roten Herrn". Nach zwei Wochen war alles erledigt und sie fuhren wieder in den Norden, um Mickey abzuholen.

Mickey hat sich mit der Whippets eigenen Schnelligkeit einen Platz im Herzen seiner Menschen erobert, die uns schrieben, dass sie das Gefühl hätten, er habe schon immer bei ihnen gelebt. Nun muss Mickey noch ein paar Sachen lernen: dass er sein Frauchen nicht umzuschmeißen braucht, wenn er irgendwo eine Katze erblickt, und dass ein neuer Tag nicht um 5 Uhr morgens beginnt, sondern erst zwei Stunden später. Glücklicherweise ist Mickey ein Schlaufuchs und er wird das alles wunderbar und schnell lernen.

Spip

whippet

Spip hatte schon viel Pech in seinem jungen Leben, weil seine Leute nicht so wirklich verstanden hatten wie viel Zeit ein junger Whippet in Anspruch nimmt. Aber dann hatte er anschliessend das grosse Glück. Ein Voordewinhondfreund aus Belgien holte ihn bei seinen Leuten ab und fuhr ihn auf eine Pflegestelle. Dort war er nur ein paar Tage, weil sich zwei sehr nette Männer bei uns gemeldet hatten, die nach einem Ausflug mit Jack Russels, wieder zu ihrer ersten Liebe, den Windhunden, zurück fanden. Schon während des Kennenlernenspaziergangs fiel die Entscheidung: Spip darf mit nach Hause. Die Tatsache, dass der 8-Monate alte Knirps noch recht wenig von der Welt verstanden hat, war kein Problem. Und die ersten Nachrichten sind sehr positiv. Spip ist sehr lernfähig und entwickelt sich schnell zu einem klugen, netten Whippet. Er läuft schon ohne Leine - nur in sicheren Gebieten selbstverständlich - und verträgt sich mit jedem Hund. Spip, Henk und Brendan: wir wünschen Euch ein langes, glückliches Leben zu dritt.

Boris en Vladimir

barsoi

Die beiden Russen waren lange auf unserer Seite. Der Grund dafür war vermutlich, dass wir in erster Linie einen gemeinsamen Platz für die Herrschaften suchten. Die englische Organisation, die uns die Hunde übergeben hatte, war der Meinung, dass Boris und Vladimir nicht getrennt werden sollten. Aber als sie etwas länger auf der Pflegestelle waren, stellte der Pflegevater fest, dass es vielleicht sogar besser wäre, die beiden zu trennen. Der eine war nämlich ein kleines bisschen weniger ängstlich als der endere, und dadurch entstand eine "neurose à deux".

Mitte April fanden wir eine sehr nette Dame, die eigentlich auch meinte, es sei nicht so gut, die deiden zu trennen, aber als wir einen Kennenlernspaziergang organisierten, waren wir schnell derselben Meinung: Boris, der Ängstlichere, brauchte so schnell wie möglich ein neues Zuhause. Er wurde noch beim Tierarzt vorgestellt, der nach gründlicher Untersuchung feststellte, dass Boris ein kerngesunder Hund war. Im Blutbild war nur auffällig, dass er mehr rote Blutkörperchen hat als ein Nicht-Windhund. Für einen Windhund ist das völlig normal ist.

barsoi

Lisa, das ist sein neuer Name, musste sich zurecht finden mit neuen Leuten, neuen Geräuschen, seiner neuen Umgebung und war am Anfang sehr schreckhaft..... aber nach einer Woche rief die neue Barsoimutter an und erzählte, dass er an dem Tag aufgestanden war, sich vor sie gestellt hat und sie ganz vorsichtig angewedelt hat. Ab dem Moment ging es bergauf. Lisa läuft mittlerweile frei am Strand und die neuen Sachen werden langsam weniger erschreckend für ihn. Schauen Sie ihm in die Augen und Sie werden wissen, dass es ihm gut geht!

barsoi

Vladimir musste noch ein bisschen länger auf der Pflegestelle bleiben. Wir waren überrascht - und auch erleichtert - dass er seinen Bruder überhaupt nicht zu vermissen schien. Im Gegenteil, er suchte sich sofort einen neuen Freund, eine riesengrosse Dogge.

Aber auch für Vladimir kam ein perfektes Zuhause. Jemand, der schon länger mit den beiden Russen geliebäugelt hatte, aber eigentlich keinen Platz für zwei hatte, rief trotzdem an. Als sich herausstellte, dass Boris schon vermittelt war und Vladimir noch auf sein Zuhause wartete, vereinbarten wir einen Termin. Wir unternahmen den üblichen Spaziergang und schon schnell war es klar: Vladimir kommt mit nach Hause. Nach drei Tagen rief der neue Besitzer an: Zoran, so heisst Vladimir jetzt, werde ich nie wieder hergeben. Zoran war im übrigen tatsächlich weniger scheu als sein Bruder, weil er schon ab der ersten Minute Kontakt zu seinem Menschen suchte.

Zoran und Lisa: wir hoffen, dass die zweite Hälfte Eures Lebens glücklich sein wird. An euren Menschen wird es wohl nicht liegen.

Kermit

whippet

Kermit stand lange Zeit auf unserer Website. Aber nicht, weil wir keine passenden Menschen für ihn finden konnten, die hatten wir schon im Februar gefunden. Der Grund, weshalb Kermit so lange "Gegenwind" hatte, lag in der Tatsache begründet, dass er nicht stubenrein war. Weil uns das vorher nicht bekannt war, war das für den neuen Besitzer - gelinde gesagt - ein kleiner Schock. Kermit war aber, wie es sich für einen Whippet gehört, ein sehr netter, geselliger und freundlicher Hund, der sich außerdem noch ausgezeichnet mit dem bereits anwesenden Whippet vertrug. Der neue Besitzer kümmerte sich ausdauernd darum, Kermit zu einem stubenreinen Hund zu erziehen, aber Kermit schien ein wenig lernresistent zu sein. So dauerte es auch einige Zeit, bis sich Verbesserungen zeigten. Aber jetzt ist es so weit: ganz stubenrein ist er zwar noch nicht, aber der neue Besitzer kann sich ein Leben ohne Kermit nicht mehr vorstellen. Kermit hat also seinen Platz gefunden. Komm Joep (so heißt er jetzt), tu Dein Bestes, Dein Bein hebst Du als Whippet natürlich nur draußen. Und Dein großes Geschäft verrichtest Du ebenso draußen! Und weil Du das schon so gut gelernt hast, muss es mit dem kleinen Geschäft doch auch bald klappen.

Remio

whippet

Remio? Nie gehört. Stimmt: Remio war kaum bei uns angekommen, als sich schon ihre neue Familie gemeldet hatte. Sie lebt jetzt in Belgien und ist nun Einzelhund. Die vorherigen Besitzer nahmen an, dass Remios zeitweiliges unangemessenes Verhalten seine Ursache darin hatte, dass sie auf die anderen beiden Hunde eifersüchtig war. Das hat uns überzeugt und deshalb vermittelten wir Remio an Menschen, die keinen weiteren Hund hatten. Und siehe da: von einem ungebührlichen Benehmen ist keine Spur mehr zu entdecken. Remio ist aufgeblüht, ist nicht nur gut leinenführig, sondern kann auch problemlos abgeleint werden und, sehr wichtig, kommt nun auch wunderbar mit anderen Hunden zurecht - wenn sie nur nicht ihr Zuhause mit ihr teilen... Kurzum: für Remio ist die Welt wieder in Ordnung.

Rosie

whippet

Und noch eine, die ihre neuen Menschen schon gefunden hatte, bevor wir einen Text verfassen, Fotos schießen und sie auf unserer Website veröffentlichen konnten. Rosie war kaum auf ihrer Pflegestelle angekommen, schon bekam sie Besuch von einer netten Familie, die sich einen Hund anschaffen wollte, der nicht zu groß sein sollte. Von Haus aus hatte die Mutter der Familie Erfahrung mit Greyhounds und Whippets und nun ja, dann geschah etwas. Rosie kam. Sie zeigte sehr deutlich, dass sie ihre Menschen gefunden hatte und dass ein langes Nachdenken darüber, ob es nun ein Whippet oder ein anderer Hund werden sollte, überflüssig war. Hier bin ich, hier seid Ihr, also was hält uns zurück? Der Funke sprang über und binnen kürzester Zeit saß Rosie auf dem Rücksitz des Autos. Türen schließen und Gas geben! Wir wünschen Rosie viel Vergnügen in ihrer neuen Familie, obwohl: was heißt neu? Schon nach drei Wochen kam es der Familie so vor, als habe Rosie schon immer bei ihnen gelebt.

Lady

whippet

Die Vermittlung von Lady verlief einigermaßen überraschend. Die Mutter der neuen Besitzer von Rosie kam natürlich sofort - zusammen mit ihrem steinalten Greyhound -, um sich den neuen "Kleinhund" anzusehen. In allen Einzelheiten wurde über die Begegnung mit Rosie auf der Pflegestelle gesprochen und dabei kam auch zur Sprache, dass noch ein Whippet auf ein neues Zuhause wartete. Auch so ein Schätzchen wie Rosie. Was man im Blut hat, lässt sich nicht verleugnen... Der alte Greyhound hatte sehr positiv auf den neuen Hundezuwachs reagiert und so langsam nahm der Gedanke Gestalt an, dass das andere Whippchen wohl etwas für die Mutter sein könnte. Es wurde also ein neuer Termin vereinbart und der Rest ist Geschichte. Nach einem kurzen Kennen lernen ging Lady mit nach Haus. Es ist eine wunderbare Bindung entstanden zwischen Mensch und Hund, aber auch zwischen dem Greyhound und Lady. Und wenn auch noch Rosie in der Nähe ist, tja, dann ist die Party komplett!

Charlie

Ebenfalls unbekannt? Genau. Charlie ist ein älterer Saluki, der wegen Krankheit seines Besitzers sein Zuhause verloren hat. Manchmal ist es recht schwierig, einen älteren Hund zu vermitteln, manchmal aber auch nicht. In diesem Fall hatten wir eigentlich gleich schon eine geeignete Familie gefunden. Sie hatten immer zwei Salukis gleichzeitig, aber kürzlich war ein Saluki-Rüde verstorben. So war Platz für einen neuen Hund. Und dass Charlie alt war, machte auch nichts aus. Er brauchte ein neues Zuhause und sie konnten ein neues Zuhause bieten. Es wurde ein Treffen vereinbart und nach einer sehr aufreibenden Reise, bei der das Navigationssystem versagte, lernten sich Menschen und Hunde dann doch noch kennen. Es wäre vermessen zu behaupten, dass sich die Saluki-Herren sofort "um den Hals fielen", aber sie gingen auch nicht aufeinander los. Und nach einem ausgedehnten Spaziergang und einem langen emotionalen Gespräch - einen Hund abzugeben ist wirklich nicht so einfach, wie es sich viele Menschen vorstellen - fuhr Charlie mit nach Deutschland. Nach einigen Anpassungsproblemen verstehen sich die beiden Saluki-Herren gut. Charlie ist in einer Umgebung gelandet, wo ständig interessante Dinge geschehen. Es gibt Pferde und Schafe und er geht sehr viel und lange spazieren, ohne Leine selbstverständlich. Wir hoffen, dass Charlie noch ein paar schöne Jahre vor sich hat.

Bandit

kruising

Als Bandit zu seinen Pflegeeltern kam, schien er ein selbstbewußter Raufbold zu sein, der sich die Butter nicht vom Brot nehmen ließ. Aufgrund seines Verhaltens vermuteten wir, dass er ein wenig Terrierblut in sich trug - nicht ganz unwahrscheinlich bei Whippets, wie böse Zungen behaupten. Aber im Laufe der Zeit veränderte sich sein Verhalten und er schien wirklich nicht ein solcher Raufbold zu sein wie es zunächst den Anschein hatte. Mitte März meldeten sich die richtigen Menschen für Bandit. Die übergabe selbst drohte fast zu scheitern, weil sich die neuen Besitzer verfuhren, aber letztendlich klappte es doch noch. Bandit lebt nun als Puck - ein wunderbarer Name für einen Ex-Banditen - als König in einem Dorf am Meer. Dorthin geht er auch jeden Tag mit großer Freude. Puck, wir wünschen Dir und Deinen Menschen viel Glück zusammen!

Frodo

kruising

Als Frodo an einem kalten Samstagabend im Januar auf seiner Pflegestelle ankam, ahnten wir noch nicht, dass er bald krank werden sollte. Drei Tierarztbesuche, jede Menge Medikamente und vor allem viel Geduld und Zuwendung seiner Pflegemutter waren nötig, bis Frodo gesund genug war, um vermittelt zu werden. Merkwürdigerweise interessierten sich sehr wenige Menschen für ihn. Aber da er zunächst zu krank war, um vermittelt zu werden, ließen wir uns Zeit. Und siehe da, zu der Zeit, als es Frodo wieder gut ging, erreichte uns das richtige Telefonat. Die Besitzerin zweier Irish Wolfshounds suchte dringend einen Spielkameraden für den jüngeren IW. Der macht nichts lieber als rennen und spielen im Gegensatz zu dem älteren IW, der diese Art von Beschäftigung gänzlich überflüssig findet. Und so fuhr Frodo an einem Freitagnachmittag mit nach Deutschland, wo wir uns in der Nähe von Heidelberg mit seiner neuen Besitzerin verabredet hatten. Liebe auf den ersten Blick, nicht nur zwischen Frodo und Petra, sondern auch zwischen dem mitgekommenen IW und Frodo, und einmal zu Hause angekommen auch zwischen Frodo und der restlichen Familie von Petra, und selbst zwischen dem älteren IW und Frodo! Frodo hat auch schon Freunde gefunden in seinem Dorf und wenn er während des Morgenspaziergangs den jungen IW ausgepowert hat und der keinen Schritt mehr tun kann, dann geht Frodo noch ausgedehnt rennen mit einem Hund aus dem Dorf. Manchmal muss er diese Ausflüge dann mit einer Dusche bezahlen, denn die beiden Herren toben über Felder und äcker und kommen vollkommen verdreckt zurück. Frodo, auch im Namen von Yvonne, die Dich als den schwierigsten, aber auch den liebenswürdigsten Pflegehund in Erinnerung behalten wird: Mache es gut!

Versace

Afghaan

Versace war einer jener Afghanen (was leider häufig vorkommt), der von einem ungeeigneten Besitzer zum anderen wanderte und dabei in jedem neuen Zuhause mehr schlechte Verhaltensweisen entwickelte. Aber das entscheidende Wort ist "war". Denn für Versace hat sich das Blatt gewendet. Durch das Eingreifen seines Züchters kam er zu Voordewindhond. Zwei sehr nette Menschen hatten sich für ihn gemeldet und an einem schönen Samstag fuhren wir alle gemeinsam zur Pflegestelle. Dort hatte sich herausgestellt, dass Versace - im Gegensatz zu dem, was der letzte Besitzer erzählt hatte - eine heftige Abneigung gegen Katzen hatte. Um der Wahrheit Genüge zu tun: beim Anblick einer vorbeilaufenden Katze stranguliert er sich beinahe selbst vor Erregung. Und die Interessenten hatten zwei Katzen. Nun ja, auf der anderen Seite war es wieder einmal ein Fall von "Hund sieht Mensch und der Rest ist Geschichte". Nach einem Spaziergang in der Nähe saßen wir beim Kaffee und fragten uns, ob es klug wäre, diese Vermittlung zu versuchen. Alle Für und Wider wurden abgewogen und Geschichten von anderen notorischen Katzenhassern, alle nicht "reformierbar", wurden erzählt. Allein für Versace war die Sache klar: er fuhr natürlich mit! Nach einiger Zeit legte er sich demonstrativ schlafen.

Versace heißt jetzt Cherokee, für einen Afghanen vielleicht ein ungebräuchlicher Name, aber er selbst findet ihn prima - manchmal. Cherokee hat noch viel zu tun, denn seine neuen Menschen haben viel Erfahrung mit Irischen Wolfshunden, aber nicht mit Afghanen. Das bedeutet für den fraglichen Afghanen meistens, dass er noch viel Arbeit in die Erziehung seiner Menschen stecken muss. Aber es gibt natürlich Grenzen und Afghanen müssen natürlich auch ein paar Dinge lernen, z. B. "Bleib weg von der Katze". Das funktioniert nun, dank eines Wassersprühers und Ablenkungsmanövern, eigentlich ganz gut, und wir gehen davon aus, dass Cherokee es in Kürze wirklich verstanden haben wird, dass auch eine Katze ein Recht auf Leben hat. Glücklicherweise scheint er ein kluges Köpfchen zu sein, so dass die Aussichten gut sind. Tun also Dein Bestes, Cherokee!

Emily

Greyhound

Emily verlor ihr Zuhause, weil ihre Besitzer erkrankt sind und sie für Emily nicht mehr gut sorgen konnten. Emily lebte kurze Zeit auf einer unserer Pflegestellen und blühte durch die gute Pflege, wozu auch ein dringend nötiges Bad gehörte, gutes Futter und viel Bewegung zusehends auf. Ein guter Bekannter von Voordewindhond suchte dringend nach einer Hündin zur Aufmunterung seines Saluki-Rüden. Dieser starrte nach dem Verlust seines jahrelangen Hundefreundes traurig vor sich hin und hatte an nichts mehr Freude. Die Wahl fiel auf Emily und dank der Mithilfe der Pflegeeltern, von Franz, unserem deutschen Mitarbeiter, und von dem neuen Besitzer konnte Emily nach einem Spaziergang in Kootwijk, den sie sichtlich genossen hat, abends schon in ihr neues Zuhause einziehen. Der Saluki-Rüde erblickte sie und "war verloren". Verschwunden ist seine Traurigkeit und sein neues Lebensmotto scheint zu sein "Lang lebe Emily und der Spaß". Besonders an Emily ist, dass sie größtenteils, wenn auch nicht ausschließlich, in einem Zwinger gehalten wurde. Man könnte denken, dass man so als Hund wenig Gelegenheit hat, eine Ausbildung zum Dieb zu absolvieren. Dennoch ist Emily eine erstklassige Diebin, die in kürzester Zeit die Arbeitsplatte in der Küche von allen essbaren Dingen befreit und selbst den Inhalt des Vogelhäuschens verputzt hatte. Ihre neuen Besitzer haben bereits damit begonnen, alles hinter Schloss und Riegel oder auf jeden Fall weit oben zu lagern. Viel Glück, Emily. Aber gönne den Vögeln auch etwas!

Argisto

Afghaan

Argisto wurde von seinem Züchter zurückgenommen, besser gesagt: zurückgeholt. Er wurde von seinem verfilzten Fell befreit und sollte eigentlich bei seinem Züchter bleiben. Aber im Laufe der Zeit zeigte sich, dass es für Argisto doch besser wäre, wenn er sein eigenes Zuhause hätte. Und so machten wir uns auf die Suche nach dem passenden Platz für diesen geschorenen, aber hübschen Rüden. Es dauerte etwas, aber dann meldete sich jemand aus der Schweiz - so eine mehrsprachige Website ist schon wertvoll... Nach ein paar guten Telefonaten wurde der Kontakt zwischen dem angehenden Besitzer und dem Züchter hergestellt, der genau wie wir der Meinung war, dass diese Bewerber genau die richtigen waren für Argisto. Wir hatten uns schon auf eine Reise in mehreren Etappen - mit unterschiedlichen Fahrern - eingerichtet, aber das war nicht nötig. Der Züchter von Argisto stieg selbst ins Auto und lieferte ihn persönlich in seinem neuen Zuhause ab. Die ersten Nachrichten sind positiv. Argisto findet es gar nicht schön, wenn sein neues Frauchen, die er offensichtlich anbetet, aus seinem Blickfeld verschwindet. Dann ergreift er Afghanen-typische Maßnahmen, um sein Unbehagen deutlich zu machen. Also wird an seinem Benehmen im Haus noch ein bißchen gearbeitet. Auf geht's, Argisto, ein wenig Mitarbeit und Du kannst Dich bestimmt darauf verlassen, dass Béatrice wieder zurückkommt!

Luna

Luna

Luna kam zu uns, weil ihre Menschen keine ausreichende Zeit mehr hatten, sich um sie zu kümmern. Wir nahmen sie in Pflege und zu unserer großen überraschung meldete sich sehr schnell der geeignete Kandidat für Luna: ein älteres Ehepaar, die nach dem Tod ihres letzten Windhundes ohne Hund durchs Leben gingen. Das Ehepaar diskutierte lange und intensiv miteinander, ob sie in ihrem Lebensalter sich noch einmal einen Hund anschaffen sollten. Aber letztendlich fand der Ehemann ein Leben mit Hund doch sehr viel schöner als eines ohne. Und Luna, na ja, die war doch schon beinahe 11 Jahre alt, das passte also auch prima. Und so lernten sich alle kennen. Whippets sind wirklich sehr klug, denn schon beim ersten Treffen sprang Luna auf den Schoß des Ehemannes. Tja, wer kann da schon widerstehen? Am Abend rief die Ehefrau an: ja, die Rückreise sei gut verlaufen, und nun lagen Luna und ihr Mann zusammen auf dem Sofa und schliefen. Alles in Butter! Wir wünschen Luna, Alida und Wim noch ein paar sehr schöne Jahre miteinander.

Abu en Sharim

Abu en Sharim

Diese beiden kastrierten Salukis haben ihr Zuhause verloren, weil ihr Besitzer verstorben ist. Der Besitzer hatte seine Kinder vor seinem Tod darauf hingewiesen, dass die beiden Hunde zusammenbleiben müssten. Da wir davon ausgingen, dass der Besitzer am besten beurteilen konnte, dass seine Hunde sehr aneinander hingen, suchten wir also einen gemeinsamen Platz für beide. Das ist - gerade bei größeren Hunden - nicht einfach, und so standen die beiden auch lange zur Vermittlung. Aber letztendlich kommt dann doch der richtige Mensch und auch hier war das so. Es gab sogar zwei geeignete Interessenten. Aber weil eine Interessentin noch ein paar Wochen in Urlaub fuhr und der Meinung war, dass die Hunde so schnell wie möglich in ihr neues Zuhause sollten, verzichtete sie zugunsten des zweiten Interessenten. Die Hunde wurden abgeholt und zunächst beim Tierarzt untersucht, weil die halbe Tablette Fortekor, die einer der beiden Hunde bekam, vielleicht doch nicht ausreichend war. Und tatsächlich stellten sich die Herzprobleme als ernster heraus. Glücklicherweise ließ sich der neue Besitzer davon nicht entmutigen. Hut ab! Abu und Sharim haben sich an ihre neuen Lebensumstände gut angepasst und sind auch mit dem bereits vorhandenen Hund die dicksten Kumpel. Eines ihrer Hobbys ist Fernsehen. Fußballspiele, Naturfilme, Dokumentationen, Seifenopern, egal. Gemütlich zusammen auf dem Sofa liegen und in die Glotze schauen. Viel Freude und Glück auf Eure alten Tage!

George en Mikey

George en Mikey

Diese beiden standen sehr lange auf unserer Homepage, aber jetzt können wir doch berichten, dass sie ein neues Zuhause gefunden haben. Und nicht nur ein neues Zuhause, sondern sie sind auch bei Menschen die wirklich für die Hunde da sind. George und Mikey sind im Haus die größtmöglichen Schätzchen, aber mit einigen Rüden, die sie auf der Straße oder beim Freilauf treffen, will es nicht so klappen. Und dann sind zwei aufeinander eingespielte Whippets natürlich kein Pappenstiel. Weil es sich hier aller Wahrscheinlichkeit nach um angelernte Verhaltensweisen handelt, ist die Chance sehr groß, dass diese Verhaltensweisen auch wieder abgestellt werden können. Außerdem sind Whippets im Allgemeinen sehr klug, so dass die aufgetretenen Probleme mit Geduld und Umsicht gelöst werden können. George und Mikey, Wim und Anka: Kopf hoch! Alles wird gut!

Jay

Jay

Jay brauchte auf der Website nicht vorgestellt zu werden. Wir hatten nämlich schon seit Ende vorigen Jahres Kontakt zu einer belgischen Familie, die sehr gern einen Afghanen haben wollte. Im Gegensatz zu vielen Menschen, die montags anrufen und schon Mittwochabend im Besitz eines neuen Hundes sein wollen, war diese Familie in der Vorbereitung sehr umsichtig. Sie lasen sehr viel über die Rasse und besuchten sogar einen Belgier, dem wir einen Afghanen vermittelt hatten, um sich über die Fellpflege zu informieren und was man alles bei der Anschaffung eines Afghanen beachten muss. Als Jay unseren Weg kreuzte, fiel dieses zeitlich zusammen mit dem Beschluss der Familie, sich einen Afghanen anzuschaffen. Es lebten in dieser Familie schon zwei kastrierte Greyhündinnen und so sollte ein Rüde dazu genommen werden. Es wurde ein Treffen zum Kennen lernen vereinbart, was alle Beteiligten als sehr schön empfanden und so trat also Jay seine Reise nach Belgien an. Wer jedoch gedacht hatte, dass sich die Greyhounds begeistert auf diesen haarigen, schönen Jüngling stürzen würden, die hatten falsch gedacht. Davon wollten sie nichts wissen. Und als er auch noch flink auf ihren Sessel sprang und mit ihnen spielen wollte, waren die beiden fix und fertig. Aber die neue Familie ließ sich nicht beirren und als wir letzte Woche vorsichtig nachfragten, ob Jay bleiben könne, erhielten wir eine deutliche Antwort:

JAY DARF BLEIBEN!!! Er hat unsere Herzen erobert und ist ein wahrer Schatz. Für alle Probleme, die noch auftauchen, wird eine Lösung gesucht, genau wie bei unseren Geyhound-Damen und unseren Kindern. Denn auch die sind nicht immer brav und dürfen auch bleiben.

Ist das eine klare Antwort oder nicht? Du hast das große Los gezogen, Jay. Und sei ein bisschen vorsichtig bei der Erziehung Deiner Menschen, ja?

Timon

whippet

Timon landete mit einem Rudelgenossen bei Voordewindhond, weil ihr Besitzer ernsthaft erkrankt war. Nach einiger Zeit auf der Pflegestelle war seinen Pflegeltern aufgefallen, dass Timon eine Spur eifersüchtig war und sehr viel Aufmerksamkeit einforderte. Auf dem Schoß zu sitzen und liebkost zu werden, waren seine liebsten Hobbys. Wir suchten also Menschen ohne andere Hunde - und ganz bestimmt ohne Katzen. Und nach einziger Zeit meldeten sich genau die richtigen Menschen für Timon: keine anderen Tiere, viel Zeit und viel Erfahrung. Timon läuft jetzt als König Luca durch die Welt und hat schon einige Herzen in seiner Umgebung zu erobern gewusst. Auch haben seine neuen Besitzer berichtet, dass er nicht nur Katzen nicht mag, sondern dass er auch in bezug auf Katzen ein fotographisches Gedächtnis besitzen zu scheint. Er weiß genau, wo die Nachbarskatzen wohnen und wo sie sich jeweils aufhalten könnten. Das ist natürlich ein bisschen schade, aber wenn man das als neuer Besitzer weiß, kann man sich darauf auch einstellen. Luca, viel Glück! Und nicht so viele Katzen "fotografieren"...

Gaston

Gaston

Die Suche nach neuen Menschen für Gaston war erfolgreich. Mehr noch: es war eine Vermittlung wie aus dem Bilderbuch! Nachdem Gaston ein paar Wochen auf einer unserer Pflegestellen verbracht hatte, meldete sich die Traumfamilie für ihn: ein älteres Ehepaar mit Windhund-Erfahrung, das alle Zeit der Welt hatte, keine anderen Tiere besaß und außerdem noch sportlich war. Nach einer kurzen Verzögerung durch die Geburt eines neuen Enkelkindes, das Eltern und Großeltern drei Wochen lang warten ließ, war es dann doch an einem der letzten Januar-Tage soweit: die erste Begegnung fand statt.

Gaston war schon den ganzen Nachmittag unruhig, offenbar spürte er, dass etwas passieren würde. Und so war es ja auch. Er begrüßte seine neuen Menschen enthusiastisch und kam immer wieder vorbei für das eine oder andere nette Wort. Als sich das Treffen, das alle - Pflegeeltern, neue Besitzer, Mitglieder von Voordewindhond und Gaston - als sehr schön empfanden, allmählich seinem Ende zuneigte, sprang Gaston noch eben auf den Schoß seiner Pflegemutter. Es mag vielleicht ein wenig Einbildung sein, aber es sah doch so aus, als ob Gaston noch eben 'Danke' sagen wollte. Es wurde ein herzlicher Abschied und nach einem kurzen Foto auf der Straße, stieg Gaston in sein neues Auto ein. Tür schließen, abfahren bitte!

Die Berichte, die uns erreichen, sind sehr positiv. Gaston genießt die Gegenwart seiner Menschen und seine Menschen genießen seine Gegenwart. Floris - so wird er jetzt genannt - gefielen seine ersten Ferien in Frankfreich sehr! Wie hören sicher noch von Dir. Und sag Deinen neuen Besitzern noch ein Dankeschön für die schönen Blumen, die sie für die Pflegeeltern und uns mitgebracht hatten!

Ben

Ben

Auch für Ben sind bessere Zeiten angebrochen. Für ihn haben wir neue Besitzer gefunden, die allen Wünschen eines jungen Springinsfeld gerecht werden können. Die Tage von Ben sind angefüllt mit viel rennen und spielen. Vor allen Dingen mit einem Ball! Ben ist zwar ein Einzelhund, aber das kümmert ihn nicht. Wir haben den Verdacht, dass er selbst es insgeheim sehr schön findet, dass er seine Menschen für sich allein hat. Tu Dein Bestes, Ben! Wir hören gerne weiter von Dir!

Lilly

Lilly

Lilly kam bei uns als kleines schüchternes Hundemädchen an. Ihr war zwar nichts wirklich Schreckliches widerfahren, aber eben auch nicht viel Schönes. Weil sie von ihrem damaligen Besitzer schnell weg musste, hatten wir sie zunächst vorübergehend untergebracht. Wir murmelten noch so etwas wie "vielleicht nicht stubenrein", aber die Pflegemutter hörte schon nicht mehr zu. Was für ein Schätzchen, rief sie immer wieder. Und so begann für Lilly ein neues Leben, zusammen mit drei Hundefreundinnen. Bei der einen schlief sie im Fell, mit der anderen lernte sie spielen. Und mit der Unsauberkeit ging es bei ihr auch schnell; innerhalb von ein paar Tagen hatte sie verstanden, dass man seine Geschäfte nicht drinnen verrichten darf.

Und dann kam eine umfangreiche Mail von jemandem, der unter anderem schrieb Ich habe vor einiger Zeit von einer Frau Ihren Namen und Ihre Telefonnummer erhalten und ich würde gerne einem Whippet oder einem Greyhound ein neues Zuhause geben. Wir riefen also den Verfasser dieser Mail an. Manchmal passieren sehr seltsame Dinge, denn nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die Frau, die uns empfohlen hatte, die Pflegemutter war. Nun, wenn das kein gutes Vorzeichen war.

Lilly lebt schon seit ein paar Wochen bei ihren neuen Menschen, die sie mit einem Galgo-Rüden teilt, der zunächst nicht viel von der jungen Lilly hielt, aber der mehr und mehr auftaut. Lizzy - so heißt Lilly jetzt -, viel Glück und ein langes, langes Leben!

Saqi

Saqi

Es gibt einige Hunde, bei denen man sich verzweifelt fragt, warum sich niemand für sie interessiert. Radar war so ein Hund und auch Saqi gehörte dazu. Unbegreiflich. Er war noch sehr jung, wunderschön und schaute stolz und aufgeweckt in die Kamera. Und es gab überhaupt nichts an ihm auszusetzen. Ab und zu meldete sich jemand, aber aus verschiedenen Gründen war eine Vermittlung nicht möglich. Und wenn wir nicht so optimistische Menschen wären, hätten wir vielleicht aufgegeben. Aber unser Optimismus hat sich gelohnt: eines Tages Ende Dezember erhielten wir eine ausführliche Mail aus Belgien von Menschen, die schon zwei Afghanen besaßen und die noch einen Platz sowohl in ihrem Herzen als auch in ihrem Haus hatten für einen weiteren. Wir telefonierten viel und an einem der letzten Tage des alten Jahres war es soweit: Saqi wurde vermittelt. Es war noch eine spannende Frage, ob die Straßenverhältnisse gut sein würden, denn alle - der alte Besitzer, die neuen Besitzer und wir - mussten eine weite Strecke fahren, aber der vorhergesagte Schnee und die Straßenglätte blieben aus. Wir trafen uns alle in einem Motel an der Autobahn und wir konnten mit eigenen Augen sehen, dass es Liebe auf den ersten Blick zwischen Saqi und seinen neuen Besitzern war. Saqi, tue Dein Bestes und wachse zu einem schönen, würdevollen Afghanen heran! Wir hoffen, Dich bald wieder zu sehen.

Tess

Tess

Auch das letzte Mitglied unserer großen Junghunde-Invasion hat seinen Platz gefunden. Es dauerte eben, bis sich die richtige Familie gefunden hatte, denn unsere Tess war nun nicht die Unkomplizierteste aus dem ganzen Haufen. Auf ihrer Pflegestelle zeigte sich, dass sie im Haus tatsächlich nur lieb und nett war und am liebsten unter einer Decke, dicht angekuschelt an ihr liebstes Familienmitglied, auf dem Sofa lag und Fernsehen schaute, aber draußen unangeleint konnte Tess auch ein ganz anderes Gesicht zeigen. Keiner durfte schneller laufen als Tess und tat er das doch, tja, dann hatte er Pech. Wir suchten also Menschen, die damit zurecht kamen. Und siehe da: es meldete sich eine nette Familie ohne andere Hunde, aber mit viel Hundeerfahrung. Nach den erforderlichen Gesprächen wurde ein Treffen vereinbart und zur überraschung der Pflegemutter kam der Besuch mit einem großen Blumenstrauß aus dem Auto gestiegen. Nun, wenn das kein gutes Vorzeichen war...
Und ja, das Kennen lernen verlief gut und so reiste man mit einem Persönchen mehr ab als man angekommen war. Tess, Du wohnst so nahe bei Kootwijk, dass wir hoffen, Dich bald wieder zu sehen.

Pascal

Pascal

Pascal war glücklicherweise nur kurze Zeit in Pflege, nachdem seine Besitzer sich mühe- und schmerzvoll dazu entschlossen hatten, dass ein anderes Zuhause doch das Beste wäre für Pascal. Während seines Aufenthaltes auf der Pflegestelle stellte sich bald heraus, dass Pascal sich in einer neuen Umgebung wohler fühlte und sich auch besser benahm. Bald darauf erreichte uns die Nachricht aus Deutschland, dass es jemanden gab, der sich in Pascals Foto verliebt hatte. Vor allem nachdem wir berichten konnten, dass Pascal gut mit seinem Pflegebruder zurecht kam und bei Hundebegegnungen auf der Straße ausgezeichnet reagierte, war klar, dass ein Kennen lernen stattfinden musste. An einem Freitagabend fand das Treffen, das besonders erfreulich verlief, statt und Pascal zog nach Deutschland um. Er braucht seine Menschen nicht mit anderen Hunden zu teilen, hat aber in der Nachbarschaft genug Hundegesellschaft in Form von diversen Whippets, mit denen er herrlich spielen und rennen kann. Und dann wieder schnell nach Hause zurück aufs Sofa zu seinen neuen Menschen.

Radar

Radar

Wir begannen uns allmählich zu fragen, was denn mit Radar nicht stimmte, weil sich niemand für ihn interessierte und für ihn anrief. Und das, obwohl er sich bei seinen Pflegeeltern so gut entwickelte und so viel dazugelernt hatte. Seine Pflegeeltern stellten sich diese Frage ebenfalls und hatten miteinander entschieden, dass er bleiben könne, wenn sich bis Weihnachten nichts geändert hätte. Aber siehe da, an einem Dezembertag meldete sich eine nette Frau, die nach dem Tod ihres Dackels einen Spielkameraden für einen ihrer Irish Wolfshounds suchte. Sie dachte an einen Whippet, weil der fragliche IW und ein Whippet aus der Nachbarschaft die dicksten Rennkumpel sind. Es wäre sehr praktisch, wenn es sich nicht um einen so kleinen, schmächtigen Whippet handelte, und nein, reinrassig bräuchte der neue Vierbeiner nicht zu sein. Wenn er nur schön mit dem IW spielen könnte. Unsere Vermittlerin sah ihre Chance gekommen und schlug Radar vor. Es wurde ein Treffen vereinbart, ein kurzer Spaziergang gemacht, wobei der IW sich an die schwindelerregende Schnelligkeit von Radar gewöhnen konnte, Radar und der IW mochten sich und so ging es nach Hause. Dort angekommen lernte Radar auch die beiden anderen Hunde kennen, die ihn auch prima fanden, solange sie um Himmels willen nicht mit ihm zu laufen brauchten. Radar ist nicht auf den Kopf gefallen und hat die Hinweise der IW-Herren verstanden. Er rennt eben mit IW Nummer 3. Der findet das toll, selbst wenn er immer alle Wettrennen verliert.

Gizmo

Gizmo

Noch nie gehört, denken Sie vielleicht. Und das stimmt. Er war nicht in der Rubrik "Gegenwind" zu finden. Gizmo kam aus einem mehrköpfigen Rudel und er hatte ein etwas außergewöhnliches Problem: er "fremdelte" mit den im Rudel vorhandenen Hündinnen. Diese Verhaltensweise ließ sich trotz aller Anstrengungen seiner Besitzer nicht verändern. Aber für jedes Problem existiert letztendlich eine Lösung und so zog Gizmo zu einer alten Bekannten von Voordewindhond, die einige Zeit davor ihren Afghanen hatte einschläfern lassen müssen und schon längere Zeit überlegte, sich einen Nachfolger zu suchen. Dann ist ein Pflegehund doch eine gute Zwischenlösung. Und das, was wir heimlich gehofft hatten, geschah: das Leben mit einem Afghanen ist doch schöner als eines ohne. Gizmo durfte bleiben. Das Alleinbleiben muss noch ein wenig geübt werden, aber wir gehen davon aus, dass auch das genauso gut klappen wird, wie Gizmo es schon gelernt hat, nicht so fürchterlich an der Leine zu ziehen und die Katze mit Respekt zu behandeln. Gizmo, tue Dein Bestes. Wir hoffen, Dich bald auf einem unserer Spaziergänge zu sehen.

Vito

Vito

Die Vermittlung von Vito verlief bilderbuchmäßig: in dem Moment, als Vito und Bart sich sahen, war es entschieden. Sie waren füreinander geschaffen. Wir haben dann noch - ernsthaft wie wir sind - einen kleinen Spaziergang gemacht im strömenden belgischen Regen, aber wenn es nach Mensch und Hund gegangen wäre, wären beide sofort zusammen nach Hause gefahren. Vito lebt als einziger Hund in seinem neuen Zuhause, aber an Whippet-Kumpels in der Nähe herrscht kein Mangel. Mit drei von ihnen wurde schon um die Wette gerannt. Vito hat nicht nur das Herz von Bart erobert, sondern auch das seiner Oma, von allen Nachbarskindern und auch von jedem, der ihm begegnet. Vito ist ein Charmeur par excellence. Aber wie aus einer Mail von Bart hervorgeht, bleibt er doch ein echter Whippet : Vito macht sich supergut! Manchmal denke ich, dass er zu brav ist. Von diesem Wochenende an beginnt er allmählich, auf seinen Namen zu hören. Es zeigt sich auch schon eine gewisse Dickköpfigkeit und eine Schwerhörigkeit, wenn es ihm in den Kram passt ... lustig anzusehen, wenn man an seinem Blick erkennt, dass er sehr wohl alles verstanden hat. Der Schelm kommt allmählich zum Vorschein! Fantastisch natürlich! Viel Glück, Bart und Vito!

Pinoli

Pinoli

Dieser Pop-Art Whippet sollte eigentlich nur kurz in Pflege genommen werden, wusste sich aber in sehr kurzer Zeit einen festen Platz in den Herzen ihrer Pflegemütter zu erobern. Für jedes ihrer drei Rudelmitglieder hat Pinoli so ihre eigene Verwendung: das lange, weiche, schwarze Fell des einen Afghanen benutzt sie als ihren Schlafplatz; mit dem anderen Afghanen wird viel und vor allem wild gerannt und der Deerhound ist eine extra Futterquelle. Der Deerhound ist nämlich ein schlampiger Esser und findet es gut, dass Pinoli als eine Art mobiler Staubsauger um ihn herum tanzt und alle heruntergefallenen Krümel "aufsaugt".

Sara

Sara

Sara war ein paar Wochen bei einer unserer Pflegefamilien, wo sie sich sehr wohl fühlte, aber letztendlich geht doch nichts über eine eigene Familie. Und die meldete sich. Manchmal scheinen manche Dinge vorherbestimmt zu sein. Die neuen Besitzer von Sara hatten kurz zuvor einen Whippet einschläfern lassen müssen und waren recht schnell zu dem Schluss gelangt, dass die übrig gebliebenen beiden Nicht-Windhunde natürlich sehr lieb waren, aber dass da doch ein deutlicher "Whippet-Mangel" entstanden war. Und so zog Sara bei ihnen ein. Ihre neuen Menschen standen abends voller Erstaunen vor Sara, die sich auf die Nacht vorbereitete. Auf genau dieselbe Art wie ihr verstorbener Whippet nahm Sara die Decke in ihr Maul und zog und zerrte solange bis sie genau so über ihr lag, wie sie es gerne wollte. Es steht Sara noch ein Gehorsamkeitstraining bevor und wer weiß später vielleicht auch Agility. Viel Glück!

Layca

Layca

Layca war auch eine Zeitlang bei einer unsere Pflegefamilien untergebracht. Auch dort galt: viel Spaß haben mit dem anderen anwesenden Whippet, durch den Park rennen wie der Wind, leckeres Essen und viel Aufmerksamkeit. Schon ganz am Anfang ihres Pflegeaufenthaltes begegnete Layca immer einem netten Herrn mit seiner Dackel-Hündin im Park. Die Menschen plauderten dann, die Hunde spielten inzwischen, nun ja, Sie wissen, wie das ist. Nach ungefähr zwei Wochen erkundigte sich der Mann dann vorsichtig, wie so eine Adoption wohl abliefe. Und tatsächlich, Layca ist ein paar Straßen weitergezogen und lebt nun zur Zufriedenheit aller bei dem Herrn aus dem Park. Viel Glück, Layca!

Massi

Massi

Massi fand sein neues Zuhause, ohne dass er auf unserer Website erschien. Der ursprüngliche Besitzer von Massi war ernsthaft erkrankt und konnte ihn nicht länger versorgen. In der Folgezeit kümmerte sich ein engagierter Tierschützer um ihn und bot ihm ein Dach über dem Kopf. Aber Massi ist ein Hund, der gerne in einer ruhigen Umgebung lebt, und es fiel den ihn betreuenden Menschen auf, dass ein großes Rudel ihm eigentlich ein bisschen zu viel war. Also wurde Voordewindhond eingeschaltet. Nach einigen Telefonaten bot sich die Lösung mehr oder weniger von selbst an. Massi wohnt jetzt im Norden der Niederlande zusammen mit einem Whippet und einem alten Windspiel-Mädchen. Seine neuen Besitzer schrieben uns bereits nach ein paar Tagen, dass es ihnen so vorkomme, als habe er schon immer dazugehört. Das ist wunderschön: die Welt von Massi ist wieder in Ordnung!

Eefje

Eefje

Eefje musste einfach erst mal zur Ruhe kommen. Aus irgendeinem Grund gefiel es ihr in ihrer vorherigen Familie nicht und sie entpuppte sich als ein Whippet "mit Haaren auf den Zähnen". In ihrer Pflegefamilie verbesserte sich das sehr und sie führte sich eigentlich als ein lieber Whippet auf. Es schien uns jedoch besser zu sein, sie als Einzelhund zu vermitteln, denn inzwischen waren wir uns sicher, dass Eefje Zuwendung nicht gerne teilen möchte. Und nach einiger Zeit fanden wir genau die richtigen Menschen für Eefje. Alle lernten sich kennen - wobei Eefjes neue Besitzerin einen Blumenstrauß mitgebracht hatte für die Pflegemutter - und Eefje wusste sofort: "Hier gehöre ich hin, ich danke Euch sehr, ich gehe jetzt". Eefje, gib Dein Bestes!

Ink

Ink

Manchmal muss man lange auf etwas warten. So erging es einer jungen Familie aus Amsterdam, die voriges Jahr im November während de Winner unseren Stand besuchte und uns wissen ließ, dass sie gerne einen Whippet haben wollte. Aber gerade war ihr Kind auf die Welt gekommen und dann sofort noch einen Hund anzuschaffen, das schien doch ein bisschen viel auf einmal zu sein. Als der Gedanke an einen Hund wieder auflebte, tja, da hatten wir nicht den passenden. Aber siehe da: einer der jungen Whippets machte sich von seinem Foto auf unserer Homepage auf den Weg direkt in die Herzen seiner neuen Besitzer. Und so wurde beinahe ein Jahr, nachdem wir die Familie kennen gelernt hatten, schon die übernahme des kleinen Ink auf den Weg gebracht. Er musste sofort seine Feuertaufe in Form einer Bahnfahrt bestehen. Aber Ink wäre kein Whippet, wenn er das nicht mit Bravour gemeistert hätte. Mittlerweile ist er ein eingefleischter Benutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln geworden. Oh ja, und Nike ist nicht die einzige, die es "nicht so mit Kaninchen hat". Auch Ink machte beim Anblick eines Kaninchens sofort eine Kehrtwendung.

Trek

Trek

Trek war der erste der jungen Whippets, der vermittelt wurde. Trek war zunächst auf einer Pflegestelle und fühlte sich wohl mit seinem zeitweiligen afghanischen Hausgenossen. Den ebenfalls anwesenden Deerhound fand er zwar zunächst ein bisschen groß, aber nach einer halben Stunde hatte er sich auch daran gewöhnt. Für Trek meldete sich eine Familie, die nach ihrem Windhund-Mischling nun einen "echten" Whippet wollte, auch als Gesellschaft für ihren Dackel. Auch Trek wünschen wir noch ein langes und glückliches Leben.

Flits

Flits

Manche Hunde sind wahrlich vom Pech verfolgt, aber einige von ihnen haben endlich auch mal Glück. Flits, der betagte Whippet, hatte eine tolle Zeit bei seiner Pflegefamilie. Als er gerade vermittelt werden sollte, entwickelte er eine Art Zwingerhusten, so dass die Vermittlung nicht durchgeführt werden konnte. Flits blieb erst einmal dort, wo er war, bis eine große Anzahl von Hunden, die plötzlich in Pflege genommen werden mussten, einen Umzug nötig machte. Aber bei seinen neuen Pflegeeltern fand Flits es auch prima. Und nun hatte er wirklich Glück: er durfte dort bleiben! Flits, wir hoffen, dass Du noch eine lange und schöne Zeit verbringen kannst bei Deinen neuen Menschen und Deinem Whippet-Kumpel.

Nike

Nike

Nike hatten wir nicht auf unserer Homepage veröffentlicht, weil wir für sie schon sehr schnell ein neues Zuhause gefunden hatten. Nike verlor ihr ehemaliges Zuhause, weil sich ihre Menschen scheiden ließen. Für Nike haben wir eine nette Familie aus Deutschland gefunden, die auf eine sehr besondere Weise mit Voordewindhond in Berührung kam. Im Mai befuhr die "Hausherrin" die Autobahn bei Mönchengladbach und sah dort plötzlich zu ihrem Schrecken ein großes, weißes "Etwas" am Rande des Weges entlang laufen. Zunächst dachte sie, es wäre ein großer Reiher, aber bei näherem Hinsehen stellte sie fest, dass es sich um einen Hund handelte, einen Windhund. Und hatte sie nicht beim Tanken auf einem Plakat gelesen, dass ein Windhund entlaufen war? Die Telefonnummer hatte sie sich notiert, für den Fall, dass... (mehr über Sunanda unter "Patenhunde" in der Rubrik "Vorgehen")
Inzwischen hat Nike also Einzug gehalten in ihre neue Familie, in der schon ein anderer Hunde lebt. Nachdem zunächst eine Diskussion entbrannt war, ob Nike im Bett schlafen durfte, und wenn ja, ob auf oder under Bettdecke, ist jetzt alles geregelt: Nike schläft zufreiden in ihrem eigenen Schlafsack. Ob Windhunde Jäger sind? Beim Anblick eines Kaninchens im Wald kann Nike gar nicht schnell genug zurück zu ihren Menschen laufen. Ach du Schreck, so ein haariges Etwas!

Schwester Klivia

Schwester Klivia

Nachdem Schwester Klivia eine Zeitlang auf einer Pflegestelle untergebracht war und es sich nach etlichen tierärztlichen Untersuchungen herausgestellt hatte, dass sie vollkommen gesund ist (sie ist einfach nur sehr, sehr dünn), zog Schwester Klivia Mitte Juni in ihr neues Zuhause nach Deutschland um. Dort teilt sie ihr Leben mit einer freundlichen Whippet-Hündin. Wir hoffen, dass Schwester Klivia noch ein paar schöne Jahre dort verbringen kann.

Tosca

Tosca

Jeder Topf findet seinen passenden Deckel: Wir hatten Tosca bei netten Leuten untergebracht, aber aus irgendeinem Grund wollte der Funke zwischen beiden nicht überspringen. Tja, das kann passieren. Davor kann man seine Augen nicht verschließen und muss sich aufs Neue auf die Suche begeben. Und siehe da, nach ein paar Wochen meldete sich eine Dame, die immer Greyhounds gehabt hatte und deren letzter Greyhound jüngst verstorben war. Ihre Tochter und ihr Schwiegersohn fuhren mit ihr an einem Samstagmorgen nach Kootwijk, wo Hund und Mensch sich kennen lernen konnten. Die Begegnung verlief erfolgreich und wir können nun ruhigen Gewissens sagen, dass Tosca zu Hause angekommen ist.

Manolo

Manolo

Dieser hübsche kleine Windspiel-Pinscher-Mix wurde im Internet angeboten. Nach einem Telefonat mit der Besitzerin wurde der Hund bei einem unserer Mitarbeiter abgeliefert. Daraufhin verbrachte er ein paar Wochen bei einer Pflegefamilie. Schließlich beschloss einer der Helfer bei der Suche nach Sunanda , dass er eigentlich den Tod seines vorherigen Hundes verarbeitet hatte und dass es Zeit für einen neuen Hund war. Die Wahl fiel auf Manolo. Er muss noch lernen, dass er nicht so laut bellen darf, wenn Besuch kommt, aber mit ein bisschen Glück und viel Beharrlichkeit wird das schon werden.

Chalim

Manolo

Chalim hatten wir als Atreju auf unserer Homepage vorgestellt. Wir suchten ein neues Zuhause für ihn, weil er nicht dazu zu bewegen war, die Pferde in Ruhe zu lassen. Das war wirklich sehr gefährlich für ihn und gleichzeitig sehr belastend für seine Besitzer. Nach einem kurzen Aufenthalt bei einer Familie, in der der dort bereits lebende Saluki-Rüde eine unerklärliche Abneigung gegen Atreju zeigte, kam die Rettung. Atreju, der nun als Chalim durchs Leben läuft, ist bei sehr erfahrenen Windhundbesitzern gelandet, die er gehörig auf Trab hält. Selbst der anwesende Papagei ist entzückt von seinem neuen Hausgenossen.

Toby

Toby

Toby kam kurz vor Weihnachten zu uns. Auch er verbrachte zunächst einige Zeit bei einer Pflegefamilie, wo er sehr schnell lernte, dass er nicht gleich auf jeden Hund loszugehen braucht. Nach einiger Zeit meldete sich ein Ehepaar, das bereits einen Galgo hielt und einen passenden Hund dazu suchte. Und so trafen wir an einem kalten Morgen im Januar die künftigen Familienmitglieder von Toby. Der Funke zwischen Menschen und Hunden sprang sofort über und so ging Toby mit ihnen nach Hause. Leider ist der Galgo mittlerweile verstorben und so ist Toby (vorübergehend?) der König zu Hause.

Tiktak

Tiktak

Tiktak ist ein junges, rauhaariges Galgo-Mädchen. Ihr Besitzer suchte für sie ein neues Zuhause, weil Mensch und Hund nicht zueinander fanden. Das gibt es. In solchen Fällen haben weder Hund noch Mensch etwas davon, wenn sie zusammen bleiben. Tiktak wohnt inzwischen in Deutschland und teilt ihre Menschen mit zwei großen Irish Wolfhounds. Die "Wölfe" haben sofort akzeptiert, dass Tiktak das Sagen im Haus hat, und sich erleichtert ihrer Führung angeschlossen: "Zum Glück brauchen wir nichts mehr zu entscheiden".

Tigre

Tigre

Tigre wurde bei Voordewindhond abgegeben, weil sein Besitzer sich nicht im Klaren darüber gewesen war, wie viel Zeit ein Hund beansprucht. Auch das kommt vor. Man kann einen Hund nicht 9 Stunden am Tag allein zu Hause lassen. Tigre regte sich darüber zwar nicht besonders auf, aber sein Besitzer fand, dass Tigre etwas Besseres verdient hatte. Tigre zog zunächst zu einer Pflegefamilie und nach einigen Wochen in sein endgültiges neues Zuhause um. Seine neuen Besitzer hatten es zunächst nicht leicht mit ihm. Tigre zog wie ein Tornado durch ihr Leben und hinterließ dadurch einige Bestürzung bei ihnen. Glücklicherweise konnte dieses Verhalten nach einigen erzieherischen Ratschlägen von einem unserer Mitarbeiter schnell abgestellt werden.

Sterre

Sterre

Regelmäßige Besucher unserer früheren Homepage stellten eine Ähnlichkeit fest zwischen Liza, die leider über Monate auf ihre Vermittlung warten musste, und Sterre. Und das stimmt. Liza und Sterre sind Schwestern. Sterre wurde erst eine Weile in einer Pflegefamilie betreut und dann nach ein paar Wochen nach Südholland vermittelt. Vor allen Dingen die Töchter der neuen Familie sind hellauf begeistert von Sterre. Sie hat nämlich eine Begabung für Agility.

Sarah

Sarah

Sarah sollte zunächst nur in Pflege genommen werden. Aber dann, auf der Fahrt zu ihrer Pflegefamilie, entwickelte sich eine beiderseitige Zuneigung und als alle zusammen in Hilversum angekommen waren, stand für die Pflegefamilie fest: Sarah bleibt. Sarah ist ein besonders gelungener Windhund-Mix. Wer alles bei ihr mitgemischt hat, wissen wir nicht, aber das Resultat ist ein sehr eleganter kleiner Windhund. Und nicht nur das. Sarah ist auch ausgesprochen liebenswürdig. Sie ist noch immer ein bisschen unsicher und bleibt nicht gern allein zu Haus - letzten Endes weiß man doch nicht genau, ob die Menschen wirklich wieder nach Hause kommen, oder? Daran muss noch gearbeitet werden.

Raisa

Raisa

Raisa stammt aus einem großen Rudel, mit dem viel Rennsport getrieben wurde. Leider hatte sich Raisa, selbst eine begeisterte Rennerin, eine hartnäckige Verletzung zugezogen und durfte nicht mehr an Rennen teilnehmen, nie mehr. Das fiel natürlich nicht leicht. Wenn ihre Besitzer sie mitnahmen zur Rennbahn und sie nicht laufen durfte, dann flippte sie fast aus. Die Alternative, sie zu Hause zu lassen, ist natürlich keine wirkliche Alternative. Raisa langweilte sich. Kurzum, die Zeit für ein neues Zuhause war gekommen. Raisa lebt seit Mitte Mai in Deutschland bei Menschen, die schon einen Whippet von Voordewindhond besitzen. Raisa hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihrem nicht mehr gut sehenden Kumpel zu helfen, ihn zu begleiten und - falls nötig - zu verteidigen. Von Langeweile und Frustration ist keine Rede mehr.

Kenzie

Kenzie

Kenzie wurde von Windhundliebhabern, denen auch unser Verein am Herzen liegt, in einer Annonce im Internet entdeckt. Sie fuhren unverzüglich zu der angegebenen Adresse und holten das Tierchen ab. Eine unserer Pflegefamilien nahm sich für ein paar Wochen des kleinen Windhundes an. Dann meldete sich eine nette Familie, die zwar eine Katze besaß, aber noch keinen Hund. Das Kennenlernen verlief erfolgreich und so zog Kenzie in den Osten der Niederlande um. Es dauerte einige Zeit, bis die Verständigung zwischen Hund und Katze klappte, aber bekanntlich führt Beharrlichkeit meistens zum Ziel. Auch in diesem Fall kommen nun beide Vierbeiner gut miteinander zurecht.

Freya

Freya

Für Freya suchten wir ein neues Zuhause, weil sie Probleme in ihrem Rudel hatte. Womöglich war sie auch selbst ein bisschen daran schuld. Nach zeitweiligem Aufenthalt in einer Tierpension lernten sich an einem sonnigen Tag im Mai eine Familie mit zwei Kindern und Freya kennen. Alles ging recht zügig und Freya hüpfte ohne weitere Bedenken ins Auto. Zwar fand Freya im Gegensatz zu ihrer neuen Familie, sie müsse vorn sitzen, aber nach einigen Umplatzierungen konnte dann nach 5 Minuten die Fahrt losgehen. Freya heißt heute Laica und möchte als Einzelhund nichts zu tun haben mit anderen Rudelgenossen oder Nebenbuhlern, die ihr die Aufmerksamkeit stehlen könnten.

Elize

Elize

Manche Menschen schaffen sich einen Windhund an, ohne wirklich zu wissen, was sie sich da ins Haus holen. Solche Menschen haben wirklich Glück, wenn der Züchter den Hund dann zurück nimmt. Aber was dann? Dann sitzt der Hund beim Züchter. Das ist dann vielleicht auch nicht gerade das, was sich der Züchter für den Hund vorgestellt hat. Voordewindhond anrufen? So geschah es bei Elize. Elize ist ein Afghane, an dem es nun wirklich überhaupt nichts auszusetzen gibt. Sie ist gesellig, freundlich, ausgestattet mit einem gesunden Selbstwertgefühl und auch noch bildschön. Es dauerte dann auch nicht lange, bis der perfekte Platz für diesen perfekten Hund gefunden war. Sie teilt jetzt ihr Leben mit einem Saluki-Rüden. Und so, wie es sich für einen guten Windhund geziemt, ging auch der "Grenzübertritt von den Niederlanden nach Deutschland" problemlos vonstatten.

Bono

Bono

Manchmal gibt es Zeiten, in denen plötzlich sehr viele Hunde einer bestimmten Rasse ein neues Zuhause suchen. Bono war so ein Fall aus einer ganzen Reihe von Whippets. Seine Besitzerin musste sich von ihm trennen, weil sie nicht genug Zeit für ihn hatte und ihm ein besseres Leben wünschte. Zunächst kam Bono auf eine Pflegestelle. Als wir ihn dort ablieferten, fiel uns sofort auf, dass hier eine besondere Beziehung entstehen konnte. Und es dauerte dann auch nur wenige Wochen, bis die entscheidende Frage kam: Dürfen wir ihn behalten? Natürlich durften sie das. Zur unserer großen Freude versprachen die inzwischen "echten Eltern" von Bono, dass sie noch einen Hunde in Pflege nehmen würden. Das freut uns deshalb sehr, weil gute Pflegestellen dünn gesät sind.

Anna

Anna

Anna hatten wir als Jill auf unserer Homepage vorgestellt. Ihre Geschichte erregte bei vielen Menschen Mitleid. Unberechtigt war das leider nicht, aber für einen Windhund, der bei Voordewindhond angekommen ist, ist seine Leidenszeit vorbei. Es kann nur noch besser werden. Und so kam es auch. Nach einigem Hin und Her meldete sich die perfekte neue Besitzerin für Anna: jemand mit viel Geduld und genauso viel Liebe. Es geht Anna inzwischen ausgezeichnet. Sie wickelt ihre Rudelgenossen "um die Pfote" und entdeckt immer mehr, dass das Leben auch sehr schön sein kann - und dass man manchmal einfach das tun kann, wozu man Lust hat.

 

Neu

Gegenwind

Neu in der Vermittlung sind der Whippet Fedde, der Saluki Teun und der Greyhound Margot. Weiter suchen noch die junge Mischlingshündin Anna und die Grippets Rosco und  Laki ein neues Zuhause.

Rückenwind

Hier können Sie nachlesen, wie es den Hunden, die inzwischen ein neues Zuhause gefunden haben, geht.

 

 

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